Kategorie: Deutschland

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  • So gesund ist mediterranes Gemüse

    So gesund ist mediterranes Gemüse


    So gesund ist mediterranes Gemüse

    Liebe Leser, liebe Freunde,

    die Wissenschaft hat es längst bestätigt: Mittelmeerkost schützt das Herz-Kreislauf-System, kann Krebs vorbeugen und sogar lebensverlängernd wirken. Gerade in den Sommermonaten sollten Sie daher die Vielfalt der mediterranen Gemüse auf Ihren Speiseplan setzen, da sie jetzt auch bei uns reifen.

    Was Sie bei der Zubereitung beachten sollten und welche leckeren Gerichte Sie aus den verschiedenen Sorten zaubern können, erfahren Sie hier.

    So gesund ist mediterranes Gemüse

    Die typische Mittelmeerkost ist deshalb so gesund, weil Gemüse und Obst die Hauptrolle spielen, während sie bei uns eher eine Beilage sind. So verzehrt z. B. im Schnitt jeder Grieche täglich 815 Gramm Gemüse – jeder Deutsche jedoch nur 258 Gramm. Lernen wir also von den Südländern, und denken wir um: Statt Fleisch mit Gemüse lieber Gemüse mit manchmal etwas Fleisch oder Fisch! Denn die am Mittelmeer heimischen Gemüse sind reich an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen, die gefäßschützend wirken und unsere Körperzellen vor dem Angriff aggressiver freier Radikale schützen. Diese Sorten bevorzugt die Küche aus dem Mittelmeerraum:

    – Tomaten

    – Zucchini

    – Auberginen

    – Paprika

    – Oliven

    – Knoblauch

    – Zwiebeln

    Oliven und Knoblauch gelten als wahrer Jungbrunnen für unsere Blutgefäße. Die einfach ungesättigten Fettsäuren der Olive halten das schädliche Cholesterin ebenso in Schach wie die Alliine des Knoblauchs. Eine Knoblauchzehe und ein paar in Scheiben geschnittene Oliven sind daher eine bereichernde Ergänzung Ihrer Gemüsegerichte.

    In der Mittelmeerküche wird Gemüse nicht gekocht. Sie können es entweder kalt z. B. zu dem spanischen Gemüsesuppen-Klassiker Gaspacho (sie Kasten weiter unten) verarbeiten oder auch dünsten, braten bzw. grillen. Der unverzichtbare Partner ist dabei Olivenöl. Sein hoher Anteil an der einfach ungesättigten Fettsäure Ölsäure beugt gefährlichen Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden vor und schützt Sie dadurch vor Arteriosklerose.

    Kaltgepresstes Olivenöl sollten Sie nicht über 180C erhitzen. Achten Sie beim Dünsten und Braten Ihres Gemüses auf den so genannten Rauchpunkt. Wenn Sie beim Erhitzen des Öls eine Rauchbildung sehen, sollten Sie unbedingt die Temperatur drosseln, da sonst gesundheitsschädliche Stoffe entstehen könnten.

    Gesund und lecker: Mediterrane Sommergerichte

    Mittelmeergemüse aus dem Ofen

    Sie benötigen für 2 Portionen:

    – 1 rote Paprika

    – gelbe Paprika

    – 2 Tomaten

    – 5 entsteinte schwarze Oliven

    – 1 Zucchini

    – 2 Kartoffeln

    – 1 Zwiebel

    – 1 Knoblauchzehe

    – 2 EL Olivenöl

    – Pfeffer, Thymian, Rosmarin

    So wird’s gemacht: Schneiden Sie die gewaschenen Paprika, Kartoffeln, die Zucchini und die geschälte Zwiebel in nicht zu kleine Spalten. Hacken Sie den Knoblauch sehr fein. Pinseln Sie eine flache Auflaufform mit etwas Olivenöl aus, verteilen Sie die Kartoffeln, Zwiebeln und den Knoblauch darin und schieben Sie die Form bei 180C in den Ofen. Fügen Sie nach etwa 20 Minuten die geviertelten Tomaten, die in Scheiben geschnittenen Oliven und das restliche Gemüse hinzu, träufeln Sie das restliche Öl darüber, würzen Sie mit dem Pfeffer, und backen Sie alles weitere 20 Minuten lang. Legen Sie kurz ehe Sie die Form aus dem Ofen nehmen ein paar frische Rosmarin- und Thymianzweige auf das Gemüse. Wenn Sie mögen, können Sie mir etwas Meersalz nachwürzen.

    Erfrischende Gaspacho

    Sie benötigen für 2 Portionen:

    – Salatgurke

    – rote Paprika

    – grüne Paprika

    – 1 große Zwiebel

    – 250 ml passierte Tomaten

    – 100 ml kalte Gemüsebrühe

    – 1 Knoblauchzehe

    – 2 EL Olivenöl

    – 2 EL weißen Balsamico-Essig

    – 3 Basilikumblätter

    – Pfeffer, Meersalz

    So wird’s gemacht:Waschen und entkernen Sie die Paprika, und schneiden Sie sie zusammen mit der geschälten Zwiebel und der Gurke in sehr feine Würfel. Geben Sie alles in eine Schüssel und verrühren Sie es mit der Brühe, den Tomaten, dem Essig und dem Öl. Fügen Sie den zerdrückten Knoblauch und die kleingezupften Basilikumblätter hinzu, und würzen Sie nach Belieben mit Pfeffer und Salz. Servieren Sie die Suppe eisgekühlt.

    In diesem Sinne wünsche ich allen eine erfrischende Sommerzeit. Bleibt alles schön fit und gesund. Gruss euer Harley

  • So gesund sind Beeren

    So gesund sind Beeren


    Einheimische Beeren im sommer

    Liebe Leser,

    jetzt ist die Zeit, in der bei uns die Beeren reif sind, und die leckeren kleinen Früchtchen sind ein willkommener Genuss bei hochsommerlichen Temperaturen. Doch wie die Wissenschaft herausgefunden hat, können sie viel mehr: Sie sind wahre Vitalstoffbomben und bieten gesundheitlichen Schutz vor vielen Erkrankungen wie z. B. Bluthochdruck und der Parkinson-Krankheit. Warum Sie mit den einheimischen Beeren sogar Krebserkrankungen und Demenz vorbeugen können und warum sie genauso gesund sind wie ihre exotischen Artgenossen, lesen Sie in diesem Beitrag.

    So gesund sind Beeren

    Ihre Farbe erhalten Beeren durch sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole gehören. Den größten gesundheitlichen Nutzen haben dabei die Anthocyane, die für die blaue oder rote Farbe u. a. in Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren verantwortlich sind. Diese Stoffe wirken u. a. als Radikalfänger (Antioxidantien) und können dadurch die Körperzellen vor der Zerstörung durch die aggressiven Sauerstoffmoleküle schützen. Anthocyane schützen Sie vor diesen Erkrankungen:

    – Demenz (z. B. Alzheimer-Krankheit)

    – Krebs (v. a. Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs)

    – Parkinson-Krankheit

    – Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Bluthochdruck, Schlaganfall)

    Darüber hinaus wirken sie entzündungshemmend, verbessern die Fließeigenschaften des Bluts und wirken auf den Gesamtcholesterin-Spiegel leicht senkend.

    Exotische Beeren sind nicht besser als unsere einheimischen

    In letzter Zeit berichten die Medien auch verstärkt über neue Sorten und ihre gesundheitlichen Vorteile. So sollen z.B. Aronia-Beeren positive Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben und Goji-Beeren das Immunsystem ebenso stärken wie Schisandra. Zwar haben diese Beeren aufgrund der klimatischen Verhältnisse in ihrer Heimat tatsächlich eine andere Vitalstoff-Zusammensetzung als unsere heimischen Sorten, einen generell größeren gesundheitlichen Nutzen bieten sie jedoch nicht.

    Positiv zu bewerten sind bei den neuen Beeren jedoch die Cranberries, die sich nachweislich lindernd bei Blasenentzündungen bewährt haben.

    Fazit: Die „gesündeste Beere“ gibt es nicht. Wenn Sie abwechselnd oder auch in Kombination die unterschiedlichen Sorten frisch zu sich nehmen, hat Ihre Gesundheit sicher den größten Nutzen davon. Unsere einheimischen Sorten stehen dabei den Exoten in nichts nach. Auf teure Nahrungsergänzungsmittel aus exotischen Beeren können Sie daher getrost verzichten und lieber die Vielfalt des saisonalen Angebots nutzen.

    Also bleibt alle schön fit und gesund. Liebe Grüße euer Harley

    Forscher der Universität Harvard in Boston/USA fanden im Jahr 2011 heraus, dass die Polyphenole in Beeren das Risiko für Parkinson deutlich senken können. Sie hatten mittels Fragebögen die Ernährungsgewohnheiten von rund 150.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von bis zu 22 Jahren ermittelt. Dabei stellten sie fest, dass das Parkinson-Risiko bei den Teilnehmern, die häufig Beeren aßen, um 40 % vermindert war. Dieses Ergebnis führen die Forscher auf den hohen Gehalt an Anthocyanen in Beeren zurück, da diese sekundären Pflanzenstoffe eine schützende Wirkung auf die Nerven haben.

  • Hört auf unsere Kinder krank zu machen! Was unsere Kinder chronisch krank macht

    Hört auf unsere Kinder krank zu machen! Was unsere Kinder chronisch krank macht


    gefaehrliche Monsanto Produkte

    ArteAllergien, ADHS, Autismus, Autoimmunerkrankungen: In Europa ist bereits jedes dritte Kind chronisch krank. In den USA sind gesunde Kinder sogar schon in der Minderheit.

    Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass schädliche Chemikalien Kindern das Leben ganz schön madig machen können. Das neue bunte T-Shirt verursacht Hautausschlag und selbst die warme Milch aus der Babyflasche kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, ihr Körper reagiert empfindlicher auf Schadstoffe. Bei Chemikalien ist das Vorsichtsdenken plötzlich vergessen – Kinder bekommen die volle Giftdosis.

    Zu viel Zucker, Fettschadstoffe und Reste von Reinigungsmitteln, würden Sie das in einem Babybrei vermuten?

    Was unsere Kinder chronisch krank macht

    Die fünfjährige Klara leidet – wie 30.000 deutsche Kinder – an der autoaggressiven Form von Diabetes. Jason hat Asthma und ADHS, Jonah eine lebensbedrohliche Nuss-Allergie: In Europa ist bereits jedes dritte Kind chronisch krank. In den USA sind gesunde Kinder sogar schon in der Minderheit. Die gemeinsame Ursache dieser Krankheiten liegt in einem Immunsystem, das aggressiv und unberechenbar reagiert. Was hat unser Immunsystem derart aus der Bahn geworfen?

    Filmemacher Bert Ehgartner begibt sich auf Spurensuche nach den Auslösern dieses verheerenden Trends und porträtiert Kinder mit chronischen Leiden wie Asthma, Diabetes, Neurodermitis, Hyperaktivität oder Autismus. Er trifft Wissenschaftler wie Maria Yazdanbakhsh, die im indonesischen Dschungel untersucht, welche Rolle Würmer und Bakterien für unser Immunsystem spielen. Er befragt Herbert Renz Polster zum Einfluss der Kaiserschnitt-Geburten und den Mediziner Klaus Hartmann zum Zusammenhang zwischen Mehrfach-Impfungen und dem Anstieg chronischer Krankheiten.

    Plädoyer für schmutzige Kindheit

    Bert Ehgartners Film ist keine Reportage, die den Medikamentenkauf ankurbeln wird. Offenbar zunehmende chronische Erkrankungen von Kindern in Industrieländern sind zwar Ausgangspunkt der Dokumentation; sie schlägt in ihrem Alarmismus aber ganz unerwartete Wege ein – und wird zum Plädoyer für eine schmutzige Kindheit.

    Denn Keime helfen von Geburt an, das Immunsystem aufzubauen; heutige Hygienevorschriften, sterile Lebensräume und maximal entkeimte Nahrung eher weniger. Man nennt es den „Stalleffekt“, da Bauernkinder anscheinend nie an Asthma erkranken. Quelle 

    „Wir haben immer auf die bösen Bakterien geachtet“, sagt der Mikrobiologe Willem de Vos von der Universität Wageningen in den Niederlanden. „Dabei sollte der Mensch mehr auf seine guten Keime aufpassen.“ Wenn diese durch übertriebene Hygiene, falsche Ernährung oder wahllos eingenommene Antibiotika absterben, können Krankheiten die Folge sein. Mit einem gestörten Keim-Gleichgewicht bringen Wissenschaftler inzwischen Allergien, Asthma, Übergewicht, Herzkreislaufleiden, Depressionen und sogar Krebs in Zusammenhang.

    Hört auf unsere Kinder krank zu machen

    Bereits im September 2013 haben wir, die Netzfrauen, gefordert, dass die Kinder besser geschützt werden müssen. In unserem Beitrag: Babybrei auch gentechnisch verseucht – Vorsicht “Chemie-Cocktail” schon von Kindesbeinen an recherchierten wir bereits zu dem Thema Babybrei, hier schwerpunktmäßig zu dem Bereich Pestizide. Immer mehr Wissenschaftler sind der Meinung, dass zwischen den frühen Schadstoffeinwirkungen und der zunehmenden Anzahl von Krankheiten bei Kindern ein Zusammenhang besteht. Die Anzahl von Chemikalien, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können, nimmt zu. Lesen Sie auch Wie kommen GVOs und giftige Zusatzstoffe in Babynahrung- Why is this Organic Food Stuffed With Toxic Solvents?

    Ich selber habe eine an Allergie erkrankte Tochter. Sie ist gegen alles was „kreucht und fleucht “ allergisch. Ob Gräser, Hausstaub oder Tierhaar, bereits der Frühling mit den Haselnusssträuchern wird zu einer Herausforderung und so geht es dann weiter, bis in den späten Herbst. Die Kinderärztin wurde schnell zu einer der wichtigsten Personen für das Kind und die richtige Nahrung wurde lebensnotwendig. Stillen ist auch nur begrenzt möglich, also folgt die Folgenahrung. Damals standen noch nicht – wie heute üblich – in den Regalen jede Menge Produkte.

    Heute gibt es Getreidebreie im Glas, mit Obst oder Schokoflocken, oft mit Zucker und Aromastoffen. Auch Unmengen von Breien zum Anrühren sind im Angebot – mal mit Milch oder nur mit Wasser anzurühren. Außerdem gibt es von Grieß bis Mehrkornmischungen scheinbar alle Getreidesorten, die man sich vorstellen kann.

    Dieses reichhaltige Angebot gab es vor 30 Jahren nicht. Es gab Schmelzflocken mit echter Kuhmilch zubereitet, so wie es früher schon meine Mutter machte. Bis dann die Kinderärztin feststellte, nein, Kuhmilch besitzt zuviel Fett, daher alternativ H-Milch, oder einfach mit Wasser zubereiten. Allein schon darüber könnte ich einen Beitrag schreiben, denn aus der Not heraus wird man zu einer Expertin.

    Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind, und was tun wir nicht alles, damit das Kind nicht leiden muss. Wir haben es geschafft, dank einer tollen Kinderärztin, der Willenskraft meiner Tochter und besonders durch die richtige Nahrung. Heute geht es meiner Tochter auch ohne Medikamente gesundheitlich gut. Ob Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung, es gibt nichts, was wir nicht versucht hätten. Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst ging es nach Wangerooge, um dem Kind eine Auszeit von der Krankheit zu ermöglichen, sofern dieses überhaupt möglich war. Manchmal gibt es noch Anzeichen von Allergien, aber die sind erträglich. Allergien waren auch damals schon ein Thema, allerdings nicht in dem heutigen Umfang, wo die Allergologen wie Pilze aus den Boden schiessen.

    Die Gesundheitsbranche hat diesen Bereich für sich entdeckt, und heute leiden 20 bis 30 Prozent der EU-Bürger an allergischem Schnupfen, 5 bis 15 Prozent an allergischem Asthma, 3 bis 5 Prozent an Neurodermitis (Atopische Dermatitis) und 5 bis 10 Prozent an einem allergischen Handekzem. Allergien verursachen in der Europäischen Union Kosten von schätzungsweise 100 Milliarden Euro pro Jahr. Allein in Deutschland sterben jährlich mehr als 1400 Menschen an Asthma. Vor 30 Jahren noch eine seltene Krankheit, fast nicht erforscht. 2010 berichtete das Robert-Koch-Institut, dass allein in Deutschland etwa jedes zehnte Kind und jeder fünfte Erwachsene unter Heuschnupfen leidet und etwa sieben Prozent der Kleinen erkranken an Neurodermitis. Allergien gibt es vermutlich, seit es Menschen gibt. Doch in ihrer Häufung sind sie inzwischen eine Zivilisationskrankheit.

    Doch gerade für unsere Kleinen ist eine gesunde Nahrung besonders lebensnotwendig und es sollte nicht in der Verantwortung unserer Kinder liegen, Jahrzehnte später ungewollt den Beweis dafür zu erbringen, dass zu viel Zucker, Fettschadstoffe, Reste von Reinigunsgsmitteln und auch Pestizide, die sie als Kind konsumieren mussten, entscheidend zu den gesundheitlichen Problemen ihrer Generation beigetragen haben. Doch was können wir unseren Kindern und Enkelkindern wirklich noch als Nahrung zumuten, ohne dass sie einen gesundheitlichen Schaden erleiden? Wir sprechen hier nicht von der Muttermilch, sondern in diesem Fall von der Folge-Nahrung.

    Zu viel Zucker, Fettschadstoffe und sogar Reste von Reinigungsmitteln! Das alles wurde im Baby-Getreidebrei in der Packung gefunden. Ökotest hat zwölf Milch-Getreide-Breie zum Anrühren getestet. Das Ergebnis ist verheerend: Kein Produkt schneidet besser als „ausreichend“ ab. Nicht einmal die Bioprodukte. Ökotest rät, den Brei am besten selbst zu kochen.

    baby1Getestet wurden die Biobreie Alnatura Dinkel Milchbrei, Babylove Bio Milchbrei Grieß, Hipp Bio-Milchbrei Kindergrieß, Babydream Bio Milchbrei Grieß und Holle Bio-Milchbrei Hirse. Die Produkte von Alnatura, Hipp und Babylove bekamen das Ergebnis „mangelhaft“, die anderen beiden „ungenügend“. Bis auf Alnatura und Holle war der Zuckergehalt laut Test in allen Bioprodukten zu hoch.

    Zucker in Breien? Ich erinnere mich noch an die Kindertees, die bereits vor 30 Jahren auf dem Markt waren. Bereits damals haben wir Mütter auf die Folgeschäden hingewiesen. Ich sehe noch die Bilder vor mir, wo bereits Milchzähne von Karies befallen waren. Ja, ich gehöre auch zu diesen Müttern, die Kindertees verweigerten und lieber selber Fencheltee kochten. Süßigkeiten, wie die Kinderschokolade, die von Gästen gern mitgebracht wurden, mochten meine Kinder zum Glück nicht, sie aßen lieber ein Stück Brot oder knabberten genüßlich an Möhren und Äpfel. Für Allergiker sind übrigens die alten Apfelsorten verträglich. Und Kindertee, gespickt mit 2,5 Stück Würfelzucker pro Tasse? Das Lebensmittelunternehmen Hipp hat den Verkauf seiner umstrittenen Instant-Tees erst 2012 eingestellt. Die Lobbygruppe Foodwatch hatte das Produkt zur „dreistesten Werbelüge“ des Jahres gekürt.

    Und trotz allem, auch diese Branche boomt. Allein Hipp als Marktführer hat 2012 einen Umsatz von 330 Millionen Euro.

    Öktotest – Ausgabe April 2014: Der Fertig-Milchbrei ist süß, das Ergebnis dafür ziemlich bitter. Denn kein einziges Milchbrei-Produkt kann empfohlen werden.

    Die Fertig-Milchbreie sind süß und das Ergebnis ziemlich bitter. Denn kein einziges getestetes Milchbrei-Produkt kann laut Ökotest empfohlen werden.

    Kinderärzte und Ernährungsexperten fordern seit Jahren, auf Zuckerzusätze in Babynahrung zu verzichten, da stark gesüßte Speisen die Gefahr einer frühen Prägung auf die Geschmackspräferenz „süß“ bergen. Kinder könnten somit auch künftig Süßes bevorzugen, was die Entstehung von Übergewicht und Karies fördert. Zu viel Süße ist auch deshalb ungünstig, weil Kinder dann kaum Chancen haben, den unverfälschten, natürlichen Geschmack von Getreide und Milch kennenzulernen, ergänzt Dr. Annett Hilbig vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in dem aktuellen Ökotest. Seit 30 Jahren kämpfen wir gegen Zucker in Kindertees und Kinderbreien, und was ist bis dato passiert? Noch heute werden zuckerhaltige Speisen an Kinder verabreicht.

    Und wozu müssen Vanille, Zimt oder andere Aromen im Brei enthalten sein? Wie Ökotest feststellte, enthält fast jeder Brei entweder Vanilleextrakt, Zimt oder Aromen dieser Geschmacksrichtungen. Zur Geschmacksabrundung, sagen die Hersteller. Aus Sicht des FKE sind Gewürze und Aromastoffe wie Vanillin in Babynahrung aber überflüssig. Es ist in der Tat nicht akzeptabel, dass Kinder schon so früh an die typischen Aromen industriell hergestellter Süßwaren gewöhnt werden sollen. Berechnung? Die Kinder sind schließlich die Kunden von morgen.

    Rückstände von Desinfektions- und Reinigungsmitteln? In unserem Beitrag Babybrei auch gentechnisch verseucht – Vorsicht “Chemie-Cocktail” schon von Kindesbeinen an waren wir der Meinung, dass wir mit der Bio-Babynahrung auf der sicheren Seite liegen, denn diese wird wesentlich strenger kontrolliert als konventionelle Produkte. Leider müssen wir feststellen, dass dem nicht so ist. Wir sind entsetzt, da wir feststellen mussten, dass die Produkte der getesteten Bio-Anbieter durchgängig mit Rückständen von Desinfektions- und Reinigungsmitteln belastet sind, während die konventionellen Breie frei davon sind.

    Die Stoffe, um die es geht, heißen kurz DDAC und BAC und zählen zu den quartären Ammoniumverbindungen (QAV). Sie kamen 2012 erstmals ins Gerede. Schnell wurde klar, dass QAV-haltige Reinigungsmittel ein Teil des Problems sind. Solche Reiniger wurden unter anderem in der Milchgewinnung und -verarbeitung eingesetzt. Etliche Betriebe stellten um, wobei ausgerechnet die Bio-Branche hinterherhinkt, wie der Test zeigt.

    DDAC ist eine quartäre Ammoniumverbindung mit oberflächenaktiver Wirkung und gehört zur Gruppe der kationischen Tenside. Die Substanz wird in Desinfektions- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Ferner ist DDAC in einem Pflanzenstärkungsmittel enthalten, das zur professionellen Anwendung als Frischhaltemittel an Schnittblumen gelistet ist. DDAC ist sowohl ein Biozid als auch ein Pflanzenschutzmittelwirkstoff. Diese Stoffe haben wahrlich nichts in Kinderbreien zu suchen, und nicht nur da, sondern überhaupt nichts in Lebensmitteln.

    Und hätten Sie vermutet, dass die Breie von Alnatura und Holle Fettschadstoffe enthalten? Erhöhte Mengen dieser als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuften Verbindungen traten vor Jahren noch gehäuft auf. In diesem Test sind nur die Milchbreie von Alnatura und Holle betroffen. Auch hier trifft es Bio-Anbieter. Es ist bekannt, dass hier noch häufiger Palmfett eingesetzt wird, das stärker mit den schädlichen 3-MCPD-Fettsäureestern belastet ist, so Ökotest.

    Und irreführend ist insbesondere der Hinweis „ungesüßt“ auf dem Produkt von Holle, da Maltodextrin enthalten ist. Eltern könnten dadurch den Eindruck gewinnen, der Brei sei auch zahnschonend, was so nicht stimmt. Humana liegt mit dem Hinweis „weniger Zucker“ zwar nicht ganz falsch, aber auch irreführend, denn wie schon beschrieben, gehört Zucker erstens gar nicht in einen Brei und zweitens der Hinweis schon gar nicht auf einen mit Zucker gesüßten Brei. Zum Testergebnis: Ökotest

    Nach Hipp sind Danone und Nestlé Marktführer für Babynahrung. Danone ist außerdem Marktführer für Nahrungsmittel für Menschen mit Allergien. Die Sparte Medical Nutrition von Danone könnte aber bald den Besitzer wechseln, z.B. zu Nestlé.

    Dem können Sie entnehmen: Es wird hin und her verkauft, so dass kein Verbraucher mehr durchsteigt. Denn Nestlé hat ja auch die Babynahrungssparte von Pfizer gekauft. Und Pfizer geht aus Monsanto hervor. Zu den Großaktionären von Monsanto gehört die Bill & Melinda Gates Foundation, die wiederum hat eine Zusammenarbeit mit Novartis und mit Sanofi Pasteur gestartet. Und fast alle Konzerne haben eines gemeinsam: Sollten Sie eine Unverträglichkeit verspüren, können Sie nun gleich die dafür produzierten Medikamente bekommen: Mit Doppelt- und Dreifach-Effekt. Siehe: Weltherrschaft weniger Konzerne – wer mit wem?

    Und auch bei Bio können wir uns nicht mehr sicher sein, wie der aktuelle Ökotest zeigt, daher lieber Babybrei selber kochen. Wie bereits im vorherigen Beitrag berichtet,  wurde ausgerechnet bei Hipp und Demeter in Bio-Babynahrung gentechnisch verändertes Gemüse verarbeitet. Dies war das Ergebnis einer Stichprobe des ZDF-Verbrauchermagazins “WISO“. Dabei haben gerade diese Hersteller sich auf die Fahne geschrieben, dass Gentechnik im Babybrei nichts verloren habe. So versteht sich beispielsweise Demeter als “Garant für Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau” und die Firma Hipp wirbt mit dem Slogan “Das Beste aus der Natur”. 

    Auch ein wichtiges Thema, welches wir bereits in unserem vorherigen Artikel erläutert haben, sind in Babynahrung gefährlichste Substanzen, wie beispielsweise giftige Pestizide, enthalten. Die EFSA veröffentlichte 2010 ihren zweiten Jahresbericht über Pestizidrückstände in Lebensmitteln. Von 2062 Proben Säuglingsnahrung enthielten 76 Spuren von Pestiziden und der festgelegte Höchstgehalt wurde in 4 Proben (0,2 %) überschritten. Die europäischen Rechtsvorschriften erlauben für jedes einzelne Pestizid höchstens Rückstände von 0,01 mg/kg, selbst das ist unserer Meinung nach schon zu viel!

    Wir fordern eine Studie, natürlich eine neutrale, um auf ausreichende Art und Weise die Auswirkungen der Pestizidbelastungen auf die menschliche Gesundheit zu dokumentieren. Letztendlich müssten die Auswirkungen der Pestizide sogar auch bei den Kindern und Kindeskindern überprüft werden. Lesen Sie dazu unsere ausführlichen Recherchen in dem Beitrag  Babybrei auch gentechnisch verseucht – Vorsicht “Chemie-Cocktail” schon von Kindesbeinen an.

    Es sollte nicht in der Verantwortung unserer Kinder liegen, Jahrzehnte später ungewollt den Beweis dafür zu erbringen, dass jene Pestizide und andere Schadstoffe, die sie als Kind konsumieren mussten, entscheidend zu den gesundheitlichen Problemen ihrer Generation beigetragen haben.

    Hört auf unsere Kinder krank zu machen!

    Wir fordern Hersteller und Händler auf, endlich Konsequenzen zu ziehen, schließlich geht es um die Gesundheit unserer Kinder und Enkelkinder. Und wir wollen es nicht weiter hinnehmen, dass nur noch der Profit zählt .

    Es ist  an der Zeit, denen zu zeigen, nicht mit uns !

    Netzfrau Doro Schreier

    via Hört auf unsere Kinder krank zu machen! Was unsere Kinder chronisch krank macht – netzfrauen– netzfrauen.

    weiterfürende Informationen zum Thema Monsanto finden Sie hier: https://deine-gesundheit.net/gefaehrliche-monsanto-produkte/ 

  • Der Machtkampf ist eröffnet: Frankreich will Allianz gegen Deutschland

    Der Machtkampf ist eröffnet: Frankreich will Allianz gegen Deutschland


     

    Zwischen Deutschland und Frankreich zeichnet sich ein grundsätzlicher Konflikt über die Zukunft der Euro-Zone ab: Präsident Francois Hollande fordert ein Euro-Parlament. Die Idee dahinter: Die Südstaaten wolle die brutale Euro-Gruppe nicht mehr, sondern Mehrheiten gegen Deutschland organisieren. Außerdem will Hollande die politische Kontrolle über den Wechselkurs des Euro. Diese neue EU ist der Gegenentwurf zu dem, was Wolfgang Schäuble will. Der Kampf der Systeme ist eröffnet.

    Das Match ist eröffnet: Die französische Führung mit dem mexikanischen Präsidentenpaar (ganz links) als Ehrengäste bei der Militärparade zum 14. Juli. (Foto: dpa)

    Nach dem desaströsen Wochenende beim Euro-Gipfel und einer notdürftig zusammengezimmerten „Lösung“ für Griechenland zeigt sich überraschend schnell die fundamentale Bruchlinie, die sich durch die Euro-Zone zeiht:Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will die aus seiner Sicht schwachen Performer aus dem Euro werfen. Mit Griechenland möchte Schäuble den Anfang machen. Danach kann es zu einer Integration kommen – möglichst ohne die Südstaaten, doch wenn möglich, mit Frankreich. Schäuble hat eine ganz klare Strategie: Er will den Euro als Verbund der Disziplin und der Starken. Diesen Kurs will er zum Ende seiner Amtszeit mit aller Macht durchsetzen, um nicht als der größte Geldvernichter unter allen deutschen Finanzministern in die Geschichte eingehen zu müssen. 

    Frankreich wittert diese Strategie und will Schäuble zuvorkommen. Der französische Präsident Francois Hollande legte am französischen Nationalfeiertag seine Vision vor, die vor allem darauf abzielt, die Südländer im Euro zu halten. Nur mit ihnen kann Frankreich ansatzweise ein Gleichgewicht zu Deutschland bieten. Daher sind die Forderungen Hollandes auf zwei Aspekte ausgerichtet: «Wir brauchen eine Wirtschaftsregierung», forderte der Staatschef am Dienstag im Interview mit den französischen TV-Sendern France 2 und TF1. «Die Eurozone ist eine Garantie, eine Sicherheit.» Hollande verwies darauf, dass es mit Bankenunion oder Haushaltsdisziplin bereits stärkere europäische Integration gebe.

    Unter einer Wirtschaftsregierung verstehen die Franzosen vor allem die politische Kontrolle über den Härtegrad des Euro. Der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg hatte bereits im September 2014 vorgeschlagen, dass die Wechselkurs-Politik in Zukunft in die Zuständigkeit des Europäischen Rates und nicht mehr in die der Europäischen Zentralbank fallen soll. Die EZB solle dann für die Umsetzung eines politischen Mandats zuständig sein. Der damalige französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg sagte damals der Zeitung Les Echos: «Die Wechselkurspolitik fällt in die Zuständigkeit des Europäischen Rates (der EU Staats- und Regierungschefs). Die EZB ist dann für die Umsetzung eines politischen Mandats zuständig». Zugleich forderte er die Aufweichung der Maastricht-Kriterien und die Orientierung an der Geldpolitik der US-amerikanischen Fed.

    Frankreich kämpft an allen Fronten: Es kann die Maastricht-Defizitkriterien nicht einhalten und der Wechselkurs des Euro im Verhältnis zum Dollar ist für seine Exporte viel zu hoch. In dieser Hinsicht ist Frankreich – anders als in der Flüchtlingsfrage – ganz und gar solidarisch mit Italien und Griechenland. Frankreich will die Aufweichung und muss einen Plan B präsentieren.

    Um diesen Plan durchzusetzen, hat Frankreich erkannt, dass es die Euro-Gruppe ausschalten muss. Die Hinrichtung Griechenlands durch Deutschland und die Troika ist den Franzosen in die Knochen gefahren. Sie wissen nun, dass jedem Euro-Staat, der sich mit Deutschland anlegt, Ähnliches widerfahren wird.

    Daher fordert Hollande nun eine neue demokratische Basis, «zum Beispiel ein Parlament für die Eurozone». Über eine stärkere Präsenz der Abgeordneten könne mehr Platz für Demokratie geschaffen werden.

    Demokratie ist in Frankreich, ähnlich wie in Griechenland, aus der Sicht der Parteien immer eine Klientel-Politik gewesen. So denken die Franzosen auch im Hinblick auf die Euro-Zone. Sie träumen von einer links-links-grünen Mehrheit – weil dies für sie die vermutlich letzte Chance ist, den Machtwechsel zu Marine Le Pen und dem Front National zu verhindern. Mehrere Sozialdemokraten, unter ihnen Martin Schulz, arbeiten seit einiger Zeit hinter den Kulissen an einer Änderung der strengen Maastricht-Kritieren, die sie für «nicht mehr zeitgemäß» halten.

    Die Franzosen wollen so ein Parlament aber auch, um eine Achse gegen Deutschland aufzubauen: Ihre Sicht der Euro-Zone ist, dass die Fiskal- und Abwertungspolitik Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenlands das einzig wirksame Gegengewicht zum deutschen Austeritäts-Wahn ist. Daher ist das Parlament, das Hollande will, ein völlig anderes als jenes von Schäuble.

    Auch Schäuble ist für eine Transferunion, aber nur zwischen Deutschland, Finnland, Österreich, den Niederlande und Luxemburg. Hinter den Franzosen steht aus deutscher Sicht ein großen Fragezeichen. Das ist durchaus über den Tag hinaus gedacht: Kann man sich in Deutschland allen Ernstes eine funktionierende Transfer-Union mit Marine Le Pen vorstellen? Schon der vergleichsweise harmlose Alexis Tsipras hat die Seele der Bild-Zeitung zum Überkochen gebracht.

    Hollande weiß, dass er auf einem sehr dünnen Seil balanciert und versprüht daher eine gehörige Portion Pathos: Eine Verständigung auf Ebene der Euro-Länder sei nur möglich gewesen, «weil Frankreich und Deutschland vereint waren». Beiden Länder führten nicht auf europäischer Ebene, «aber ohne Frankreich und Deutschland kommt Europa nicht voran».

    Griechenland kann dabei weiter mit Unterstützung aus Paris rechnen.«Das griechische Volk hat bereits viel gelitten», sagte Hollande. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit von Veränderungen: «Reformen zu fordern, ist legitim.» Solche Reformen müssten Wachstum fördern, sagte Hollande.

    Für die Eurozone habe er «eine ehrliche Solidarität» mit Griechenland verspürt, auch wenn er «bei einigen Partner eine Versuchung gespürt habe für einen Ausschluss». Hier nannte Hollande Deutschland wohlweislich nicht. Die Franzosen haben mittlerweile Angst vor Angela Merkel, auch wenn sie gar nicht physisch anwesend ist.

    Die Entscheidung in die eine oder andere Richtung wird die EU weiter dramatisch verändern. Es ist ein beinharter Machtkampf, bei dem auch die Bürgerrechte eingeschränkt werden müssen wie in einem echten Krieg.

    Wie weit wir auf diesem Weg schon sind, zeigte auch die traditionellen Militärparade auf der Pariser Avenue des Champs-Élysées im Gedenken an den Beginn der französischen Revolution am 14. Juli 1789. Die Parade wurde von Spezialeinheiten zur Terrorbekämpfung angeführt. Das Publikum applaudierte, weil es glaubt, dass die tausenden Soldaten, die seit Charlie Hebdo in Frankreich aktiv sind, nur „die andern“ überwachen. Der vorrevolutionäre Instinkt von 1789 ist in Frankreich noch nicht erwacht.

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  • Spanien wendet sich von Merkel ab und trägt EU-Deal nicht mehr mit

    Spanien wendet sich von Merkel ab und trägt EU-Deal nicht mehr mit


    Der Bruch durch Europa erhält eine neue Facette: Spaniens Premier Rajoy hat völlig überraschend angekündigt, den EU-Deal mit Griechenland im Parlament zur Abstimmung zu bringen. Der Grund: In Spanien ist die Stimmung gekippt, der Deal wird als deutsches Diktat gesehen. Mit Rajoy, der sich in erster Linie auf die anstehenden Wahlen konzentriert, könnte Angela Merkel einen wichtigen Verbündeten verlieren.

    Angst vor der Ansteckung: Spaniens Premier Mariano Rajoy am Mittwoch im Parlament in Madrid. (Foto: dpa)

    Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat angekündigt, das spanische Parlament über das neue Griechenland-Programm abstimmen zu lassen, obwohl  dies in Spanien nicht erforderlich sei.

    Der Schritt kommt völlig überraschend, wie der Guardian analysiert: Rajoy hatte nach dem Deal noch gesagt, der Deal sei gut und werde Griechenland „Wachstum und Beschäftigung“ bringen. Doch als darauf eine gewaltiger Proteststurm ausbrach, der seinen Ursprung in der Initiative #thisisacoup in Barcelona hatte und wesentlich von Podemos-Leuten organisiert wurde, vollzieht Rajoy nun eine Kehrtwende: Zahlreiche Oppositionsparteien haben sich der Auffassung angeschlossen, dass der Deal ein deutscher Putsch gegen Athen und die Syriza-Regierung sei. Daher tritt Rajoy nun die Flucht nach vorne an und setzt sich an die Spitze der Bewegung. Rajoy muss demnächst zu Wahlen antreten. Die Podemos ist auf dem Vormarsch, daher richtet sich Rajoy nun nach der Stimmung im Land. Bisher war er einer der treuesten Verbündeten seiner Parteifreundin Angela Merkel. Spanien hatte bisher neben Deutschland am schärfsten gegen neue Kredite agitiert, weil man die Syriza um keinen Preis zu einem Erfolg kommen lassen wollte. Diese Strategie scheint gründlich nach hinten losgegangen zu sein. In Spanien ist es nicht mehr opportun, sich als Merkel-Fan zu outen.

    Heute Abend wird es in Barcelona eine Demonstration gegen die Troika geben:

    Es ist denkbar, dass anti-deutsche Ressentiments nun auch die spanische Regierung erreicht haben. Offenbar sieht Rajoy aber auch, dass Deutschland unter Merkel und Schäuble die Euro-Zone in der bekannten Form nicht fortsetzen wollen.

    Zuvor  war bereits Italien frontal auf Deutschland losgegangen.

    Frankreichs Präsident Hollande versucht ebenfalls, eine Koalition zu schmieden, die sich dem Austeritäts-Diktat Deutschlands entgegenstellen soll.

    Tatsächlich haben Schäuble und Merkel mit ihrem brutalen Vorgehen in Brüssel dass Vertrauen ebenso zerstört wie die EZB mit ihrer kompletten Politisierung. Allerdings liegt die Ursache tiefer: Im Vertrag von Maastricht haben sich alle Staaten auf Schuldenobergrenzen verpflichtet. Doch in der Krise haben alle Staaten diese Regeln stillschweigend über Bord geworfen.

    Auf den Rechtsbruch aller folgt nun die Phase „Rette sich wer kann“, angesichts der nun erstmals realistischen Möglichkeit eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone.

    viaSpanien wendet sich von Merkel ab und trägt EU-Deal nicht mehr mit | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN.

  • EU will militärische Strukturen gegen die Bürger aufbauen

    EU will militärische Strukturen gegen die Bürger aufbauen


    Die frühere Grüne EU-Abgeordnete Patricia McKenna aus Irland warnt vor einer schleichenden Militarisierung der EU. Die Bürgerrechte werden systematisch ausgehöhlt, militärische Strukturen entstehen. Es sei Zeit für den massiven Widerstand. Sie ermuntert linke Euro-Skeptiker, sich für die Menschen- und Bürgerrechte mit äußerster Entschlossenheit einzusetzen.

    Noch spricht Angela Merkel nur mit der Bundeswehr. Doch die Vorbereitungen in der EU zielen auf eine umfassende Militarisierung Europas. (Foto: dpa)

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat vor einigen Jahren in einem Interview mit der New York Times gesagt, die politische Union in Europa könne nur durch eine Krise erzwungen warden. Glauben Sie, dass das immer noch der Plan ist?

    Patricia McKenna: Winston Churchill hat einmal gesagt: „Lassen Sie niemals eine gute Krise ungenutzt verstreichen.“ Es besteht kein Zweifel, dass Churchills Rat durch unsere EU-Politiker buchstabengetreu befolgt wurde, und ebenso von der bürokratischen Elite im Zuge der Schuldenkrise von 2008. Die Krise hat eindeutig den Plänen der EU genutzt.

    Im Mai 2010, nach dem Platz der Finanzblase, sagte Bundeskanzlerin Merkel: „Wir haben eine gemeinsame Währung, aber keine echte wirtschaftliche oder politische Union. Dies muss sich ändern. Würden wir dies erreichen, liegt darin die Chance der Krise… Und jenseits der Ökonomie, mit der gemeinsamen Währung, werden wir vielleicht weitere Schritte wagen, zum Beispiel den einer europäischen Armee.“ (Karls-Preis Rede, Mai 2010)

    Ein Jahr später sagte Präsident Sarkozy: „Bis Ende des Sommers werden Angela Merkel und ich gemeinsame Vorschläge hinsichtlich einer Wirtschaftsregierung im Euroraum machen. Wir werden Ihnen eine klarere Vision des Weges vorlegen, wie sich die Eurozone entwickeln wird. Unser Ziel ist es, die griechische Krise einzubeziehen, um einen Quantensprung für eine Eurozone-Regierung zu erreichen. … Dieses Wort war einmal Tabu. [Jetzt] gehört es zum europäischen Wortschatz”. (22. July 2011).

    Bundeskanzlerin Merkel hat gesagt: „Die Schuldenkrise ist ein entscheidender Moment, eine Chance, einen neuen Weg zu gehen. Es gibt nun Zeit und Gelegenheit für einen Durchbruch zu einem neuen Europa… Das wird mehr Europa bedeuten, nicht weniger Europa.” (11.09.2011).

    Es gibt keinen Zweifel, dass jene, die die Macht innehaben, die Krise nutzen, um voranzugehen mit dem, was sie wollen. Unabhängig davon, was die Völker Europas wollen.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten:Aktuell werden die wichtigsten Entscheidungen in der Euro-Zone von der Euro-Gruppe getroffen. Diese Gruppe ist keinem einzigen Parlament gegenüber verantwortlich. Sie ist kein Organ im Sinn der EU-Verfassung. Zeigt diese Entwicklung nicht, dass wir uns bereits mitten in einer Transformation hin zu weniger Demokratie in der EU bewegen?

    Patricia McKenna: Ja, dem würde ich zustimmen. Im Anschluss an das, was ich gerade gesagt habe, gibt es keinen Zweifel, dass die Eurogruppe eine Schlüssel-Einrichtung ist, an der man die Veränderungen erkennt. Die jüngsten Vertrags-Vereinbarungen sind ein Beleg für diese Tatsache. Das Finanz-Stabilitäts-Gesetz wird von vielen Mitgliedern der Eurozone als ein „permanenter Sparmaßnahmen-Vertrag“ für jene angesehen, die sich das am wenigsten leisten können. Dieses Gesetz untersagt den Regierungen jede Art von Anti-Rezessions-Konjunkturprogrammen im keynesianischen Sinne. Dies beeinträchtigt die demokratisch gewählten Regierungen in Bezug auf ihre eigenen nationalen Haushalte ganz entscheidend.

    Dann haben wir den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM-Vertrag). Dieser Vertrag legt einen permanenten Rettungsaktion-Fonds für die Länder der Eurozone auf, bei welchem alle Eurozonen-Mitglieder „unwiderruflich und bedingungslos“ im Verhältnis zu ihrem Brutto-Inlandsprodukt beitragen müssen. Zugang zu diesem Fonds erhält man nur, wenn man sich vorher zu dem finanzpolitischen Stabilitätsvertrag bekennt, den ich gerade erwähnt habe.

    Der ESM-Vertrag sieht einen ESM-Fonds vor, aus dem Gelder direkt an die Regierungen der Eurozone verliehen werden können. Der Vertrag von Maastricht hatte Bail-outs für Euro-Länder verboten. Eine Anfechtungsklage zu diesem Vertrag wurde von den EuGH im Fall Pringle abgelehnt (2012).

    Patricia Mary McKenna, ehemalige EU-Parlamentariern der Grünen, kämpft gegen die Militarisierung der EU. (Foto: European Parliament)

    Die Entscheidung des Gerichts ist in diesem Fall eine widersprüchliche Entscheidung. Sie zeigt zum einen: Vertragsänderungen werden durch das Gericht sanktioniert, wenn sie zu dem Gericht aufgetragenen, integrativen Agenda passen. Das Gericht hat eine politische Agenda. Diese ist in den Verträgen selbst begründet. Die Präambel und der erste Artikel der Verträge, die „den Prozess der Schaffung einer immer engeren Union“ begründen, sind ein Mandat für das Gericht, eine immer weitere Integration zu fördern.

    Das Ergebnis im Fall Pringle weist auf eines der grundlegendsten demokratischen Probleme innerhalb der EU hin: Sollte ein nicht gewähltes und niemandem verantwortliches Gericht ein politisches Programm umsetzen – oder sollte das Gericht nicht viel eher ein unparteiischer und unbefangener Deuter und Interpret der Gesetzer nach Lage der Dinge sein? Ich vertrete die Auffassung: Wenn die Richter die Integration vorantreiben, brechen sie ihren Eid.

    Das Urteil des EuGH könnte als Sprungbrett für eine weitere Wirtschafts-, Finanzunion und möglicherweise zu politischen Verflechtungen zwischen den Mitgliedstaaten führen.

    Doch hat das Pringle-Urteil noch einen anderen Effekt: Es eröffnet den Euroländern die Möglichkeit der Zusammenarbeit außerhalb der Rechtsordnung der EU. Pringle öffnet den Weg für eine Arbeitsteilung zwischen den Euro- und den nicht Euro-Ländern. Es bietet eine weitere Integration mittels Vereinbarungen außerhalb der Rechtsordnung der Union.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten:Wir haben den Eindruck, dass die Nato immer stärker zum treibenden Faktor der Weiterentwicklung der EU ist. Halten Sie das auch für denkbar?

    Patricia McKenna: Ich glaube, dass die NATO seit jeher ein wichtiger Akteur im EU-Integrationsprozess war. Am Anfang war sie weniger sichtbar, aber das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Nicht nur sind die aufstrebenden, militärischen Strukturen in der EU „beeinflusst“ durch die NATO. Sie sind „gesetzlich verpflichtet, mit dem nuklearen NATO-Bündnis in Einklang“ zu sein.

    Die NATO-Partnerschaft für den Frieden (PfP – Partnership for Peace) wurde speziell konzipiert, um jene Nationen an Bord zu bringen, die zurückhaltend waren, der NATO beizutreten. W. Perry und A. Carter, die Köpfe hinter der PfP, sagen in ihrem Buch „Preventive Peace“: „Das Ziel einer erneuerten Partnerschaft für den Frieden sollte die Erfahrung sein, der Partnerschaft so nah wie möglich zu kommen, in der militärischen Praxis und in der Erfahrung der Mitgliedschaft in der NATO. Die Partnerschaft für den Frieden kombiniert Übungen und andere militärische Aktivitäten und sollte vom früheren Fokus auf Friedenssicherung und humanitäre Operation zu wahren Kampfhandlungen fortschreiten“. PfP ist ein wesentlicher Baustein in der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität geworden, was die „schnelle Eingreiftruppe“ der EU dies aktuell zeigt.

    Die Verträge enthalten eine gegenseitige Verteidigungs-Klausel, die für alle Mitgliedsstaaten verbindlich ist. Darüber hinaus heißt es, „die Mitgliedsstaaten sollen zivile und militärische Fähigkeiten zur Verfügung stellen, zur Umsetzung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich schrittweise, ihre militärischen Fähigkeiten zu verbessern.“

    Die Europäische Verteidigung-Agency (EDA), eine Agentur, die nach zwei Jahrzehnten Lobbyarbeit von Europas militärischer Industrie etabliert worden ist, ist Bestandteil der Verträge. Diese Agentur, die ohne öffentliche Debatte etabliert wurde und die Waffenhersteller begünstigt, hat eine signifikante Vertrags-Macht. Sie „soll einsatzbereite Anforderungen ermitteln, befördert Maßnahmen, erfüllt diese Anforderungen und beteiligt sich bei der Festlegung der europäischen Fähigkeiten und der Rüstungspolitik“.

    Sie macht Gewinne aus Kriegen und Kriegsvorbereitungen, und zu ihr gehören die einflussreichsten industriellen Interessen in Europa, der länderübergreifenden wirtschaftlichen Integration und der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Der Vertrag anerkennt das NATO-Bündnis, zu dem 28 EU-Staaten gehören, und zwar als das wichtigste Forum zur kollektiven Verteidigung ihrer Mitglieder und sieht die EU-Militärpolitik als Ergänzung – aber getrennt von der NATO. Einige der 18 EU-Kampfeinheiten wurden bereits eingerichtet. Jede ist in der Lage, rasch 1.500 Mann aus verschiedenen Mitgliedsstaaten nach dem Rotationsprinzip bereitzustellen.
    Es gab bereits EU Militärinterventionen, mit dem Titel „friedensschaffend“ oder „friedenssichernd“ in Afrika, auf dem Balkan und im Nahen Osten. Diese Truppen tragen in diesen Missionen Uniformen der EU. Ihre Durchführung wird unterstützt von der Europäischen Verteidigungsagentur, dem Satellitenzentrum der EU und dem EU Military Committee (EUMC). Letztere befehligt ein 4-Sterne-General oder ein Chef-Admiral und überwacht den EU Militärstab (EUMS) in Brüssel.

    Insgesamt betrugen die Militärausgaben in den EU-Ländern 194 Milliarden Euro im Jahr 2010, das ist mehr als im Jahr 2001. Seit Jahrzehnten gibt Griechenland in der EU im Verhältnis zu seiner Größe und Einwohnerzahl das meiste aus für das Militär. Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind die größten Waffenhersteller der EU. Während Deutschland und Frankreich auf die schärfsten Einschnitte im Sozialbudget Griechenlands bestehen, Portugal und Spanien dabei sind, ihre Schulden zurückzuzahlen, haben sie keinen Druck, die Militärausgaben zu senken. Die Rüstungsindustrie in diesen mediterranen Ländern würden das Nachsehen haben.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten:Die EU versteht sich immer stärker als geopolitischer Faktor. Dazu benötigt sie immer mehr Zentralisierung und eindeutige, schnelle Kommandostrukturen. Wie können wir die Macht wieder den Bürgern zurückgeben?

    Patricia McKenna: Der EU und unsere Politiker haben sich zusammengeschlossen, um sicherzustellen, dass die Macht den Bürgern vorenthalten wird. Ein Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass fast alle Vertragsänderungen ohne jegliche öffentliche Konsultationen durchgesetzt wurden. EU-Vertrags-Änderungen werden kaum mit Volksabstimmungen in den Mitgliedsstaaten durchgeführt. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass dies mit Absicht geschieht. Denn es gab einige Mitgliedsstaaten mit der Gelegenheit, abzustimmen und wo Vertragsänderungen abgelehnt wurden, wie z. B. Maastricht, Nizza, die EU-Verfassung und Lissabon.

    Die Menschen sind entweder gezwungen worden, wie es in Irland und Dänemark geschah, noch einmal abzustimmen, oder der Vertrag wurde zurückgezogen und ohne Änderung neu verpackt und durchgestimmt von der politischen Elite. So ist es in Frankreich und in den Niederlanden geschehen. Alle Vertragsänderungen haben die Rolle der Menschen und ihre demokratisch gewählten und rechenschaftspflichtigen Regierungen reduziert.

    Wir haben einen stetigen Rückgang der Bürgerrechte in der EU, während Lobbyisten die Ausarbeitung der Gesetze bestimmen. Wer sind die Alliierten für die Zivilgesellschaft, diese Entwicklung umzukehren?

    Es besteht kein Zweifel, dass die Bürgerrechte in der EU ernsthaft bedroht sind. Beispielsweise haben die Vertragsbestimmungen „Inneres“ zur Massen-Sammlung von E-mail-Nutzung, Handy Anrufen (einschließlich Ortung) und Internet-Nutzung bei 500 Millionen Einwohnern der EU geführt. Die EU-Vorratsdatenspeicherung verlangt vom Internet Service Provider, die Daten zu sammeln, damit sie für alle staatlichen Stellen in den 28 Mitgliedsstaaten verfügbar sind. Zugriff auf E-Mail- und Internet-Inhalte sollte von nationalen Justizbehörden erlaubt werden, obwohl die staatlichen Behörden das technologische Potenzial besitzen, die Inhalte jahrelang zu speichern. Die Informationen in diesen riesigen Daten-Banken werden regelmäßig gemeinsam mit den USA geteilt.

    Ich glaube, dass die Zivilgesellschaft eine kritischere Position zur EU einnehmen muss und nicht erschrecken darf vor den Begriffen wie „euroskeptisch“. Die EU-Propaganda-Maschine ist bis jetzt äußerst effektiv, um die wachsende Kritik aus der Mitte und von Mitte-links zu unterdrücken.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten:In der Flüchtlingsfrage agiert die EU bereits wie eine militärische Macht. Wir halten die Behandlung der Flüchtlinge im Mittelmeer für einen großen Skandal. Flüchtlingsboote mit Waffen zu bekämpfen ist ein moralisches Desaster. Kann man daran erkennen, dass die EU nicht mehr zu ihren Gründungswerten steht?

    Patricia McKenna: Die Behandlung der Flüchtlinge im Mittelmeer ist meiner Meinung nach eine Verletzung des Völkerrechts. Allerdings zeigt sich die Festungs-Mentalität Europas seit vielen Jahren. Beispielsweise legt die Dublin-Verordnung die Regeln für die Entscheidung fest, welches Land zuständig ist für die Prüfung eines Asylantrags, so dass ein Antrag der Kläger auf Asyl in dem Mitgliedsstaat untersucht werden muss, in der Asylbewerber erstmals die EU betreten hat.

    Das Hauptziel dieser Verordnung ist es, sicherzustellen, dass Asylbewerber nicht in mehreren Mitgliedsstaaten einen Antrag stellen, und falls bei Antragstellung ihre Anwendung fehlschlägt, können sie ihr Glück nicht in einem anderen Mitgliedsstaat versuchen. Da der Mitgliedsstaat, in dem der Asylbewerber ankam, verantwortlich ist für den Umgang mit dem Menschen, ist es eine entscheidende Zielsetzung aller Mitgliedsstaaten zu vermeiden, dass sie das erste Land sind, wo der Asylantrag gestellt wird. Also versucht man, das zu umgehen bzw. dem zuvorzukommen und somit das Eindringen von Anfang an zu verhindern.

    Diese Regeln zwingen Asylbewerber zu Täuschungen. Sie bringen sich selbst in extreme Gefahr. So versuchen sie, ihren Weg zu verbergen, so dass das Land, in welchem sie zuerst ankamen, nicht identifiziert werden kann. Aber das Recht auf Asyl ist in dem Moment verletzt, wo militärische Mittel eingesetzt werden.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten:In vielen Ländern sehen wir als Reaktion auf die Zentralisierung der EU das Entstehen von radikalen Parteien. Bewegen wir uns insgesamt auf eine radikalisierte Gesellschaft zu?

    Patricia McKenna: Die Entstehung neuer, radikalen Parteien ist ein direktes Resultat des Bemühens der EU in den vergangenen Jahrzehnten, zu vereiteln, dass Menschen kritisch sind und sich Gehör verschaffen wollen. Die EU-Institutionen haben Unsummen an Geld der EU-Steuerzahler verwendet, Propaganda-Kampagnen zu finanzieren, um jede Kritik zu untergraben. Wie ich bereits betonte, haben Menschen Angst, als Euroskeptiker benannt und den extremen Rechten zugeordnet zu werden. Sie müssen damit rechnen, einen mangelhaften Charakter angehängt zu bekommen. Diese Taktik war bis jetzt erfolgreich, weshalb Menschen, die sich politisch links oder Mitte-Links definieren, schwiegen – aus Angst vor Spott.

    Die Demokratie wurde in allen Mitgliedstaaten der EU untergraben und nun ist es an der Zeit, unsere Rechte und Freiheiten wieder zurückzuerhalten.

    Patricia McKenna ist heute Präsidentin der Europeans United for Democracy Die EUD veranstaltet am Samstag, den 27. Juni 2015, eine Diskussionsveranstaltung im Hotel Leonardo, Otto Braun Straße 90 am Alexanderplatz, in Berlin. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr. Patricia McKenna wird eine der Referentinnen sein.

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  • Die Banken-Mafia-EU zeigt die wahre Diktatur

    Die Banken-Mafia-EU zeigt die wahre Diktatur


    Das Griechenland Schauspiel ist zu Ende. Der Drei-Akter ist gespielt. Die Schauspieler treten aber nicht ab; sie bleiben auf der Bühne. Sie erläutern dem staunenden Publikum, dass ihre Beobachtungen ganz anders waren. Der Bösewicht, der die Erpressung initiiert hatte, war Griechenland selbst. Der Geheimpolizist aus dem Hintergrund war nicht Obama oder Lagarde, nein es war Varoufakis selbst. Und der Staatsanwalt und Richter war nicht Merkel oder Schäuble, nein das war Tsipras selbst. Das Publikum nimmt es staunend und verwundert zur Kenntnis. Eine Erpressung durch die illegitime und illegale, also eigentlich nicht existierende Euro-Gruppe unter der Oberaufsicht der Merkel und dem Exekutor Schäuble hat eigentlich nicht stattgefunden. Vielmehr haben die Griechen alles selbst initiiert, verursacht, durchgeführt und müssen deshalb auch die Lasten und die Beleidigungen ertragen.

    Von Henry Paul

    So mutieren kriminelle Politiker ohne Gewissen und ohne Scham zu Engeln und Rettern, die als Rettung die Versklavung, die totale Ausbeutung und die vollständige Zerstörung eines souveränen Staates, eines Volkes und einer Regierung betreiben und sich dafür auch noch loben. Der „american dream“ hat sich mittlerweile global zur „american exploitation“ gemausert. Initiiert von der US-Regierung, die ein Verbleiben der Griechen in der EU und der Euro-Gruppe diktatorisch verfügten. Durchgesetzt von den Vasallen-Verbrechern in der Eurogruppe, exekutiert und stringent durchgesetzt vom Goldmann Draghi und seinem Vertiefungshelfer Schäuble. Alle Werte der EU und alle Regeln des EUV / AEUV wurden auf den Kopf gestellt. Die EZB hat als politischer Akteur die Fed-Politik fortgesetzt. Die Kanzler-Mutti hat ihren Zerstörungswahn durch ihre unbeugsame Haltung ausgelebt und die Regierungs-Chefs der 18 anderen Euro-Gruppen-Mitglieder haben ganz einfach nachgebetet, was ihnen der Hintertreppen-Rollie vorgebetet hatte: Griechen zerstören, Griechen raus, Griechen Ex, Griechen totbeißen, Griechen bestrafen.

    Ja, liebe Leut: so ist die EU und der Euro. So geht Demokratie in beiden supranationalen, jedoch totalitären Gemeinschaften. Die Welt wird ganz einfach auf den Kopf gestellt – so wie die USA das seit geraumer Zeit schon global tun. Der Verbrecher ist der Retter, der Retter ist der Verbrecher. Keine Regel gilt mehr. Kein Gesetz kann diese Mafia-Bande stoppen. Kein Verstand bremst diese Kriminellen aus. Kein Parlament hat den Mumm, sich gegen diese Bande von Bankstern und Mafiosi zu stellen und dem Trauerspiel, das uns als Rettungs-Drei-Akter versprochen wurde, ein endgültiges Ende zu setzen.

    Europa, die EU, der Euro sind die Symbole der großkapitalistischen Mafia-Bande aus den USA. Eine skrupellose Zusammenballung der TSFC, die über Leichen gehen ohne Ende, die sich anmaßen, Millionen von Menschen ins Unglück laufen zu lassen, weil sie der Auffassung sind, dass Ihnen die Welt gehört, dass sie allein die Regeln setzen, dass sie die totale und totalitäre Verfügungsgewalt über alle Menschen haben. Diese Bande ist nicht nur kriminell, sondern sie ist auch tief krank, pathogen irre, gehört eingeliefert in die Geschlossene auf Ewig. Und ihre Helfer ebenso. Denn das sind keine Politiker mehr. Das sind keine Menschen mehr. Das sind keine ehrbaren Kreaturen mehr. Das sind Monster ungeahnten Wahns aus genetisch kranken Samen.

    Sie treten das griechische Volk in den Staub und nicht genug damit, sie treten auch noch nach und nehmen ihnen noch die Unterhosen weg. Sie befleißigen sich, der Welt zu erklären, dass sie das Recht dazu haben. Sie berühmen sich auch noch damit. Und sie haben keine Scham, sich im nächsten Augenblick mit den Latifundien und Ressourcen Griechenlands zu schmücken, weil sei es so gut wie kostenlos geraubt hatten. Das nennt man in deren Terminologie Rettung. Ich nenne das Feudal-Raubzug des Welt-Abschaums.

    viaDie Banken-Mafia-EU zeigt die wahre Diktatur | Contra Magazin.

  • »Die europäischen Nationen sind kaum noch souverän«

    »Die europäischen Nationen sind kaum noch souverän«


    Der Historiker Thierry Baudet gilt über die Niederlande hinaus als intellektuelles Wunderkind und als ein neuer Star der Konservativen. Mit seinem neuen Buch, »Der Angriff auf den Nationalstaat«, nötigt er selbst linken Politikern und Autoren Respekt ab. Baudet deckt in dem Werk schonungslos auf, wie Europas Elite die Nationalstaaten nach und nach zerstört. Markus Gärtner hat den Autor zu einigen der wichtigsten und aktuellsten Thesen in diesem Buch befragt:

    Herr Baudet, wie weit ist die organisierte Attacke auf die europäischen Nationalstaaten vorangeschritten?

    Ziemlich weit. Wenn Sie alle Übergriffe berücksichtigen, wie ich das in meinem Buch gemacht habe – darunter die Welthandelsorganisation, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, den Internationalen Strafgerichtshof, die Europäische Union – dann würde ich doch sagen: Die europäischen Nationen sind kaum noch souverän. Das bedeutet, dass deren Bürger praktisch keine demokratischen Rechte auf Selbstbestimmung mehr haben. Das bedeutet: Sie werden von einer post-nationalen Bürokratie regiert und nicht von gewählten Volksvertretern.

    Was hat Sie bewogen, dieses Buch zu schreiben?

    Ich wollte zwei grundlegende Konzepte politischer Organisation – die des Nationalstaats und die post-nationale, post-souveräne politische Ordnung, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist – gegenüberstellen. Das war mein erstes Ziel.

    Ich will sehr klarmachen, dass wir es hier mit einer fundamental anderen Herangehensweise an das Regieren zu tun haben, die sich keineswegs nur auf die Europäische Union beschränkt (die im Gegensatz zu dem, was seit Jahrzehnten behauptet wird, keine eigene Gattung ist). Wir können das am Beispiel vieler supranationaler Institutionen sehen, die ganz im Widerspruch zu dem »westfälischen Staat« stehen, der sich gegen Ende des Mittelalters entwickelte.

    Mein zweites Ziel mit diesem Buch ist es deutlich zu machen, dass eine repräsentative Regierung und der demokratische Rechtsstaat nicht ohne ausreichenden sozialen Zusammenhalt und Souveränität funktionieren können – und dass die aktuellen Entwicklungen daher im Widerspruch zu den zwei wichtigsten Institutionen einer freien Gesellschaft stehen.

    Von wo geht die größte Bedrohung der Nationalstaaten aus?

    Ich denke, die zwei größten aktuellen Probleme sind der totale Verlust der Kontrolle über unsere öffentlichen Finanzen und unsere Grenzen. Beide gehen auf das Konto der Europäischen Union. Das erste Problem ist dem Euro zu verdanken. Das zweite verdanken wir den offenen Grenzen und der Einwanderung, die Brüssel seinen Mitgliedsstaaten aufzwingt.

    Warum bleiben Sie trotz allem zuversichtlich, was die Zukunft der Nationalstaaten angeht?

    Zum Ersten denke ich, dass Demokratie und das Prinzip des Rechtsstaates zwei sehr attraktive Institutionen sind. Meiner Ansicht nach empfindet die große Mehrheit der Menschen heutzutage so. Zweitens denke ich, dass man nationale Gefühle nicht so einfach vom Tisch wischen kann.

    Überall in Europa werden wir Zeugen eines wieder aufblühenden Patriotismus, der sich den Versuchen der post-nationalen Eliten, Grenzen abzuschaffen und nationale Identitäten aufzulösen, widersetzt. Es passiert immer wieder, dass sich Identitäten im Angesicht von Bedrohungen erneuern. Ich bin fest davon überzeugt, das ist genau das, was in Europa derzeit geschieht.

    Warum ist es für Europa vorteilhaft, seine nationalen Grenzen beizubehalten?

    Weil sie die Ausübung von Demokratie und des Rechtsstaats ermöglichen – die zwei wichtigsten Institutionen einer freien Gesellschaft.

    In Europa versuchen mehrere Landesteile, sich vom bestehenden Nationalstaat abzuspalten, Schottland und Katalonien zum Beispiel. Stärken solche Bestrebungen den Nationalstaat, oder schwächen sie ihn?

    Mein Buch stellt eine Verteidigung des Nationalstaates als ein Modell dar, es verteidigt nicht existierende politische Arrangements. Es gibt vom Prinzip her keine Einwände dagegen, dass sich bestehende Nationalstaaten in zwei oder mehr Teile aufspalten.

    Das Entscheidende ist, dass nationale Identität und Eigenstaatlichkeit Hand in Hand gehen. Aber niemand sagt, dass aktuell existierende Staaten unbedingt unverändert fortbestehen müssen, wenn sie vom Volk als unbefriedigend empfunden werden, so wie das derzeit zum Beispiel in Flandern und in der Wallonischen Region der Fall ist.

    Europa wird derzeit von einer Flüchtlingswelle überwältigt. Wie wird sich das auf die Nationalstaaten auswirken? Wird in den jeweiligen Staaten der kulturelle Kompass zerstört, oder wird es zuvor zu nationalistischen Aufwallungen kommen?

    Ich bin sehr besorgt über die massenhafte Einwanderung, die sich derzeit über Europa ergießt. Die Europäische Union verhindert eine Lösung, weil sie ihren Mitgliedsstaaten die Freiheit genommen hat, die Lösung selbst in die Hand zu nehmen, während Brüssel unfähig ist, angemessen auf den Zustrom zu reagieren.

    Wenn wir nicht schnell die Masseneinwanderung aus dem Norden Afrikas stoppen, werden die sozialen Spannungen, die wir schon heute sehen, rasant eskalieren. Und das könnte Konflikte von besorgniserregendem Ausmaß zur Folge haben.


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    via»Die europäischen Nationen sind kaum noch souverän« – Kopp Online.

  • EU-Parlamentspräsident Schulz: „Irgendwann brauchen wir eine europäische Regierung“

    EU-Parlamentspräsident Schulz: „Irgendwann brauchen wir eine europäische Regierung“


    Nachdem schon der französische Präsident gestern eine Eurozonen-Regierung forderte, bekräftigt auch EU-Parlamentspräsident Schulz seine Forderung nach einer EU-Regierung und einer Entmachtung der Nationalstaaten.

    Von Marco Maier

    Die zentralistischen Rufe werden immer lauter, jene die ein pluralistisches Europa einfordern hingegen immer leiser. Auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) gehört zu den Verfechtern der „Vereinigten Staaten von Europa„, in dem die Wirtschafts- und Finanzeliten ihren Lobbyismus – wie in den USA – noch stärker und effektiver durchdrücken können als bisher.

    Gegenüber dem Magazin „stern“ sagte Schulz: „Die zentralen, wichtigen europäischen Fragen dürfen nicht mehr von den nationalen Regierungschefs gelöst werden. Wir brauchen dafür Gemeinschaftsinstitutionen. Irgendwann brauchen wir eine europäische Regierung.“ Denn es gebe viele Probleme und Angelegenheiten, die kein EU-Mitgliedstaat alleine bewältigen könne. Darunter zählt Schulz unter anderem den Welthandel, das Klima, die Einwanderung und die Steuerflucht.

    Schon im Jahr 2012 forderten sowohl Schulz als auch Hollande eine „politische Union“ Europas. Nun, angesichts der aktuellen Griechenland-Krise wurde dies wieder bekräftigt. Bezeichnend ist, dass es sich hierbei um prominente Vertreter der Sozialdemokratie handelt, welche diesen Schritt immer wieder fordern.

    viaEU-Parlamentspräsident Schulz: „Irgendwann brauchen wir eine europäische Regierung“ | Contra Magazin.

  • Kippt die Stimmung im Volk? Die Angst der Politiker vor der Wahrheit

    Kippt die Stimmung im Volk? Die Angst der Politiker vor der Wahrheit


     

    Udo Ulfkotte

    Zuwanderung als Bereicherung, eine glorreiche Zukunft mit dem Euro als Währung, Energiesicherheit – die Liste der Verheißungen, die man aus Gründen der politischen Korrektheit bislang nie infrage stellen durfte, ist lang. Bislang hatten unsere Politiker keine Angst vor dem Volk. Das hat sich geändert. Denn schlagartig wird klar, dass sie beim großen Knall nicht ungeschoren davonkommen werden.

    Irgendwie scheint es zum Amt eines Politikers zu gehören, von der Welt und dem Denken eines Durchschnittsbürgers möglichst weit entfernt zu sein. Vor wenigen Monaten verkündete der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, er könne für sein Bundesland gar nicht genug Asylbewerber bekommen. Kretschmann sagte: »Das Boot ist nie voll!« Im »Mekka Deutschland« ist angeblich grenzenlos Platz für viele weitere Asylforderer.

    Darüber können viele Deutsche nicht wirklich lachen. Denn obwohl kaum eine Kommune noch weiß, wohin mit den vielen Asylanten, fordern unsere Politiker immer lautstärker eine Willkommenskultur ein, die inzwischen seltsame Blüten treibt. In Bochum etwa müssen die neuen Asylbewerber jetzt schon auf dem Friedhof untergebracht werden, weil es sonst nirgendwo mehr Platz für sie gibt. Und in der Stadt Witten werden sie in leeren Ladenlokalen einquartiert. Die Flüchtlingsheime sind so überfüllt, dass sie aus allen Nähten platzen.

    Eine Stadt wie München braucht pro Tag (!) 400 bis 500 neue Wohnungen für die allein dort eintreffenden neuen Flüchtlinge. Wenn Politiker da behaupten, das Boot sei »nie voll«, dann nimmt das allmählich auch der letzte Gutmensch völlig anders wahr. Denn wenn Flüchtlinge in Vier-Sterne-Hotels untergebracht werden, dann platzt manch einem, der von früh bis spät arbeiten muss, der Kragen. Politiker, die bei Info-Abenden zu geplanten neuen Flüchtlingsunterkünften auftreten, werden jetzt zunehmend bedroht.

    Bundesweit melden sich Wutbürger, die Angst vor der sich abzeichnenden Entwicklung haben.  Bei Bürgerversammlungen zu diesem Thema gibt es Tumulte in Deutschland wie auch in Österreich. Da braut sich etwas zusammen. Und diese Wut findet sich jetzt auch in entlegenen Landesteilen, selbst im idyllischen Schwabenländle.

    Statt diese Realität zur Kenntnis zu nehmen, gibt es immer absurdere Vorschläge. Da sollen jene Bürger und Kommunen, die weitere Flüchtlinge in ihrer Umgebung ablehnen, beispielsweise Strafen zahlen.  Schließlich ist das »Boot ja nie voll«. Unterdessen wollen die Schweizer ihre Grenzen für Flüchtlinge dicht machen. Der Druck wird damit in Deutschland und Österreich noch weiter ansteigen.

    Ganz langsam dämmert auch unseren Politikern, was das bedeutet. Das Schwäbische Tagblatt schreibt gerade: »Hinter kaum vorgehaltener Hand äußern Politiker die Befürchtung, dass die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen kippen könnte.«

    Wer weiter ein »Mekka Deutschland« für Orientalen und Nordafrikaner will, der hat als Politiker ganz offenkundig keine Zukunft mehr. Denn die Bürger haben mitbekommen, dass man in Ostdeutschland mit Steuergeldern Wohnungen abreißt und im Südwesten mit Steuergeldern zugleich Container für Asylforderer aufstellt.

    Im Klartext: Unsere Politiker sind irre. Und die Stimmung der Bürger kippt. Immer mehr Bürger wehren und organisieren sich. Das ist so in Dillenburg in Mittelhessen.  Und das ist nicht anders in Villingen-Schwenningen. Die Entwicklung hat nichts mit einer bestimmten Partei zu tun, sie kommt aus den Herzen der Menschen. Und die Politik bekommt allmählich Angst.

    Denn die Bürger da draußen bekommen jetzt mit, dass sie nach dem Willen der Politiker für eine nicht enden wollende Zahl von Asylforderern arbeiten sollen. Die Mehrheit glaubt nicht mehr an das Märchen, wonach die vielen Orientalen und Afrikaner eine Bereicherung sein und einmal unsere Rentenkassen füllen werden.

    Viele Märchen werden gerade als Lügen entlarvt. Auch jenes Märchen, wonach der deutsche Steuerzahler gut an den Rettungspaketen für Griechenland verdient.  Unsere Politiker haben vielmehr mit dem Volksvermögen Roulette gespielt und schon die Steuergelder der noch nicht einmal gezeugten Kinder verpfändet – und alles verloren. Und nun wird die Rechnung kommen, für die wieder einmal der Bürger auf der Straße haften muss.

    Klar ist: Jeder einzelne Deutsche wird durch den Wahnsinn unserer Politiker immer ärmer – auch wenn man das noch nicht überall konkret wahrhaben will.

    Selten waren Politiker im deutschsprachigen Raum unbeliebter als heute. Das alles bedeutet ein Risiko für die Demokratie. Denn das Volk kann seine Volksvertreter nicht mehr ausstehen.

    Politiker, die Deutschland gegen den Willen der Bürger mit Asylanten füllen und zugleich mit den Steuergeldern immer weitere Pleitestaaten in die EU aufnehmen oder retten wollen, werden die Stimmung in der Bevölkerung irgendwann zur Kenntnis nehmen müssen. Denn im »Mekka Deutschland« gärt es in der Bevölkerung. Und irgendwann heißt es: Vorsicht Bürgerkrieg.

     

    viaKippt die Stimmung im Volk? Die Angst der Politiker vor der Wahrheit – Kopp Online.

  • Die Staatsschulden Griechenlands – Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider

    Die Staatsschulden Griechenlands – Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider


    von Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider

    Kurzfassung:

    Die Finanzierung fremder Staaten verletzt das Vermögen der Bürger und ist staatswidrig. Wer einen Staat finanziert, muß auch dessen Politik bestimmen können. Die Politik eines fremden Staates zu bestimmen, ist eine grobe Verletzung der Souveränität des jeweiligen Staatsvolkes. Das betreibt die Eurorettungspolitik. Die Griechen wehren sich dagegen, völlig zu Recht. Die Reformauflagen sind rechts- und sittenwidrig und folglich nichtig. Sie verpflichten die Griechen zu nichts. Die Schulden aus der Rettungspolitik sind „odious“ und müssen daher nicht zurückgezahlt werden.

    Karl Albrecht Schachtschneider: Die Staatsschulden Griechenlands

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    In diesen Tagen wird die Aufführung eines weiteren Aktes der Tragikomödie Staatsschulden Griechenlands beendet. Viele weitere Akte werden folgen und das Schauspiel wird erst ein Ende finden, wenn der Versuch, mittels der Währungsunion die Europäische Union zu einem unitarischen Bundesstaat zusammenzuzwingen, aufgegeben wird. Zwei Entwicklungen können dazu führen: Die Völker sind nicht mehr bereit, die Schäden durch die Wirtschafts-, Währungs- und Transferunion hinzunehmen, oder der Zusammenbruch des westlichen Finanzsystems läßt keine Alternative mehr als die Rückkehr zu voneinander unabhängigen Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Ich erwarte angesichts der Untertänigkeit der Bevölkerungen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, von denen ich die Griechen ausnehme, eher die zweite Entwicklung. Die Schäden für die von der politischen Klasse entmachteten Völker wachsen von Tag zu Tag. Sie lassen sich Schauspiele über Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat und Solidarität der Völker vorführen, werden aber weder über die Wirklichkeit der Wirtschafts- und Währungsunion informiert noch gar über die Rechtslage. Ich will einige Aspekte der Rechtslage aufzeigen:

    1. Kein Staat darf einen anderen Staat finanzieren. Das widerspricht dem Grundprinzip der Finanzverfassung, daß die Bürger eines Staates diesen mittels ihrer Abgaben, vor allem den Steuern, finanzieren. Der Staat hat den Zweck, das gute Leben der Bürger zu ermöglichen. Vor allem soll er ihnen Sicherheit im Innern und nach außen geben. Er soll den Wohlstand des Landes fördern und für eine gerechte Verteilung der Güter im Lande Sorge tragen. Insgesamt soll er das Recht im Lande verwirklichen. Dafür soll er die richtigen Gesetze geben, diese vollziehen und Streitigkeiten befrieden. Er soll auch das Recht im Verhältnis zu den anderen Staaten verwirklichen, notfalls den Staat gegen Angriffe verteidigen, allein oder im Bündnis mit anderen Staaten. Er hat dahingehende Aufgaben, Befugnisse und Mittel, insbesondere Personal. Das kostet Geld. Dieses müssen die Bürger ihrem Staat zur Verfügung stellen. Wenn die Wirtschaft eines Landes prosperiert, geht es dessen Bürgern besser als wenn diese krankt. Die Prosperität zu stärken ist auch Aufgabe des Staates. Dafür kann er mit anderen Staaten zusammenarbeiten. Völkerrechtliche Verträge treffen die erforderlichen Regelungen. Diese müssen in praktischer Vernunft freien Handel und Schutz der eigenen Wirtschaft ausgleichen. Kein Staat darf sich des Einflusses auf die Wirtschaft seines Landes begeben, auch nicht durch übermäßige Internationalisierung der Unternehmen. Jederzeit muß der Staat die Hoheit in seinem Lande bewahren. Das ist ein Postulat der Souveränität, der Freiheit der Bürger, welche diese in demokratischen und rechtsstaatlichen Verfahren verwirklichen. Die Kosten des Staates muß die Bürgerschaft tragen; denn der Staat ist nicht nur deren Organisation für ihr gutes Leben, sondern agiert der Verfassung nach auch nur nach dem Willen der Bürger. Deren Vertreter in den Organen des Staates haben die Aufgabe, den Willen der Bürgerschaft zu erkennen und die Befugnis, diesen als Gesetze zu beschließen. Für die Finanzierung fremder Staaten stehen die Steuern der Bürger nicht zur Verfügung. Die Bürger dafür in Anspruch zu nehmen, verletzt deren Vermögen. Es ist staatswidrig. Wer einen Staat finanziert, muß auch dessen Politik bestimmen können. No taxation without representation, ist ein eherner Grundsatz freiheitlicher Gemeinwesen. Die Politik eines fremden Staates zu bestimmen, ist grobe Verletzung der Souveränität des jeweiligen Staatsvolkes. Das betreibt zwar die Eurorettungspolitik, aber gegen das Recht. Die Griechen wehren sich dagegen, völlig zu Recht.

    Das Verbot der Fremdfinanzierung kommt in dem Bail-out-Verbot des Art. 125 AEUV zum Ausdruck. Dessen Mißachtung durch die Eurorettungspolitik ändert an der Rechtslage nichts. Auch die Kreditierung fremder Staaten wie auch die Gewährleistung von Krediten an fremde Staaten verletzt das Verbot der Finanzierung fremder Staaten, weil Kredite an Staaten in jedem Fall unsicher sind. Die Rückzahlung der Kredite, ganz oder zum Teil, kann wegen der Souveränität der kreditierten Staaten nicht sichergestellt werden. Man kann nur die weitere Kreditierung von der Bedienung der Kredite oder der Erfüllung anderer Auflagen abhängig machen. So regelt das die neue Vorschrift des Art. 136 Absatz 3 AEUV, die das Bail-out-Verbot im Interesse der Eurorettung aushebelt. Diese Politik ist mit der Souveränität weder der Nehmerstaaten noch der Geberstaaten vereinbar. Sie verletzt die Freiheit der Bürger beider Staaten, zumal das demokratische und das Rechtsstaatsprinzip. Ein Staat, der Kredite anderer Staaten oder Kredite von Fonds, die dritte Staaten gewährleisten, in Anspruch nehmen muß und sich nicht mehr im eigenen Land finanzieren kann, sei es durch Steuern oder durch Kredite, aber auch am Markt nicht mehr zu tragbaren Konditionen kreditfähig ist, hat die Schuldentragfähigkeit eingebüßt. Er läßt keine Rückzahlung von Krediten erwarten, jedenfalls nicht mit der Sicherheit, die eine Kreditierung zu Lasten einer fremden Bürgerschaft zu rechtfertigen vermag. Auflagen etwa von Reformen sind nicht nur unergiebig, sondern vor allem souveränitätswidrig, also rechtswidrig. Sie mißachten das demokratische Prinzip der Freiheit. Nebenbei bemerkt: Die Empfehlung das Wachstum zu fördern ist substanzloses Gerede, solange das vor allem wegen des Binnenmarktes, wegen des Währungsverbundes und wegen der Kapitalverkehrsfreiheit nicht möglich ist.

    Die Finanzierung fremder Staaten wird auch nicht durch den Staatenverbund der EU gerechtfertigt. Die vertraglich eingeforderte Solidarität der Mitgliedstaaten steht selbst nach dem Vertragswerk hinter dem Bail-out-Verbot, also dem Verbot der Fremdfinanzierung, zurück. Die Solidaritätspflicht wird vielmehr durch die Pflicht zur Haushaltsdisziplin materialisiert, die den Bestand der Währungsunion ermöglichen soll. Die vorgeschriebene Haushaltsdisziplin, die freilich den optimalen Währungsraum für eine gemeinsame Währung nicht hervorbringt, ist von fast allen Mitgliedstaaten mißachtet worden. Die volkswirtschaftliche Heterogenität der Mitgliedstaaten, die sich einem freihändlerischen Binnenmarkt verpflichtet haben, läßt einer Einheitswährung keine Chance. Die Einheitswährung ist nicht geeignet, die hinreichende volkswirtschaftliche Homogenität herbeizuhebeln. Dieser Konstruktionsfehler der EU ist selbst verfassungswidrig, rechtfertigt aber nicht die Fortsetzung der irregeleiteten Politik, den Völkern einen zentralistischen Staat, verfaßt als Bundesstaat, von Krise zu Krise fortschreitend abzunötigen. Dafür bedarf es verfassungsgestaltender Entscheidungen aller beteiligten Völker als der Souveräne durch Referenden und eines verfassungsgebenden Aktes aller Unionsbürger als neuem pouvoir constituant. Solange der europäische Großstaat, den ich vor allem aus Gründen der Freiheitlichkeit und Rechtlichkeit der Lebensverhältnisse keineswegs gutheiße, nicht geschaffen ist, muß die Integrationspolitik sich der Souveränität der Bürgerschaften der Mitgliedstaaten beugen. Zu deren Kern gehört die Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten für die Wirtschafts- und die Sozialpolitik. Diese bilden eine untrennbare Einheit mit der Währungspolitik. Die Hebelmethode hat diese Einheit im Interesse der Großstaatspolitik zu nutzen versucht, aber verkannt, daß die Hebelwirkung in die falsche Richtung geht, in den wirtschaftlichen Niedergang der schwächeren Volkswirtschaften, die ohne eigene Währung und damit ohne Möglichkeit der Abwertung ihre Wettbewerbsfähigkeit weltweit einbüßen. Gegen ökonomische Gesetzlichkeiten läßt sich Staatspolitik nicht verwirklichen. In harten Diktaturen scheitert diese nach langer Zeit, wie das Beispiel der Sowjetunion zeigt, in sanften Diktaturen wie der EU, die den Schein von Demokratie aufrechtzuerhalten vermögen, schnell. Wenn diese sich mit dem Markt- und Wettbewerbsprinzip verbinden, wie erklärtermaßen und überzogen die EU mit dem Binnenmarktprinzip, sind die Möglichkeiten der Politik gering, den ökonomischen Gesetzen mit politischen Maßnahmen zu entgehen.

    Die Fremdfinanzierung von Staaten durch ein gemeinsames System der Zentralbanken eines Währungsverbundes wie das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) geht ebenfalls zu Lasten aller beteiligten Staaten. Geführt von der Europäischen Zentralbank (EZB) betreibt das ESZB mittelbar Staatsfinanzierung, die ihr nicht nur untersagt ist, sondern untersagt werden muß, weil sie die einen Staaten auf Kosten der anderen finanziert. Obwohl es für die Verluste der Zentralbank keine Nachschußpflicht gibt (Art. 33 Abs. 2 Satzung des ESZB), treffen die ökonomischen Kosten alle beteiligten Staaten.

    2. Die Geberländer beharren auf „Reformen“, auf Erfüllung der Auflagen, die mit den Gewährleistungen der Kredite der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF, Vorläufiger Rettungsschirm) verbunden sind. Sie sollen die „strengen Auflagen“ sein, die Art. 136 Absatz 3 AEUV nachträglich vorgeschrieben hat, wenn einem Mitglied des Euroverbundes „Finanzhilfen im Rahmen des Mechanismus“, also des „Stabilitätsmechanismus“ gewährt werden, um die Stabilität des Euro zu gewährleisten. Diese Vertragsergänzung durch Beschluß der Staats- und Regierungschefs im Vereinfachten Vertragsänderungsverfahren nach Art. 48 Absatz 6 EUV, welche das Bail-out-Verbot aushebelt, also die Währungsunion für die Euroländer grundlegend verändert, ist als solche bereits mehr als brüchig, aber sie kann die „strengen Auflagen“ auch materiell nicht tragen. Die Vertragsbestimmung ist nicht nur gänzlich offen und somit nach rechtsstaatlichen Prinzipien unbestimmt, sie ist schlechterdings mit den Rechtsgrundsätzen des Völkerrechts, aber auch des Staatsrechts unvereinbar. Sie hat zudem zu volkswirtschaftlichen Verwerfungen in Griechenland geführt. Sie ist eine Intervention. Jede mit Zwang, auch wirtschaftlichem Zwang, verbundene Intervention in die innere Politik eines Staates verletzt aber ausweislich Art. 32 der Charta der wirtschaftlichen Rechte und Pflichten der Staaten vom 12. Dezember 1974 der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Souveränität des betroffenen Volkes, die Art. 2 Nr. 1 der Charta schützt.

    Von den beiden konstitutiven Prinzipien des Weltfriedens, der gleichberechtigten Souveränität und dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, die die Charta der Vereinten Nationen ausweist, kann kein Vertrag freistellen. Die Politik eines Staates ist nicht befugt, diese Prinzipien zur Disposition außenpolitischen Handelns zu machen. Beide Prinzipien sind nichts anderes als die Freiheit der Bürger, die auch ein Parlament achten muß. Das grundlegende völkerrechtliche Vertragsprinzip legalisiert nicht jede Art von Verträgen, wenn auch völkerrechtliche Verträge die Souveränität und auch das Selbstbestimmungsrecht im Allgemeinen zu verwirklichen pflegen. Aber es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen, wenn nicht die Vertragspolitik zur Verletzung der Souveränität als der Freiheit der Bürgerschaften werden soll. Das Bundesverfassungsgericht hat derartige Grenzen im Lissabon-Urteil aufgeführt, freilich eher zurückhaltend. Allemal gehört die stetige Haushaltshoheit eines Staates und damit das Budgetrecht des Parlaments als Vertretungsorgans der Bürgerschaft zur uneinschränkbaren Souveränität und damit zum zwingenden Völkerecht im Sinne des Art. 53 WVRK. Eine äußere Bindung an Reformvereinbarungen als „strengen Auflagen“ im Rahmen von Kreditverträgen, die haushaltsrelevant sind, ist ein eklatanter Verstoß gegen die politische Freiheit der Bürgerschaften als deren Souveränität. Aber auch darüber hinaus ist die Politik Sache der Bürgerschaft, vertreten durch deren Staatsorgane. Sie darf nicht von äußeren Reformvorgaben gebunden werden, welche durch empfindliche Sanktionen gesichert sind, nämlich die Verweigerung der Auszahlung von Kredittranchen, auf die sich der Staat eingestellt hat. Diese haben den Charakter der erpresserischen Nötigung. Das ist unabhängig davon, daß der hilfsbedürftige Staat die Hilfen selbst erbeten und sich auf die Auflagen eingelassen hat. Die Verknüpfung der Finanzhilfen mit den Reformauflagen, die vielgerühmte „Gegenseitigkeit von Leistung und Gegenleistung“, ein absurdes Synallagma, macht gerade die Sittenwidrigkeit aus, nämlich die erpresserische Nötigung, die Ausnützung der Notlage, um einen Staat zur Änderung seiner politischen Verfassung zu zwingen. Die Finanzhilfen sind das anstößige Instrument der völkerrechtswidrigen Intervention.

    Der Sache nach wird der notleidende Staat sequestriert, also seiner politischen Unabhängigkeit beraubt. Die Beamten, welche die Geber zur Überwachung schicken, die Troika, jetzt verschämt die Vertreter der „Institutionen“ genannt, sind die Sequester. Mit demokratischen Prinzipien, durchaus ein Prinzip des heutigen Völkerrechts, nämlich die Form der politischen Willensbildung der Bürgerschaft, ist das genausowenig vereinbar, wie mit dem Rechtsstaatsprinzip. Es ist auch nicht solidarisch oder dem Sozialprinzip gemäß. Über die Realisation des Sozialen muß das Volk selbst befinden. Sie ist Kern des modernen Staates. Das politische Instrument ist das Gesetz, das den vereinten Willen des Volkes, die volonté générale, erkannt von den Vertretern des Volkes im Parlament, beschließt. Dieser Wille, geradezu das Heiligtum der Republik, nämlich Manifestation der Souveränität, darf nicht von außen mit dem schäbigen Mittel des Geldes „abgekauft“ werden. Die Sittenwidrigkeit solcher Politik ist offenkundig. Nur eine rechtsferne Politik, versessen auf den Erfolg der Integration „Europas“ zu einem Großstaat, vermag das nicht zu sehen. Den Griechen, die die „Reformen“ erleiden mußten und müssen, haben schnell verstanden, daß sie sich haben entmündigen lassen. Sie haben sich zur Wehr gesetzt, völlig zu Recht, mit dem besten Mittel, das den an sich ohnmächtigen Bürgern zur Verfügung steht, mit dem Wahlzettel. Jetzt raten die Europolitiker den gewählten Vertretern der Griechen zur „Vernunft“ zurückzukehren, das heißt, erneut als „Staatsmänner“ das Volk der Griechen zu verraten und sich den Auflagen zu unterwerfen. Diese Ratschläge haben nur das eigene Interesse im Auge, nämlich das endgültige Scheitern ihrer Europolitik und damit ihr Scheitern zu vermeiden. Es ist konsequent, daß Regierung und Parlament der Griechen ihr Volk über mögliche Absprachen mit den Geberländern abstimmen lassen wollen. Nur so können diese Absprachen wenn auch nicht Legalität, so doch eine Legitimität der Griechen erreichen.

    Die Sittenwidrigkeit der „Eurorettungspolitik“ wird stündlich vergröbert, obwohl jedem klar sein muß, daß sie keinen Erfolg haben kann. Alexis Tsipras und Giannis Varouvakis halten sich standhaft, weil ihre Wählerschaft ihnen den Rücken stärkt, wenn auch mit oft fragwürdigen Argumenten. Wer trotz des politischen Trommelfeuers für den Euro sich einen Rest an praktischer Vernunft bewahrt hatte, hat unschwer erkannt, daß Austeritätspolitik, nämlich das Sparen am falschen Platz, die Schuldenlage nicht verbessert, sondern verbösert. Das hat sich schnell und drastisch realisiert. Hinzu kommt, daß die Finanzhilfen fast ausschließlich den Banken Griechenlands und vor allem den Banken anderer Staaten, auch der von Geberländern geholfen haben. „Systemrelevante“ Banken sollten vor der Insolvenz bewahrt werden. Der Begriff der Systemrelevanz ist eine Schimäre. Keine Bank ist systemrelevant, allenfalls ein funktionierendes System von Geldinstituten, die auch der Staat bereitstellen kann. Den „Run“ der kleinen Gläubiger auf die Banken können geeignete Einlagensicherungen abwehren. Die Banken selbst, deren Vermögen weitgehend auf privater, durch und durch illegitimer, Geldschöpfung (fiat money) beruht, bedürfen keines Schutzes, schon gar nicht auf Kosten eigener oder gar fremder Bevölkerungen, sprich der Steuerzahler. Daß die abgepreßten Reformauflagen nicht essentiell für die Finanzhilfen sind, erweist sich daran, daß die letzteren gewährt werden, obwohl so gut wie keine Auflage zufriedenstellend erfüllt worden ist oder erfüllt werden wird. Auch ist aller Welt klar, daß Griechenland die Schulden nicht begleichen können wird. Sie sind auch nur noch für die Gläubiger wichtige Bilanzposten, deren Streichung Insolvenzen mit sich bringen kann und wird.

    Die Auflagen sind somit rechtswidrig und sittenwidrig. Folglich sind sie nichtig. Sie verpflichten die Griechen zu nichts.

    Die Nichtigkeit der Auflagen bedeutet nicht, daß Griechenland einen Anspruch auf Finanzhilfen ohne Auflagen hat. Das Land muß ohne die Finanzhilfen auskommen. Das ist auch denkbar einfach. Die Griechen müssen nur die untragbare Mitgliedschaft im Euroverbund beenden und eine eigene Währung, die abwerten kann, einführen. Das ermöglicht, jede Schuld zu tilgen, wenn auch mit gegebenenfalls wertlosem Geld ihrer Notenbank. Sie hätten dann, im Zweifel nur vorübergehend, Schwierigkeiten, sich am Finanzmarkt Kredite zu verschaffen. Die braucht ein Volk auch nicht, wenn seine Verhältnisse einigermaßen geordnet sind. Das wäre für die Griechen der Anlaß, wenn nicht der Zwang, die Kleptokratie ihrer korrupten politischen Klasse zu beenden. Ein Volk muß aus eigener Kraft leben. Die großen Griechen Platon und Aristoteles haben die Autarkie als Voraussetzung der Politeia gelehrt. Noch besser wäre es, wenn die Griechen sich aus der EU lösen, weil sie dann der Zwänge des Binnenmarktes ledig sind, der ihnen den Schutz ihrer Wirtschaft unmöglich macht. Nach Rechtsprinzipien müssen die Griechen ohnehin ohne fremde Finanzhilfen auskommen, weil die anderen Staaten zu der staatsrelevanten Finanzhilfe überhaupt nicht berechtigt sind. Griechenland ist jedoch ein geopolitisch und strategisch so wichtiges Land, daß alle Welt bemüht sein wird, Griechenland zu helfen, um dort Einfluß zu gewinnen. Das macht ja auch die EU, die zum militärischen und wirtschaftlichen Großraum der Vereinigten Staaten von Amerika gehört, aus keinem anderen Grunde. Aber die Hilfe und der Einfluß müssen sich im Rahmen des Rechts bewegen. Das mag für die Hilfen aus den verschiedenen Fonds der EU noch gelten, soll hier aber nicht untersucht werden.

    3. Die Kredit- und Gewährleistungsverträge sind, wie zu 1. und 2. dargelegt, staatswidrig, völkerrechtswidrig und sittenwidrig. Sie sind folglich nichtig. Sie verpflichten nicht, aber sie berechtigen auch nicht. Das gilt nicht nur für die bilateralen Verträge etwa zwischen Deutschland und der Hellenischen Republik, sondern auch für die Kreditverträge zwischen dem Rettungsfonds EFSF und dieser Republik. Der Rettungsfonds ist als völkerrechtliche Organisation eingerichtet, um im Interesse der Finanzstabilität des Euroverbundes Staaten zu finanzieren, die der Finanzhilfe bedürfen. Er umgeht somit das Bail-out-Verbot und soll es umgehen. Art. 136 Absatz 3 AEUV trägt diese Ausnahmeregelung jedenfalls für Deutschland nicht. Die Regelung ist nicht hinreichend bestimmt, verletzt das elementare Verbot, fremde Staaten zu finanzieren und mißachtet das Verfassungsprinzip, daß Deutschland nur einer Stabilitätsgemeinschaft angehören darf, das Art. 88 S. 2 GG für die Bundesbank expliziert hat. Dieses wirtschafts- und finanzpolitische Stabilitätsprinzip folgt aus dem Sozialprinzip des Art. 20 Absatz 1 GG und hat folglich höchsten Verfassungsrang, der nicht zur Disposition der verfassungsändernden gesetzlichen oder vertraglichen Politik steht. Die Grundlage der Eurorettungsfonds ist aber die wirtschafts- und finanzpolitische Instabilität in Ländern des Euroverbundes. Es ist unerheblich, ob das Bail-out-Verbot unmittelbar durch bilaterale Verträge verletzt wird oder auf Umwegen, also mittelbar, durch einen Fonds, dessen Kredite gegenüber den Fondsgläubigern von den Fondstaaten gewährleistet werden.

    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat zwar in der Pringle-Sache entschieden, daß die Kreditierung eines Staates das Bail-out-Verbot des Art. 125 AEUV nicht verletze, weil das keine Übernahme der Schulden und damit keine „Haftung“ für die „Verbindlichkeiten“ der Nehmerstaaten, aber auch „kein Eintreten für solche Verbindlichkeiten“ sei (EuGH, Rs. C –

    370/12 (Pringle), Urteil des Gerichtshofs vom 27. November 2012). Die Begründung dieser Entscheidung ist abwegig, jedenfalls wenn von vornherein klar ist, daß die Kreditschulden mangels Schuldentragfähigkeit niemals beglichen werden können. Die Annahme, Griechenland könne die Schulden irgendwann zurückzahlen, ist reine Schutzbehauptung, um die Kreditierungen und Gewährleistungen vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Fristgerechte Rückzahlungen hat Griechenland nicht zu leisten vermocht. Die Laufzeiten sind übermäßig verlängert, die Zinsen sind reduziert worden. Die Laufzeiten werden weiter verlängert werden, um die Forderungen nicht aus den Büchern streichen zu müssen. Derartige Laufzeitverlängerungen sind mit dem Verzicht auf die Rückzahlung wirtschaftlich gleichwertig. Die erhebliche Restrukturierung der Schulden im Jahre 2012 auf Kosten privater Gläubiger um 107 Milliarden Euro hat Griechenland nicht wesentlich entlastet. Der Schuldenberg ist trotzdem in kurzer Zeit wieder auf 320 Milliarden Euro, von 130% auf 180% des BIP, gewachsen. Die Apologetik jedweder Maßnahme der Integration der Europäischen Union durch den EuGH hat mit Rechtserkenntnis nichts mehr zu tun. Sie ist Emanation des Unrechtssystems, das die europäische Integration geschaffen hat. Der EuGH ist schon mangels demokratischer Legitimation der Richter kein Gericht, das den Namen verdient. Jedenfalls können seine Judikate aus Unrecht nicht Recht machen. Die Kreditierungen verletzen auch nicht nur das Bail-out-Verbot und damit das Verbot, fremde Staaten zu finanzieren, sondern auch, wie dargelegt, durch die Sequestration die Souveränität der Griechen und damit das freiheitliche Demokratieprinzip, das verfassungsrangige Stabilitätsprinzip jedenfalls der Deutschen, das in Griechenland nicht weniger gelten dürfte, und das völkerrechtliche Interventionsverbot.

    Wegen der Nichtigkeit der Kredit- und Gewährleistungsverträge lassen sich diesen auch keine Rückzahlungsansprüche entnehmen. Zu bedenken wären Bereicherungsforderungen wegen der rechtsgrundlosen Kreditzahlungen an Griechenland, seien es Forderungen von Deutschland oder seien es Forderungen des EFSF. Das Bereicherungsrecht ist allgemeines Recht, das auch unter Völkern greift. Aber zum Bereicherungsrecht gehört auch der Ausschluß des Anspruchs auf Herausgabe der Bereicherung, wenn die Leistung rechtswidrig oder sittenwidrig war und der Leistende dies bezweckt hat (vgl. § 817 BGB). Die Rechts- und Sittenwidrigkeit der Rettungspolitik ist dargetan. Alle Umstände, die die Rechts- und Sittenwidrigkeit begründen, insbesondere das entwürdigende Unrecht der Auflagen für die Gesetzgebung der Griechen und die erpresserische Nötigung der Griechen, waren sowohl dem Leistungsempfänger Griechenland als auch den Leistenden Deutschland oder dem EFSF bekannt. Die Änderung der Ordnung in Griechenland war erklärter Zweck der Kreditierungen. Die griechische Ordnung, eher eine Unordnung, ist nicht gerade preußisch. Sie schadet den Griechen. Aber es ist allein Sache der Griechen, ihr Land in Ordnung zu bringen. Das beste Mittel ist ein Rechtsstaat, entwickelt in einer funktionsfähigen Demokratie. Einem Staat ohne akzeptable Ordnung gibt man keine Kredite, weil er nicht kreditfähig ist. Tut man es dennoch, ist jede Entrüstung darüber, daß die Kredite notleidend werden, unehrlich. Das aus der Souveränität folgende Interventionsverbot steht der Auflagenpolitik der Geberländer und des Internationalen Währungsfonds strikt entgegen. Es gibt keinen Grund, das bereicherungsrechtliche Ausschußprinzip nicht auch im Verkehr von Staaten, also im Völkerrecht, anzuwenden.

    Es gilt eher verstärkt, weil das Prinzip fairen Umgangs miteinander, die bona fides, für den Frieden unter den Völkern wesentlich ist. Man kann von „odious debts“ sprechen, die Griechenland auf sich genommen hat. Das ist ein gängiger und praktizierter Begriff des Völkerrechts, obwohl er außer im Falle der Staatennachfolge bisher nicht als Völkergewohnheitsrecht anerkannt ist. Nach der Doktrin der „odious debts“, begründet 1920 nach der sowjetischen Revolution, die ein Systemwechsel eines Staates, kein Fall der Staatennachfolge war, vom Russischen Rechtslehrer und Minister Alexander Sack, gelten Staatsschulden als illegitim und müssen daher nicht zurückgezahlt werden, wenn diese ohne Zustimmung der Bevölkerung zustande gekommen sind, aufgrund des Fehlens einer durch demokratische Wahlen legitimierten Regierung, die Gelder zur Unterdrückung des Landes genutzt wurden, die damit bezahlten Leistungen den Menschen geschadet haben und die Kreditgeber von beidem Kenntnis hatten oder bei zumutbarer Nachforschung hätten haben können. Diese Kriterien treffen auf die von den Griechen im Interesse von Banken abgepreßte Austeritätspolitik nicht ganz zu, aber die Doktrin ist weiterzuentwickeln.

    Die Regierungen und Parlamente der Griechen haben, obwohl aus einem wenn auch fragwürdigen Wahlsystem hervorgegangen, fraglos gegen den Willen der Griechen und zu deren Nachteil agiert. Die Mißachtung der Souveränität der Griechen ist nicht zu rechtfertigen. Die als korrupt verschrienen Politiker haben kollusiv, also sittenwidrig, mit den Geldgebern, Banken, Staaten oder Fonds zusammengewirkt. Sie haben damit ihre Vertretungsmacht mißbraucht und somit das Volk der Hellenen nicht wirksam vertreten. Die korrupt begründeten Verbindlichkeiten weiterhin den Griechen aufzuladen, ist „odious“. Die Doktrin paßt. Sie stimmt mit den Prinzipien des Bereicherungsrechts überein. Solche odiosen Schulden müssen nicht beglichen werden. Griechenland ist somit gut beraten, wenn es die Schulden aus der Rettungspolitik nicht zurückzuzahlen gedenkt, ganz davon abgesehen, daß es das nicht leisten kann und auch deswegen berechtigt ist, die Zahlungen abzulehnen. Das notwenige Insolvenzverfahren, das im Völkerrecht noch keine Ordnung gefunden hat, findet gewissermaßen in spontaner Ordnung statt, in einem Verfahren, das in casu entwickelt wird. Es geht ohnehin nur darum, wann die Gläubiger die vermeintlichen Forderungen abschreiben. Das ist, wie angesprochen, für deren rechtlichen oder politischen Status von Relevanz. Aber darauf kommt es für die Rechtslage Griechenlands nicht an.

    4. Streitig ist, ob ein Land aus dem Währungsverbund ausgeschlossen werden kann. Ich meine ja, wenn es, wie Griechenland, die Verträge grob mißachtet und obendrein die Mitgliedschaft erschlichen hat, freilich alles mit Hilfe aller Euroländer. Im kollusiven Zusammenwirken liegt das Problem einer Kündigung der Mitgliedschaft Griechenlands durch die anderen Euroländer. Praktisch bedürfte es eines einstimmigen Beschlusses der verbleibenden Euroländer, der kaum zu erreichen ist. Ein besonderes Ausschlußverfahren ist nicht geregelt, so daß das allgemeine völkerrechtliche Konsensprinzip greift.

    Aber es wäre jederzeit möglich, daß Deutschland aus dem Euroverbund ausscheidet, weil dieser keine Stabilitätsgemeinschaft ist, abgesehen von der oben dargelegten Souveränitätswidrigkeit. Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits 1993 auf mein Betreiben entschieden und mehrfach wiederholt. Deutschland ist nach dem eigenen Verfassungsgesetz zu diesem Schritt seit langem verpflichtet. Das Ausscheiden Deutschlands würde den Euroverbund sofort erledigen. Wirtschaftlich wäre das für alle beteiligten Staaten von großem Nutzen. Der Währungsverbund schadet allen, die daran teilhaben, auch Deutschland. Die Nachteile für die Volkswirtschaft insgesamt zumal für die Kaufkraft des Publikums (Zinskürzungen, Unterbewertung der Währung usw.) werden durch die Exportvorteile der internationalen Unternehmen in Deutschland, die diesen die unterbewertete Währung am globalen Markt bringt, ein illegitimes Preisdumping, nicht aufgewogen. Aber das Recht spielt in der Eurorettungspolitik schon lange keine Rolle mehr.

    Auch Griechenland kann aus dem Währungsverbund ausscheiden, aber wird es nicht tun. Es hat alle Trümpfe in der Hand, wie die jüngste Entwicklung beweist. Ob Griechenland insolvent wird oder nicht, ist nur für die Gläubiger bedeutsam, weil sie bei Insolvenz ihre Forderungen abschreiben müssen. Für Griechenland ändert sich insofern nichts Wesentliches. Man wird helfen, wenn die inneren Folgen schwerwiegend werden sollten. Das ist kaum zu erwarten. Insbesondere die EZB findet immer wieder neue Wege, die griechischen Banken zu finanzieren oder diesen die Geldauszahlung an die Griechen zu ermöglichen, zumal die Notkredite des ELA-Programms. Die Regelungen für Mitgliedstaaten der EU, die nicht zum Eurogebiet gehören, erlauben eine recht voraussetzungslose finanzielle Unterstützung.

    Die neue Drachme wird freilich deutlich abwerten. Das ist die große Chance für die griechische Wirtschaft. Die Vermögen haben die Griechen längst in Sicherheit gebracht. Sie haben Hunderte von Milliarden Euro zu Lasten aller Volkswirtschaften des Währungsverbundes ins Ausland transferiert und werden auch Wege finden, die Euronoten, die sie unter dem Kopfkissen aufbewahren, im Ausland in neue Drachmen umzutauschen. Die Warnungen vor verheerenden Folgen eines Grexit sind Theaterdonner und Angstmacherei, Verdummung des Volkes. Wenn Griechenland zur eigenen Währung zurückkehrt, beginnt seine Erholung. Sie wird schnell gehen, weil viele Länder helfen werden, nicht nur Mitgliedstaaten der EU. Das fürchten diese. Nur die Europapolitiker haben verloren. Ihr Projekt ist einmal mehr gescheitert. Diese Leute haben Angst vor einem Erfolg der Griechen nach dem Grexit, wie das richtig Paul Krugmann, Nobelpreisträger, ausgesprochen hat. Auch Hans-Werner Sinn plädiert für den Grexit.

    Zudem kann Deutschland jederzeit ohne Angabe von Gründen die Rettungsschirme verlassen. Das ergibt sich aus dem vom Bundesverfassungsgericht mehrfach herausgestellten Prinzip der „umkehrbaren Selbstbindung“. Dann sind die Gewährleistungen für deren Finanzierung hinfällig. Wenn allerdings einer der Fonds bereits Kredite aufgenommen hat, muß Deutschland dafür gemäß seinen Anteilen einstehen. Auch diese Kreditaufnahmen sind zwar rechtlich fragwürdig, aber es ginge zu weit, die Ausfallrisiken der Fonds deren Gläubigern aufzubürden, die deren Anleihen nicht aufgenommen haben dürften, um rechts- und sittenwidrige Zwecke gegenüber den Nehmerstaaten, insbesondere Griechenland zu verfolgen. Der Schutz des Vertrauens in die Gewährleistungen muß schwerer wiegen als die Rechtlosigkeit des Gesamtprojekts Eurorettung. Freilich ist das noch näher zu bedenken. Soweit das ESZB diese Anleihen am Sekundärmarkt erworben hat, hat es keinen Anspruch aus deren Einlösung. Es kennt alle Umstände und ist einer der Hauptakteure der rechts- und sittenwidrigen Eurorettungspolitik.

    5. Die Rechtslage, die ich darzulegen bemüht war, ist nicht die politische Praxis und auch nicht die Judikatur, die ich vom Bundesverfassungsgericht oder gar vom Europäischen Gerichtshof erwarte. Die Machenschaften der Politiker, vor allem die der Eurogruppe, lassen sich von rechtlichen Aspekten in keiner Weise berühren. Durch Fristen, die jederzeit geändert werden können, wird eine sinnlose Dramatik erzeugt. Die befeuert allenfalls die Talkshows und verursacht Reisekosten für in der Sache bedeutungslose Politakteure. Die Griechen versuchen, weiter im Euroverbund zu bleiben, weil sie Angst vor der eigenen Währung haben, nachdem der Euro ihnen ganz unverdiente Vorteile gebracht hatte, freilich auf brüchiger Grundlage. Die anderen Eurostaaten geben sich über die Unverschämtheit der Griechen empört, sollten sich aber selbst an die Nase fassen. Sie jagen einem Phantom nach, dem Staat Europa, dem sie jedes Rechtsprinzip zu opfern bereit sind, und wollen nicht wahrhaben, daß die einzelnen Mitgliedstaaten vornehmlich ihren Vorteil im Auge haben. Sachferne Empörung soll die Griechen in die Knie zwingen. Das Theater ist eine schlechte Schmierenkomödie. Politik muß „ausübende Rechtslehre“ sein, wie Kant das gelehrt hat. Alles andere ist der Freiheit der Menschen zuwider. Ich erinnere ans Recht, weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, daß es irgendwann, morgen oder übermorgen, eine Chance hat. Es darf nicht vergessen werden.

    Karl Albrecht Schachtschneider, Berlin, 05. Juli 2015

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  • Griechenlands „Geldgeber“: Die verdeckten Geldnehmer

    Griechenlands „Geldgeber“: Die verdeckten Geldnehmer


    Die Medienberichte über Griechenland und seine Verhandlungen mit „internationalen Geldgebern“ werfen Fragen auf: Was sind eigentlich Geldgeber? Und wer sind in Griechenland und anderen Ländern die tatsächlichen Geldgeber und Geldnehmer?

    von Andreas Popp

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    Die geballte Überforderung der Eurokraten oder IWF-Repräsentanten wird uns täglich durch das hilflose Gestammel der journalistischen Berichterstattung über die sogenannten Staatsschulden Griechenlands deutlich gemacht. Manchmal kann man es kaum glauben, wenn man in Interviews und Zeitungsartikeln die Bewertungen zur aktuellen Lage liest.

    Bildlich gesprochen ist der Euro-Währungsraum mit einem verunfallten Auto vergleichbar, an dem das Heck, die Front und das Dach nahezu zerstört sind, ein Kaufinteressent aber einen kleinen, durch Steinschlag verursachten Lackschaden moniert, den er an einem Rest vom Kotflügel entdeckt.

    Nahezu alle Informationen lassen sowohl Sachverstand als auch eine klar definierte Kritik vermissen. Stattdessen erfährt der Medienkonsument eine unterschwellige bis offene Panikmache mit Horrorszenarien im Falle eines „Grexit“. Die griechische Abwehr des EU-Finanzterrors wird von den Medien, die das Wort „Lügenpresse“ gerne als Unwort sehen wollen, dreist als „Nein zu Europa“ umgedeutet, als ob die Griechen nicht mehr zum Kontinent gehören wollten. Zum Glück erfahren sie allerdings eine große Solidarisierung der Menschen des übrigen Europas, die ebenfalls unter diesem EU-Finanzterror leiden. Eine erfolgreiche und einfache griechische Staatsentschuldung durch ein neues Finanzsystem könnte eine Kettenreaktion auslösen. Es besteht die Chance einer Weltentschuldung, was zu einer globalen Befreiung der Leistungsträger führen würde.

    Mit größten Anstrengungen durch Medien und Politik, wird derzeit versucht, dies noch so lange wie möglich hinauszuzögern. Eine der effektivsten Methoden der Manipulation, die dabei eingesetzt werden, ist die Verwendung von Wörtern in einem verfälschten Sinn. Der Begriff Populismus beispielsweise leitet sich von populus ab, dem lateinischen Begriff für das Volk. Ein Populist versucht, das zu tun, was das Volk will. Dieses Wort ist heute jedoch verpönt. Ebenso ist es z.B. auch mit dem Wort radikal, welches sich aus dem lateinischen „Radix“ ableitet und die Wurzel fokussiert, wenn wir einem Symptom z.B. auf den Grund gehen möchten. „Du radikaler Populist“ wird aufgrund der Wortbelegungen nicht als Lob erkannt. Dagegen werden Aussagen wie „Verbrauch ankurbeln“ positiv belegt und somit die sinnlose Verschwendung von wertvollen Ressourcen zu Lasten unserer nachfolgenden Generationen.

    Die Menschen sind der Manipulation durch Medien und Politik regelrecht ausgeliefert. Diese infiltrieren Begriffe wie „Rettungspaket“, „Beitragsservice“ usw. professionell in unsere Köpfe. Wer einmal einen Sinn dafür entwickelt, findet solche Worte in praktisch jeder Publikation, die über den Medien-Politik-Apparat als veröffentlichte Meinung in Umlauf gebracht wird. Auf der anderen Seite versucht dieselbe Clique, Begriffe wie „Lügenpresse“ zu unterbinden. Die Begründungen dafür lassen sich jedoch sehr leicht widerlegen, wie Rico Albrecht in seiner Ausarbeitung www.wissensmanufaktur.net/luegenpresse-gegen-verschwoerungstheoretikernachgewiesen hat.

    Unsere aktuelle medial durchs Dorf getriebene Sau ist die sogenannte drohende „Pleite Griechenlands“, als könne ein ganzes Land pleitegehen. Natürlich kann ein Staat pleitegehen, der sich in einem Land befindet, aber doch nicht das ganze Land. Dasselbe gilt für Deutschland und alle anderen Länder auf der Welt. Staaten können pleitegehen… aber nicht ganze Länder – also mitsamt aller Menschen und Unternehmen, Bergen und Tälern, Straßen und Brücken und so weiter. Das ist ein wesentlicher Unterschied, der in den veröffentlichten Darstellungen fast immer ignoriert wird.

    Davon abgesehen könnte sich der griechische Staat anders als erwartet von seinen Schulden befreien, wie Karl Albrecht Schachtschneider in seiner Analyse der Rechtslage der Staatsschulden Griechenlands darlegt. Seinen Aufsatz finden Sie unter www.wissensmanufaktur.net/griechenland-staatsschulden.

    Über solche Fakten hört man in den von der meinungsbildenden Branche veröffentlichten Meldungen natürlich nichts. Stattdessen konfrontiert man uns mit irreführenden Begriffen wie „internationale Geldgeber“ oder „Verhandlungen mit den Geldgebern“, ohne dass dabei Namen genannt werden. Wir warten auch vergeblich auf die korrekte Artikulierung wie „Verhandlungen mit den Geldherstellern, Zinswucherern oder Kredithaien“. Diese Begriffe würden die realen Verhältnisse wesentlich treffender beschreiben.

    Was bedeutet eigentlich dieses Wort: „Geldgeber“? Und wer sind in Griechenland und anderen Ländern die tatsächlichen Geldgeber? Ein Geldgeber ist ganz einfach jemand, der Geld gibt. Der Begriff „Geben“ ist äußerst positiv belegt. Eine Gegenleistung erscheint damit nicht verbunden zu sein. Auch z.B. Kunden bezahlen mit Geld, was aber mit Gegenleistungen verbunden ist, weshalb Kunden eben Kunden heißen und nicht Geldgeber. Auch Banken sind keine Geldgeber, sondern bestenfalls Geldverleiher, meistens aber nur Kreditgeber. Bei der Kreditvergabe wird Geld erzeugt. Das ist auch etwas anderes als z.B. bei einem Geldverleiher, der immerhin vorhandenes Geld verleihen würde, anstatt es im Rahmen der Kreditvergabe (Giralgeldschöpfung) selbst herzustellen, wie es die Banken tun, die den griechischen Staat und andere in die Schuldenfalle treiben. (In den Veröffentlichungen der Wissensmanufaktur werden diese Zusammenhänge des Geldsystems grundsätzlich erklärt.) In jedem Fall ist es aber kein bloßes Geben, wenn etwas mit Gegenleistungen verbunden ist, sondern ein Kauf, ein Tausch, ein Kredit usw. Wenn man das Geld irgendwann zurückhaben möchte, ist es ein Verleihen – und kein Geben! Der Begriff Geldgeber klingt halt sehr großzügig. Das wirft die Frage auf, wer damit wen verherrlichen will und warum diese Irreführung flächendeckend vorzufinden ist.

    Namen der sogenannten „Geldgeber“ kann man leider nicht ermitteln, denn auch in Griechenland ist es wie in Deutschland eines der am besten gehüteten Staatsgeheimnisse, von wem die Staaten sich Geld leihen müssen, weil sie es nicht selbst herstellen dürfen.

    Propagandabereinigt müssen wir die angeblichen Geldgeber als Geldnehmer bezeichnen, weil sie das selbst hergestellte Geld zurückfordern und unterm Strich – in Form von Zinsen – ständig Geld nehmen. Wir können die internationalen Finanzinstitute und andere Geldnehmer auch als Leistungsnehmer bezeichnen, da sie die Zinsen, die sie für leistungslos produziertes Geld erhalten, in der Regel gegen echte Leistungen Anderer eintauschen. Unterm Strich sind also die Steuerzahler die Geldgeber, sprich Leistungsgeber, denn sie geben dem Staat mehr Geld als sie von ihm bekommen. Ein Großteil der Steuern fließt in Form von Zinsen an die kreditvergebenden, internationalen Geldhersteller und andere Geldnehmer bzw. Leistungsnehmer.

    Eine ähnlich irreführende, vernebelnde, propagandaartige Vokabel ist in diesem Zusammenhang der Begriff „Hilfsgelder“, mit dem man zinspflichtige Kredite gern als Hilfe darstellt, als würde ein humanitäres Paket geschnürt. Wenn dann, wie aktuell in Griechenland geschehen, das Volk per Referendum keine „Hilfsgelder“ annehmen will, ist es selbst schuld. Die Verwendung solcher uns täglich medial um die Ohren gehauener Begriffe ist unsachlich und nachweislich falsch.

    Die Spur dieser Propagandabegriffe lässt sich quer durch den gesamten Medien-Politik-Apparat verfolgen, wo in vorauseilendem Gehorsam, die gewünschte Wortwahl wie gleichgeschaltet übernommen wird. Es ist eine „stille Gleichschaltung“.

    Wenn das derzeitige, krisenbehaftete Finanzsystem in Griechenland scheitert, braucht man dort eine befreiende Alternative. Dafür gibt es den Plan B der Wissensmanufaktur jetzt auch auf Griechisch.

    Ihr Andreas Popp, Juli 2015

    Als pdf-Datei herunterladen: griechenland-geldgeber.pdf

     

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    viaGriechenlands „Geldgeber“: Die verdeckten Geldnehmer.