Kategorie: Deutschland

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  • Dr. Ganser: USA – Deutschland – eine schwierige Beziehung – Gespräch mit Oskar Lafontaine (6.11.23)


    Sehr spannend und interessant. Klare und wahre Aussagen. Danke. 🙏 Rock’n’Roll & Namaste. Herzliche Grüße ciao Harley

    youtu.be/5YArdl0xru4

  • Russland VS. Nato (Ukraine) – Was droht uns jetzt? | Daniele Ganser (Teil 1/2)


    Sehr wertvoll und es wäre so wünschenswert, dieses alte Egobewusstsein endlich überwinden zu können und in ein friedliches Bewusstsein einer Gesamtmenschen Familie eintauchen zu dürfen. 🙏 Rock’n’Roll & Namaste. Herzliche Grüße ciao Harley

    youtu.be/heKGm3IB8MY

  • Die Top-Berufe der Zukunft (Vorhersagen vom Zukunftsforscher) | Sven Gábor Jánszky (Teil 1/3)


    youtube.com/watch

    Sehr interessant und wissenswert 🙏 Rock’n’Roll & Namaste. Herzliche Grüße ciao Harley

  • Beloved Children Conference

    Beloved Children Conference


     

    Veranstaltering Katharina Winkler
    Hallo, ich heiße Katharina Winkler
    KINDER LIEGEN MIR BESONDERS AM HERZEN

    Gemeinsam mit ihnen gestalten wir die Welt von morgen. Es ist an uns Erwachsenen, die Werte zu leben, die wir in der Welt von morgen sehen mögen. Und es sind die heutigen Kinder, die schon jetzt unsere Welt prägen. Je besser es uns gelingt, dass wir uns – Erwachsene wie Kinder – aufeinander einlassen, desto schneller kann sich die Welt verändern. Lasst uns also gemeinsam mit unseren Kindern eine Kultur der Wertschätzung und Liebe gestalten.

    DIESE KONFERENZ IST genau richtig für dich,WENN …

    • Wenn du auf deinem eigenen Weg in Konflikt gerätst mit den  Wertvorstellungen deiner Familie und
    • Wenn du dadurch in eine innere Zerrissenheit kommst
    • Wenn du dich als bewusster Mensch entschieden hast, dein Kind individuell ins Leben zu begleiten und dich auseinandersetzt zwischen deinen Werten und denen vom Mainstream vorgegebenen
    • Wenn du nicht im Krankenhaus entbinden möchtest und dich nach alternativen Geburtsmethoden umschaust
    • Wenn du dich generell fragst, welche medizinische Begleitung für dein Kind die richtige ist
    • Wenn du wissen möchtest, mit welchen Anlagen dein Kind in diese Welt gekommen ist
    • Wenn du dir Gedanken über den richtigen Kindergarten und die passende Schulform für dein Kind machst
    • Wenn du dich fragst, wie du trotz Kind(er) dennoch beruflich engagiert bleiben kannst, ohne dass du und die Familie darunter leiden
    • Wenn du selbst noch sehr jung bist und spürst, dass du „anders“ bist als der Mainstream
    • Wenn du ein sensibles Kind hast, das mit Allergien belastet ist und du dadurch an deine eigenen Grenzen kommst
    • Wenn du erfahren möchtest, wie andere Menschen, die diesen Weg auch gegangen sind, damit umgehen und
    • Wenn du nach Gleichgesinnten suchst
    • Dann geben dir die Interviews mit den Experten vielleicht den Mut, die Freude und die Gelassenheit, deinen eigenen Weg mit deinem Kind weiter zu gehen. Du erkennst, dass du nicht alleine bist und findest Menschen, die sich dieselben Fragen stellen – und gemeinsam helfen wir unseren Kindern, selbstbewusst die zu werden, die sie sind. Damit sie ihren eigenen Aufgaben nachgehen können.

    FOLGENDE INTERVIEWPARTNER SIND ALS SPRECHER FÜR DICH AUF DEM KONFERENZ DABEI

    DAS ERHÄLST DU während der Konferenz
    • Jeden Tag schicke ich Dir per E-Mail einen Link mit den Sprechern des Tages
    • Wertvollen Input und Zusatzmaterial von unseren Sprechern
    • Inspiration

    Eine Online-Konferenz wenn Du neue Perspektiven in der Begleitung von Deinen Kindern suchst. Kostenfreie Teilnahme inklusive meinem gratis eBook mit einem Spiel für die gesamte Familie.

    WIE LÄUFT die Online-Konferenz ab?

    Hast du dich bereits angemeldet? Prima, ich freue mich, dass du gemeinsam mit mir auf diese Reise gehst! Bevor es losgeht, erkläre ich dir gerne, wie das vonstatten geht.

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    Dafür haben wir die wichtigsten Punkte hier noch einmal zusammengefasst:

    • Die Beloved Children Conference findet online statt – also genau hier auf dieser Seite werden die Interviews mit den Experten als Video zu sehen sein.
    • Die Konferenz findet vom 17. bis 24. Mai 2018 statt. Am besten du trägst dir den Termin gleich in deinem Kalender ein.
    • Wenn du angemeldet bist, schicken wir dir jeden Tag ein bis zwei E-Mails mit Informationen und den Links zu den Experteninterviews des jeweiligen Tages zu. Es ist empfehlenswert , dich mit deiner E-Mail zu registrieren, die du täglich abrufst.
    • Deine Teilnahme ist absolut KOSTENFREI. Du kannst dir jedes Interview für jeweils 24h ansehen.
    • jeden Tag 2-3 spannende Interviews
    • Wenn du dir die Videos dauerhaft sichern willst, hast du die Möglichkeit, sie als Konferenzpaket zu erwerben.
    • Solltest Du Probleme bei der Anmeldung haben, oder sonstige Fragen, kannst Du uns hier kontaktieren.

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    Quelle: Home – Beloved Children Conference

  • Aufruf „Es geht um unsere Würde“ von Gerald Hüther

    Aufruf „Es geht um unsere Würde“ von Gerald Hüther


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    Aufruf „Es geht um unsere Würde“

    Es geht um unsere Würde! In einer von Effizienzdenken und Erfolgsstreben geprägten Zeit ist die Wiederentdeckung der eigenen Würde wichtiger denn je geworden.

    Ein überregionales Projekt

    In einer von Effizienzdenken und Erfolgsstreben geprägten Zeit ist die Wiederentdeckung der eigenen Würde wichtiger denn je geworden. Die Würde ist unser innerer Kompass, der uns durch Turbulenzen, Verlockungen und scheinbare Notwendigkeiten hindurchnavigiert. Und: Wer sich seiner eigenen Würde bewusst ist, behandelt auch seinen Nächsten würdevoll.

    Das gemeinsame Anliegen der Unterzeichner dieses Aufrufs ist es, eine breite öffentliche Diskussion darüber in Gang zu bringen, wie wichtig es ist und wie es gelingen kann, das Empfinden, die Vorstellung und das Bewusstsein der eigenen Würde eines jeden Menschen zu stärken

    Woran wollen wir uns orientieren bei dem, was wir denken, sagen und tun? An dem, was wir vorfinden, weil es sich bisher so entwickelt hat? Oder an dem, wie es sein müsste, damit wir das, was uns als Menschen ausmacht, bewahren und weiterentwickeln können? Die Ansammlung von immer mehr Wissen hat uns bei der Suche nach einer Antwort auf diese wichtige Frage nicht so recht weitergebracht. Wir wissen längst, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Viele Menschen haben auch erkannt, dass das, was sie tagtäglich tun, nicht dazu beiträgt, gesund zu bleiben, glücklich zu werden und ihre Talente und Begabungen zu entfalten. Es ist viel von Erkenntnis die Rede, aber etwas erkannt zu haben, heißt nicht, dass es uns auch wirklich berührt. Und wenn es uns nicht berührt, ändert sich auch nichts im Hirn.

    Viele haben versucht und versuchen bis heute, anderen zu erklären, wie es gehen könnte. Dabei wurde und wird an deren Gewissen appelliert, an Werte und Normen erinnert, bisweilen auch Druck gemacht. Es werden Gesetze erlassen und Regeln festgelegt. Doch wir stürzen von einer Krise in die nächste, verbrauchen immer mehr Energie, plündern die natürlichen Ressourcen unseres Planeten und haben keine Ahnung, wie irgendeine Ordnung in das von uns angerichtete Durcheinander kommen soll. Inzwischen machen sich die ersten fertig für einen Flug zum Mars.

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    Niemand wird irgendetwas in seinem Leben verändern, wenn sie oder er das nicht aus einem inneren Bedürfnis heraus auch wirklich will. Wer jedoch zum Objekt der Absichten und Ziele, der Belehrungen und Bewertungen, der Maßnahmen und Anordnungen anderer gemacht wird, erlebt sich als jemand, der etwas tun soll, das andere wollen. Um sich daraus zu befreien und wieder zum Gestalter seines eigenen Lebens werden zu können, braucht jeder Mensch eine innere Orientierung, die sein Denken, Fühlen und Handeln leitet. Diese Vorstellung davon, was für eine Person jemand sein will, ist nicht angeboren. Sie wird erst im Lauf des eigenen Lebens anhand der dabei gemachten Erfahrungen herausgebildet und als Selbstbild im Gehirn verankert. All jene Menschen, die erleben durften, dass sie so, wie sie sind, von anderen angenommen und wertgeschätzt werden, entwickeln zunächst ein Gefühl, dann eine Vorstellung und schließlich auch ein Bewusstsein ihrer eigenen Würde. Da jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt seines Lebens diese Erfahrung machen kann, ist es nie zu spät, sein Leben fortan im Bewusstsein dieser eigenen Würde zu gestalten.

    Die Würde ist unser innerer Kompass für ein menschenwürdiges Leben

    Wer wirklich verstanden hat, was diese eigene Würde ausmacht und wie leicht sie tagtäglich aus Achtlosigkeit verletzt werden kann, will dann auch nicht mehr so weiterleben wie bisher – sei es als unbeteiligter Zuschauer oder als achtloser Konsument oder gar als Erzeuger und Vertreiber von würdelosen Ideen und Produkten. Und wer sich seiner Würde bewusst geworden ist, wird auch den Wunsch verspüren, andere Menschen einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren, ihr Leben künftig etwas würdevoller als bisher zu gestalten.

    Menschen, die sich ihrer eigenen Würde bewusst geworden sind, lassen sich fortan auch nicht mehr verführen. Sie verfügen über einen eigenen inneren Kompass, der ihr Denken und Handeln leitet, und sie passen auf, dass der ihnen nicht abhandenkommt. Solche Personen lassen sich von niemandem einreden, was sie noch alles brauchen, um glücklich zu werden. Plakate, Werbespots, Ratgeber und Angebote für ein besseres Leben empfinden sie als unwürdige Versuche, sie so zu behandeln, als könnten sie nicht selber denken und eigene Entscheidungen treffen. Sie stellen sich nicht mehr als Objekte für andere zur Verfügung und machen sich auch selbst nicht mehr zum Objekt ihrer eigenen Erwartungen und Bewertungen.

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    Sich ihrer Würde bewusste Menschen nehmen von anderen Personen auch keine Angebote und Leistungen an, deren Bereitstellung die Würde der Erbringer dieser Angebote und Leistungen verletzt. Sie gehen nicht dorthin, wo Menschen sich für Geld zur Schau stellen, sie besuchen kein Bordell, und sie kaufen auch keine Produkte, für deren Herstellung andere Menschen ausgebeutet und ausgenutzt werden. Würdevolle Menschen erleben sich aus sich selbst heraus als wertvoll und bedeutsam. Sie brauchen weder andere, die sie und ihre Besitztümer bewundern, noch brauchen sie Macht, Einfluss, Reichtum oder irgendwelche Statussymbole, Stellungen oder Positionen, um sich als wertvoll und bedeutsam zu erleben. Auch wird niemand, der sich seiner Würde bewusst ist, andere Menschen würdelos behandeln, sie also zum Objekt seiner eigenen Absichten, Bewertungen oder gar Maßnahmen machen.

    Das zutiefst Menschliche in uns zu entdecken und einander zu helfen, es füreinander zu bewahren, ist zu unserer wichtigsten Aufgabe im 21. Jahrhundert geworden. In Würde sterben zu dürfen, ist ein verständlicher Wunsch. Aber wäre es nicht weitaus erstrebenswerter, vorher schon möglichst würdevoll zu leben?‍

    Verfasser:

    Gerald Hüther, im Frühling 2018
    www.gerald-huether.de
    www.wuerdekompass.de
    www.akademiefuerpotentialentfaltung.org (Initiator der Würdekompass-Initiative)

    hier gehts zum Aufruf:

    https://static.change.org/product/embeds/v1/change-embeds.js

    Danke vorab. 🙏 Herzliche Grüße ciao Harley

  • Warum die einzige lohnenswerte Zukunft jeden einzelnen einschließt

    Warum die einzige lohnenswerte Zukunft jeden einzelnen einschließt


    Seine Heiligkeit Papst Franziskus, direkt aus dem Vatikan

    Es reicht ein einzelnes Individuum, damit es Hoffnung gibt,
    und dieses Individuum kannst DU sein.
    Dann gibt es ein weiteres DU und ein weiteres DU,
    und es wird zu einem WIR.
    Hoffnung beginnt mit einem DU.
    Und wenn es zu einem WIR wird, beginnt eine Revolution.

    Dies sind einige kompakte Sätze aus dem wirklich sehr sehenswerten TED-Talk, den Papst Franziskus als Überraschungsgast im April 2017 aus dem Vatikan an 1.500 Entscheider*innen aus dem IT-Bereich nach Vancouver ausstrahlte.

    Sein Beitrag wurde in 30 Sprachen übersetzt, die als Text zur Verfügung stehen. Hier die Reden von ihm in deutsch:

    „Guten Abend — oder, guten Morgen, ich bin nicht sicher, wie viel Uhr es bei Ihnen ist. Aber unabhängig davon freue ich mich, an dieser Konferenz teilzunehmen. Ich mag den Titel sehr — „The Future You“ –, denn das Betrachten der Zukunft lädt heute zum Dialog ein, um die Zukunft durch ein „Du“ zu betrachten. „The Future You“: Die Zukunft besteht aus „Dus“, aus Begegnungen, denn das Leben fließt durch die Beziehungen mit anderen. Etliche Jahren des Lebens haben meine Überzeugung bestärkt, dass die Präsenz jedes einzelnen eng mit der von anderen verbunden ist: Das Leben zieht nicht nur vorbei, im Leben geht es um Begegnungen.

     

    01:28
    Als ich Menschen traf oder zuhörte, die unter einer Krankheit litten, Migranten, die unsagbares Elend erleben, auf der Suche nach einer besseren Zukunft, Gefangene, die unglaublichen Schmerz in ihren Herzen tragen, und jene, viele von ihnen jung, die keine Arbeit finden können, fragte ich mich oft selbst: „Warum sie und nicht ich?“ Ich selbst wurde in eine Familie von Migranten geboren: Mein Vater, meine Großeltern hatten sich, wie viele andere Italiener, nach Argentinien aufgemacht und begegneten dem Schicksal derer, die nichts hatten. Ich hätte leicht bei den heutigen „ausrangierten“ Menschen enden können. Daher frage ich mich tief in meinem Herzen immer: „Warum sie und nicht ich?“

     

    02:36
    Vor allem würde ich mir wünschen, dieses Treffen könnte uns daran erinnern, dass wir alle einander brauchen. Keiner von uns ist eine Insel, ein autonomes und unabhängiges „Ich“, getrennt vom anderen. Wir können nur eine Zukunft erschaffen, wenn ausnahmslos alle zusammenstehen. Wir denken selten darüber nach, aber alles ist miteinander verbunden, und wir müssen unsere gesunden Verbindungen wiederherstellen. Sogar das strenge Urteil, das ich in meinem Herzen über meinen Bruder oder meine Schwester fälle, die offene Wunde, die nie heilte, die nicht vergebene Beleidigung, der Groll, der nur mich verletzen wird, sind alles Fälle eines Krieges, den ich in mir trage, eine Fackel tief in meinem Herzen, die ausgelöscht werden muss, bevor sie in Flammen aufgeht und nur Asche hinterlässt.

     

    03:39
    Heutzutage glaube viele von uns, dass eine glückliche Zukunft unerreichbar ist. Während solche Bedenken ernst genommen werden müssen, sind sie nicht unbesiegbar. Sie können überwunden werden, wenn wir uns nicht vor der Außenwelt verschließen. Glück kann nur entdeckt werden, als ein Geschenk der Harmonie zwischen dem Ganzen und jedem einzelnen Teil. Sogar die Wissenschaft — und Sie wissen das besser als ich — zielt auf das Verstehen von Wirklichkeit ab, als ein Ort, wo jedes Element mit allem anderen verbunden ist.

     

    04:28
    Das bringt mich zu meiner zweiten Botschaft. Wie wunderbar wäre es, wenn das Wachstum der Wissenschaft und technologische Innovation mit mehr Gleichheit und sozialer Integration einhergehen würden. Wie wunderbar wäre es, während wir weit entfernte Planeten entdecken, die Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern um uns herum wiederzuentdecken. Wie wunderbar wäre es, wenn Brüderlichkeit, dieses schöne und manchmal unbequeme Wort, nicht nur auf Sozialarbeit begrenzt wäre, sondern stattdessen zur Standardhaltung in Politik, Wirtschaft und bei wissenschaftlichen Entscheidungen, genauso wie in Beziehungen zwischen Menschen und Ländern werden würde. Nur indem wir Menschen wahre Brüderlichkeit vermitteln, echte Solidarität, werden wir die „Kultur der Verschwendung“ überwinden können. Was nicht nur Nahrung und Güter betrifft, sondern vor allem die Menschen, die von unserem techno-ökonomischen System beiseite geschoben werden, das, ohne es überhaupt zu merken, Produkte statt Menschen ins Zentrum stellt.

     

    06:09
    Solidarität ist ein Begriff, den viele gern aus den Wörterbüchern streichen würden. Solidarität ist kein automatischer Mechanismus; sie kann nicht programmiert oder gesteuert werden. Es ist eine freiwillige Reaktion, die im Herzen jedes einzelnen entsteht. Ja, eine freiwillige Reaktion! Wenn man erkennt, dass das Leben, sogar inmitten so vieler Widersprüche, ein Geschenk ist, dass Liebe die Quelle und die Bedeutung von Leben ist, wie können Sie dann den Drang zurückhalten, einem Mitmenschen etwas Gutes zu tun?

     

    06:51
    Um Gutes zu tun, brauchen wir Erinnerung, Mut und Kreativität, und ich weiß, dass TED viele kreative Köpfe versammelt. Ja, Liebe braucht eine kreative, konkrete und erfinderische Haltung. Gute Absichten und gängige Formeln, so oft zur Beruhigung unseres Gewissens genutzt, reichen nicht aus. Helfen wir uns alle gemeinsam dabei, uns zu erinnern, das der Andere keine Statistik oder Nummer ist. Der Andere hat ein Gesicht. Das „Du“ ist immer eine echte Präsenz, eine Person, um die man sich kümmern sollte.

     

    07:53
    Jesus erzählte ein Gleichnis, das uns den Unterschied zwischen denen verständlich macht, die nicht behelligt werden wollen, und denen, die sich kümmern. Sicher haben Sie es schon gehört. Es ist das Gleichnis des guten Samariters. Als Jesus gefragt wurde: „Wer ist mein Nächster?“ — also eigentlich: „Um wen sollte ich mich kümmern?“ — erzählte er die Geschichte eines Mannes, der angegriffen, überfallen, geschlagen und auf dem Feldweg zurückgelassen worden war. Ein Priester und ein Levit, damals sehr einflussreiche Personen, gingen einfach vorbei, ohne ihm zu helfen. Etwas später kam ein Samariter vorbei, eine damals sehr verachtete Ethnie. Als er den Verletzten am Boden liegen sah, ignorierte er ihn nicht, so als wäre er gar nicht anwesend. Stattdessen hatte er Mitleid mit diesem Mann, was ihn dazu brachte, ganz konkret zu handeln. Er träufelte Öl und Wein auf die Wunden des hilflosen Mannes, brachte ihn zu einer Herberge und bezahlte selbst dafür, damit ihm geholfen wurde.

     

    09:27
    Die Geschichte vom guten Samariter ist die der heutigen Menschheit. Die Wege der Menschen sind mit Wunden versehen, da sich alles um Geld und Dinge dreht, statt um Menschen. Häufig gibt es die Angewohnheit, von selbsternannten „respektablen“ Leuten, sich nicht um andere zu kümmern, wodurch sie tausende Menschen oder ganze Völker am Straßenrand zurücklassen. Glücklicherweise gibt es auch jene, die eine neue Welt erschaffen, indem sie sich um andere kümmern und selbst dafür zahlen. Mutter Teresa sagte sogar: „Man kann nicht lieben, bevor es nicht auf eigene Kosten geht.“

     

    10:27
    Es gibt so viel zu tun und wir müssen es gemeinsam tun. Aber wie können wir das, bei all dem Übel, das wir täglich einatmen? Gott sei Dank kann kein System unseren Wunsch beseitigen, uns dem Guten, dem Mitgefühl, und unserer Fähigkeit, das Böse zu bekämpfen, zu öffnen. All das kommt tief aus unseren Herzen. Sie können mir jetzt sagen: „Sicher, das sind alles schöne Worte, aber ich bin weder der gute Samariter noch Mutter Theresa aus Kalkutta.“ Vielmehr ist jeder einzelne von uns wertvoll. Jeder von uns ist in den Augen Gottes unersetzlich. In der Finsternis der aktuellen Konflikte kann jeder von uns eine leuchtende Kerze werden, eine Mahnung, dass Licht die Finsternis überwinden wird, und niemals andersherum.

     

    11:28
    Für uns Christen hat die Zukunft einen Namen, und dieser Name ist Hoffnung. Hoffnungsvoll zu sein, meint nicht, naiv-optimistisch zu sein und die Tragik zu ignorieren, der die Menschheit gegenüber steht. Hoffnung ist die Tugend eines Herzens, das sich nicht selbst in Finsternis verschließt und in der Vergangenheit lebt, das in der Gegenwart nicht einfach klarkommt, sondern die Zukunft sehen kann. Hoffnung ist die Tür, die sich zur Zukunft öffnet. Hoffnung ist ein demütig, verborgener Samen des Lebens, der sich mit der Zeit in einen großen Baum verwandeln wird. Er ist wie unsichtbare Hefe, die den Teig zum Wachsen bringt, die allen Lebensbereichen Geschmack verleiht. Sie kann so viel erreichen, denn ein winziger Lichtschimmer, der sich von Hoffnung ernährt, ist genug, um das Schutzschild der Finsternis zu durchbrechen. Es reicht ein einzelnes Individuum, damit es Hoffnung gibt, und dieses Individuum kannst „du“ sein. Dann gibt es ein weiteres „Du“ und ein weiteres „Du“, und es wird zu einem „Wir“. Beginnt Hoffnung also, wenn es ein „Wir“ gibt? Nein. Hoffnung beginnt mit einem „Du“. Wenn es ein „Wir“ gibt, beginnt eine Revolution.

     

    13:16
    Die dritte Botschaft, die ich heute mit Ihnen teilen möchte, handelt von einer Revolution: der Revolution der Zärtlichkeit. Was ist Zärtlichkeit? Das ist greifbare und konkrete Liebe. Es ist eine Bewegung, die in unseren Herzen beginnt und die Augen, die Ohren und die Hände erreicht. Zärtlichkeit meint, die Augen zu nutzen, um den anderen zu sehen, unsere Ohren, um den anderen zu hören, den Kindern, den Armen zuzuhören, jenen, die Angst vor der Zukunft haben — und auch die stummen Schreie unseres gemeinsamen Zuhauses zu hören, unserer kranken und verschmutzten Erde. Zärtlichkeit meint, unsere Hände und unser Herz zu nutzen, um den Anderen zu trösten, um uns um die Bedürftigen zu kümmern.

     

    14:14
    Zärtlichkeit ist die Sprache kleiner Kinder und derjenigen, die den anderen brauchen. Die Liebe eines Kindes für Mutter und Vater wächst durch Berührung, Blick, Stimme und Zärtlichkeit. Ich mag es, wenn ich Eltern mit ihren Babys sprechen höre, wie sie sich dem Kleinkind anpassen, um die gleiche Gesprächsebene zu finden. Das ist Zärtlichkeit: mit dem anderen auf einer Ebene zu sein. Gott selbst stieg als Jesus herab, um auf unserer Ebene zu sein. Den gleichen Weg nahm der gute Samariter. Diesen Weg nahm Jesus selbst. Er erniedrigte sich, er durchlebte seine gesamte menschliche Existenz mit der konkreten Sprache der Liebe.

     

    15:23
    Ja, Zärtlichkeit ist der Pfad der Wahl für die mächtigsten, mutigsten Männer und Frauen. Zärtlichkeit ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Es ist der Pfad der Solidarität, der Pfad der Demut. Erlauben Sie mir, es laut und deutlich zu sagen: Je mächtiger man ist, desto mehr werden sich die eigenen Handlungen auf andere auswirken, desto mehr ist man verpflichtet, demütig zu handeln. Ansonsten wird Ihre Macht Sie und andere ruinieren. Es gibt ein Sprichwort in Argentinien: Macht ist wie Gin auf leeren Magen zu trinken. Man fühlt sich schwindlig, betrinkt sich, verliert seine Balance und schadet schließlich sich selbst und allen um einen herum, wenn man seine Macht nicht mit Demut und Zärtlichkeit verbindet. Durch Demut und konkrete Liebe hingegen wird Macht — die höchste und stärkste Form — ein Dienst, die Kraft des Guten.

     

    16:53
    Die Zukunft der Menschheit liegt nicht allein in der Hand von Politikern, großen Anführern, großer Unternehmen. Ja, sie haben enorme Verantwortung. Aber die Zukunft liegt vor allem in den Händen der Menschen, die den anderen als „Du“ und sich selbst als Teil eines „Wir“ erkennen. Wir alle brauchen einander. Daher denken Sie auch mit Zärtlichkeit an mich, damit ich die mir übertragene Aufgabe erfüllen kann, zum Wohl des anderen, jedes einzelnen, zu unser aller Wohl.

    Vielen Dank.“

    Sehr berührende und bemerkenswerte Worte. Er bringt es auf den Punkt, was von vielen noch übersehen und unterschätzt wird. Was für eine aufmunternde Rede. Was für eine Chance. Danke an Papst Franziskus 🙏

    Wacht auf. Hört in euch hinein. Hört auf euer Herz.

    Herzliche Grüße euer Harley

  • Energiefeld des Friedens & Friedensweg

    Energiefeld des Friedens & Friedensweg


    Liebe Freunde und Freundinnen, sehr geehrte Damen und Herren,

    haben Sie schon einmal einen Tag lang an sich selbst beobachtet, wie oft Sie etwas oder jemanden ablehnen, verurteilen oder kritisieren? Zu wem und was Sie alles ‚Nein‘ sagen, oft verbunden mit dem Gefühl von Ärger, Groll oder Wut? Ich empfehle Ihnen sehr, das einmal zu machen. Sie werden vermutlich erstaunt sein, wie oft das geschieht, meistens ist es uns nicht bewusst.

    Sobald wir auf andere Menschen treffen, tendieren wir dazu, sie zu beurteilen. Und dieses Be-Urteilen oder Bewerten wird oft ganz schnell zu einem Ver-Urteilen. Es ist oft mehr als eine pure Gewohnheit, bei vielen hat es schon suchtartige Formen angenommen.

    Hierbei bemerkt kaum jemand, was er damit sich selbst antut und was das Ganze mit ihm zu tun hat. Und es hat immer viel mit uns und der Beziehung zu uns selbst zu tun. Wir haben seit der Kindheit gelernt, vieles an uns selbst abzulehnen mit Gedanken wie „Ich sollte nicht so, sondern anders sein. Ich hätte das nicht tun oder verhindern können. Ich bin nicht gut, liebenswert, erfolgreich, attraktiv, diszipliniert etc. genug.“

    Solange wir uns selbst nicht wertschätzen und lieben, solange wir unsere eigene Vergangenheit nicht würdigen und mit ihr Frieden gemacht haben, solange suchen wir im Außen die Fehler bei anderen und verurteilen das, was wir in Wirklichkeit an uns selbst ablehnen. Die Ablehnung und Ausgrenzung anderer ist der Spiegel unserer Selbstablehnung, des Unfriedens in uns und mit uns selbst. Dieser Unfrieden schwächt unseren Körper und macht uns auf Dauer krank. Ebenso kann jeder spüren, wie sehr wir uns selbst innerlich ablehnen und das fordert andere unbewusst auf, wiederum uns abzulehnen und zu kritisieren. Ein Teufelskreis, aus dem wir jedoch aussteigen können.

    Der Unfriede in der Welt oder in unseren Familien, unserer Nachbarschaft oder an unseren Arbeitsplätzen kann nicht durch Kritik und Ablehnung, nicht durch die Aufrechterhaltung von Ärger und Wut verändert werden. Die Veränderung beginnt erst dann, wenn wir beginnen, den tiefen Unfrieden in uns und unsere Selbstablehnung zu verstehen, die wir durch die eigenen Glaubenssätze der Minderwertigkeit, Scham und Schuld aufrechterhalten. Erst wenn wir unser Herz öffnen für die Liebe zu uns selbst, die bewusste Annahme und das bejahende Durchfühlen unserer Gefühle, erst dann kann in uns und daraufhin in unserem Umfeld etwas Neues beginnen.

    Ich bitte Sie: Treffen Sie eine grundlegend neue Entscheidung für den Frieden in Ihrem Inneren. Sie besitzen sowohl die Schöpferkraft als auch die Liebe, mit denen Sie Ihre Innenwelt in eine Welt des Friedens verwandeln können. Nehmen Sie die vielen kleinen und größeren Urteile zurück, die Sie über sich selbst gefällt haben und täglich erneuern oder aufrecht halten. Sie haben es – wie jeder andere Mensch in Ihrem Leben auch – immer so gut gemacht, wie Sie es konnten. Sie haben Ihr Bestes gegeben. Und das ruft nach Anerkennung und Wertschätzung. Mit einem offenen, liebenden, verstehenden Herzen können Sie heute vieles anders und neu machen. Erschaffen Sie eine Welt des Friedens von innen nach außen und halten Sie Ihr Herz offen für die, die das noch nicht können.

    Und wer sich  in der Gemeinschaft für den Frieden engagieren möchte, der möge im Mai eine Strecke des Friedensweges gehen, der überall in Deutschland stattfindet. Hierdurch verstärkt sich das Energiefeld des Friedens.

    Alle Details über diese Bewegung und die verschiedenen Wanderweg und Treffpunkte findet ihr unter www.friedensweg.org

    Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Mai, der – wie wir sagen – alles neu macht in der Natur und so vielleicht auch in Ihnen und Ihrem Leben.

    Mit herzlichen Grüßen
    Ihr Robert Betz

    http://robert-betz.com/

  • Richard David Precht – Tiere denken » veganmagazin

    Richard David Precht – Tiere denken » veganmagazin


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    Richard David Precht – Tiere denken

     
    Richard David PrechtRichard David Precht ist einer der bekanntesten Philosophen Deutschlands. Der Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik wurde durch seine populärwissenschaftliche Bücher bekannt. Sein erfolgreichstes Buch »Wer bin ich und wenn ja, wie viele?« belegte lange Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste und wurde in 32 Sprachen übersetzt. Richard David Precht setzt sich in seinen Büchern mit aktuellen philosophischen Fragen auseinander und macht diese Themen, mit seinem unkonventionellen Stil und einer lebhaften und einfachen Sprache, für eine breite Öffentlichkeit zugänglich.

    Nun veröffentlichte Precht ein neues Buch, in dem er sich mit Fragen des Mensch-Tier-Verhältnisses und der gesellschaftlichen Debatte um Tierrechte beschäftigt. »Tiere denken« ist eine überarbeitete Neuauflage seines 1997 erscheinenden Buches »Noahs Erbe« und zeichnet ein Bild der aktuellen Kontroverse um den Umgang mit sogenannten »Nutztieren«.

    Richard David Precht, der selbst kein konsequenter Vegetarier ist, stellt in seinem Buch tierethisch relevante Fragen, analysiert die verschiedenen Tierrechtstheorien und versucht einen eigenen praktikablen moralischen Ansatz zu finden. Obwohl kein Verfechter einer radikalen Tierethik zugunsten der Tiere, befeuert sein Buch aufs Neue die in unserer heutigen Zeit immer wichtigere Frage nach der Behandlung unserer Mitlebewesen und bringt das Thema in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Schon deshalb hat das Buch höchste gesellschaftliche Relevanz.

    Interviwew mit Richard David Precht

    Fernab von TV-Auftritten und Talk-Runden wollten wir wissen, was Richard David Precht wirklich zum Thema vegan denkt und haben ihn auf der Frankfurter Buchmesse interviewt.

    Herr Precht, sie kennen das Zitat von Albert Schweitzer. Er hat gesagt: »Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen.« Sie haben die Tür geöffnet und ein Buch über Tierrechte geschrieben. Warum?

    Das Mensch-Tier-Thema ist, mehr als jedes andere, mein Lebensthema. Die Tierfrage ist für mich elementar und rein wissenschaftlich interessiert mich auch alles, was in der Schnittmenge zwischen Philosophie und Biologie liegt. Auch deswegen habe ich vor 20 Jahren schon mal ein Buch geschrieben namens »Noas Erbe«, welches ich jetzt Revue passieren lasse. Natürlich ist einiges dazugekommen, einiges hat sich auch geändert.

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    Sie plädieren in ihrem Buch »Tiere denken« für eine praktikable Tierethik, die nicht auf Gerechtigkeit, Freiheit und andere Werte setzt, weil Menschen kaum empfänglich für moralische Werte sind. Die praktikable Ethik fragt sich hingegen, welche Rolle Tiere innerhalb eines »Miteinander-Klarkommens« realistisch spielen können. Welche Rolle würden Sie den Tieren denn in einer praktikablen Tierethik zuschreiben?

    Das ist eine gute Frage. Das Grundgefühl, welches mich im Umgang mit Tieren antreibt, ist die Faszination dafür, dass es in einer Welt in der alles nur noch von Menschen gemacht ist, irgendetwas gibt, was nicht vom Menschen gemacht ist und was ich bewundere, für den eigenen Weg in der Evolution. Faszination – das ist meine Haltung, die ich gegenüber Tieren habe. Ich würde mir wünschen, dass die Grundachtung vor dem Tier als anderes Lebewesen tief verankert wäre, was auch immer der Einzelne für praktische Konsequenzen daraus zieht.

    Der für mich wichtigste Teil im Buch ist der, in dem ich mich Schritt für Schritt mit den Tierrechtsphilosophien wie der von Peter Singer und Tom Regan auseinandersetze und zu dem Schluss komme, dass deren Sichtweisen nicht stringent sind. Was nicht heißt, dass ich nicht mit vielen in diesen Tierrechtsphilosophien sympathisiere. Für Peter Singer ist zum Beispiel die Leidensfähigkeit entscheidend in der Frage nach einem Lebensrecht für Tiere. Dazu ein Beispiel: Man könnte Hühner gentechnisch so manipulieren, dass sie kein Leiden mehr empfinden. Dann könnte man als Vertreter von Singers Tierethik kein Argument mehr gegen Legebatterien vorbringen. Ich bin aber total sicher, dass Singer auch dann gegen Legebatterien wäre. Das heißt aber, dass so wie seine Ethik aufgebaut ist, sie offensichtlich von ihm gar nicht geführt ist. Das gleiche Argument gilt auch bei Tom Regan. In seiner Tierrechtsphilosophie geht es nicht primär um Leidensfähigkeit, sondern um Bewusstseinsfähigkeit und den inhärenten Wert, den jedes Tier mit Bewusstseinsfähigkeit hat.
    »Nach Regans Theorie sind die Interessen aller Lebewesen mit inhärentem Wert prinzipiell gleich zu achten.« Und da bringe ich das Beispiel mit dem Versuchskaninchen, welches in einer philosophischen Überlegung, das gleiche Lebensrecht hat wie Hunderttausende an einer Seuche erkrankter Menschen. Würde Regan selbst Hunderttausende Menschen sterben lassen, weil das Leben eines Kaninchens genauso viel wert ist? Was ich damit nur zeigen wollte, war, dass diese sehr sympathischen Tierrechtstheorien, so wie sie normiert sind, nicht funktionieren. Obwohl ich den Impuls der beiden teile.

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    Sie sprechen sich in ihrem Buch für eine Ethik des Nichtwissens aus. Können Sie kurz erklären, was sie damit meinen.

    Der Mensch glaubt, mit holzhackerischer Sicherheit über alles Mögliche urteilen zu können. Es ist ja für mich schon ausgeschlossen, über ihr Bewusstsein zu urteilen. Ich muss mir aus Indizien heraus ein Bild davon machen. Beim Elefantenrüsselfisch oder beim Kraken ist es nahezu unmöglich. Nachdem wir aus Indizien Bewusstseinsfähigkeit, Leidensfähigkeit und all diese Dinge erkennen können, sollten wir ganz vorsichtig sein darüber zu urteilen, uns überlegen zu fühlen und zu meinen, dass wir alles mit Tieren machen können. Mir geht es um einen Sensibilisierungsprozess, und zwar pädagogisch und strategisch. Das ist der Grund, warum ich jetzt nicht sage: »Leute ihr dürft kein Fleisch mehr essen.« Dafür gibt es genug Bücher, die das machen. Und das ist auch alles korrekt. Aber ich will die Leute da abholen, wo sie stehen und die Klientel erreichen, die ich mit den Hardcore-Argumenten nicht kriege.

    Das heißt, wir müssen die Sensibilisierung fördern, sodass sie sich auf die Tiere ausweitet?

    Ja. Das hat sie ja schon. Tatsächlich ist ja die Sensibilität gegenüber Tieren viel höher als zu anderen Epochen. Und wenn die Sensibilität immer weiter steigt, wiegt das Verdrängte immer schwerer und dann passiert irgendwann was.

    Aber auch sie argumentieren im Buch mit Vernunft. Appellieren sie an die Vernunft oder an die Sensibilität?

    An die Sensibilität. Aller ethischer Fortschritt ist keine Vernunftfrage, sondern eine ethische Sensibilisierungsfrage. Ich muss diese Angelegenheit als etwas erkennen, was mich in meinem Inneren betrifft. Das ist auch eine Erziehungs- und eine Umfeldfrage. Wenn heute in einer Schulklasse zwei Veganer sind, dann fängt man an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen. Man fängt an über Leute, die man mag, die Frage mit zu sich rüberzuziehen. Das ist der Prozess, wie ethischer Fortschritt entsteht. Er entsteht nicht dadurch, dass ich eine große Rechnung aufmache und ganz genau erkläre, was wir nicht tun dürfen. Je mehr man an die Vernunft appelliert, desto eher wird man als Spinner gesehen.

    Gleichzeitig hat der Mensch nur eine gewisse Kapazität für Sensibilisierung. Wenn ich alles Elend dieser Welt zu meiner Angelegenheit mache, kann ich keine Nacht mehr schlafen. Deswegen haben wir auch diesen gesunden Verdränungsmechanismus. Es ist nicht falsch, dass Menschen verdrängen können.

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    Eine amerikanische Journalistin, die in Schlachthäusern recherchiert hat, hat einmal im Gespräch mit einem Schlachthausmitarbeiter gesagt: »Ich hasse nicht dich, sondern das, was du machst.« Das war ihre Lösung.

    Aber noch einmal zurück zur Moral. Sie hatten im Jahr 2012 ein Gespräch mit dem Philosophen Robert Spaemann in einer Sendung im ZDF. Ihm zufolge sei es verwerflich und unmoralisch Tieren leiden zuzufügen, weil es das Tier um das betrügt, was es an Positiven hat. Für ihn war es aber gleichzeitig völlig legitim ein Tier zu töten und zu essen, solange man ihm kein Leid zufügt. Schauen wir uns die Fleischproduktion an; dabei ist es egal ob konventionell, Bio oder vom Bauern um die Ecke; dann müssen wir sagen, dass alle Tiere erheblich in der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie leiden. Müsste man dann nicht auch sagen Fleischessen ist unmoralisch?

    Ja, Fleischessen ist unmoralisch. Aber ich plakatiere das nicht. Es ist eine strategische Frage. Ich finde die Idee des Meliorismus von Jean-Claude Wolf super. »Melio« heißt besser, also die Ethik nicht in gut und böse zu teilen, sondern in gut, besser und am besten. Laut dessen also gut, wenn man Flexitarier ist, besser Vegetarier und am besten aber Veganer. Fangen wir mit gut an, nicht mit am besten.

    Wir sagen immer, jeder Schritt in die richtige Richtung ist unterstützenswert und das Beste ist natürlich, wenn man es schafft, vegan zu werden und dann konsequent ist. Jetzt müssen wir es noch schaffen die wirtschaftlichen Bereiche zu transformieren.

    Das klappt ja im Augenblick Schritt für Schritt alles ganz gut, nur dass man an das Massentierhaltungs-Kerngeschäft nicht rankommt. Wir brauchen einen zusätzlichen Markt neben den Bestehenden, der wächst und irgendwann so groß wird, wie der andere. Da kommen wir dann zum Thema Laborfleisch. Das mit dem Laborfleisch hat leider nur einen Haken. Zellteilung ist relativ langsam. Wenn man das beschleunigen könnte, wäre das Hauptproblem gelöst. Die Frage ist also, wie beschleunigen wir diese Zelteilung, sodass das Laborfleisch günstiger wird als das Massentierhaltungsfleisch.

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    Die Zukunftsversion wäre also, dass durch die Weiterentwicklung dieser in-vitro Technik dieses Fleisch viel wirtschaftlicher und rentabler wird und dadurch die Fleischindustrie abgelöst wird?

    Ja, so ist das. Und die Leute, die dahinter stecken, erkennen, dass das wirklich die Lösung eines globalen Menschheitsproblems ist. Wenn 80% des Wassers in den Entwicklungsländern von Tieren weggesoffen werden und 50% der Getreideproduktion an Tiere verfüttert wird und der Regenwald abgeholzt wird für die Felder, ist es nicht möglich die wachsende Menschheit mit Fleisch zu versorgen, ohne den Planeten zu zerstören.

    Das heißt doch aber auch, dass eine vegane Welt nicht nur vernünftig, sondern auch absolut realistisch ist.

    Ja, ich glaube tatsächlich, dass Fleischessen irgendwann ausstirbt. Nicht ganz so schnell, aber ich würde sagen in der Generation meiner Enkel, also vielleicht in 15 – 20 Jahren, werden die Kinder selbstverständlich damit aufwachsen kein Fleisch zu essen. Die Leute, die das dann noch tun, werden sehr merkwürdig angeguckt werden. Und ich glaube, dass wir in 40 – 50 Jahren noch 3 Schlachthäuser haben als Gedenkstätten. Da gehen dann die Schulklassen durch, um sich zu erinnern was wir früher mit Tieren gemacht haben und werden sich gruseln und fragen »Opa, warum hast du das eigentlich mitgemacht?«

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    Sollten wir nicht heute schon die Moralvorstellung Tiere nicht mehr zu töten als Maxime für unsere Gesellschaft übernehmen und uns dazu auch öffentlich bekennen?

    Das machen Sie ja auch. Da spricht nichts dagegen. Die Frage ist die Mehrheitsbeschaffungsfrage. Wie gewinne ich dafür eine Mehrheit? Auf zwei Arten: das was sie machen aber ich meine auch durch das, was ich mache. Ich darf niemanden ethisch überfordern, wie den notorischen Fleischesser, dem ich sage »du böser Mensch, du darfst das nicht tun«. Ein erwachsener Mensch, der das zwanzig Jahre lang gemacht hat, wird sagen, ihr habt mir nichts zu sagen. Ich versuche ihn da abzuholen, wo er steht, und versuche durch das Buch einen Denkprozess in Gang zu setzen. Das ist sozusagen die strategische Arbeit, die ich mache. Sie machen eine andere Arbeit. Sie bauen sozusagen eine vegane Zukunftskultur auf. Meine Aufgabe liegt eher darin, die Leute zum Nachdenken zu bringen.

    Sie kritisieren in ihrem Buch die Zielsetzung von Tierrechtlern, also die Befreiung aller Tiere, und skizzieren als Folge den »Totalverlust des Tieres« in unserer Gesellschaft und damit eine Entfremdung von den Tieren. Wir können uns doch aber trotzdem an Tieren sensibilisieren, wenn wir zum Beispiel in den Wald gehen und freie Tiere beobachten. Es gibt auch Konzepte wie Zoopolis, die das Zusammenleben mit Tieren zum Beispiel in Städten beschreiben.

    Da bin ich ja dafür, ich sehe aber trotzdem den Verlust. Ferien auf den Bauernhof sensibilisiert viele.

    Ferien auf dem Lebenshof.

    Ja aber die Frage ist relevant für die Zoofrage. Exotische Tiere würden verschwinden.

    Aber worin liegt der Wert, dass wir einen Löwen im Zoo sehen? Warum sollten wir das haben müssen?

    Wenn ich das früher nie gesehen hätte, hätte ich das Buch nie geschrieben. Meine Sensibilisierung für Tiere ist über die Zoos gegangen.

    Aber ist das jetzt nicht ein Fehlschluss, wenn sie sagen, weil es bei mir so war, sollten wir die Zoos erhalten?

    Ich würde sagen, weil es bei mir so war, sehe ich das Potential, das es auch bei vielen anderen so sein kann. Das glaube ich zumindest. Aber natürlich, ein Zoo, wo einem die Tiere leidtun, erfüllt die Funktion nicht. Aber ich könnte mir Zoos vorstellen, die diese Funktion erfüllen.

    Wenn unsere Leserinnen und Leser, die ja hauptsächlich schon vegan sind, jemanden in der Familie oder im Umfeld haben, der noch Fleisch kauft. Was würden Sie den Leuten empfehlen, wie man an dieses Problem herangeht?

    Ein gutes Buch schenken, zum Beispiel. Keine Werbung, das meine ich ernsthaft. Oder, wenn man ganz perfide ist und jemanden kennt, der jemanden kennt, dann eine Legebatterie besichtigen.

    Waren sie schon mal in einer Legebatterie?

    Ja das war in den 90ern. Also lange her.

    Würden Sie heute noch in eine Mastanlage gehen, wenn man es ihnen anbieten würde.

    Ja würde ich.

    Eine letzte Frage: Leben sie schon vegan, wenn nicht wann dann?

    Ich kenne mich selber nicht gut genug, um diese Frage beantworten zu können aber ich wünsche Ihnen und ihrer Bewegung alles Gute.

    http://veganmagazin.de/2016/richard-david-precht/

  • Christian Felber: Ethischer Welthandel ist möglich

    Christian Felber: Ethischer Welthandel ist möglich


     

    Warum ethischer Welthandel möglich ist – Ein Plädoyer.

    Nach den Protesten gegen CETA und TTIP und Trumps Kurswechsel ist die internationale Handelspolitik in der Krise. Diese könnte als Chance zur Schaffung eines ethischen Handelssystems genutzt werden.

    Hand aufs Herz: Wenn du die Entscheidung treffen könntest, würdest du systemrelevante Banken zulassen oder ihnen eine Größengrenze vorgeben? Würdest du den Kapitalverkehr in Steueroasen freimachen oder an die Bedingung der Steuerkooperation knüpfen? Würdest du den Welthandel in der UNO regeln, abgestimmt mit den Menschenrechten, Arbeitsrechten, Umwelt- und Klimaschutz und Verteilungsgerechtigkeit – oder außerhalb in der Welthandelsorganisation WTO, in der die Beachtung der Menschenrechte, der Klimaschutzes und des sozialen Zusammenhalts keine Rolle spielen? Würdest du transnationalen Konzernen – im Unterschied zu den Menschen, die von ihren Geschäften betroffen sind – Sonderrechte in die Hand geben, damit sie auf „indirekte Enteignung“ und „unfaire Behandlung“ klagen können?

    Ein klares NEIN gegen TTIP und CETA

    Die traurige Nachricht ist, dass unsere Regierungen und Parlamente all dies so entschieden haben, in Parlamentsbeschlüssen, in EU-Richtlinien, in WTO-Abkommen und in bilateralen Freihandels- und Investitionssschutzabkommen wie TTIP und CETA. Ganz ohne Trump.

    3,5 Millionen EU-BürgerInnen haben gegen TTIP und CETA unterschrieben, nachdem die Kommission, die von niemandem von uns für diese Aufgabe gewählt wurde, ein formales BürgerInnenbegehren zum Stopp der Verhandlungen für unzulässig erklärt hatte. Mit den europäischen Eliten ist derzeit keine feine Globalisierung zu machen!

    Die gute Nachricht: zivilgesellschaftliche Organisationen haben konkrete und überzeugende Ideen für einen gerechteres und nachhaltiges Welthandelssystem:

    Die Spielregeln sollten besser in der UNO in Abstimmung mit den Menschenrechten, Arbeitsrechten, Umwelt- und Klimaschutz, Steuerkooperation und Fusionskontrolle gemacht werden. Wer sich beteiligt, handelt frei; wer nicht kooperiert, zahlt Zölle.
    Ärmeren Länder dürfen sich länger und stärker schützen als reichere, bis sich die Wohlstandskluft geschlossen hat.
    Demokratischer Spielraum muss erhalten bleiben: Ein ethisches Handelsabkommen muss sich tragen wie ein „Tanzkleid“ statt wie eine „Zwangsjacke“ (Thomas Friedman).
    Fokus auf lokale und regionale Wirtschaftskreisläufe: Der Weltmarkt sollte das Salz in der Suppe sein, nicht die Suppe selbst. Die Suppe muss ohne völkerrechtliche Verbote lokal gekocht werden dürfen.
    Damit der demokratische Spielraum nicht zu Lasten der Handelspartner geht, verpflichten sich alle Teilnehmer-Staaten an einem Ethischen Welthandelssystem zu ausgeglichenen Handelsbilanzen. Dann können sich Ungleichgewichte weder in die eine Richtung (Griechenland, USA) noch in die andere (Deutschland, China) aufbauen und die Stabilität der Weltwirtschaft gefährden. Seit 1944 liegt ein brillianter und detaillierter Vorschlag dazu von John Maynard Keynes vor: die „International Clearing Union“. Jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt für ihre Umsetzung!
    Die Macht der Weltkonzerne muss begrenzt werden. Wer Zugang zum Weltmarkt wünscht, darf eine bestimmte Größenschwelle nicht überschreiten (z. B. 10 Milliarden Euro Umsatz), nicht mehr als einen maximalen Anteil am Weltmarkt halten (z. B. 0,5%) und muss eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen. Fällt das Ergebnis der Gemeinwohl-Bilanz unter eine Mindestschwelle, erlischt die „Lizenz zum Handeln“: So bleibt die Verbindung zwischen (Wirtschafts-)Freiheit und (sozialer) Verantwortung intakt. Und dem Dumping in allen Disziplinen wird ein effektiver Riegel vorgeschoben.

    Ethischer Welthandel – WIR können den Unterschied machen

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    Ethischer WelthandelDie Frage ist, wer so ein alternatives ethisches Handelssystem entscheiden könnte. Eine mögliche Antwort lautet: Wenn nicht unsere Vertretung in Regierungen und Parlamenten, dann wir – der demokratische Souverän – selbst. Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung hat den Prototypen eines „demokratischen Handelskonvents“ konzipiert, der in jeder Familie, Firma, Organisation oder Kommune durchgeführt werden kann. Ein solcher Konvent behandelt die 20 Schlüsselfragen der Handelspolitik, zu denen kein spezifisches Fachwissen nötig ist, sondern ein offener Geist und ein offenes Herz.

    Die Methode des „systemischen Konsensierens“, bei der mehrere Alternativen zur Wahl stehen und diejenige, welche den geringsten Widerstand hervorruft, gewinnt, siebt polarisierende Vorschläge verlässlich aus. Es gewinnt der „empathischste“ Lösung, welche die umfassendsten Rücksichten nimmt – darunter selbstverständlich die Freiheitsbedürfnisse aller. Genau darum geht es letztendlich: Die Freiheit von uns allen zusammen genommen so gering wie möglich einzuschränken – und dadurch zu maximieren. Das Ergebnis einer solchen Gesamtsicht, darauf deuten erste „Laborversuche“ an der Wirtschaftsuniversität Wien hin, weder Freihandel noch Protektionismus, sondern: Ethischer Welthandel.

    Die Wirtschaftsfreiheiten bleiben erhalten, sie werden aber durch intelligente Leitplanken „eingespannt“ für die höheren Werte: Menschenrechte, Verteilungsgerechtigkeit, Klimaschutz, sozialer Zusammenhalt, kulturelle Vielfalt und regionale Resilienz. Das scheinen aber unsere VertreterInnen in Regierungen und Parlamenten gegenwärtig nicht zu wollen. Als freie und souveräne StaatsbürgerInnen könnten wir es Ihnen vorzeigen – in selbstorganisierten „Kommunalen Handelskonventen“.

    Euer Christian Felber

    Hier geht es zur Homepage von Christian

    Hier findest du sein neues Buch

    Und dieses Porträt über Christian ist auch heute im Compassioner erschienen:

    compassioner.com/allgemein/wirtschaft-wuerde-portraet-christian-felber/

    http://compassioner.com/allgemein/kolumne-christian-felber-ethischer-welthandel/?action=like

  • Jungsteinzeitliche Astronomen nutzten Kreisgrabenanlage bei Quedlinburg für Beobachtungen von Sonne und Sirius

    Jungsteinzeitliche Astronomen nutzten Kreisgrabenanlage bei Quedlinburg für Beobachtungen von Sonne und Sirius


    Blick auf die Ausgrabungsarbeiten an der Kreisgrabenanlage nahe Quedlinburg.
    Copyright/Quelle: Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin

    Berlin (Deutschland) – Errichtet wurde die fast 100 Meter durchmessende Kreisgrabenanlage bei Quedlinburg in der frühen Jungsteinzeit vor rund 6.800 Jahren. Genutzt wurde sie – das zeigen jetzt die Ergebnisse mehrjähriger Ausgrabungen – unter anderem für astronomische Beobachtungen des Aufgangs der Sonne und des Fixsterns Sirius.
    „Eine Lücke im äußeren Grabenring war auf den 40 Kilometer entfernten Brocken ausgerichtet, an dessen Flanke man zu den Tag- und Nachtgleichen die Sonne untergehen sah“, berichtet die Pressemitteilung der Freien Universität Berlin (FUB). „Weitere astronomische Untersuchungen legen zudem nahe, dass durch die nach Südost und Südwest ausgerichteten Tore der Auf- und Untergang des Sirius, des hellsten Fixsternes am Nachthimmel, beobachtet werden konnte.“

    http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de
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    „Einzelne Mitglieder der jungsteinzeitlichen Gesellschaft verfügten über komplexes Wissen“, erklärt Dr. Wolfram Schier, FUB-Professor für Prähistorische Archäologie, der die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Grabungen leitete. „Sie scheinen über genug Autorität oder Überzeugungskraft verfügt zu haben, um andere zu einer beträchtlichen gemeinschaftlichen Arbeitsleistung für eine monumentale Anlage ohne erkennbaren ökonomischen Nutzen motivieren.“

    Die Archäologen um Schier sehen in der „Kreisgrabenanlage Quedlinburg I“ ein „Monument des Wissens“. Wie die Untersuchungen zeigen, bestand die Kreisgrabenanlage aus drei ringförmigen, ursprünglich rund 2,5 m tiefen und 3 m breiten Gräben mit V-förmigem Querschnitt und einer, abschnittsweise zwei parallelen Innenpalisaden. „Die vier Tore waren exakt auf jeweils in Blickrichtung gelegene Landmarken ausgerichtet, wie eine genaue Untersuchung anhand eines hochaufgelösten Computermodells der umgebenden Topographie ergab“, berichten die Forscher. „Der äußere Graben weist zusätzlich zwei Unterbrechungen ohne aufwendige Torkonstruktion auf. Eine dieser Grabenlücken ist genau auf den 40 km entfernten Brocken ausgerichtet, an dessen Flanke man zu den Tag- und Nachtgleichen im 48. Jhd. v. Chr. die Sonne untergehen sah.“


    Künstlerische Rekonstruktion der Kreisgrabenanlage von Gosek in Sachsen-Anhalt (Illu.).
    Copyright/Quelle: praehist.uni-halle.de

    Somit lasse sich die Anlage sowohl was ihre Zeitstellung, als auch ihre kulturhistorische Bedeutung betrifft, mit dem bekannten und wiederaufgebauten „Sonnenobservatorium“ von Goseck (dem sog. deutschen Stonehenge) im Burgenlandkreis gleichstellen. Zugleich gebe sie auch bedeutsame Unterschiede in der Konzeption, der baulichen Ausführung und den astronomischen Bezügen: „So kann für alle vier Tore eine Orientierung auf Sonnenauf- oder -untergänge zu bestimmten Jahreszeiten (vor allem Winter- und Sommersonnwende) ausgeschlossen werden. Genauere astronomische Untersuchungen ergaben, dass in den nach Südost und Südwest ausgerichteten Toren offenbar der Auf- und Untergang des Sirius (im Sternbild Großer Hund), des hellsten Fixsternes am Nachthimmel beobachtet werden konnte.“


    Die drei Gürtelsterne des Orion (rechts Mitte) zeigen (hier links abwärts) in Richtung Sirius (links Mitte).
    Copyright: Sch (WikimediaCommons), CC BY-SA 3.0

    Die Kreisgrabenanlagen von Quedlinburg und Goseck unterscheide sich zudem in der Anzahl und Gestaltung ihrer Tore, was widerum belege, dass in der Jungsteinzeit diese einmal entwickelte Idee keineswegs einfach nur kopiert wurde.

    Stattdessen ging der Errichtung der Anlage bei Quedlinburg nicht nur eine längere vorausgehende Beobachtungsdauer bei der Standortwahl voraus, die eine große Sorgfalt bei der Planung der Anlage aufzeigt, sondern es können erstmalig auch vorausschauende Schutzmaßnahmen ihrer Erbauer nachgewiesen werden: „So wurden Abschnitte der Spitzgräben, die unterhalb der Lössauflage in eiszeitliche Schotterschichten eingegraben worden waren, durch das Aufbringen von zähen Lehmaufträgen gegen Erosion geschützt.“
    Statt wie lange Zeit zuvor gedacht, gelten Kreisgrabenanlagen wie die von Goseck und Quedlinburg, aber auch die meisten anderen aus einem weiten Gebiet von Westungarn und Niederösterreich über Mähren und Böhmen bis nach Mitteldeutschland, seit etwa zehn Jahren nicht mehr als Befestigungen oder Siedlungen. Vielmehr gelten sie als Kultanlagen, für die teils astronomische Bezüge wahrscheinlich gemacht werden konnten: „Sofern es sich um die Orientierung von Toren auf Sonnenauf- oder -untergänge handelt, liegt ein Zusammenhang mit jahreszeitlich festgelegten Ritualen und Festen nahe.“

    Die Kreisgrabenanlage von Quedlinburg sei die erste ihrer Art, für die eine Orientierung aller Tore auf markante Anhöhen und Berge in der Umgebung nachweisbar, aber auch ein Bezug auf die Auf- und Untergangspunkte besonders heller Sterne wahrscheinlich ist. „Dies setzt eine besonders komplexe und sorgfältige Beobachtung über mehrere Jahre voraus, ehe man überhaupt mit dem Bau begann“, so die Forscher und führen abschließend aus: „Vermutet wird, dass nicht alle, sondern nur einzelne Mitglieder dieser jungsteinzeitlichen Gesellschaft über dieses komplexe Wissen verfügten, das sie einsetzten, um ihre Mitmenschen zu beeindrucken und Prestige zu gewinnen. Sie scheinen über genug Autorität oder Überzeugungskraft verfügt zu haben, um andere zu einer beträchtlichen gemeinschaftlichen Arbeitsleistung für eine monumentale Anlage ohne erkennbaren ökonomischen Nutzen zu motivieren.“

    © grenzwissenschaft-aktuell.de

    Quelle: Jungsteinzeitliche Astronomen nutzten Kreisgrabenanlage bei Quedlinburg für Beobachtungen von Sonne und Sirius

  • Leipzig Chapter Germany » Ausfahrt zum Wörlitzer Park am 24. Oktober 2015

    Leipzig Chapter Germany » Ausfahrt zum Wörlitzer Park am 24. Oktober 2015


    image image imageTreffpunkt war um 09.00 Uhr an der Tankstelle Schkeuditz. Vorbei am Werbeliner See passierten wir Delitzsch und fuhren weiter in Richtung Seehausener See und am Muldensee vorbei bis zum Großen Goitzsche-See. Da Ines und mir auf dem Mopped doch noch etwas frisch war am frühen Morgen wollten wir an der Trattoria al Faro (bekannt von unseren Sportfesten) einen Kaffee trinken gehen. Leider hatten diese um 10.30 Uhr noch geschlossen und somit fuhren wir dann um die Ecke zum Pegelturm, machten noch ein paar witzige Fotos auf dem Parkplatz und bekamen dann auf der anderen Uferseite unseren Café´. Ines stellte dabei fest, dass sie ja noch gar nichts gefrühstückt hatte und Dirki kam dann auf die Idee, schnell mal einen „Abstecher“ zum Fischereibetrieb und Fischhandel nach Friedersdorf zu fahren, um dort einen Happen zu essen. Ok? Warum nicht? Gesagt, getan und los geht´s.

    Auf dem Parkplatz des Fischereibetriebs wurden wir gleich von einer kreischenden Gänseherde empfangen, die sich lauthals über den Krach der Moppeds beschwerten und keinerlei Anstalten machten, Platz zu machen. In dem kleinen Fischladen, der total versteckt am Waldrand liegt fanden wir Fischraritäten (auch in gutem Whisky eingelegt), Algensalate, Heringsbrötchen und feinste, edelste Gewürze sind dort verkäuflich und so machten uns mit Plastikgabeln und Fischhäppchen auf Papptellern – die wir auf eine Baumscheibe legten – morgens um 11.00 Uhr über die Leckereien her.

    Weiter ging es dann etwas zügiger über Gräfenhainichen und am Barbarasee vorbei nach Wörlitz, wo wir dann vor dem Torbogen “Eichenkranz“ auf Ilona und Matthias trafen, und kehrten ein in´s Restaurant zum „Grünen Baum“. Dort gab es Rouladen „Oranienbaum“ und Droschkenkutscher Schlemmerteller nach Hausmannsart.

    Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Schloss durch den Park. Davor stand schon die Touristenführerin und los ging´s.

    OK Bodo, ich wusste, dass die Führung 2 Stunden dauert, aber über Stock und Stein und 2 mal mit der Fähre und durch unterirdische Gänge und über eine Hängebrücke und das alles ohne Proviant ist für Biker schon hart- aber der Park umfasst doch nur eine Fläche von 112,5 Hektar und ist in halt in ein paar kleine Teile gegliedert. :-)

    Aber wir nahmen es mit Humor, hatten viel Spass- und Ilona immer mehr Durst.
    In ihrer Verzweiflung fragte sie den Fährmann, ob er was zu trinken hätte. Dieser lachte und sagte:“ Ja, jede Menge „Unter Deck“ sogar inclusive Fischrestaurant.“ Ines ging los und sammelte schon Äpfel ein….

    Um kurz vor 15.00 Uhr endete unsere Führung und Dirki war kurz vor dem Einschlafen und es tendierte ihn recht wenig, dass der damalige Fürst Franz ein regelrechter „Lustmolch“ war und 9 uneheliche Kinder gezeugt hatte, von denen man wusste. 🙂  Zur Erinnerung an seine 1768 totgeborene erste Tochter ließ Fürst Leopold III. im Wörlitzer Park die „Goldene Urne“ erstellen, da das Kind nicht beerdigt werden durfte, da es noch nicht getauft war. Beindruckende Bauten, die er errichten ließ – inspiriert durch seinen Reisen durch England und Italien – zierten unseren Weg durch den farbenprächtigen Park.

    Somit hatten wir also unsere Lehrstunden auch hinter uns und bogen ab in Richtung Falknerei. Dort begann um 15.00 Uhr eine Flugshow mit den Künstlern der Lüfte: Den Falken und Adlern, die kurz über unsere Köpfe flogen oder der Kaninchen-Eule, die darauf landete und es gab was zu lachen mit den Geiern „Max und Moritz“, die mit ihrer Gangart an die Albatrosse erinnern.

    Der Durst war aber immer noch da und auch dort gab es kein Bier oder Wasser. Also kehrten wir mit schnellen Schritten wieder in die Richtung „zum Grünen Kranz“ und bestellten uns erstmal große Gläser Mineralwasser und Kaffee.

    Bodo lud uns noch zu einem Krankenbesuch bei seiner Karin ein, wo wir uns über ihren selbstgebackenen Apfelkuchen hermachten – an dieser Stelle nochmal vielen Dank und gute Besserung an Karin – und machten uns bester Laune und doch etwas erschöpft von diesem schönen und ereignisreichen Tag auf den Weg nach Hause.

    Danke an meine sis´ and bro´s. Es war klasse! ✌️ Eure Sandra

     

    Bilder zur Ausfahrt findet ihr hier

    Quelle: Leipzig Chapter Germany » Post Topic » Ausfahrt zum Wörlitzer Park am 24. Oktober 2015

  • Das Spiel mit Griechenland: Geht es auch um die Gasreserven?

    Das Spiel mit Griechenland: Geht es auch um die Gasreserven?


    Unter dem östlichen Mittelmeer sollen große Erdgasvorkommen auf die Erschließung warten. Die Förderung wäre eine Chance zur Emanzipation der EU von Erdgas aus Russland und ein hervorragendes Geschäft für die US-amerikanischen Energiekonzerne. Ein weiterer Aspekt im Spiel mit Griechenland.

    Von Marco Maier

    Große Gasvorkommen wecken Begehrlichkeiten bei jenen, die sich an solchen Bodenschätzen eine goldene Nase verdienen wollen. Jene im östlichen Mittelmeer könnten Schätzungen zufolge mehrere Billionen Euro wert sein. Umso verständlicher ist der Druck aus der Lobbyistenhochburg des Finanzkapitals – Washington – auf die EU-Politiker. Denn neben dem enormen geostrategische Wert Griechenlands, gibt es auch direkt in Dollars umzuwandelnde Werte zu holen.

    Somit haben die Amerikaner, die im Öl- und Gasgeschäft besonders aktiv sind, natürlich ein besonderes Interesse daran, dass Griechenland nicht fallengelassen wird und dieses sich dann Russland zuwendet, welches vor allem auch in religiöser und kultureller Hinsicht eng mit den Hellenen verbunden ist. Gleichzeitig kann man es den „dummen Europäern“ so verkaufen, dass sie sich trotz Übervorteilung durch die US-Konzerne noch als Sieger fühlen: Russland, welches von den EU-Politikern zum Feind stilisiert wird, als derzeit wichtigster Gaslieferant Europas wäre mit der Erschließung der Gasvorkommen im Mittelmeer über kurz oder lang aus dem Rennen.

    Es ist nun einmal so, dass sich die Europäer lieber vom Amerikaner übers Ohr hauen lassen, als saubere Geschäfte mit dem großen Nachbarn im Osten zu machen. Und wenn die griechischen Erdgasreserven angezapft werden, dann kann man sich sicher sein, dass diese – wie beispielsweise in Afrika – fleißig geplündert werden und davon lediglich ein paar Politbonzen und die Aktionäre der Energiekonzerne davon profitieren, während dem griechischen Volk und dem griechischen Staatshaushalt davon so gut wie nichts zugute kommt.

    Würden es die Griechen richtig machen, gäbe es ein Joint-Venture mit europäischen Unternehmen, bei dem der griechische Staat mindestens 67 Prozent der Anteile hält und die Arbeiterschaft vornehmlich aus Griechen besteht. Damit würden die Partner noch gut verdienen und Griechenland könnte sich aus der Schuldenfalle befreien. Doch da dies den Geschäftsplänen der mächtigen US-Energieindustrie zuwider läuft, wird natürlich mit allen möglichen Mitteln interveniert.

    Dem Vernehmen nach wurden sogar bereits sämtliche Konzessionen zur Ausbeutung von Rohstoffen (wie Öl, Gas, Erze, Minerale…) unter dem Deckmantel der „Privatisierung und Schuldentilgung“ unter fleißiger Mithilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) an internationale Konzerne übertragen. Da hat die korrupte Politikerkaste der konservativen Nea Dimokratia und der sozialdemokratischen PASOK (also den Schwesterparteien von CDU/CSU/ÖVP und SPD/SPÖ) ganze Arbeit geleistet.

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