Kategorie: Deutschland

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  • Hells Angels und Bandidos kämpfen plötzlich gemeinsam, gegen…

    Hells Angels und Bandidos kämpfen plötzlich gemeinsam, gegen…


    Ließ ein Rechtsgutachten anfertigen: Lutz Schelhorn (56), Sprecher der Hells Angels.

    Von Alexander Bischoff

    Leipzig – Auf der Straße sind sie Rivalen, doch im Kampf um die Kutten vereint: Sachsens Hells Angels drücken derzeit den Bandidos die Daumen. Denn die sind kurz davor, das landesweite Verbot von Rocker-Symbolen zu kippen. Mit Schützenhilfe der Höllenengel! Der Showdown findet nächste Woche vor dem Bundesgerichtshof (BGH) statt. 

    Seit einem Jahr ist es auch Hells Angels in Sachsen verboten, den geflügelten Totenkopf öffentlich zu tragen. Und das, obwohl das Leipziger Charter (Niederlassung) weder verboten ist noch bisher durch Schwerkriminalität auffiel.

    Sachsens Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) stützte sich bei dem Kutten-Erlass auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg. 30 Jahre nach dem Verbot des dortigen Angels-Ablegers waren die Richter der Meinung, dass das Tragen der Club-Symbole auch allen anderen Regionalclubs verboten sei.

    Seit einem Jahr in Sachsen verboten: Das Colour der Hells Angels.

    In ihrer Anti-Rocker-Strategie zogen die Landesinnenminister gleich auch den Bandidos die Kutten aus. Doch die widersetzten sich erfolgreich. Nachdem das Landgericht Bochum das Kutten-Verbot bereits für rechtswidrig erklärte, ist die Sache jetzt als Musterprozess beim BGH anhängig.

    Schützenhilfe bekommen die Bandidos von den Hells Angels, die vom renommierten Strafrechts-Professor Bernhard Haffke (71) ein Rechtsgutachten erstellen ließen. Der kommt darin zu dem Schluss, dass Kutten-Verbote wie in Sachsen rechtswidrig sind! Die Höllenengel stellten das Gutachten nun ins Internet. „Wir wollen damit den Bandidos und allen anderen betroffenen Clubs helfen“, sagte Angels-Sprecher Lutz Schelhorn (56) der MOPO.

    Nächsten Donnerstag will der BGH eine Grundsatzentscheidung verkünden. Fällt die in ihrem Sinne aus, wollen Sachsens Höllenengel ihre Totenköpfe sofort wieder anlegen – trotz sächsischer Verbotsverfügung.

    Mehr zum Thema:

    MOPO-Rocker-Serie

    Fotos: Jens Fuge, Alexander Bischoff, imago

    viaHells Angels und Bandidos kämpfen plötzlich gemeinsam, gegen… – MOPO24.

  • Keine russischen Hacker: Die meisten Cyber-Angriffe kommen aus den eigenen Reihen

    Keine russischen Hacker: Die meisten Cyber-Angriffe kommen aus den eigenen Reihen


    Die meisten Cyber-Angriffe gegen Unternehmen kommen nicht von russischen oder chinesischen Hackern, sondern von ehemaligen Angestellte, Dienstleistern mit Systemzugriff oder arglosen Mitarbeiter, die Opfer von Kriminellen geworden sind. Ebenfalls gefährlicher als die Geheimdienste sind Spam-Attacken, die davon profitieren, dass viele Nutzer sich im Internet immer noch bewegen wie die Anfänger.

    Cyber-Angriffe stammen meist von ehemaligen Mitarbeitern oder Dienstleistern mit Admin-Zugang - und nicht von den Russen oder Chinesen. (Foto: dpa)

    Das Märchen von den russischen Hacker-Angriffen wird durch eine neue Untersuchung entzaubert, wonach ausländische Geheimdienste und dunkle Hacker in der Regel nicht die Schuldigen am System-Absturz durch eine Cyber-Attacke tragen. Zuletzt war diese Variante beim Server-Crash im Deutschen Bundestag ins Spiel gebracht worden – ohne jeglichen Beleg, wie sich kurz darauf herausstellte. Auch die US-Regierung gibt gerne an, dass wahlweise entweder die Russen oder die Chinesen hinter Cyber-Attacken stehen. Deshalb hat Präsident Barack Obama sogar einen Erlass herausgegeben, mit dem die Regierung einen anderen Staat militärisch bekämpfen kann, wenn sie ihn für einen Cyber-Aggressor hält.

    Zuletzt hatte man sogar den nordkoreanischen Diktator Kim verdächtigt, die Sony-Emails geknackt zu haben. Wie sich dann herausstellte, dürfte es sich allerdings eher um einen frustrierten ehemaligen Mitarbeiter gehandelt haben, der das Film-Unternehmen bloßstellte.

    Und genau solche Leute sind tatsächlich meist die Urheber von System-Crashs: Rund die Hälfte aller Cyberattacken auf Unternehmen kommt nämlich aus den eigenen Reihen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue IBM 2015 Cyber Security Intelligence Index. Unter den Angreifern finden sich oft ehemalige Angestellte, Dienstleister mit Systemzugriff oder arglose Mitarbeiter, die Opfer von Kriminellen werden. Rund ein Viertel der Attacken geht auf unbedachte Anwenderfehler zurück, etwa beim Klicken auf präparierte Links in Spam-E-Mails. Nicht umsonst ist der Anteil von mit Schadsoftware infiziertem Spam seit 2013 von einem auf aktuell vier Prozent angestiegen, wie aus dem zweiten neuen Report, dem neuen IBM X-Force Threat Intelligence Quarterly Report hervorgeht. Unterm Strich gehören „unbefugte Zugriffe“ damit heute zu den häufigsten Sicherheitsvorfällen.

    „Wir sprechen viel darüber, dass Cyberattacken das Werk anonymer Profihacker sind, die mit ihrem Laptop fernab in irgendwelchen dunklen Ecken sitzen und auf eine Gelegenheit warten“, sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive, IBM Security Systems DACH. „Was jedoch kaum wahrgenommen wird: Über die Hälfte der Angriffe kommen aus den eigenen Reihen oder von Dritten mit Systemzugriff – also von Insidern.“

    Social Media, Cloud und Big Data sowie der verstärkte Einsatz von mobilen Endgeräten in Unternehmen sorgen bei unzureichender Absicherung für immer mehr Angriffsfläche. Verblüffend ist: 55 Prozent der Cyberattacken stammen laut dem neuen IBM 2015 Cyber Security Intelligence Index aus den eigenen Reihen. Da gibt es unzufriedene Ex-Angestellte, die noch über Passwörter verfügen oder gar Zugänge einrichten, bevor sie das Unternehmen verlassen. Diese Insider mit Motiv machen fast ein Drittel – 31,5 Prozent – aller Angriffe aus. Anwenderfehler oder arglose, durch Dritte manipulierte Mitarbeiter verantworten rund ein Viertel der Angriffe – 23,5 Prozent. Neben Mitarbeitern können auch Dienstleister mit Systemzugriff, also Quasi-Insider, eine Gefahr sein. Von Outsidern ohne Zugriffsrechte kommt nur weniger als die Hälfte aller Attacken, genau 45 Prozent.

    Für den neuen X-Force Threat Intelligence Quarterly (2Q 2015) untersuchten die IBM Forscher wiederum, wie Spam mittlerweile zu einer ernsthaften Bedrohung geworden ist. Cyberkriminelle bieten sogar kommerzielle Spamkampagnen an, die arglose Anwender über infizierte Links oder Anhänge, etwa in E-Mails, zu unwissenden Kollaborateuren machen.Laut IBM ist zwar das Spamvolumen aktuell vergleichbar mit dem des Jahres 2013, allerdings stieg der Anteil von mit Schadsoftware infiziertem Spam seit Ende 2013 von einem Prozent auf rund vier Prozent Anfang 2015 an.

    Im Cyber Security Intelligence Index veröffentlicht IBM jedes Jahr die Ergebnisse von Milliarden untersuchter Sicherheitsereignisse. 2014 identifizierten die Forscher für die von ihnen beobachteten Organisationen dabei insgesamt 81 Millionen echte Vorfälle, darunter rund 12.000 Cyberattacken und knapp über 100 Ereignisse pro Unternehmen.

    Laut Index führten „unbefugte Zugriffe“ („Unauthorized Access“) die Rangliste der Sicherheitsvorfälle im Jahr 2014 an und überholten damit Angriffe durch schadhafte Codes und das generelle Ausspionieren von Systemen in den beiden Vorjahren. Zu dieser Entwicklung trugen auch die beiden unter den Namen Heartbleed und Shellshock berühmt gewordenen Sicherheitslücken maßgeblich bei, wie sich am rapiden Anstieg unbefugter Zugriffe seit 2013 ablesen lässt: Damals stellten sie 19 Prozent aller Vorfälle dar, mit 37 Prozent in 2014 haben sie sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.

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  • Streit um UFO-Akte des Bundestages geht in letzte Fachinstanz

    Streit um UFO-Akte des Bundestages geht in letzte Fachinstanz


     

    00650
    Der Sitz des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig.
    Copyright: Dirk Goldhahn, gemeinfrei

    Leipzig (Deutschland) – Nach jahrelangem Hin- und Her durch die Instanzen geht am morgigen Donnerstag Rechtsstreit um die Freigabe einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zum Thema UFOs, Außerirdische und das Interesse der Bundesregierungen an deren Erforschung, in die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und damit zugleich in die letzte mögliche Fachinstanz. Da der Inhalt der „UFO-Akte des Deutschen Bundestages“ jedoch bereits bekannt ist, geht es um weit mehr als nur um diese Ausarbeitung – es geht um eine grundlegende Frage Informationsfreiheit in Deutschland.

    Da die Fachbereiche der Wissenschaftlichen Dienste „die Abgeordneten bei ihrer politischen Arbeit in Parlament und Wahlkreis durch Fachinformationen, Analysen und gutachterliche Stellungnahmen“ unterstützen, sollte man zunächst eigentlich annehmen, dass ihre Ausführungen und Expertisen auch öffentlich einsehbar sind bzw. veröffentlicht werden dürfen. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall – zumindest so lange nicht, wie sich die Verwaltung des Bundestages nicht dazu entschließt, entsprechende Ausarbeitungen auch selbst zu veröffentlichen.

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    Offenkundig wurde das Problem angesichts einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste zum Thema UFOs und Außerirdische 2010: Beauftragt wurde diese Ausarbeitung von einer Abgeordneten des Deutschen Bundestages, um herauszufinden, ob und wenn ja wie die UN-Resolution 33/426 UN-Resolution 33/426 aus dem Jahr 1978 in Deutschland umgesetzt wurde. In dieser Resolution wurden interessierte Mitgliedsstaaten dazu eingeladen „(…) geeignete Schritte auf nationaler Ebene zur Koordination wissenschaftlicher Forschung und Untersuchung außerirdischen Lebens, einschließlich unidentifizierter fliegender Objekte [UFOs] zu unternehmen, und den Generalsekretär [der Vereinten Nationen] über die Beobachtungen, Forschung und Evaluierung dieser Aktivitäten zu informieren.“

    (Anm. d. GreWi-Red.: Zu einer Umsetzung der UN-Resolution kam es in Deutschland – zumindest laut offizieller Sprachregelung deutscher Regierungen – nie. Die Ausarbeitung weist jedoch erläuternd darauf hin, dass zu keinem Zeitpunkt Deutschland zu einem solchen Schritt verpflichtet gewesen sei, da die Resolution nur „empfehlenden“ Charakter hatte.)

    Tatsächlich sind die Inhalte dieses „UFO-Dossiers“ schon seit 2010 bekannt. Eine der interessantesten Schlussfolgerungen der Ausarbeitungen ist die, dass „die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach der Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigten und dies – nach vorheriger Geheimhaltung – in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, die Vermutung nahelegt, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen“ (…GreWi berichtete).

    Der Grund für den Rechtsstreit der Verwaltung des Deutschen Bundestages liegt also ganz offensichtlich nicht im Inhalt und an den – wenn auch brisanten – Schlussfolgerungen der UFO-Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste, sondern in dem Umstand, dass der Ausgang dieses Verfahrens auch auf alle anderen Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages anwendbar sein wird: Wird dem Kläger stattgegeben, so müsste schließlich auch Einsicht und Veröffentlichung aller anderen Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste gewährt werden – auch wenn deren Informationsgehalt und Schlussfolgerungen derzeitigen Sprachregelungen und Argumenten der regierenden Politiker und Parteien widersprechen sollten.

    Aufgrund der Berufung der Verwaltung des Deutschen Bundestages auf das Urheberrecht seiner Wissenschaftlichen Dienste geht es in dem heutigen Verfahren also auch darum zu ermitteln, ob diese Dienste Teil der Bundestagsverwaltung sind  und dann auch dem bundesdeutschen Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unterstünden, oder ob sie zum parlamentarischen Betrieb gehören und damit von diesem Gesetz ausgenommen wären.

    – Die Verhandlung BVerwG 7 C 2 beginnt am 25. Juni 2015 um 10 Uhr im Sitzungssaal VI des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig

    + GreWi-Dossier +
    Die bisherigen GreWi-Meldungen zur
    „UFO-Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages“

    Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht: Klage um Freigabe der UFO-Akten des deutschen Bundestages geht in dritte Instanz
    17. Februar 2014

    Oberverwaltungsgericht Berlin entscheidet: Bundestag darf UFO-Dossier unter Verschluss halten
    13. November 2013

    Urteil: Bundestag muss Einsicht in „UFO-Unterlagen“ gestatten – Berufung angekündigt
    1. Dezember 2011

    Im Interview: Robert Fleischer über mögliche und wahrscheinliche staatliche UFO-Forschung in Deutschland
    2. März 2010

    Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Auch deutsche Stellen untersuchen vermutlich UFOs
    19. Februar 2010

    © grenzwissenschaft-aktuell.de

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  • Als erstes Land in Europa testet Finnland das Bedingungslose Grundeinkommen

    Als erstes Land in Europa testet Finnland das Bedingungslose Grundeinkommen


    Die neue finnische Regierung hat als erste in Europa beschlossen, ein Experiment mit dem Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens umzusetzen. Genaue Details zu den Plänen, die im Koalitionsvertrag verankert wurden, sind noch nicht bekannt. Rund 80 Prozent der Finnen halten den Versuch dennoch für eine gute Idee. Verschiedene andere Tests eines BGE, beispielsweise in Kanada und Afrika, zeigen, dass die Idee funktionieren kann.

    Auch in Deutschland werben zahlreiche Aktivisten für ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Foto: Rosalux

    Auch in Deutschland werben zahlreiche Aktivisten für ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Foto: Rosalux

    Die Debatte um ein Bedingungsloses Grundeinkommen wird auch in Deutschland, wo ein verkorkstes Harz IV-System derzeit noch den sozial-staatlichen Standard darstellt, lebhaft diskutiert. Befürworter der Grundeinkommens-Idee sind gut vernetzt und werben aktiv für ihre Idee. Gleichsam gilt Deutschland nicht unbedingt als experimentierfreudig in politischen Angelegenheiten. Wenig erstaunlich ist es da, dass nun zunächst in der europäischen Peripherie, nämlich in Finnland, die Idee in der Realität getestet werden soll.

    Die Vorschläge der Höhe des finnischen Test-BGE reichen von 440 Euro bis 1.166 Euro. Bereits 1974 bewies die kanadische Stadt Dauphin, dass die Idee durchaus erfolgreich sein kann. Dort führte ein BGE-Experiment mit 1.000 Familien zu zahlreichen positiven Effekten. Nicht nur mussten die Teilnehmer als Folge geringeren ökonomischen Drucks seltener zum Arzt und senkten damit auch die Kosten für das Gesundheitssystem, auch erreichten die Kinder der Familien überdurchschnittlich hohe Schulabschlüsse. In einer Studie wurde Dauphin später „die Stadt ohne Armut“ genannt. Auch in Afrika gab es bereits erfolgreiche BGE-Versuche

    Deutschland: Arme ärmer – Superreiche reicher

    Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Konzept mit Sprengkraft, stellt es doch bisherige Dogmen der Sozialstaatsidee radikal in Frage. Die Idee klingt zunächst einfach: Jeder Mensch soll eine staatliche Grundsicherung erhalten, unabhängig von Alter, Geschlecht, Vermögen, Ausbildung oder Tätigkeit – bedingungslos eben. Befürworter verweisen nicht nur auf eine Zunahme individueller Handlungsmöglichkeiten und massive bürokratische Einsparungen im Vergleich zu gängigen Sozialstaatsmodellen, für viele Verfechter eines Grundeinkommens spielen auch ethische Fragen eine Rolle. Die Grundversorgung eines Menschen soll nicht abhängig von dessen ökonomischer Leistungskraft sein, sondern generell – als gesellschaftliche Aufgabe – gesichert werden. Für viele stellt ein Bedingungsloses Grundeinkommen auch eine Absage an die Konkurrenz- und Leistungsgesellschaft dar.

    Gegner eines Bedingungslosen Grundeinkommens finden sich vor allem in zwei Lagern: Bei klassischen Marxisten und Gewerkschaftern, die oft Arbeit als das Maß aller Dinge ansehen, und ihre „Klasse“ ins Hintertreffen geraten sehen sowie bei dogmatischen, marktradikalen Libertären, für die jedwede staatliche Umverteilung (so auch Steuern) gleichbedeutend ist mit Diebstahl. Nach Abwägung aller Argumente, kann das Konzept aber als durchaus sinnvoll erachtet werden. Anstatt diese Fragen jedoch nur im theoretischen Rahmen zu behandeln, macht es durchaus Sinn sich die Ergebnisse des finnischen Experiments genauer anzuschauen sowie weitere Experimente dieser Art auf den Weg zu bringen.

     

  • Wickelt diese EU endlich ab!

    Wickelt diese EU endlich ab!


    Wickelt diese EU endlich ab

    Die EU ist ein völlig undemokratisches Gebilde, welches sich zu einem bürgerfernen Moloch entwickelt hat, das lediglich den Interessen der Finanzoligarchie dient.

    Von Henry Paul

    Das Regelwerk der Demokratie in der EU ist schnell erklärt. Die Bürger haben keinerlei Rechte. Sie dürfen alle 5 Jahre ein machtloses sogenanntes Parlament mit sehr dubiosen undemokratischen Regeln wählen. Die Staaten werden ersetzt durch Partei-Fraktionen – so entsteht eine ungefährliche, apolitische Mischung. Der EU steht eine Kommission, eine Quasi-Regierung vor. Alle Mitgliedsländer dürfen einen Kommissar stellen, also hat die EU 28 Minister plus einen Regierungschef. Dann gibt es noch die Zusammenkunft der Regierungschefs, die den Kuhhandel vorher ausbaldowern, bevor die Kommissare das teure Geld in unsinnigen Projekten unterbringen an Lobbyisten, Pressure-Groups, Investmentgesellschaften, PR-Firmen und Bildungseinrichtungen für große Theorie-Komplexe. Dann gibt es auch die staatlich-nationalen Minister-Clubs, die immer dann aktiv werden, wenn die Regierungschefs nicht mehr weiter wissen. Eine immense Betriebsamkeit, eine riesiger Bürokratie-Apparat von mehreren Tausend Leuten, die alle extrem überbezahlt sind und aus diesem Grund ein vitales Interesse haben, dass sich die EU immer weiter entwickelt und immer mehr Bürokratenstellen bekommt, weil nur die Intensivierung deren Einkommen und Wohlergehen weiter sichert. Die EU ist also ein Sicherheitsorgan für die abgehalfterte Beamtenschaft Europas.

    Neben den geregelten Stellen gibt es dann auch noch Fraktionen mit Fraktions-Organisationen, Direktionen, Untersekretäre und Stellen für Kontakte zwischen den Organisationen, den diplomatischen Dienst, den Translationsdienst und Gruppen, die einen Ober-Gruppenführer erwählen und in den Gremien platzieren dürfen. Das sichert weitere immense Konferenz-Kalender, nochmalige Aufbohrung der Etats und zwischenstaatlicher Mitbestimmungskonferenzen, Abstimmungen, Neuausrichtungen, Kolloquien und EU-Regierungsamtlichen Stellungnahmen. Die EU ist illegitim, illegal und nicht demokratisch, sie ist kein Staat, aber sie regiert in ganz Europa hinterhältig und ungerechtfertigt in alle Bereiche hinein, obwohl angeblich nur Subsidiarität herrschen soll. Die Subsidiarität also, das lokale oder regionale oder national-staatlice Arbeiten, das Vorrang vor der EU nach EUV und AEUV haben soll, wird ins Gegenteil verkehrt, weil der Apparat alleine sich so wichtig nimmt, dass die Perversion EU-Raison ist.

    Wenn man heute alle Völker der EU befragen würde, ob sie die EU behalten wollen oder sogar ausbauen sollten, geschätzt würden 85 Prozent gegen die EU stimmen, weil inzwischen jeder erkannt hat, dass die EU nichts bewirkt außer Chaos, verlorenes Geld, Schulden, sinkende Wirtschaftsdaten, mehr Armut, mehr Ungerechtigkeit zwischen und in den Völkern. Die EU ist nicht nur überflüssig, sie ist hochgefährlich und bewegt die Nationen in einen apolitischen antidemokratischen Feudalstaat ohne Gesetz und ohne Demokratie. Die immer wieder vorgebrachte Diktion, nachdem die EU notwendig sei, um den Frieden in Gesamteuropa zu sichern, kann nur als Feigenblatt bezeichnet werden. Denn noch nie waren sich die Regierungen in Europa uneiniger als heute und sie werden allesamt fremdbestimmt durch eine hegemoniale USA, die die EU fernsteuert in ihrem Anspruch, dass unser europäischer Kontinent alleine zu ihrer Verfügung zu stehen hat- und zwar vom Atlantik bis zum Kaspischen Meer.

    Der Turbo-Boost, der die ganze EU zu einem failed state entwickelt – und das ist beobachtbar – ist die Einführung einer Gemeinschaftswährung unter desaströsen Vergemeinschaftungsbedingungen. Schon jetzt, nach ein paar Jahren kann man beobachten, dass der Gesamtverschuldungsgrad der Zone von unter 70 auf über 95 Prozent gestiegen ist – mit exponentieller Tendenz. In der EU und der Eurozone gilt das Gesetz des finanziellen ‚Perpetuum Mobile‘, dass man mit neuen Schulden alte Schulden bezahlen und damit die gesamten Schulden löschen kann. Das Mirakel hat zwar noch nicht funktioniert, aber man versucht es jeden Monat neu mit immer weiter steigender Anstrengung, weil man gewiss ist, dass es eines Tages klappen wird – so erzählt man es den Bürgern der EU über die gerichtete Lügenpresse amerikanischer Prägung.

    viaWickelt diese EU endlich ab! | Contra Magazin.

  • Kostenlose Energie für die Zukunft: »Fachwelt« schweigt Lösungen tot

    Kostenlose Energie für die Zukunft: »Fachwelt« schweigt Lösungen tot


    Kürzlich veröffentlichten Wissenschaftler der amerikanischen Stanford-Universität eine neue Studie, wie die üblichen fossilen Brennstoffe vollständig durch saubere, erneuerbare Energie ersetzt werden könnten. Der Übergang soll bis zum Jahr 2050 erreicht sein. Das alles klingt recht gut, doch zeichnen sich mittlerweile ganz andere Technologien ab, die alles bislang Dagewesene in den Schatten stellen. Allerdings schweigen sich Medien und Fachwelt darüber im »stillsten Einklang« komplett aus.

    Der Anreiz lautet: 100 Prozent erneuerbare Energie. Das gilt natürlich vielen Forschern auf diesem Gebiet als erklärtes Klassenziel. Sie wollen die alten, schmutzigen Energieträger abschaffen und durch saubere Quellen ersetzen, die grundsätzlich in schier unerschöpflicher Menge vorhanden sind – Solarenergie, Wind- und Wasserkraft. Die damit verbundenen Konzepte scheinen realitätsnah, bodenständig und überaus sinnvoll mit Blick auf die Zukunft der Menschheit. Daher wundert sich prinzipiell (fast) niemand, dass die Energie-Diskussion vorwiegend in diese eine Richtung geführt wird.

    Technisch umsetzbar sind diese Pläne laut vielzitierter Expertenmeinung gegenwärtig allesamt, und genau das zeichnet sie zunächst einmal ganz besonders aus. Eine neue Studie unter Leitung des US-Bau- und Umweltingenieurs Professor Mark Z. Jacobson von der Stanford-Universität zeigt anhand theoretischer Erwägungen auf, wie sich der große Plan bis zum Jahr 2050 für die gesamten Vereinigten Staaten umsetzen ließe.

    Genauer gesagt entwickelte die Forschergruppe hierzu 50 einzelne Pläne, jeweils maßgeschneidert auf einen spezifischen US-Staat, um den unterschiedlichen Bedingungen gerecht zu werden. In jedem Fall verlangen diese Pläne aggressive Veränderungen in der Infrastruktur sowie in der Art und Weise, wie wir heute mit der Energie umgehen. Jacobson sieht die größten Hindernisse nicht nur in Gesellschaft und Politik. Auch die Industrie müsse erst einmal bereit sein, sich auf die massiven Veränderungen einzulassen. Damit hat er gewiss sehr Recht. »Indem man zeigt, dass das alles technisch und ökonomisch machbar ist,« so hofft Jacobson, »könnte diese Studie die Barrieren auf dem Weg zu einer groß angelegten Umwandlung herabsetzen«.

    In kurzen Worten ausgedrückt, arbeitete Jacobsons Gruppe zunächst einmal heraus, wie es um die Energiebedürfnisse in den einzelnen US-Staaten bestellt ist und versuchte dazu auch Prognosen für die nächsten Jahrzehnte zu stellen. Die Forscher überprüften jeweils vier große Sektoren: Privathaushalte, Handel, Industrie sowie Transport, um dazu auch die herkömmlichen Energiequellen zu analysieren. Kohle, Öl, Gas und Kernkraft sollen in dem Prozess komplett durch erneuerbare Energien ersetzt, und die Energie in Form von Elektrizität zur Verfügung gestellt werden.

    Damit müssten auch sämtliche Fahrzeuge, wie sie heute auf den Straßen unterwegs sind, elektrisch gespeist werden, doch generell – ob nun im kleinen Haushalt oder in der großen Industrie – sei dies durch Integration bereits bestehender Technologie möglich, bei deutlicher Energieersparnis, die in der neuen Studie mit rund 39 Prozent beziffert wird. Wesentlich wurde für Jacobsons Gruppe dann natürlich auch die individuelle Festlegung der geeignetsten Quellen für das neue elektrische Netz. Also erstellten der Stanford-Professor und seine Kollegen für jeden US-Staat entsprechende Karten mit Informationen über die durchschnittlich eintreffende Sonnenstrahlung, über Windstärken oder auch verfügbare geothermische Energie.

    Bis zum Jahr 2030 könnten laut der Studie rund 80 Prozent des Übergangs geschafft sein, zum Jahr 2050 wäre Vollständigkeit erreicht. In einigen Staaten würde die Umstellung wegen der günstigen Bedingungen relativ zügig vonstattengehen, andernorts jedoch mehr Zeit in Anspruch nehmen. So seien Iowa und South Dakota gut gerüstet, da sie bereits jetzt nahezu 30 Prozent ihrer elektrischen Energie aus Windkraft erzeugten. Jacobson betont, dass in jedem Staat nur ein halbes Prozent der Gesamtfläche mit Solarpanelen oder Windturbinen ausgestattet werden müssten, um das Ziel zu erreichen.

    Der Professor verweist gerne auf die Vorteile des Wandels – angesichts der steigenden Kosten fossiler Brennstoffe sowie der Auswirkungen auf Klima und Gesundheit. Die Umstellung auf erneuerbare Energien werde hingegen die Kosten konventioneller Systeme halbieren, neue Arbeitsplätze schaffen, die Preise für Brennstoffe stabilisieren, die schädlichen Emissionen der Vereinigten Staaten eliminieren und durch Luftverschmutzung verursachte gesundheitliche Probleme reduzieren. Jedes Jahr sterben laut Jacobson rund 63 000 Menschen wegen entsprechender Atemprobleme.

    Doch ganz so glatt dürfte der Umbruch kaum verlaufen, vor allem auch, weil die stets propagierten erneuerbaren Energien kaum mehr als eine Übergangslösung darstellen können. Und dies aus mehreren Gründen. So sauber und perfekt, wie oft und gerne suggeriert, sind die »Erneuerbaren« bei näherem Hinsehen leider nicht. Vielfach gibt es genau dort Probleme, wo zunächst niemand damit gerechnet hätte.

    Allein, was die Windkraft angeht, tauchen schnell so manche Schwierigkeiten auf. Schon vor Jahren haben Wissenschaftler des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Rahmen einer Studie darauf hingewiesen, dass in immer größerer Zahl aufgestellte Windkraftturbinen zu Veränderungen des Klimas führten. Die Atmosphären-Forscher erklärten: Würden die Windturbinen lediglich zehn Prozent des US-Energiebedarfs abdecken, würde die Temperatur durch die fortwährende Aufnahme von Windenergie über dem Land um rund ein Grad Celsius zunehmen.

    Forscher der Aberdeen-Universität brachten im Jahr 2013 noch einen ganz anderen, verblüffenden Aspekt von Windkraftnutzung zur Sprache. Sie stellten ein scheinbares Paradoxon fest: Große Windkraftwerke in Großbritannien setzen genauso viel Kohlendioxid frei wie herkömmliche Brennstoffe. Wie kann das nur (schief)gehen? Die bevorzugt für die Windkraftwerke genutzten Hochland-Torfböden Großbritanniens bilden hervorragende Kohlendioxidspeicher – von mindestens 3,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff ist da die Rede.

    Durch das Anlegen von Straßen und die schweren Fundamente für die Windräder ändert sich vieles. Wenn das Land trockengelegt wird, verliert der Boden zusammen mit der Feuchtigkeit auch die Speicherfunktion, Kohlendioxid wird freigesetzt. Die vermeintlich getroffenen Vorsorgemaßnahmen, wie sie von der Industrie angesprochen werden, dürfen laut Auskunft der schottischen Wissenschaftler getrost als blanke Floskeln betrachtet werden. Das Thema ließe sich ausweiten, sowohl hinsichtlich der Windkraft als auch anderer erneuerbarer Energiequellen. Schnell aber wird klar, dass die Nachteile oft verschwiegen werden.

    Verschwiegen werden aber auch andere, viel weiterreichende Lösungsansätze. Nicht, dass alle von ihnen schnell umgesetzt werden könnten. Doch sind sie potenziell von einer so gewaltigen Konsequenz, dass auf diesem Sektor bislang von Einzelnen geleistete Pionierarbeit mit aller Kraft gefördert und vorangetrieben werden müsste. Nur, in der Praxis geschieht rein gar nichts, außer, dass führende Köpfe auf dem Gebiet reinrassig revolutionärer Konzepte zu sauberen und unerschöpflichen Energiequellen in ein Kreuzfeuer der Kritik geraten und sogar in ihrer Arbeit behindert werden. Dabei geht es hier nicht um abgedrehte Fantasten, sondern vielfach um sehr fähige Wissenschaftler und Ingenieure, deren unabhängig erzielte Ergebnisse allerdings ein gewaltiger Dorn im Auge der Industrie sein müssen.

    Einige utopisch anmutende Konzepte aber von vornherein nur wegen ihrer »Unglaublichkeit« und »Abstrusität« zu verwerfen, könnte ein fataler Fehler sein. So auch im Fall einer heiß umstrittenen Entdeckung des amerikanischen Arztes, Elektroingenieurs und Erfinders Randell L. Mills, für den sich bereits vor Jahren sogar die US-Raumfahrtbehörde NASA zu interessieren begann. Mills beschreibt einen besonderen Zustand des Wasserstoffatoms, in dem Elektronen sehr wesentlich unter den physikalisch definierten Grundzustand fallen, wodurch Energie frei wird – mehr als bei einer chemischen Wasserstoffverbrennung, aber weniger als bei einer Kernreaktion.

    Die winzigen H-Atome, die dabei entstehen, bezeichnet Mills als »Hydrinos«. Wissenschaftler sträuben sich in aller Regel gegen diese Darstellung, da die etablierte Physik nur eine Lösung für den Grundzustand des H-Atoms liefere; insbesondere enthalte sie keine Hydrino-Lösung. Doch einige Fachleute halten das Thema durchaus für diskussionswürdig. Der belgische Physiker Jan Naudts will der Hydrino-Theorie eine Chance geben und glaubt sogar, sie ließe sich in die anerkannten Modelle einbinden. Außerdem hält er die allgemeinen Streitereien für typisch – eine solche Diskussion trete immer dann zutage, wenn eine neue Theorie sich durchsetzen muss.

    Bezeichnend ist hierzulande auch die Art und Weise, wie mit den erstaunlichen Ergebnissen des Physik-Professors Claus Turtur verfahren wird. Seine Grundlagenexperimente verweisen klar auf Möglichkeiten, die (auch von der etablierten Physik geforderte) Energie des Vakuums anzuzapfen, jene überall im Universum vorhandene Raumenergie. Doch was nicht sein darf, kann auch nicht sein, und entsprechend durfte der von Professor Turtur präsentierte Raumenergie-Konverter ebenfalls nicht sein. So folgten übersteigerte Forderungen von Fachkollegen, die Versuche unter allen möglichen Extrembedingungen zu wiederholen.

    Dies wohl vor allem nur deshalb, um ein unbequemes, nicht wirklich ins Bild passendes Problem vom Tisch zu bekommen. So sollte das Experiment unter Weltraumbedingungen durchgeführt werden, direkt in der Schwerelosigkeit, während gleichfalls empfohlen wurde, weitere Versuche auch in Anwesenheit sehr starker Gravitationsfelder zu wiederholen. Irgendwann einmal vielleicht beim Riesenplaneten Jupiter. Sicher, am besten in einer sehr fernen Zukunft!

    Zu viel steht auf dem Spiel, etablierte Konzepte werden nicht so schnell über den Haufen geworfen. Hinzu kommt auf dem großen Parkett auch noch ein weiterer Faktor: Überall kostenfrei verfügbare Raumenergie ließe die Menschen unabhängig werden, und das dürften ganz bestimmte Kreise gewiss nicht begrüßen.

    Die teils dramatischen Vorgänge rund um die Raumenergie erinnern ein wenig an die Geschichte um den unglücklichen Erfinder Johann Bessler, der ein vermeintliches Perpetuum mobile fand, dessen Energiequelle nie gefunden werden konnte. Seine Räder liefen monatelang ununterbrochen, selbst nachdem sie versiegelt und streng kontrolliert worden waren.

    Die größten Gelehrten der Zeit waren fasziniert und rätselten, ohne die Lösung zu finden. Der Erfinder nahm sein Geheimnis trotz einiger kryptischer Andeutungen mit ins Grab. Bis heute bleibt der Mechanismus ein Mysterium, das niemand nachweislich aufklären konnte. Bessler, nur ein Scharlatan, alles nur ein Märchen?

    Mag sein, dass auch die Experimente mit Hydrino-Energie und Raumenergie-Konvertern für manchen Zeitgenossen kaum anders als ein schönes, modernes Energiemärchen erscheinen, doch wäre dies nicht das erste vermeintliche Märchen, das nur deshalb wahr wird, weil Einzelne fest von der Richtigkeit ihrer gewagten Ideen überzeugt waren, weil kühne Visionen und entbehrungsreiche Pionierarbeit zum unerwarteten Durchbruch führten. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte hier nun ein weiteres Mal.

     

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  • 24.520 suspekte Chemikalien in Flaschenwasser – Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water – netzfrauen– netzfrauen

    24.520 suspekte Chemikalien in Flaschenwasser – Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water – netzfrauen– netzfrauen


     

    wasser6zur englischen Version Die Flaschenwasser-Industrie täuscht mit ihrer Werbung wie einst die Tabakindustrie in den 1950er Jahren. Ähnlich wie die Tabakindustrie, die Millionen für „falsche“ Werbung ausgab, zahlt die Flaschenwasser-Industrie Milliarden pro Jahr, nur damit Sie denken, dass Sie das „reine“ Wasser brauchen. Doch so „rein“ wie es scheint ist es nicht – eben genauso – wie einst die Tabakindustrie uns die weite Welt mit der Werbefigur Marlboro Man vorgaugelte. Der Marlboro Mann rauchte eineinhalb Schachteln pro Tag, bevor er 1990 an Lungenkrebs verstarb.

    Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, nunmehr Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, sagte einst anlässlich der Unternehmertage des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen, dass Mineralwasser einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention leiste.

    Neueste Forschungsergebnisse zeigen leider, dass diese einstmals allgemeingültige Volksweisheit nicht länger uneingeschränkt zutrifft.

    Leitungswasser kostet so gut wie nichts und kommt bequem aus der Leitung – trotzdem kaufen die meisten Menschen Wasser in Flaschen.

    In den USA sind sogar fast die Hälfte aller Wasser in Flaschen einfaches kommunales Leitungswasser!

    Das meiste Mineral­wasser fließt heute aus preis­werten 1,5-Liter Flaschen von Discountern. Früher machten regionale Brunnen­betriebe mit ihren Marken das große Geschäft.

    So klar das Wasser im Glas aussieht, so undurchsichtig ist oft seine Qualität. Die Stiftung Warentest fand im Juli 2014 in 10 von 30 getesteten Mineralwässern Verunreinigungen: Rückstände von einem synthetischen Süßstoff, von Pestiziden und einem Korrosionsschutzmittel und auch  2015 fanden sie erneut Rückstände im Mineralwasser – Pestizide, Pilze, Süßstoffe!

    In einer Dissertation des von Prof. Dr. Jörg Oehlmann geleiteten Institutes für Ökologie, Evolution und Diversität an der Goethe Universität in Frankfurt am Main haben deutsche Forscher sogenannte „Endokrine Disruptoren“ (EDCs), die das Wachstum und die Fortpflanzung negativ beeinflussen können, in 18 getesteten Mineralwasser-Marken gefunden.

    Hormonstörende Chemikalie

    Dazu Autor der Studie Dr. Martin Wagner: „Ich hab gedacht, Mineralwasser ist H2O plus Mineralien, wie man das als Unvorbelasteter denkt. Als wir dann östrogene Aktivität gefunden haben, sagten wir: Mensch, da müssen wir natürlich weiter forschen!“

    Von den 24.520 suspekten Chemikalien, die bereits in Flaschenwasser gefunden wurden, zeigte eine besonders konsistente antagonistische Wirkungen auf Androgen- und Östrogen-Hormonsysteme, nämlich Di(2-ethyhexyl)Furumat (DEHF).

    Endokrine Disruptoren sind Chemikalien, die auf vielfache Weise mit dem Hormonsystem wechselwirken; sie können bösartige Tumore erzeugen, Geburtsdefekte, Herzkranzgefäßerkrankungen, Stoffwechselstörungen und wie zuvor erwähnt noch andere Entwicklungsstörungen, des Weiteren Diabetes Typ I und II.

    INFOBOX

    Endokrin aktive Substanzen

    Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2015 – Die Konsultation bezieht sich auf frühere Arbeiten der EFSA zu endokrin aktiven Substanzen, insbesondere das im März 2013 veröffentlichte Wissenschaftliche Gutachten des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA über die Gefahrenbewertung von endokrinen Disruptoren!

    Die Sachverständigen der EFSA kamen zu dem Schluss, dass mit den derzeit bzw. in Kürze verfügbaren international vereinbarten Prüfverfahren der Einfluss von chemischen Stoffen auf die wichtigsten endokrinen Pfade bei Säugern und Fischen, die bekanntlich auf endokrine Störungen empfindlich reagieren, identifiziert werden kann. Die hormonellen Pfade, für die die Prüfmethoden am besten geeignet sind, betreffen Östrogene, Androgene und Schilddrüsenhormone sowie die Steroidogenese (den biologischen Prozess zur Produktion von Steroiden).

    Die EFSA gelangte ferner zu dem Schluss, dass ein Risikobewertungsansatz, der sowohl potenzielle Beeinträchtigungen durch endokrin aktive Substanzen als auch die jeweilige Expositionswahrscheinlichkeit berücksichtigt, die bestmögliche Nutzung der vorliegenden Informationen zur Regulierung des Einsatzes der betreffenden Stoffe darstellt.

    Gefahren- vs. Risikobewertung endokrin wirksamer Substanzen

    Ob eine endokrin wirksame Substanz eine Gefahr darstellt (d.h. ob sie als potenzieller endokriner Disruptor betrachtet werden kann) hängt mit ihrer inhärenten Fähigkeit zusammen, das endokrine System zu stören und infolgedessen eine Beeinträchtigung hervorzurufen.

    Eine Gefahr ist eine mögliche Bedrohung in Zusammenhang mit den intrinsischen Eigenschaften eines Stoffs (wenn etwa seine Toxizität nachweislich Krebs verursacht). Das Risiko, dass der endokrine Disruptor eine schädliche Wirkung auf Mensch und Tier haben könnte, hängt von dem Grad (der Dosis), der Dauer und dem Zeitpunkt der Exposition von Menschen bzw. Tieren gegenüber dieser Gefahr ab.

    Gefahren können unbedenklich sein, wenn man ihnen gar nicht ausgesetzt oder die Exposition zu gering ist, um Schaden zu verursachen. Amygdalin beispielsweise ist ein Stoff, der in Aprikosenkernen enthalten ist. Als chemischer Stoff ist er recht toxisch und stellt daher eine Gefahr dar. Da wir den Stein in der Regel aber nicht mitessen, ist der Verbraucher dem Stoff auch nicht ausgesetzt und das vom Aprikosenverzehr ausgehende Verbraucherrisiko entsprechend gering einzuschätzen. Dies gilt analog für endokrine Disruptoren.

    Das Ziel der Risikobewertung besteht darin zu bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Substanz – in diesem Fall eine endokrin wirksame Substanz – bei einer gegebenen oder zu erwartenden Exposition Schaden verursacht und was eine unbedenkliche Exposition darstellen würde.

    Während Frankreich reagiert hat – wird in der EU immer noch weiter diskutiert und ein Ende ist nicht in Sicht!  Frankreich verbietet Weichmacher, Einweggeschirr und Plastiktüten

    Mehr Informationen zu Endokrine Disruptoren

    Die Wissenschaftler zeigten in ihrem Modell auch, dass die in den Proben vorhandenen Östrogene tatsächlich funktionell wie aktive Hormone wirken.

    Aufgespürt werden die Hormone mit einer Schneckenart, die acht Wochen in der Plastikflasche leben „dürfen“, und deren hochsensibler Organismus bereits auf geringe Belastungen reagiert.

    Die Anzahl der Embryos, die von den Schnecken produziert werden, werden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die in Glasflaschen leben darf. Anhand des Unterschiedes in der Anzahl der Embryonen lässt sich die östrogene Aktivität feststellen.

    Mithilfe seiner Forschung stellte Martin Wagner fest, dass pro Mineralwasser-Marke ganz unterschiedliche Embryo-Anzahlen feststellbar waren und dass dies mit der Art der Verpackung zusammenhängt.

    „Während die Schnecken in Glasflaschen ganz normale Mengen Embryonen produzieren, stellen wir bei denen in den Plastikflaschen erhöhte Zahlen fest, was uns natürlich den Hinweis gibt, dass etwas aus dem Material herausgelaugt ist. Wir haben überall das gleiche Wasser eingefüllt, das heißt die einzige Variable war die Verpackung“, so der junge Wissenschaftler.

    Die Unterschiede sind dabei durchaus drastisch, Dr. Wagners PET-Flaschen-Schnecken produzierten in etwa doppelt so viele Embryone wie die Vergleichsgruppe in den Glasflaschen – ein durchaus beunruhigendes Ergebnis.
    Die genauen wissenschaftlichen Methoden finden Sie hier beschrieben: Anwendung von Biotests zur Charakterisierung der Expositionspfade für Umwelthormone aus Kunststoffen

    Wasser1

    Wie aber gelangen die Chemikalien ins Wasser?

    Nun, so eine PET-Flasche ist gar nicht so dicht, wie man meinen sollte. Das Plastik ist eigentlich porös und zwar sogar so sehr, dass die in der Flasche enthaltene Kohlensäure sogar bis zu einem gewissen Grad durch den Kunststoff entweicht.
    Dabei werden eben auch Chemikalien aus dem Plastik ausgewaschen und landen im Wasser.

    Wie gefährlich können nun solche Stoffe sein?

    Forscher haben in Tierversuchen verheerende Effekte beobachtet.
    Kaulquappen werden zum Beispiel anstatt zu Fröschen zu Riesenkaulquappen.

    Auch von Bisphenol-A, einem Weichmacher, ist bekannt, dass er wie ein Verhütungsmittel wirkt. Lesen Sie dazu den Beitrag der Netzfrauen: Vorsicht: Bisphenol A in Plastikverpackungen – Entwicklungsstörungen, schlechte Spermienqualität …

    Professor Schönfelder von der Uni Würzburg erklärt zu Bisphenol-A, dass zu den sehr zahlreichen Wirkungen der Chemikalie unter anderem folgende gehören: Veränderung der Spermien-Qualität und -Menge, die Größe der Prostata ändert sich, vergrößertes Brustwachstum sowie ebenfalls Auswirkungen auf Diabetes Typ I und II, des Weiteren ebenfalls Fett- oder andere Stoffwechselstörungen.

    Deutschlands größter Mineralwasser-Hersteller, Gerolsteiner, sowie der Verband Deutscher Mineralbrunnen verweigerten dazu gemäß unseren Recherchen jede Stellungnahme.

    Eine Zusammenarbeit mit Dr. Wagner wird ebenfalls verweigert, dabei wäre die besonders wichtig, um herauszufinden, welche Chemikalien überhaupt im eingesetzten Kunststoff enthalten und gefährlich sind. Laut Wagner handelt es sich dabei um Industriegeheimnisse.

    „Insofern tappen wir ein bisschen im Dunkeln und suchen nach der Nadel im Heuhaufen“, so Wagner.

    Wenn nun in PET-Flaschen unbekannte, potenziell gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sind, müsste man diese Flaschen nicht dann, so wie in Frankreich, aus dem Verkehr ziehen? Lesen Sie dazu unseren Beitrag: Vorbildlich! Frankreich verbietet Weichmacher, Einweggeschirr und Plastiktüten

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt dazu folgendes Statement ab:

    „Auf Grundlage der Daten aus dem Schneckenmodell können keine wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen zum gesundheitlichen Risiko des Verbrauchers gezogen werden“.

    Aus Sicht des Bundesinstitutes für Risikobewertung „…müssen Verbraucher […] daher nicht auf Mineralwasser aus PET-Flaschen verzichten.

    Oder anders gesagt: Solange ihr den Krebs nicht in harten Zahlen nachweisen könnt, nehmen wir zwar zur Kenntnis, was Ihr geforscht habt, es juckt uns aber nicht weiter.

    Die besondere Hinterhältigkeit in diesem Standpunkt liegt darin, dass es bei der Vielzahl an Umweltgiften, mit denen wir belastet werden, schwer bis unmöglich ist, festzustellen, welches nun welche Symptome hervorruft.

    Werbung

    Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

    Auf diese Tatsache zählt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Würde man nämlich nach der Devise vorgehen, „wenn die Gefahr einer gesundheitlichen Gefährdung besteht, wird der Stoff solange aus dem Verkehr gezogen, bis der Hersteller jenseits aller begründeten Zweifel bewiesen hat, dass der Stoff tatsächlich unbedenklich ist“, sondern wir haben es hier mit einer Beweislastumkehr zu tun.

    Wir als Geschädigte müssen nachweisen, dass wir vergiftet werden, nicht der Hersteller muss die Unbedenklichkeit nachweisen.
    Sowohl Professor Schönfelder als auch Dr. Wagner können die lachse Haltung der Behörde ebenfalls nicht nachvollziehen.

    Prof. Schönfelder hält das Thema für evident wichtig, weil es unser aller Zukunft betrifft und erklärt, dass es dabei nicht nur drum gehe, welche Auswirkungen diese Stoffe morgen oder übermorgen, sondern in den nächsten 10, 20, 150 Jahren haben. Eine Langzeitwirkung sei dringend zu erforschen, zumal diese Stoffe noch in sehr sehr langer Zeit ihre Wirkung entfalten werden.

    So tauchen Chemikalien im Abwasser, bis sie durch den Schlick am Grund der Flüsse gesickert sind, etc., zum Teil überhaupt nach 12 Jahren erst wieder in den Trinkwasserbrunnen auf. 60 % des deutschen Trinkwassers entstammt übrigens genau diesem Grundwasser.

    Ferner geht das Umweltbundesamt (UBA) heute von Medikamentenrückständen aus allen Indikationsgruppen in sämtlichen Fließgewässern aus: Schmerzmittel, Betablocker, Narkoleptika, aber auch Hormone, wie etwa aus der Pille. Lesen Sie dazu den Beitrag der Netzfrauen: Rückstände von Keimen, Pestiziden und Uran in unserem Mineralwasser

    Mehr als 130 Einzelwirkstoffe wurden bislang in deutschen Binnengewässern nachgewiesen.

    Aber nicht nur das: Am Abwasser von Städten lässt sich sogar u.a. der Cannabis- und Cocain-Konsum ableiten.

    Ein Großteil der Stoffe gelangt nämlich über menschliche Ausscheidungen in die Gewässer. Der Rest findet den Weg dorthin, weil er einfach über die Toilette entsorgt wird.

    Zahlreiche Studien haben mittlerweile ergeben: Fische wurden bereits durch Hormone aus Antibabypillen geschädigt. Auch Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide) aus importierter Kleidung gelangten beim Waschen ins Wasser.

    Neben Spuren von Medikamenten kommen auch neue Stoffe hinzu. Rückstände aus Nanotechnologie oder Pflegeprodukten etwa. Selbst Süßstoffe aus der Nahrung verarbeitet der menschliche Körper nicht. Die Risiken sind bislang – aufgrund der fehlenden Zukunftsforschung – noch nicht absehbar.
    Gemäß dem Lüneburger Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Kümmerer, der an der Leuphana Universität das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie leitet, haben wir auch deswegen kaum Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf Mensch und Tier, weil sich die Stoffe in Wasser und Boden chemisch verändern. Lesen Sie dazu auch: Unser Trinkwasser

    Martin Wagner im Beitrag: Oestrogene in Mineralwasser

    „Wir müssen vermehrt dafür sorgen, dass derartige Stoffe nicht in den Wasserkreislauf kommen“, forderte er.

    Dazu auch ein Video: The Story of ‪BottledWater‬ (deutsche Übersetzung)

    Wie kommt das Wasser in die Flasche?

    Der Film zeigt uns, wie unser „normales Trinkverhalten“ die Industrie bestimmt. Oder bestimmt die Industrie unser Trinkverhalten?

    GANZ AKTUELL: WORAN SIE SEHEN KÖNNEN – WIE DIE ECHA ENTSCHEIDET

    ECHA will Bisphenol A in Thermopapier verbieten

    Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat den Vorschlag Frankreichs unterstützt, Thermopapier vom Markt zu nehmen, das Bisphenol A enthält. Dadurch sollen vor allem KassiererInnen gesundheitlich entlastet werden, die viel mit Thermopapier in Form von Rechnungen oder Rezepten in Kontakt kommen.

    Während der RAC das Risiko für ArbeiterInnen als unzureichend kontrolliert ansieht, stellt er aber keine Gefahr für KonsumentInnen fest. Der Ausschuss für sozioökonomische Analyse wird sich im September mit dem Verbotsvorschlag beschäftigen und Ende des Jahres einen Bericht veröffentlichen.

    Bisphenol A (BPA) gilt als hormonell wirksam und wird als Weichmacher in zahlreichen Plastikprodukten eingesetzt, auch in Verpackungen für Lebensmittel. Frankreich hatte deshalb im Januar 2015 BPA in allen Verpackungen, Containern und Gebrauchsgegenständen verboten. Dieses Verbot wird allerdings gerade von der französischen Industrie angefochten. QUELLE

    Und zu den 18 Marken, dieses bedeutet, dass die Testergebnisse aufgrund von 18 Mineralwassermarken entstanden sind. Dieses muss immer in Studien angeben werden. Um welche Marken es sich direkt handelt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Bitte bedenken Sie, Mineralwasser- Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi beherrschen Weltmarkt. Nur weil 18 Marken geprüft wurden, bedeutet dies nicht, dass die anderen in Ordnung sind.

    Interessierte Leserinnen finden die Studie/Dissertation hier und schauen Sie sich bitte die Fotos in den Studien an.

    Biomonitoring und Bioindikation am Beispiel endokriner Disruptoren, Jörg Oehlmann Goethe Universität Frankfurt am Main

    Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles

    Berlaymont-Erklärung zu hormonstörenden Chemikalien (EDC’s)

    Krank durch Chemikalien – Sie werden vergiftet!

    Lese-Empfehlung

    Die besten Marketingtricks unserer Zeit – der Verbraucher zahlt sogar für Luft!

    Marketing ist der Lebensnerv jedes Unternehmens – ohne ihn wird das Unternehmen wie ein marodes altes Holz-Segelschiff irgendwann kentern, sofern dieser nicht richtig gepflegt wird. Aber über einen solchen Erfolg dürften sich selbst die Erfinder spezieller Marktingstrategien gewundert haben. Weiterlesen →

    Claus Ferdinand Ascher für die Netzfrauen und Netzfrau Doro Schreier

    Für die englischen Leser der Netzfrauen ein Beitrag den wir auf englischer Sprache gefunden haben, die sich ebenfalls mit dem Thema befassen:

    Wasser

    Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water: Which Ones Are Harming You?

    FEBRUARY 7, 2015 http://earthweareone.com/

    German researchers have discovered endocrine disrupting chemicals (EDCs), that could adversely affect development and reproduction, to be contained in 18 different bottled water products(1). Of the 24,520 suspect chemicals found to be present in bottled water, the one that showed consistent results and illustrated anti-androgenic and anti-estrogenic activity is di(2-ethylhexyl) fumarate (DEHF). Endocrine disruptors are chemicals that can interfere with the hormone system, they can cause cancerous tumors, birth defects, cardiovascular disorders, metabolic disorders and as mentioned earlier,  other developmental disorders (1).

    This study comes from Martin Wagner and Jorg Oehlmann of the Goethe University Frankfurt, Frankfurt am Main, and Michael Schlusener and Thomas Ternes of the German Federal Institute of Hydrology. They determined that bottled water could contain serious amounts of EDCs that should be a cause from concern.

    Researchers used spectrometric simulation to narrow down their findings to DEHF as the only possible EDC giving rise to harmful activity. DEHF is also known as an anti-estrogenic compound, which means that another unidentified EDC must be present in the samples that showed anti-androgenic activity.

    The authors employed a sensitive in vitro bioassay to characterize the total estrogenic burden leaching from plastics, including potential mixture effects and unidentified EDCs. Using a similar approach, a series of studies reported a widespread estrogenic contamination of commercially available bottled water.  Here, we combine biological and chemical analysis to identify putative steroid receptor antagonists in bottled water. Most of the products were potently antiestrogenic and antiandrogenic in the bioassays. Nontarget high-resolution mass spectrometry pointed towards maleate and fumarate isomers as promising candidates and subsequently enabled the identification of di(2-ethylhexyl) fumarate. Because its concentration is too low to explain the observed activity, other compounds must contribute. However, further maleate/fumarate isomers are not only biologically active but structurally highly similar to phthalates. Hence, we speculate these compounds might represent a novel, so far overlooked group of EDCs.

    An increasing number of in vitro studies reports the presence of EDCs in bottled water. With previous studies focusing on estrogenicity, the present work provides evidence for an additional contamination with steroid receptor antagonists. We detected antiestrogens and antiandrogens in the majority of analyzed bottled water products. Moreover, the antagonist activity was very potent. An equivalent of 3.75 ml bottled water inhibited estrogen and androgen receptor by up to 60 and 90 percent. Bottled water from six different countries has been found to contain estrogenic, antiestrogenic, as well as androgenic, progestagenic, and glucocorticoid-like chemicals. This demonstrates that a popular beverage is contaminated with diverse-acting EDCs(1).

    What Can You Do?

    The answer is simple, don’t drink bottled water! Apart from that, you can purchase water filters that take out the chlorine and fluoride from your water if you choose, they aren’t that hard to find and if you do your research you can find some fairly inexpensive ones. If you’re interested, shoot us an email and we can help you out in your search. 24,000 chemicals is a lot of chemicals to be putting into your body. I’m not saying all of them are harmful, but who would want to take that chance? It’s not uncommon for us to taste some of these chemicals within the water that come from the plastic, especially if you leave the bottle in the sun for a short period of time.

    Here is a very informative video that shares a lot more of what needs to be known about bottled water:

    Sources:

    (1) http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0072472

    http://www.rsc.org/chemistryworld/2013/09/worrying-molecule-bottled-water-endocrine

    http://www.naturalnews.com/042126_bottled_water_endocrine_disruptors_chemical_contamination.html#

    http://www.chemspider.com/Chemical-Structure.4521171.html?rid=5aec75ff-9e17-4845-9a3c-96673b5741a6

    deutsche FlaggeZusätzliche Informationen:

    Hört auf unsere Kinder krank zu machen! Was unsere Kinder chronisch krank macht

    Wem Nestlé das Wasser abgräbt – erfindet Wasser für Reiche neu – eröffnet Abfüllanlage in Äthiopien

    Raubzug der Wasserkonzerne: Bottled Water Comes From the Most Drought-Ridden Places in the Country

    Video: Warum Trinkwasser in Flaschen unsinnig ist – It doesn’t make sense to buy bottled water

    via24.520 suspekte Chemikalien in Flaschenwasser – Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water – netzfrauen– netzfrauen.

  • Wissenswert: Dr. Leonard Coldwell – jeder Krebs ist in 2-16 Wochen heilbar!

    Wissenswert: Dr. Leonard Coldwell – jeder Krebs ist in 2-16 Wochen heilbar!


    Wissenswert: Dr. Leonard Coldwell - jeder Krebs ist in 2-16 Wochen heilbar!

    © kulturstudio 2015

    In den Augen von unzähligen Experten zählt Dr. Leonard Coldwell als weltgrößte Autorität für natürliche Krebs-Heilung, stress-bezogene Krankheiten und Burnout-Syndrom. Er gilt als der erfolgreichste Trainer im motivations- und selbstlehrendem System der heutigen Zeit. Er ist der Autor von 19 Bestsellerbüchern, u. a. seinen größten Bestsellern: “Die einzige Antwort auf Krebs”, “Die einzige Antwort um deine Krankheit zu überleben” und “Dein Arzt”. Über 57 Millionen Leser erfreuen sich an seinen Lehrwerken. Seine CD-Kollektion “IBMS Stress-Minimierung” ist die meist gepriesene und meist verkaufte aller Zeiten. Nachdem er seine Fähigkeiten schon in jungen Jahren entdeckte, heilte er eigenständig seine an Hepatitis C, Leber-Zirrhose und Leber-Krebs erkrankte Mutter. Sie hatte die Diagnose Krebs im Endstadium erhalten, und eine Überlebensprognose von 6 Monaten. Heute, 43 Jahre später, ist sie am Leben und gesund. Im Laufe seiner erfolgreichen Karriere heilte er bisher über 35.000 Krebspatienten mit einer Erfolgsrate von 92,3 Prozent.

    http://drleonardcoldwell.com – english

    http://drleonardcoldwell.de – deutsch

    http://www.livestream.com/kulturstudio

    http://www.kulturstudio.info

    http://kulturstudio.wordpress.com

    http://www.archiv.kulturstudio.info – Sendungsarchiv

    http://www.spende.kulturstudio.info – Unterstütze Dein Kulturstudio!

    viaDr. Leonard Coldwell – Krebs ist in 2-6 Wochen heilbar! – YouTube.

  • Der Eibenwald bei Paterzell | Mystische Orte

    Der Eibenwald bei Paterzell | Mystische Orte


    Irgendwo im Pfaffenwinkel ganz in der Nähe des beschaulichen Ortes Paterzell finden wir ein einzigartiges Stück Natur: einen Wald aus Eiben. Zwischen Buchen, Fichten und Tannen, die ihre Kronen in schwindelerregende Höhen strecken, wachsen über 2000 alte Eiben – so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland.

    Die Eibe ist ein seltsamer Baum und die älteste heimische Baumart. In Europa gibt es sie schon seit 600.000 Jahren und steht heute unter Naturschutz. Sie ist der einzige heimische Giftbaum und liebt es, im Schatten der anderen Bäume zu gedeihen. Sie braucht kaum Licht und wächst sehr langsam und nicht sehr hoch (15, manchmal auch bis 18 Meter), doch kann sie dafür älter werden als alle übrigen heimischen Bäume.

    Foto: Christoher Weidner

    Sie ist ein in vieler Hinsicht besonderer und merkwürdiger Baum, denn sie ist auf der einen Seite ein Nadelgehölz, auf der anderen Seite bildet sie keine Samenzapfen wie die Fichte oder die Tanne, sondern als einzige Art rote Beeren, die in Wirklichkeit “Scheinbeeren” (Arillus) sind, bei denen das korallrote Fleisch des Fruchtbechers einen Samenkern umhüllt. Während die weiblichen Eiben im Spätsommer und Herbst diese Früchte tragen, verbreiten die männlichen Eiben aus ihren Blüten im Frühling einen nebelartigen Staub.

    Auffällig auch die oft gewundene, wulstige, tief gefurchte Gestalt des Stammes, in dessen Formen wir nicht selten eigenartige Wesen und Gesichter zu erkennen glauben. Die Eibe scheint keine Symmetrie zu verfolgen in ihrem Wuchs, sondern immer wieder vereinen sich Äste mit dem Stamm, umwinden diesen, verbinden sich zu einer geschlungenen Ganzen. Ältere Bäume sind hohl und verjüngen sich, indem sich aus der Krone Äste in den Boden senken und so einen neuen Stamm bilden oder werden von jungem Holz umwallt. Die Eibe scheint sich einem ununterbrochenen Transformationsprozess zu unterwerfen, der es schwer macht ihr wahres Alter zu bestimmen. Ihr Holz hat keine Harzkanäle und eine gelbliche bis tiefrote Färbung. Besonders an feuchten, regenreichen Tagen leuchtet es unter der abgeschuppten Rinde oft blutrot hervor.

    Foto: Christopher Weidner

    Ihr sehr haltbares und elastisches Holz wurde der Eibe schon früh zum Verhängnis. Ihr Name leitet sich von “iwa” ab, gleichzeitig das Wort für Bogen und Armbrust. Aus diesem Holz schuf man schon seit der Steinzeit besonders langlebige Waffen. Schon das Bogenholz von “Özti”, der in den Ötztaler Alpen gefundene mumifizierte Leichnam eines Menschen der frühen Steinzeit, war aus diesem begehrten Holz gefertigt. Nicht umsonst findet man sie als langsam wachsende Waffenkammern oft gehäuft rings um Burgen. So kam es, dass Eiben in Oberbayern und anderswo aufgrund der großen Nachfrage an Kriegs- und Jagdwaffen um 1600 schon weitgehend ausgerottet waren. Überlebt hat sie zumeist in Gärten, auf Friedhöfen und in Parks. Doch selten sind solche Anblicke wie hier bei Paterzell: ein ganzer Wald voller Eiben. Einige dieser Baumahnen sind wohl bis zu 1000 Jahre alt.

    Andere wiederum sagen, das althochdeutsche “iwa” hänge mit dem Wort “ewa” für Ewigkeit zusammen – die Eibe, der immergrüne Baum, der den Tod überwindet – und bringt.

    Die Eibe
    schlägt an die Scheibe.
    Ein Funkeln
    Im Dunkeln
    Wie Götzenzeit, wie Heidentraum
    Blickt ins Fenster der Eibenbaum.
    (Theodor Fontane)

    Foto: Christopher Weidner

    Von der Giftigkeit der Eibe spricht bereits Julius Cäsar. Er berichtet, dass der Eburonenkönig Catuvolcus sich mit einem Eibentrunk das Leben nahm. Sehr wahrscheinlich hatte der Selbstmord des Keltenfürsten einen kultischen Hintergrund. Das Gift der Eibe führt zu einem schnellen Herzstillstand, heißt Taxin und ist stärker als das des Fingerhuts. Schon eine geringe Dosis der Nadeln kann auf Pferde tödlich wirken. Auch für Menschen ist die Eibe giftig, allerdings müsste er wenigstens 50 Gramm davon verspeisen. Einzig das rote Fruchtfleisch, welches den ebenfalls giftigen Samenkern umschließt, ist ungiftig und schmackhaft. Für Rehe allerdings ist die Eibe ein wahrer Leckerbissen: Taxin scheint stimulierend auf die Tiere zu wirken, ähnlich wie Tabak auf den Menschen – ein Problem vor allen Dingen für den Nachwuchs der Eiben, der in den überhegten Rehbeständen unserer Wälder durch entsprechende Maßnahmen wie Umzäunungen geschützt werden muss.

    Der griechische Arzt Dioskurides (1.Jhdt. n.Chr.) behauptete, wer unter den Eiben Spaniens schliefe, müsse sterben. Es reiche manchmal schon aus, vom Schatten der Eibe getroffen zu werden um. Hieronymus Bock (1198 – 1554) warnt in seinem Kräuterbuch: „Jeder der unter einer Eibe einschläft ist des Todes.” Wegen seiner Giftigkeit galt die Eibe auch als der “verbotene Baum”.

    Du starrtest damals schon
    So düster treu wie heut,
    Du, unsrer Liebe Thron
    Und Wächter manche Zeit;
    Man sagt, dass Schlaf, ein schlimmer,
    Dir aus den Nadeln raucht, –
    Ach, wacher war ich nimmer,
    Als rings von dir umhaucht!

    (Annette von Droste-Hülshoff)

    Quelle: wikipedia

    Es nimmt kaum Wunder, dass dieser geheimnisvolle Baum mit seiner sonderbaren Gestalt auch ein heiliger Baum ist. Die Germanen und Kelten sahen in ihm einen Baum des Todes und der Ewigkeit, ein Begleiter in die Anderswelt. Sie tränkten ihre Pfeilspitzen im giftigen Eibensud. Die Druiden, so heißt es, bevorzugten für ihre Zauberstäbe das Holz der Eibe. Wahrscheinlich wurde es unter aufwendigen Ritalen geschnitten, vielleicht bei Mondfinsternissen, wie die Hexen in Shakespearses Macbeth dies tun. Der Zauber der Eibe hatte zudem eine bannende Wirkung gegen alles Böse, gegen Hexen und Dämonen: “Vor Eiben kann kein Zauber bleiben”. Bösartigen Gnomen konnte man beikommen, indem man Eibenzweige vor deren Höhlen streute. Der Eibe hatte im angelsächsischen Raum eine eigene Rune: “Ihwaz”. Diese Zauberrune sollte Krankheit und Unheil abwenden.

    Die Eiben säumen den Scheideweg zwischen Leben und Tod:

    Est via declivis funesta nubila taxo
    ducit ad infernas per muta silentia sedes.

    Abwärts senkt sich der Weg,
    von trauernden Eiben umdüstert,
    Führt er durch Schweigen stumm
    zu den unterirdischen Sitzen.

    (Ovid, Metamorphosen IV, 432)

    Foto: Christopher Weidner

    Eine gewaltige Eibe soll auch an den Ufern des Unterweltflusses Kokytus, dem Fluss der Klagen, wachsen. Als Baum der Unterwelt finden wir sie auf vielen Friedhöfen. In der Bretagne heißt es, dass es auf einem Friedhof jeweils nur einen einzigen Eibenbaum geben dürfe, weil dieser seine Wurzeln in die Münder der Toten senke. Andererseits stehen Eiben nicht nur für den Tod, sondern auch für dessen Überwindung, nicht zuletzt weil sie immergrün sind. In der irischen Sage von Naoise und Deirdre wachsen aus den Pflöcken, die in die Leichen der beiden Liebenden geschlagen wurden, zwei Eiben, deren Zweige sich miteinander verbinden und so den Sieg der Liebe über den Tod symbolisieren.

    Foto: Christopher Weidner

    An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass manche glauben, Yggdrasil, der Weltenbaum der Germanen, sei gar keine Esche, sondern eine Eibe, da diese als immergrüner Baum viel besser geeignet sei, die neun Welten zu verbinden. Bemerkenswert ist, dass Yggdrasil so viel wie “das Pferd des Schrecklichen” bedeutet, wobei der Schreckliche niemand geringerer sein wird als Odin selbst, der höchste aller Götter. Wenn damit der Baum selbst gemeint ist, dann könnte er auch als ein “Reisebaum” betrachtet werden – ein Baum, auf dessen “Rücken” wir in andere Welten reisen können. Dies könnte ein Hinweis auf die psychoaktiven Wirkstoffe der Eibe sein: Besonders an warmem Tagen dünsten Eiben Pseudoalkaloide aus, so dass viele Menschen schon nach wenigen Minuten eine Mundtrockenheit, Entspannung und Wärme empfinden, eine typische Alkaloidwirkung. Andere berichten über Beklommenheit, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen, die sich nach einem mehrstündigen Aufenthalt unter der Eibe einstellen. Auch rauschartige, euphorische Zustände bis hin zu Trance können eintreten.Hielten deshalb die Druiden unter Eiben Rat, weil sie die bewusstseinserweiternde Wirkung dieses Baumes nutzten?

    Wie dem auch sei. Alles Wissen um die Mythologie der Eibe reicht nicht aus, um zu beschreiben, was wir erleben, wenn wir uns auf die Kraft des Eibenwaldes einlassen. Bei einem Besuch im Paterzeller Eibenwald, am besten früh am Morgen oder in den Abenstunden, mag jeder sich seinen eigenen Eindruck verschaffen. Die Begegnung mit diesen Baumgeistern ist in jeden Fall etwas ganz Besonderes. In ihrem Schatten herrscht eine düstere Atmosphäre, die Ehrfurcht einflößt – kein Baum, unter dessen schützenden Dach ich ein Picknick machen würde. Jeder Baum ist ein Individuum, keine Begegnung gleicht der anderen. Wie Gespenster oder Wesen aus einer anderen Welt strecken sie uns ihre Äste entgegen, manchmal einladend, öfters aber warnend. Wer sich von der Eibe berühren lässt, der muss bereit sein, ihre starke Kraft der Wandlung zuzulassen. Dann aber ist die Eibe wie ein Kanal, der uns vo Altlasten befreien kann – wenn wir bereit sind, sie wirklich loszulassen, um einen Neubeginn zu wagen. Eiben verändern uns, mehr noch, sie verwandeln uns. Wer dies nicht ertragen will, der sollte sich nicht zu lange ihrem Einfluss aussetzen …

    viaDer Eibenwald bei Paterzell | Mystische Orte | Christopher Weidner.

  • Warum ein Wirtschaftsaufschwung in den USA unmöglich ist – Kopp Online

    Warum ein Wirtschaftsaufschwung in den USA unmöglich ist – Kopp Online


    Würde die Wirtschaftsstatistik der US-Regierung nicht frisiert, sondern ehrlich berechnet und berichtet, so würden die Zahlen zeigen, was die meisten Amerikaner längst wissen: Von einer »Erholung« nach der Immobilienkrise von 2007/2008 und der offiziell verkündeten Rezession ist die US-Wirtschaft heute, acht Jahre nach Beginn der schlimmsten Finanzkatastrophe der Geschichte, weit entfernt. Darüber habe ich bereits früher berichtet. Vielmehr droht den USA eine neue tiefe Wirtschaftskrise wie in den 1930er Jahren oder wie in England in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.

    Dass ein echter Aufschwung unter gegenwärtigen Bedingungen unmöglich ist, liegt in der Politik von Kongress, Weißem Haus und Federal Reserve begründet, die die obersten zehn Prozent reicher gemacht hat, während die übrigen 90 Prozent Einkommenseinbußen und den Verlust des Wertes ihres wertvollsten Besitzes – des Eigenheims – hinnehmen müssen. Der Beweis ist einfach zu erbringen: Bei den Verbraucherausgaben, die 70 Prozent der Berechnungsgrundlage des BIP ausmachen, ist kein Anstieg auszumachen.

    Zum Zweiten zögert die Federal Reserve, die zuvor von »notleidenden« Wall-Street-Banken und anderen in die Klemme geratenen Finanzinstituten Schulden in Milliardenhöhe aufgekauft hat, noch immer, die Zinsen wieder über Null anzuheben.

    Die Federal Reserve blufft die Märkte, hat es aber in Wirklichkeit bisher nicht gewagt, den Zinssatz seit Beginn der Quantitativen Lockerung (QE, nach dem englischen »Quantitative Easing«) im November 2008 zu erhöhen. Bei der QE kaufte sie »Giftmüll«, nämlich durch Hypotheken gesicherte Wertpapiere, im Wert von Milliarden Dollar von de facto bankrotten Banken, die als »zu groß, um bankrott zu gehen« galten. 2010 war die Fedzu einer zweiten Runde Quantitativer Lockerung, dem so genannten QE2, gezwungen. Bis Oktober 2014, als eine Pause angekündigt wurde, hatte die Fed schwindelerregende 4,5 Billionen Dollar an immobilienbezogenen und sonstigen Vermögenswerten von den Banken übernommen.

    Dabei nutzten die Wall-Street-Banken, die Schuldigen in dieser Seifenoper, das Geld, das sie von der Fed für ihre wertlosen Vermögenswerte erhalten hatten, nicht etwa für Investitionen in neue Firmen oder realwirtschaftliche Großprojekte. Vielmehr schufen sie damit eine neue Blase, dieses Mal konzentriert an den Aktienmärkten. Der Wall-Street-S&P-Index gehandelter Aktien ist seit Februar 2009 um sage und schreibe 300 Prozent gestiegen. Alles deutet darauf hin, dass hier eine Blase kurz vor dem Platzen steht. Und die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen für staatliche Anleihen durch das QE der Fed wirken sich negativ auf die Finanzierung der Pensionsfonds aus.

    Pensionsfonds sind verpflichtet, hauptsächlich in sichere Anleihen, nicht in Aktien zu investieren. Wenn Anleihen so lange Zeit keine Zinsen einbringen, können verschiedene staatliche Pensionsfonds ihren zukünftigen Verpflichtungen nicht nachkommen. Eine verhängnisvolle Entwicklung, über die jedoch kaum jemand redet. Bei einer Studie über Pensionsfonds wurde kürzlich für das staatliche Rentensystem eine Unterfinanzierung von insgesamt 4,7 Billionen Dollar errechnet. So etwas könnte man eine tickende Neutronenbombe nennen. Tick, tick, tick, tick…

    Einer der Beweggründe für die kürzlich erklärte Zahlungsunfähigkeit der Stadt Detroit war, dass sie sich auf diese Weise von einem großen Teil der zukünftigen Rentenverpflichtungen befreien konnte. Für Polizisten, Feuerwehrleute und andere städtische Angestellte würde das empfindliche Einbußen bei ihren Ruhegeldern bedeuten. Weniger Geld flösse in den Konsum, und weniger Konsum heißt weniger Wirtschaftswachstum für die USA.

    Die Mittelschicht verschwindet

    Zum Zweck der Berechnung wird die »Mittelschicht« definiert als die 60 Prozent der amerikanischen Familien mit mittlerem Einkommen, zwischen den unteren und den oberen 20 Prozent. Anders gesagt: als der Kern dessen, was einmal eine gesunde stabile amerikanische Bevölkerung war, die Häuser kaufte, fürs College der Kinder und die eigene Rente sparte und jedes Jahr in den Urlaub fuhr.

    Die Struktur der Altersvorsorge amerikanischer Privatunternehmen wurde in den 1980er Jahren grundlegend verändert. Anstatt Verträge mit ihren Angestellten zu schließen, bei denen sich eine Firma, sagen wir General Motors, verpflichtete, einen bestimmten monatlichen Betrag, vielleicht 60 Prozent des letzten Einkommens eines Angestellten, an lebenslanger Rente zu bezahlen, wurden denen jetzt »Defined contribution«- (»Definierte Beitrags«-)-Renten angeboten, am häufigsten ist das die private Rentenvorsorge 401(k).

    Im Regelfall erklärt sich ein Unternehmen heute bereit, die Hälfte einer bestimmten Jahressumme in eine 401(k) für den Angestellten einzuzahlen, der denselben Betrag aufbringen muss. Das Unternehmen hat einen Vertrag mit einem Investmentfonds, beispielsweise Vanguard oder Fidelity Funds. Als die Einkommen der so genannten Babyboomer, meiner Generation, in den 1980er bis späten 1990er Jahren, wenige Jahre vor dem Ruhestand, Spitzenwerte erreichten, zahlten sie vor allem in Fonds ein, die in Aktien oder Anleihen investierten. Im März 2000, als die seit 1997 aufgeblähte Dot.com-Blase platzte, und in den zwei Jahren danach verloren die gehandelten Aktien fünf Billionen Dollar an Wert.

    An diesem Punkt senkte Alan Greenspan, der wahrscheinlich meistüberschätzte Vorsitzende der Federal Reserve seit der Weltwirtschaftskrise, bewusst den Zinssatz, unterstützte die Deregulierung der großen Wall-Street-Banken und gab den Startschuss für die größte aller Spekulationsblasen, die Immobilienblase von 2002 bis 2007. Greenspan nutzte seine große Glaubwürdigkeit beim Kongress für die Einführung völlig unbeaufsichtigter finanzieller Innovationen wie die durch Hypotheken gesicherten Wertpapiere. Die würden angeblich arme Amerikaner in die Lage versetzen, ein Haus zu kaufen und am »amerikanischen Traum« teilzuhaben. Wie vorherzusehen war, wurde dieser Traum zum Albtraum, als die Immobilienblase im März 2007 platzte. Diese Blase war die größte in der Geschichte, an den Folgen hat die US-Wirtschaft auch acht Jahre später noch zu tragen. Vom Höhepunkt im Dezember 2006 bis Anfang 2009 verloren Häuser 34 Prozent an Wert. Millionen Amerikaner steckten plötzlich finanziell in der Klemme und verzichteten auf alle nicht unbedingt nötigen Ausgaben. Und Millionen wurden arbeitslos, als keine weiteren Häuser mehr gebaut wurden.

    Das Platzen der Immobilienblase nach 2007 ist aber nicht der einzige Grund dafür, dass Amerikaner nicht mehr »bis zum Umfallen kaufen«, wie sie es in den Jahren der Blase getan hatten. Eine neuere Studie der Washingtoner Denkfabrik Center for American Progress beschreibt im Detail den Niedergang der traditionellen amerikanischen Mittelschicht: Die Folge der »Krise von 2008 war die schwerste Rezession und der größte Vermögensverlust der Mittelklasse seit der Großen Depression«.

    In dem Bericht heißt es: »Der durchschnittliche Haushalt verlor von 2005 bis 2011 31 Prozent seines Immobilienwerts und 13 Prozent aller mit Hypotheken belasteten Häuser sind noch immer unter Wasser – die Schulden der Besitzer sind rund 380 Milliarden Dollar höher als der Wert ihrer Häuser. Das ist der Preis für Alan Greenspans im Jahr 2000 gestartete ›Finanzrevolution‹.«

    Für diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben, sind die Aussichten auf eine ausreichende Rente düster. Laut dem Bericht hatten 31 Prozent der Beschäftigten nach eigenen Angaben 2013 nicht für den Ruhestand gespart und erwarteten keine Rente. Sie sind auf die mageren Leistungen der staatlichen Sozialversicherung angewiesen, in der Regel weniger als 1000 Dollar.

    Für 2010 schätzt der Bericht die Rentenlücke der Beschäftigten – die Differenz zwischen dem voraussichtlichen Bedarf im Ruhestand und dem, was sie gegenwärtig haben – auf rund 6,6 Billionen Dollar. Verschlimmert wird die wirtschaftliche Misere in den USA durch den Rückgang des durchschnittlichen Realeinkommens der Mittelschicht von 2000 bis 2012. Sogar bei verheirateten Paaren mit zwei Kindern – Familien, die normalerweise über ein höheres Einkommen verfügen – stagnierte das Durchschnittseinkommen in dieser Zeit. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Kinderbetreuung, Gesundheitsfürsorge und Wohnen in diesen zwölf Jahren um über 10 000 Dollar; ein wichtiger Faktor, warum keine Rücklagen für den Ruhestand gebildet wurden.

    Aber nicht nur diese Faktoren machen eine echte wirtschaftliche Erholung aus der neuen »Großen Depression« – wenn das Wort noch erlaubt wäre – unmöglich. Der Ökonom John Williams, der hinter die politisch motivierte Glitzerfassade der Wirtschaftsdaten der US-Regierung schaut und seine sorgfältigen Analysen in seinem Newsletter Shadow Government Statistics publiziert, schätzt, dass die Arbeitslosigkeit im April nicht bei den vom Arbeitsministerium errechneten 5,4 Prozent, sondern eher bei 23 Prozent lag. Solche Werte gab es letztmals während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Das Arbeitsministerium »löscht« einfach alle, die die Hoffnung aufgegeben haben, jemals wieder einen Arbeitsplatz zu ergattern, aus der Berechnung und manipuliert auch sonst nach Kräften, um auf die 5,4 Prozent zu kommen.

    Kurz: Die wirtschaftliche Realität in den USA ist so düster wie seit den 1930er Jahren nicht mehr. Diese Wahrheit kam auch in einem neuen OECD-Bericht über Einkommensunterschiede zwischen dem reichsten einen Prozent und der restlichen Bevölkerung zum Ausdruck. In den USA verdienten die obersten zehn Prozent 1900 Prozent mehr als die untersten zehn Prozent. Seit 2001 begünstigen die Steuergesetze diese obersten zehn Prozent auf Kosten aller anderen. Kein Wunder, dass ein Professor der Princeton Universitykürzlich zu dem Schluss kam, gemessen daran, welche Gruppe am meisten von der Gesetzgebung des Kongresses profitiert, sei Amerika zu einer Oligarchie geworden, in der die Superreichen die Politik zu ihren Gunsten beherrschen.

    Das alles hat auch beängstigende geopolitische Auswirkungen für die Welt. Das Amerikanische Jahrhundert ist um den 15. August 1971 herum untergegangen, auch wenn es niemand wahrhaben wollte. Wir entschieden uns für die Hypnose der amerikanischen Unbezwingbarkeit. Und genau diese Hypnose wird bald einem Realitätsschock weichen.

    viaWarum ein Wirtschaftsaufschwung in den USA unmöglich ist – Kopp Online.

  • Blitz-Enteignung: Regierung kürzt Lebens-Versicherungen

    Blitz-Enteignung: Regierung kürzt Lebens-Versicherungen


    Enteignung der Sparer

    Die Lage bei den großen Versicherern ist offenbar kritisch: Die Bundesregierung hat am frühen Morgen im Schnellverfahren Maßnahmen beschlossen, die einen Crash bei den Lebensversicherungen verhindern soll. Die nächste Enteignungswelle ist damit perfekt. Die Kunden müssen sich auf gravierende Verluste einstellen. Banken und Regierungen retten sich selbst auf Kosten der Sparer.

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    Die nächste Enteignung der Sparer kommt im Schnellverfahren: Nach den Sparbüchern werden nun die Besitzer von Lebensversicherungen geschröpft. Die Methode der Bundesregierung ist offenkundig der dramatischen Lage in der Finanzindustrie geschuldet.

    Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket zur Sicherung der Ansprüche von Lebensversicherungskunden auf den Gesetzesweg gebracht. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern den Entwurf eines Lebensversicherungs-Reformgesetzes. Es soll verhindern, dass Unternehmen wegen der historisch niedrigen Zinsen für Staatsanleihen in die Pleite rutschen. Denn wegen der zur Entschuldung der Staaten herbeigeführten niedrigen Zinsen können die großen Versicherer ihre Renditezusagen an die Versicherten nicht mehr erfüllen. Unter anderem ist vorgehen, dass die Aufsichtsbehörde BaFin eine Ausschüttung von Dividenden verbieten kann, bevor alle Kundenzusagen erfüllt sind. Aus dem Grund soll die BaFin auch die Ausschüttung von Buchgewinnen an ausscheidende Versicherte einschränken können.

    Die Versicherer legen ihre milliardenschweren Beitragseinnahmen am Kapitalmarkt an, zum großen Teil in Staatsanleihen. Da diese aber seit der Schuldenkrise in Europa von der EZB für risikolos erklärt wurden und daher keine echten Wertpapiere mehr sind, sondern praktisch wie Monopoly-Geld funktionieren, fällt es den Versicherern immer schwerer, genug Geld einzuspielen, um den Kunden die zugesagten Renditen auf Lebensversicherungspolicen auch zukommen zu lassen.

    Für Kunden, deren Verträge enden, können Beschränkungen bei der Ausschüttung von Bewertungsreserven empfindliche finanzielle Folgen haben. Die Reserven entstehen, weil alte Wertpapiere, die höher verzinst sind, in der Niedrigzinsphase vorübergehend an Wert gewinnen. Diese Buchgewinne müssen die Unternehmen zur Hälfte an ausscheidende Kunden ausschütten. Dies sind etwa 6,6 Millionen im Jahr. Für die Inhaber der übrigen fast 90 Millionen Policen bleibt damit allerdings weniger Geld zur Verfügung. Die Ausschüttungs-Beschränkung soll verhindern, dass es in der Finanz-Industrie zum Crash kommt.

    Das trifft jene Kunden, deren Verträge jetzt enden und die von derzeit hohen Bewertungsreserven profitieren würden. Für manche geht es dabei um Tausende Euro. Es soll den Versicherungsunternehmen praktisch erlaubt werden, ihre Garantieversprechen eben nicht einzuhalten, weil dies aufgrund des Niedrigzinses auch mathematisch nicht möglich wäre.

    Versicherer wie die Allianz oder die Münchener Rück legen ihre milliardenschweren Beitragseinnahmen am Kapitalmarkt an, zum großen Teil in Staatsanleihen. Diese werfen jedoch im Fall Europas wegen der Zins-Entscheidungen der EZB keine attraktive Rendite ab oder sind, wie in einigen Schwellenländern, zu riskant und dürfen daher nicht erworben werden.

    Daher fällt es den Versicherern immer schwerer, mit ihren Investments das Geld einzuspielen, um den Kunden die zugesagten Renditen auf Lebensversicherungspolicen auch zukommen zu lassen. So lag die Durchschnittsrendite von Bundesanleihen 2013 lediglich bei 1,6 Prozent. Genau doppelt so hoch war allerdings der von der Branche im Schnitt zugesagte Zins.

    Je mehr Altanleihen auslaufen, die durch weniger attraktivere Papiere ersetzt werden müssen, desto gravierender wird das Problem. Die Bundesbank hat deshalb schon gewarnt, bis 2023 drohe ein Drittel der Versicherer, die Eigenkapital-Hürden zu reißen.

    Damit es erst gar nicht so weit kommt und das beliebteste Finanzprodukt der Deutschen keinen Schaden nimmt, setzt die große Koalition auf ein ganzes Bündel von Einzelmaßnahmen. So wird der Garantiezins, den die Unternehmen ihren Kunden maximal für die gesamte Vertragslaufzeit zusagen dürfen, zum Januar 2015 auf 1,25 von 1,75 Prozent abgesenkt. Das macht den Abschluss neuer Lebensversicherungen unattraktiver.

    Sind die Garantiezusagen einer Versicherung in Gefahr, erhält die Aufsichtsbehörde BaFin nun weitreichende Eingriffsrechte. So kann sie festlegen, dass zunächst alle Renditezusagen an die Versicherten abgesichert sein müssen, bevor Dividenden an die Aktionäre gezahlt werden dürfen.

    Zudem werden die Kunden künftig zu 90 Prozent am sogenannten Risikogewinn ihres Versicherers beteiligt. Bisher durften die Unternehmen ein Viertel dieses Ergebnisanteils ausschütten oder zurücklegen.

    Der Risikogewinn entsteht zum Beispiel dadurch, dass Kunden früher sterben als gedacht und dann weniger Rente beziehen. Schließlich dürfen die Unternehmen die Abschlusskosten nur noch zu einem geringeren Teil zulasten der Versicherten bilanzieren.

    Damit alle Versicherten ihre Renditen bekommen, müssen künftig im Zweifel auch ausscheidende Kunden zurückstehen. Bisher bekommen Versicherte, deren Verträge enden, die Hälfte der Bewertungsreserven von festverzinslichen Anlagen ausbezahlt.

    Mit diesem Kabinettsbeschluss, der vom Bundestag selbstverständlich alternativlos durchgewunken wird, zeigt sich erneut das Schema der Enteignungen: Die Staaten sanieren sich selbst mit billigen Zinsen. Dazu wird das ganze System manipuliert, indem die EZB Staatsanleihen ohne Ansehen der Realität für risikolos erklärt. Gleichzeitig rettet die Regierung die Finanz-Industrie – in diesem Fall die Lebensversicherer. Die Schulden-Politiker brauchen die Banken, um weiter Schulden machen zu können. Die Rechnung zahlen die Sparer: Jeder, der auf die Versprechungen seiner Lebensversicherers vertraut hat und mit den Ausschüttungen kalkuliert hatte, ist nur der Dumme. Denn rechtlich ist die Sache wasserdicht: Der Staat kann mit den ihm zur Verfügung stehenden Zwangsmaßnahmen jederzeit dafür sorgen, dass nicht Politik und Banken zahlen.

    Der Sparer wird geplündert. So steht es im Drehbuch.

    Besonders unverfroren: Die Notwendigkeit der Plünderung wird mit „außergewöhnlichen Umständen“ begründet. Diese Umstände sind jedoch mitnichten überraschend oder außergewöhnlich. Sie wurde von den Regierungen und Zentralbanken jedoch gemeinsam bewusst herbeigeführt: Sie haben die Zinsen gegen Null gedrückt, weil sonst die Staaten zusammengebrochen wären.

    Das Drehbuch der Enteignung enthält kein großes Theater.

    Gegeben wird: Ein Schurkenstück in beliebig vielen Akten.

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    Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

    Die Kürzung bei den Lebensversicherungen ist erst der Anfang: DWN-Herausgeber Michael Maier beschreibt in seinem neuen Buch das gesamte Arsenal, das Staaten und Zentralbanken gegen die Sparer einsetzen werden: Vermögensabgaben, Immobilienabgaben, höhere Steuern, niedrige Sozialleistungen. Alle verfügbaren Waffen richten sich gegen die Sparer. Es ist dringend nötig, sich zu schützen.

    Michael Maier, „Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen“. 

    Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Beim Verlag kann es hier bestellt werden.

    Das Buch ist auch bei Amazon erhältlich – hier.

     

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