Blog

  • MEINE KARTOFFELKÄFER SIND SACHSENS ÄLTESTE ROCKER

    MEINE KARTOFFELKÄFER SIND SACHSENS ÄLTESTE ROCKER


    MEINE KARTOFFELKÄFER SIND SACHSENS ÄLTESTE ROCKER

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    Schweden-Rennfahrer Lennart Hedlund auf seiner Ducati auf der Saale-Schleife. Ein Anblick, der die Grimmaer Biker faszinierte.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Grimma – Wenn sie auf Motorradtreffen erscheinen, dann ziehen sie die Blicke auf sich. Besser: ihre schwarz-gelb geringelten Helme, die der Kartoffelkäferbande Grimma den Namen gaben. Doch die wenigsten kennen die Geschichte hinter den Farben. Und auch nur Insider wissen, dass die Kartoffelkäfer der älteste Motorradclub Deutschlands sind.

    Wir schreiben das Jahr 1958. Auf der Saale-Schleife in Halle läuft das Rennen der 125er Klasse. Auch der damals 20-jährige Lennart Hedlund heizt auf seiner Ducati mit der Startnummer 153 über die Strecke.

    Auf dem Kopf trägt der Schwede einen schwarz-gelb geringelten Helm.

    Gründungsmitglied Klaus „Gustel“ Köhler (78) mit dem Originalhelm von Rennfahrer Hedlund, den der Schwede 2008 den Kartoffelkäfern schenkte.

    Ein paar Grimmaer Biker stehen mit ihren Awos und Jawas an der Strecke und sind fasziniert.

    „Der Helm imponierte uns und so beschlossen wir damals, unsere Helme auch so zu gestalten“, berichtet Klaus „Gustel“ Köhler (78). Es war die Geburtsstunde der Kartoffelkäferbande.

    Heute steht Hedlunds Original-Rennhelm in der Ehrenvitrine im Clubhaus der Grimmaer Biker.

    „Als ihn uns Lennart 2008 in einem Paket schickte, hatten unsere Alten beim Auspacken Tränen in den Augen“, erzählt Kartoffelkäfer-Präsi Tilo Urban (54).

    Die wilden Kerle. Rocker der Kartoffelkäferbande in den 1960er Jahren. Mit ihnen hat man sich besser nicht angelegt.

    Mit ihren fast 57 Jahren ist die Kartoffelkäferbande mit Abstand Sachsens ältester Bikerclub. Und in den 1960er und 70er Jahren war es auch einer der berüchtigtsten – jedenfalls für die Volkspolizei und Tanzdielen-Betreiber.

    „Wenn wir auf Tanzveranstaltungen kamen, hat einer seinen Helm genommen, ihn über den Boden geschlittert, und an dem Tisch, wo er liegen blieb, hieß es dann: Das ist jetzt unser Tisch – aufstehen oder es gibt Wamse“, erinnert sich Gustel an die raubeinigen Tage.

    Die Kartoffelkäfer vor ihrem Clubhaus. Das Torhaus des Rittergutes Grimma-Böhlen haben sie selbst restauriert.

    Nicht ganz verwunderlich, dass sich die Käfer der besonderen Aufmerksamkeit der Volkspolizei erfreuten. „Wir sind ständig angehalten und gefilzt worden“, erzählt Gustel.

    Eine Kontrolle in den 1970ern auf dem Marktplatz durch den Abschnittsbevollmächtigten (ABV), wie Bürgerpolizisten früher hießen, sorgt im Club noch heute für Lachsalven.

    Gustel: „Der hatte mal wieder unsere Führerscheine am Wickel, da hat sich einer angeschlichen und dem ABV bei der Kontrolle von hinten an die Stiefel gepinkelt.“

    Käfer-Präsident Tilo Urban (54, r.) und Club-Koch Matthias Riesche (56) mit ihren Ringel-Helmen, die sie bei allen Touren tragen.

    Solche Eskapaden gibt’s heute nicht mehr. Immerhin gehören jetzt auch drei Frauen zum Club, der aktuell 50 Mitglieder und einen Prospect (Anwärter) zählt.

    „Edelschrauber“ Gustel gehört der Kartoffelkäferbande bis heute an und ist noch immer mit seiner 250er Sport-AWO von 1958 unterwegs. Der jüngste Käfer ist 27 Jahre alt.

    Fast jedes Wochenende sind die Schwarz-Gelben zu Bikertreffen unterwegs. „Wir haben mit allen Clubs der Gegend ein gutes Verhältnis“, sagt Präsi Tilo.

    Eine besondere Freundschaft pflegen die Sachsen mit dem Harley-Club Prag, der noch einmal 30 Jahre älter ist als die Käferbande.

    Wenn die Kartoffelkäfer im September zu ihrem Biker- und Trikertreffen laden, hat die Party Volksfestcharakter.

    Auch auf den Partys der Leipziger Hells Angels sind die Muldental-Rocker gern gesehene Gäste.

    Und immer im September eines Jahres lassen es die Kartoffelkäfer so richtig krachen. Ihr Biker- und Trikertreffen am Münchteich zählt mit zuletzt 3 000 Gästen zu den größten Bikerpartys im Freistaat.

    Das nächste steigt vom 17. bis 20. September. Tilo: „Diesmal wollen sogar Biker aus Amerika kommen.“

    Weitere Teile der Serie:

  • DIE STEELWINGS HABEN DIE STRENGSTEN REGELN

    DIE STEELWINGS HABEN DIE STRENGSTEN REGELN


    31.03.2015 06:009.111

    DIE STEELWINGS HABEN DIE STRENGSTEN REGELN

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    EINER IST FÜR DEN ANDEREN DA: TAG UND NACHT!

    Die Steelwings vergangenen Donnerstagabend vor ihrem Clubhaus im Leipziger Westen.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Leipzig – Baumstamm sägen, Apfelsinen tätowieren, aus einem Haufen Einzelteilen einen Anlasser zusammenbauen – das sind Prüfungen, denen sich Dutzende Rocker aller zwei Jahre bei der Leipziger Biker-Rally stellen. Ausgerichtet wird die von den „Steelwings“ – neben Höllenengeln und Red Devils der dritte große MC in der Messestadt.

    Die Steelwings verstehen sich als „Oldschool“. Lange Haare, wilde Bärte, Lederklamotten. „Wir pflegen Beziehungen zu vielen anderen Clubs, supporten aber niemanden. Unsere Regeln sind einfach, aber strikt“, sagt Präsident Torsten (47). Wer sich nicht daran hält, fliegt raus.

    Respekt anderen gegenüber spielt eine große Rolle und somit auch das Benehmen in der Öffentlichkeit. „Das geschieht ja immer unter unseren Farben und somit sind wir immer auch verantwortlich für die Taten einzelner Mitglieder“, erklärt Torsten. Mit der strikten Einhaltung der Regeln gelinge es aber, den Ruf des Clubs sauber zu halten.

    Graue Mähne, Vollbart, Lederkutte – Steelwings-Präsident Torsten (47) verkörpert den klassischen Oldschool-Rocker.

    Was ihnen wichtig ist, sind die einfachen Dinge: Dass man seinem Bruder vertrauen kann. Dass ein Wort zählt. Dass einer für den anderen da ist – Tag und Nacht. Diese Werte schweißen zusammen, und das verteidigen sie strikt.

    Wie zum Beispiel die Regel der Pünktlichkeit. Wenn es um 7 Uhr heißt, geht es um sieben auch los. Nicht eine Minute später! „Wir fahren auch ohne den Präsi los“, sagt Vize Stefan (37). Und wäre der dann nicht sauer? „Nein, höchstens auf sich selbst“, grinst Stefan, fügt hinzu: „Das kommt aber nicht vor.“

    Seit fast 17 Jahren sind die Jungs am Start. Tagsüber arbeiten sie als Installateur, Karosserieklempner und IT-Spezialist, abends schrauben sie an ihren Motorrädern. Eine Harleypflicht besteht übrigens nicht, es gibt auch Suzuki und Victory im Club. Viel Zeit verschlingt auch das Clubhaus.

    Zweite Heimat Clubhaus – hier lassen die Steelwings-Rocker ihren Feierabend ausklingen. Die meisten arbeiten in Handwerksberufen.

    Es gibt immer etwas zu tun. Mal muss etwas repariert werden, dann wieder sind die wöchentlichen offenen Abende zu organisieren. Legendär sind die Partys der Steelwings. Besonders die Glühweinparty oder die Chop’n’Wing-Night sind beliebte Treffpunkte für die Biker aus Leipzig sowie für viele befreundete Clubs.

    Und die im Zweijahresrhythmus stattfindende „Bikerrally“ (nächste 2016), bei der neben dem Tätowieren von Südfrüchten die Kräfte auch im Schießkeller und beim Geschicklichkeitsfahren gemessen werden, ist unter Sachsens Rockern Kult. Enge Verbindungen pflegen sie auch ins Ausland. So kommen pro Saison zahlreiche Fahrten zusammen.

    Das schlechte Bild, das in der Öffentlichkeit über Rocker vorherrscht, stört die Steelwings zwar, doch von ihrem Weg lassen sie sich nicht abbringen: „Das ist unsere Lebensart, die muss niemand verstehen. Wir machen unser Ding und gehen niemandem auf die Nerven. Das gleiche nehmen wir für uns in Anspruch“, sagt Torsten.

    Apfelsinen tätowieren – die größte Herausforderung bei der Bikerrally der Steelwings.

    Als MC (Motorcycle Club) stehen die Steelwings in der Rocker-Hierarchie weit oben. Das liegt daran, dass sie die Regeln strenger auslegen und befolgen. Deshalb sind auch die Aufnahmebedingungen schärfer. Außer den Steelwings gibt es nur zwei weitere MC in Leipzig: die Hells Angels und deren Unterstützer Red Devils.

    Alle anderen Clubs laufen als MF, also Motorradfreunde. Sie sind ähnlich strukturiert, leben aber längst nicht so strikt das Rockerleben.

    Der Junior unter den Altrockern: Sören (19) ist seit knapp zwei Jahren Propect (Anwärter) bei den Steelwings. Wenn er aufgenommen wird, kommt der Adler auf die Kutte.
  • WIR WAREN ROCKER IN DER DDR

    WIR WAREN ROCKER IN DER DDR


    30.03.2015 06:006.965

    WIR WAREN ROCKER IN DER DDR

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    DIE WILDEN JAHRE VON AWO-BUBI

    Bubi in den wilden 80ern auf seiner Touren-AWO 425.

    Limbach-Oberfrohna – Lange Ledermäntel, selbstgemachte Lederhosen und Eisenbahnermützen – so sahen die Rocker in der DDR aus. MZ und Jawa waren verpönt, sie standen auf reinen Viertakt-Blues. Ihr Bike war die gute alte AWO. 

    Bubi (heute 56) aus Limbach erzählt in Anekdoten über das Rocker-Leben hinterm „Eisernen Vorhang“.

    „Ich bin Bubi. Den Namen habe ich mir nicht ausgesucht, aber so ist das nun mal. Heute begleitet er mich immer noch durch die Szene. Ich lebte damals in Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz.

    Durch meinen Vater wurde mein Interesse zum Motorrad erweckt, da er mich schon als kleiner Junge auf einen SR 2 gesetzt hatte und ich fahren durfte und das ohne zu treten wie beim Fahrrad, geil.

    Als junger Kerl mit Führerschein in der Tasche hatte ich schon Erfahrung mit MZ Motorräder aber irgendwas fehlte, der Sound. Den hatten nur die alten Kisten, von denen man ab und zu mal eine auf der Strasse sah: die AWO.

    Ein Nachbau der Russen von einer BMW, billig , stabil, zuverlässig – aber auch nicht zeitgemäß.

    So ein Teil war schnell billig erstanden und fahrbar gemacht. 1978 lernte ich Uli kennen, der schon etwas mehr Erfahrung mit der AWO hatte.

    Das war der Anfang einer bis heute beständigen Freundschaft und der Grundstein des bis heute bestehenden Motorradclubs mit dem Namen CHARON 1982 Germany.

    So sahen Rocker in der DDR aus. Bubi (u.li.) bei einer Präsidenten-Rallye im brandenburgischen Brieselang.

    In kurzer Zeit und durch rege Kontakte wuchs unsere Truppe auf mehrere Gleichgesinnte an.

    Die ersten Treffen wurden im Sonnenbad Rußdorf abgehalten und es war erstaunlich, was alles aus einer AWO entstand. So gab es die Originalgetreuen, die Sporttourer und die ersten Chopper.

    Für uns mussten die AWO’s jedoch schon etwas wild aussehen. In dieser Zeit lernten wir auch Golem und Mario kennen, die heute noch als Charon fahren.

    Der Sinn stand uns nach einem Club und so wurde am 1.Mai 1982 der AWO Motor Club Limbach -AMCL- gegründet. Dies geschah unter dem Deckmantel des damaligen Motorsportclub des VEB Bremshydraulik im Sportverband des ADMV.

    So konnte man existieren, ohne gleich mit der Staatswacht Probleme zu bekommen.

    Im Sommer 1982 fand dann das erste große AWO-Treffen in Gera statt. Das war der Hammer, denn ca. 350 Biker waren anwesend.

    So eine Masse von Gleichgesinnten, und wir mittendrin! Wir begriffen, dass wir auf den richtigen Weg waren, was unsere Interessen betraf.

    Aus dieser Zeit bildeten sich Freundschaften zu anderen auch schon bestehenden AWO-Clubs wie nach Jessen/Elster , Erfurt, Gera, Dresden, Rostock, Berlin usw.

    Die Clubstrukturen wurden gefestigt nach MC-Vorbild, Posten wurden vergeben und besetzt, wie es sich halt in einem MC gehörte. Nun war auch unser Auftreten auch immer wilder und die AWO’s ebenfalls.

    Ein Teil der Mitglieder, die von Anfang an dabei waren, trennten sich daher von uns, was uns natürlich auch Recht war, da wir nun auch keine Rücksicht auf etwaige Weicheier nehmen mussten.

    Auch die DDR-Werbeindustrie war an Rockern interessiert. Hier posiert Bubi mit Model Peggy für Esda Strümpfe.

    Die AWO-Treffen wurden nun jedes Jahr in einer anderen Stadt durchgeführt. Auch wir wollten es in Limbach mal versuchen, was zufolge hatte, das gleich mehrere Member Besuch von der Polizei hatten.

    Es wurde uns sofort Haft angedroht wegen Zusammenrottung und der Gleichen, so das die ganze Sache im Keim erstickt wurde.

    Wir haben dann die Sache heimlich in Cämerswalde bei Dresden durchgezogen und das noch zum 1.Maifeiertag – ja, war ’ne geile Sache.

    Das Wintertreffen auf der Augustusburg diente uns immer als erstes Treffen im Jahr. Man konnte da Sachen abklären und Freundschaften pflegen.

    Nach dem Wintertreffen auf der Burg ging es nach Limbach-Oberfrohna in die Parkschänke. Wer damals dabei war, hat bestimmt noch tolle Erinnerungen an geile Weiber, volle Gläser und jede Menge Spaß bei guter Live Musik.

    Danach ging die Hälfte der Biker meist zu Uli und die andere Hälfe mit zu mir. Ich hatte mal 28 Biker mit in meiner Bude und nur noch eine Kiste Bier und eine Pulle Hochprozentigen, damals wurde alles geteilt…

    Wie die Frauen das damals alles so ausgehalten haben?

    Einmal hatte uns so ein Typ angequatscht, er wollte einen Kalender mit uns machen. War wohl ernst gemeint, nach einigen Treffen mit dem Fotografen willigten wir ein und es konnte los gehen.

    Auf die Fotos hatten wir uns schon gefreut, doch daraus wurde nichts. Die Führung sprach sich dagegen aus. Statt dessen wurden wir zu einem Foto-Termin geladen mit ein paar Models und es ging um Werbung für Esda Strümpfe.

    Das ganze fand in Leipzig statt. Uli, Peter, Janky und Ich fuhren mit zwei Bikes hin und machten uns einen schönen Tag mit den Models.

    Wir bekamen eine ordentliche Gage und eine Freistellung vom Betrieb und natürlich später auch die Plakate. Es hat Spass gemacht, denn das Hotel wurde auch bezahlt.

    Die AWO’s wurden immer besser, da viele Biker im Club sich meist auf etwas spezialisiert hatten und jeder konnte etwas anderes besorgen.

    Das ging los mit Ersatzteilen, Adressen für Spezialsachen, Getriebe, Motoren und was man so brauchte für eine AWO, die ein erstes Leben schon hinter sich hatte.

    1982: AWO-Treffen in Gera.

    Bei Uli im Hause hatten wir unseren Clubraum und so fand ein reges Clubleben statt.

    Wir waren auch mit die ersten die die üblichen Kuttentaufen zelebrierten, also wenn du Vollmember wirst, dann wird deine Kutte einem Ritual unterworfen.

    Es wurde eine Kuhle ausgeworfen mit Schlamm, Dreck, diversen Getränken, Flüssigkeiten. Dann die Kutte rein und mit den Bikes drüber gefahren. Was für ein Gaudi, danach wurde die Kutte nicht mehr gereinigt, allein der Regen auf dem Bock wusch den Dreck wieder ab, jetzt warst du erst vollwertig.

    Die AWO’s wurden immer fahrstabiler und so gingen unsere Ritte auch über die Landesgrenzen hinaus, legendär die Ritte nach Rostock.

    Einmal fuhr der Pannenteufel mit uns mit und wir hatten unzählige Pannen, so dass wir mitten auf der Autobahn übernachten mussten und wir es erst am morgen schafften weiter zu fahren.

    Wir brauchten damals 24 Stunden nach Rostock (550 km) aber unser Motto hieß schon damals: gemeinsam losfahren, gemeinsam ankommen.

    Das war Abenteuer pur, unsere Reisen gingen nun auch nach Tschechien. Pfingsten war die Zeit in der man sich mit Westbikern treffen konnte, Tschechien war also das Land der ersten Deutsch-Deutschen Beziehung.

    Nun wir staunten nicht schlecht was es alles so auf dem Motorradmarkt im Westen gab und umgekehrt staunten die nicht schlecht, was bei uns alles auf der Strasse fuhr.

    Dadurch wurden wiederum Freundschaften geknüpft, die oft heute noch Bestand haben. Die Stasi hatte mal kurzer Hand einen ganzen Ort unter Kontrolle gebracht mit Absprache der Tschechischen Behörde und alles abgesperrt.

    Bubi (l.) mit Kumpel auf den Reise-AWOs. Man beachte die langen Gabeln Marke Eigenbau.

    Keiner durfte rein oder auf den Zeltplatz, so dass wir uns nach einer neuen Bleibe umschauen mussten. Das gelang uns auf einem kleinen Sportplatz und wir lotsten alle so gut es ging dahin.

    Schnell Zelte aufgebaut und die Party ging los, nur schlecht, dass sich am Abend die Bullen mit Hundestaffeln dazugesellten.

    Die AWO erlebte ihren Boom und die Clubs schossen wie Pilze aus dem Boden. Man schaute sich schon nach größeren Projekten um und es wurde nun nach größeren Maschinen Ausschau gehalten.

    Uli hatte schon eine alte BMW aufgerissen. Der nächste war Mario mit einer 750 BMW R71 und dann hatte ich das große Glück, ne alte Mollo M72 aufzureisen.

    Verdammt es war nur Schrott, aber alles was wir mit den AWO’s gelernt hatten, konnten wir auch bei den großen Maschinen anwenden.

    Also ab einen Winter in den Keller und im Frühjahr rollten die Öfen aus den Werkstätten, was für ein Gefühl mit 750 ccm durch die Stadt zu reiten, man kann das Glücksgefühl gar nicht beschreiben.

    Ausfahrt in die Tschechoslowakei.

    Alle Sorgen, Wut und Verzweiflung die einem bei so einem Aufbauprojekt begleitet hatten waren wie weggeblasen, man war der King… es funktionierte.

    Die Clubs hatten sich nun gefestigt und das war dem alten DDR Staat ein Dorn im Auge. Es folgte eine große Präsidentenversammlung in Brieselangen bei Berlin.

    Die Vertreter von Stasi und der Vorstand des ADMV boten uns an, ein jährliches AWO-Treffen in Schleiz abzuhalten. Dafür sollten aber Nennungen und Registrierung durchgeführt werden. Als es zu Abstimmung kam, stellten sich einige Clubs dagegen, einschließlich unserem.

    Der Staatsvorstand kollabierte, es wurde laut und man drohte uns, wir würden nicht mal mehr vor die Tür mit unseren Maschinen kommen, wenn wir nicht akzeptierten.

    Wir taten es nicht und boykottierten auch seit dem das so genannte Schleizer AWO-Treffen. Wir fühlten uns stark und ließen uns nicht brechen.

    Der Club war gestärkt und wir hatten so zehn bis zwölf Member am Start.

    Toller Zusammenhalt: Uli, Bubi, Mario und Werner (v.l.n.r.) bei einem Ausflug, erstmals mit aufgemotzter alter BMW.

    Was ich am Clubleben von früher am meisten geschätzt habe, waren unsere Werte, die wir uns selbst auferlegt hatten, die da waren Ehre, Treue, Freundschaft – man konnte sich einfach auf jeden verlassen und bekam von jedem Hilfe, wenn man sie brauchte. Das ging über den Club hinaus.

    Mario und Golem sind heute noch im CHARON 1982 Germany. Uli ist seit vielen Jahren schwer krank und kann nicht mehr wie er möchte, jedoch leuchten seine Augen und die Stimme wird etwas lauter, wenn wir über alte Zeiten reden.

    Ich fahre seit einigen Jahren mit meinen beiden Söhnen im STORMBRINGER MC NOMADS CHAPTER. Ein alter AWO Club halt – seit der Wende fahren alle Harley-Davidson.

    Heute noch versuche ich, unsere alten Werte weiter zu geben. Ich hoffe nicht umsonst…“

    Reichsbahnermütze, Jeans-Westen und den Mittelfinger ausgestreckt: Sachsen-Rocker auf der Augustusburg bei Chemnitz. Bubi ganz rechts.
  • DARUM GIBT ES IN SACHSEN KEINE BANDIDOS MEHR

    DARUM GIBT ES IN SACHSEN KEINE BANDIDOS MEHR


    29.03.2015 07:5816.269

    DARUM GIBT ES IN SACHSEN KEINE BANDIDOS MEHR

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    DIE HÖLLENENGEL SIND IHRE BLUTFEINDE

    Kamen 2008 nach Sachsen – die Bandidos.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Leipzig – Auch der 1966 im texanischen Housten gegründete Bandidos MC hat versucht, in Sachsen Fuß zu fassen. Ähnlich wie bei den Hells Angels kamen die Rot-Goldenen mit dem „Fat Mexican“ (ein mit Machete und Colt bewaffneter Mexikaner) auf der Kutte aus Brandenburg und Berlin über die Landesgrenze.

    Das Dresdner Chapter der Bandidos siedelte sich Anfang 2009 in Pieschen an. Zuvor gab es noch ein Gastspiel des Clubs in Bautzen. Ich Hochzeiten zählten die Bandidos in Dresden 30 Mitglieder, Prospects und Unterstützer, darunter viele Boxsportler.

    In Leipzig versuchten ab 2008 fünf damalige Prospects des Berliner Bandido-Chapters Southside, ein eigenes Chapter aufzubauen. Vorarbeit dafür hatte der größtenteils aus Armee-Veteranen bestehende Unterstützerclub Warheads MC geleistet, der bereits zwei Jahre zuvor im Leipziger Westen heimisch geworden war – in einer alten Fabrikhalle.

    Pinkelte die Hells Angels an und landete kurz darauf im Krankenhaus: der 2014 verstorbene Bandido-Rocker Endrik „Kanone“ W. (41).

    Als die Bandidos im Sommer 2008 dort mit hunderten Rot-Gold-Rockern aus ganz Deutschland die Gründung ihres Leipzig-Chapters feierten, trafen sich zur gleichen Zeit in der Innenstadt über 100 Hells Angels zur Machtdemonstration.

    Die meisten waren Berliner Höllenengel, die während des damals in der Messestadt tobenden Disco-Krieges für eine Leipziger Security-Firma die Türen von Nachtklubs und Diskotheken bewachten. Zum direkten Aufeinandertreffen beider Lager kam es aber nicht.

    Der einzige blutige Konflikt, der in Leipzig zwischen beiden MCs aktenkundig wurde, war der Fall von Peinlich-Rocker Endrik „Kanone“ P. (41). Der Bandido hatte 2009 vor laufender Kamera an das Clubhaus-Tor der Hells Angels gepinkelt.

    Kurz darauf landete „Kanone“ mit zerstochenen Leisten, gebrochenem Arm und Schädeltrauma im Krankenhaus. Wer den Rocker so zurichtete, konnte nie geklärt werden. Vergangenen Oktober nahm sich „Kanone“ nach einer aufgeflogenen Raubserie im Knast das Leben (Mopo berichtete).

    Legten 2010 im Streit ihre Kutten ab – die Dresdner Bandidos.

    Nur anderthalb Jahre nach der Gründung war dann auch schon wieder Schluss mit Rot-Gold in Leipzig. Anfang 2010 löste sich das Bandidos-Chapter auf, auch die erst kurz zuvor gegründeten Unterstützerclubs Chicanos MC Leipzig und Böhlen verschwanden wieder.

    Auch in Dresden endete 2010 die Ära Rot-Gold – mit einem Eklat. Weil die deutsche Bandidos-Führung an seiner Loyalität zweifelte, legten der Dresdner Bandidos-Präsident Steffen „Eisen“ R. (48) und seine Mannen im Februar demonstrativ die Kutten ab.

    Hintergrund war der kurz zuvor vollzogene Wechsel des kompletten Bandidos-Chapters Berlin El Centro zu den Hells Angels. Ein Seitenwechsel, den es in der deutschen Rockergeschichte so noch nicht gegeben hatte.

    Da El Centro-Chef Kadir P. (30) und der Dresdner Oberbandit „Eisen“ engen Kontakt pflegten, unterstellte die Clubführung den Sachsen offenbar, von der „Fahnenflucht“ der Berliner gewusst zu haben und gleiches zu planen.

    Tank-Verzierung eines Bandido-Rockers aus Lauchhammer.

    Einen letzten Versuch von Rot-Gold, im Freistaat heimisch zu werden, gab es 2013 in Nordsachsen. In Torgau gründete sich ein Ableger der Chicanos als Unterstützerclub der Bandidos im südbrandenburgischen Lauchhammer.

    Im Januar 2014 flogen zwei Führungsmitglieder der Chicanos beim Crystal-Schmuggel auf. Bei der anschließenden Razzia im Torgauer Clubhaus und in den Wohnungen der Rocker wurden weitere Crystal-Depots entdeckt.

    Kurz darauf gab der Bandidos MC Lauchhammer die Auflösung der Torgauer Chicanos bekannt.

    Damit es jeder sieht – 1%-Airbrush an einem Bandido-Bike.
  • DAS SIND DIE BESTEN ROCKERPARTYS 2015

    DAS SIND DIE BESTEN ROCKERPARTYS 2015


    29.03.2015 06:001.195

    DAS SIND DIE BESTEN ROCKERPARTYS 2015

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    Bikes, Girls und Rock ’n‘ Roll – das Konzept fast aller Rockerpartys.

    Leipzig – Bikes, Girls und Rock ’n‘ Roll – Rocker lassen es gern krachen! Der Partykalender der sächsischen Bikerszene ist prall gefüllt. Das ganze Jahr über wird in den Clubs gefeiert. Interessierte Bürger sind fast überall ausdrücklich willkommen. Hier eine Auswahl der wichtigsten Feten:

    • Ostertreffen SoulReavers MF Zschorna (4.-6.4.)
    • Tanz in den Mai der Sächsischen Tourenfahrer (30.4.)
    • Season Open Dark Forces Döbeln (9.5.)
    • Männertagsparty The Rock Beucha (14.5.)
    • German Brothers MC Freiberg feiert 25 Jahre vom 15.-17.5.
    • 25. Biker & Rock Pfingstweekend Delirium Germanicum Limbach (22.-25.5.)
    • 29./31.5.2015 finden die Raindays und der Unimoto-Cup des Road Eagle MC in Arnsdorf statt.
    • Jahresparty Sächsische Tourenfahrer Schöna (22.-25.5.)
    • 20. Jahresparty First Sachsen Chapter (5.-7.6., Radrennbahn Leipzig)
    • 10. Jahresparty Bikerfreunde Ammelshain (6.6.)
    Und mancher Club lässt seine Gäste auch Schubkarre „fahren“.
    • 5. Jahresparty Metal Skulls MC Neukieritzsch (13.6.)
    • Beachparty Hells Angels MC Leipzig (4.7.)
    • 15 Jahre Lightning MC Treuen (11.7.)
    • 16. Jahresparty MFG The Rock Beucha (7.-8.8.)
    • German MC Cup (2. Rennen) Dark Forces auf dem Harzring (15.8.)
    • Sommerparty Charon Limbach (19.8.),
    • Chop’n Wing Night Steelwings MC (12.9. Leipzig)
    • Rock’n’Roll Party Tanks MC Schneeberg (12.9.)
    • Jahresparty Kartoffelkäferbande Grimma (17.-20.9.)
    • Jahresparty Road Holder MC Wurzen (25.-27.9.)
    • Tanks MC Annaberg Season End Party (3.10.)
    • Halloweenparty Charon Limbach (30.10.)
    • Nicolausparty Hells Angels MC Leipzig (5.12.)
    • Julefest Red Devils MC Leipzig (19.12.)
  • REGELN UND RITUALE DER ROCKER

    REGELN UND RITUALE DER ROCKER


    27.03.2015 18:034.054

    REGELN UND RITUALE DER ROCKER

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    DIE AUFNAHMEPRÜFUNG KANN HART SEIN

    Am Tor des Gremium MC in Chemnitz-Wittgensdorf stand GFFG – Gremium forever, forever Gremium.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Leipzig – In der Welt der Rocker gelten eigene Regeln und Rituale, die in jedem Club Gesetz sind. Die harten Jungs verwenden ebenso ihre eigenen und clubspezifischen Sprachen und Symbole, um sich abzugrenzen.

    Polizei: Ein Rocker spricht niemals mit der Polizei. Sogar wenn er von anderen Rockern angegriffen oder schwer verletzt wird, gilt dieses Gebot.

    Frauen: Freundinnen und Frauen von Clubbrüdern sind für die Rocker tabu.

    Motorräder: Die meisten Clubs haben Harley-Pflicht. Mindestens aber gelten 750 ccm Hubraum.

    Kutte: Die Kutte ist das Heiligste. Sie wird geachtet und verteidigt. Ein Verlust wird oft mit Ausschluss aus dem Club bestraft.

    Mitgliedschaft: Das dauert. Zuerst gibt es eine Hangaroundzeit, in der sich Kandidat und Club kennenlernen. Nach meist einem Jahr geht’s in die Probezeit, man bezeichnet den Status dann als „Prospect“. Das kann von sechs Monaten bis zu zwei Jahren dauern, manche schaffen es nie.

    Kuttentaufe: Dieser Anwärter (Prospect) musste sich in den wilden 80er Jahren seine Kutte mit einer „Nacktsurf“-Prüfung verdienen.

    Aufnahme: Viele Clubs machen ein regelrechtes Ritual daraus, zur Aufnahme den Rückenaufnäher (Patch) zu übergeben. Wer so lange gekämpft hat, wird oft einer letzten Prüfung unterzogen.

    Eingegrabene oder eingemauerte Patches sind keine Seltenheit. Die Leipziger Red Devils ließen vor kurzem den Prüfling durch den eiskalten Fluss Luppe schwimmen. Das Patch lag am anderen Ufer…

    Drogen: Wer mit Drogen handelt, fliegt raus. So jedenfalls sehen es die Regeln in vielen Clubs vor. Wird aber nicht immer so rigoros gehandhabt. Der eigene Konsum hingegen wird oft großzügiger gesehen.

    Farben: Fest vergeben in der Szene sind die Farben. Rot-Weiß sind die Hells Angels, Gremium trägt schwarz-weiß ebenso wie Outlaws, Bandidos sind rot-gold.

    Das Patch des Leipzig-Chapter: 12 steht für Leipzig, die 3 für Chapter.

    Zahlen: Viele Clubs haben zusätzlich zu ihrem Logo eine Zahlenkombination. Die bekannteste ist wiederum vom Hells Angels MC, der eine 81 trägt. Das bedeutet den 8. und 1. Buchstaben im Alphabet: H und A. 184 Steht für Red Devils, die 7 für Gremium.

    Buchstaben: AFFA steht für „Angels forever – forever Angels“. BFFB haben die Bandidos, GFFG das Gremium, usw…

    Hierarchie: Rockerclubs pflegen Demokratie in Reinform. Ein Mann – eine Stimme. Das macht Entscheidungen in den Clubs oft schwierig, aber gerecht.

    Trotzdem gibt es einen Präsidenten, einen Vize, einen Schatzmeister, einen Road Captain und einen Sergant of Arms. Das heißt wörtlich übersetzt zwar „Waffenmeister“, hat aber damit nichts zu tun.

    Er wacht vielmehr über die Sicherheit und Durchsetzung der Regeln im Club.

    Clubhaus: Ein Motorradclub hat in aller Regel ein Clubhaus. Das ist Zentrale und Stolz des Clubs, welche in mühevoller Arbeit selbst ausgebaut wurde.

    Hier treffen sich die Member, feiern Partys, halten ihre Besprechungen ab. Viele Clubs bieten einen „offenen Abend“ für Jedermann.

    Fotos: Ronald Bonß, Maik Börner, Jens Fuge, Picture Point, Andrzej Rydzik, Bikers News

  • 800 BIKER ERWEISEN IHREM KUMPEL DIE LETZTE EHRE

    800 BIKER ERWEISEN IHREM KUMPEL DIE LETZTE EHRE


    Rocker
    21.02.2015 15:45400.339

    800 BIKER ERWEISEN IHREM KUMPEL DIE LETZTE EHRE

    100 Rocker kamen mit ihren Maschinen, um „Baum“ die letzte Ehre zu erweisen.

    Von Alexander Bischoff

    Leipzig – Höllenengel, rote Teufel, ein Sarg und vorneweg Blaulicht: In Leipzig sind am Samstag Hunderte Rocker mit ihren Maschinen und Autos durch die Stadt getourt – freundlich begleitet von der Polizei. Hintergrund war die Beerdigung einer Szenegröße.

     Der Tross startete mittags am Clubhaus der „Hells Angels“ im Leipziger Norden und führte tief in den Westen der Stadt, zum Friedhof an der Merseburger Straße.

    Dort nahmen am Nachmittag rund 800 Rocker aus ganz Deutschland Abschied von Peter Kairies, einem langjährigen Führungsmitglied der Leipziger „Red Devils“. Der 300-Kilo-Mann, der wegen seiner eindrucksvollen Statur nur „Baum“ genannt wurde, war am 7. Februar mit nur 42 Jahren an Herz- Kreislaufversagen gestorben.

    Peter Kairies war langjähriges Führungsmitglied der Leipziger Red Devils und ist am 7.2. verstorben.

    Hatte Sachsens Polizei in der Vergangenheit sämtliche Gruppenausfahrten von Höllenengeln & Co. verboten, zeigten sich die Ordnungshüter diesmal von der anderen Seite. 

    Die Rocker durften nicht nur in Formation fahren, die Polizei sicherte den Tross sogar noch mit einer Blaulicht-Vorhut und Straßen-Blockern ab, die eine ungehinderte Fahrt zum Gottesacker ermöglichten.

    „… dem Anlass geschuldet aus rein menschlichen Gründen“, wie ein Polizeibeamter sagte. Zudem wollten die Beamten so eine „geordnete“ Tour durch Leipzig ermöglichen, die den samstäglichen Einkaufsverkehr in der Stadt möglichst wenig beeinträchtigt.

    Seine letzte Ruhe fand „Baum“ nur wenige Meter neben seinem einstigen Club-Bruder„Turm“, der 2006 bei einem Arbeitsunfall ums Leben kam.

    Standesgemäß zum AC/DC-Song „Highway to Hell“ wurde der verstorbene Devil von seinen Brüdern zum Grab  eskortiert. Vorbei an Salut knatternden Harleys, die vor der Kapelle aufgereiht standen und den Sound wiedergaben, den „Baum“ über alles liebte.

    DIE ROCKERSZENE IN SACHSEN

    Die Freunde von „Baum“ tragen ihren Kumpel zu Grabe.

    Nach der Auflösung der Dresdner Höllenengel im Herbst ist der Hells Angels MC Leipzig der einzig verbliebene große, internationale Rockerclub im Freistaat. 

    Die „Red Devils“, zu denen der verstorbene „Baum“ gehörte, gelten als wichtigster Unterstützer-Club der Rot-Weißen. „Outlaws MC“ und „Bandidos“ verschwanden schon vor Jahren aus Sachsen, die sächsischen Ableger des Gremium MC wurden 2013 vom Bundesinnenministerium verboten.

    Die Rockerszene im Freistaat ist jedoch weit bunter und vielfältiger.

    Ein gutes Dutzend Clubs pflegt den Lebensstil auf zwei Rädern. Die bekanntesten: „Tanks“ aus dem Erzgebirge, „Steelwings“ und „Streetfighter LE“ aus Leipzig, die „Kartoffelkäferbande“ aus Grimma, die Wurzener „Road Holder“ und der „Dark Forces MC“ aus Döbeln.

  • DIE OUTLAWS! WIE HOOLIGANS ZU ROCKERN WURDEN

    DIE OUTLAWS! WIE HOOLIGANS ZU ROCKERN WURDEN


    01.04.2015 18:0013.106

    DIE OUTLAWS! WIE HOOLIGANS ZU ROCKERN WURDEN

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    VOR SECHS JAHREN BRANNTE DAS CLUBHAUS

    Mitte 2009 posierten die Outlaws vor dem „Nischel“.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Sie prügelten sich gern und liebten die „dritte Halbzeit“: Hooligans des Chemnitzer FC gingen keiner Bambule aus dem Wege. Irgendwann gründeten die Motorradfahrer unter ihnen (gemeinsam mit einigen Rechten) die „Kradstaffel Kreuzeiche Germania“.

    Doch manche Mitglieder strebten nach mehr. Sie wollten in die MC-Szene – und gleich zu einem der „Großen“.

    „Die Hells Angels waren uns eine Nummer zu groß, die Bandidos gefielen uns nicht, das Gremium mochten wir nicht“, verrät ein Insider, der damals dabei war, seinen Namen aber nicht in der Zeitung sehen will.

    Über einen Bekannten, der einen Klamottenladen in Chemnitz betrieb, kam der Kontakt zum Outlaws MC zustande. „Dann sind wir zu einer Party nach Augsburg gefahren und haben uns das angeschaut. Jeder hat uns mit Respekt behandelt, das hat uns beeindruckt“, so der Insider.

    Schon kurz darauf, im November 2008, waren die Chemnitzer ein „Prospective Chapter“, also ein Probeclub der Outlaws.

    Ort der Gründungsfeier: die Gartenkneipe „Zum Eichhörnchen“. Kurz darauf wurde an der Ernst-Heilmann-Straße ein Clubhaus ausgebaut. Zur Eröffnungsparty im Mai 2009 kamen hunderte Rocker aus Nah und Fern nach Chemnitz.

    Im Dezember 2009 ging das Chemnitzer Clubhaus des Outlaws MC in Flammen auf. Der Brandanschlag gilt bis heute als ungeklärt. Im Verdacht standen damals Rocker des Gremium MC.

    Das Clubleben begann, die bis zu zwölf Chemnitzer Outlaws auf Probe fuhren durch halb Europa, stellten sich überall vor.

    Sie verstanden sich als „Frontstadt-Crew“, denn ringsum gab es nur verfeindete Clubs: Gremium und Red Devils in Chemnitz, Hells Angels in Leipzig und Dresden. Nur mit den Bandidos in Dresden verstand man sich.

    Nach einer Brandstiftung im Clubhaus, bei der es im Dezember 2009 zu einem Schwelbrand kam, verlor der Club die Hälfte seiner Mitglieder.

    „Das war wie eine Zäsur, mit so harten Sachen wollten viele nichts zu tun haben. Doch die anderen haben gesagt: Jetzt erst recht“, erzählt der Ex-Outlaw.

    Es lohnte sich, im März 2010 wurde dem Rest die Vollmitgliedschaft im Club verliehen. Doch das gemeinsame Glück hielt nicht lange an.

    Es kam rasch zum Trouble mit dem Mutterclub, zu „unterschiedlichen Auffassungen“, es knallte, das Tischtuch war irgendwann zerschnitten.

    Im August 2010 war das Outlaw-Chapter Chemnitz Geschichte. Die Kutten wurden abgelegt, die Patches an den Club zurück gegeben.

    Einige der Ex-Outlaws sind dann doch noch „Hells Angels“ geworden, andere haben sich ganz aus der Szene zurück gezogen.

    Dokument mit Sammlerwert: Von den Plakaten des Outlaws MC Chemnitz existieren nur noch wenige.

    OUTLAWS MC

    Die 1935 in „Mathildas Bar“ an der legendären Route 66 im US-Bundesstaat Illinois gegründeten Outlaws sind einer der ältesten Motorcycle-Clubs überhaupt. Weltweit hat der MC über 280 Chapter, davon mehr als 40 in Deutschland.

  • WIE KRIMINELL SIND DIE HELLS ANGELS WIRKLICH?

    WIE KRIMINELL SIND DIE HELLS ANGELS WIRKLICH?


    WIE KRIMINELL SIND DIE HELLS ANGELS WIRKLICH?

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    INTERVIEW MIT ZWEI ERMITTLERN

    Beobachten Sachsens Rockerszene seit Jahren: Martin Keetman (48, l.) und Daniel Kießling (42) vom Kommissariat für Bandenkriminalität.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Rocker und Kriminalität – dieses Thema füllt mittlerweile ganze Bücherschränke. Der Ruf der Szene hat in den letzten Jahren arg gelitten. Nicht zuletzt wegen der blutigen Auseinandersetzungen zwischen großen Motorradclubs. 

    Wie ist die Situation in Sachsen, was haben die harten Jungs wirklich auf dem Kerbholz, was ist Legende?

    MOPO24 bat zwei Experten zum Gespräch:Martin Keetman (48), Chef des Leipziger Kommissariats für Bandenkriminalität und Daniel Kießling (42), Chefermittler für Rockerkriminalität, berichten erstmals öffentlich über ihre Arbeit.

    MOPO24: Wie viele Motorradclubs gibt‘s denn aktuell in Sachsens Rockerhauptstadt Leipzig und Umgebung?

    Kießling: Wir haben in unserem Bereich aktuell 17 Motorrad-Clubs, die immer wieder auftauchen.

    MOPO24: Und auf die haben Sie alle ein Auge?

    Kießling: Nein, wir wollen ja keine flächendeckende Überwachung.

    MOPO24: Wann beginnt das Kommissariat für Bandenkriminalität, sich für einen Club zu „interessieren“?

    Keetman: Wenn er sich auf die Fahne geschrieben hat, sich selbst außerhalb des Gesetzes zu stellen. Also die so genannten OMCG (Outlaw Motorcycle Gangs – die Redaktion).

    MOPO24: Anhand welcher Informationen beurteilen Sie, ob es sich bei einem Club um einen OMCG handeln könnte?

    Keetman: Am Internetauftritt – wo sie sagen, wir regeln alles selbst und haben unsere eigenen Gesetze. Das ist für mich eine Art Selbstjustiz, die ich nicht gewillt bin, hinzunehmen.

    MOPO24: Wie viele OMCGs gibt’s denn unter den 17 hiesigen Clubs?

    Kießling: Zwei. Die Hells Angels und ihr Supporter-Club Red Devils.

    MOPO24: Und wie viele Rocker rechnet die Polizei diesen OMCGs zu?

    Kießling: Beide Clubs haben nach unseren Erkenntnissen zusammen etwa 40 Mitglieder – und eine Großzahl an Unterstützern.

    MOPO24: Wo kommen die her?

    Kießling: Das sind einige Motorrad-Clubs, die unsere OMCGs bei deren Veranstaltungen immer wieder anlaufen und huldigen – die zählen wir zu den Unterstützern.

    MOPO24: Gibt es für die Polizei im Umgang mit Rockerclubs politische Vorgaben?

    Keetman: Die gibt‘s. Beispielsweise das Kuttenverbot, das vom Innenministerium erlassen wurde.

    Bei Treffen der Hells Angels ist die Polizei immer mit Großaufgebot dabei.

    MOPO24: Welche Colours dürfen aktuell in Sachsen nicht öffentlich getragen werden?

    Kiesling: Das Kuttenverbot gilt in Sachsen für all die Clubs, die deutschlandweit mal irgendein Chapter oder Charter verboten bekommen haben, beispielsweise Hells Angels, Red Devils, Gremium, Bandidos, Chicanos, Outlaws und Mongols.

    MOPO24: Wenn Hamburger sich daneben benehmen, gleich auch Leipzigern und Stuttgartern die Kutten zu verbieten – ist das nicht „Sippenhaft“ und ein Eingriff in die Subkultur?

    Keetman: Uns ist durchaus bekannt, dass dieser Erlass rechtlich umstritten ist. Aber das müssen jetzt Gerichte entscheiden. So lange die Erlass-Lage existiert, gibt es keinen Spielraum, setzten wir sie um.

    MOPO24: Rocker haben einen ziemlich „kriminellen“ Ruf. Wie kriminell sind sie wirklich?

    Keetman: Zwei Drittel von denen, die in unseren OMCGs drin sind, haben schon mal mit Polizei und Justiz zu tun gehabt, einige auch mehrfach.

    MOPO24: Was heißt das konkret?

    Kiesling: Es wurden Ermittlungsverfahren gegen diese Leute geführt.

    MOPO24: Wie viele davon mündeten in einer Anklage, wie viele führten zu einer rechtskräftigen Verurteilung?

    Keetman: Das können wir nicht sagen. Wenn wir die Verfahren an die Staatsanwaltschaft abgeben, ist unsere Arbeit beendet. Da haben wir auch keinen Überblick mehr, was zu einer Verurteilung, was zu einem Freispruch führte.

    Das Leipziger Clubhaus ist abgesperrt – jeder, der zur Angels-Party will, wird kontrolliert.

    MOPO24: Um welche Straftaten geht es in Ihren Rocker-Verfahren hauptsächlich?

    Keetmann: Das geht quer durchs Gemüsebeet – Körperverletzungsdelikte, Verstöße gegen das Waffengesetz – wobei hierzu auch die Messer zählen, die wir bei Kontrollen einziehen – Betäubungsmitteldelikte.

    MOPO24: Sind die hiesigen Clubs im Drogenhandel aktiv?

    Keetman: Dazu haben wir keine Erkenntnisse. Es gibt aber Einzelpersonen mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz – das sind aber in der Regel Konsumentenverstöße.

    MOPO24: Spielen die Rocker im Leipziger Rotlichtmilieu eine Rolle?

    Keetman: Ja, die Hells Angels. Aber Rotlicht ist ja keine Kriminalität. Da die Objekte, die von den Hells Angels betrieben werden, genau so überwacht werden, wie alle anderen Leipziger Rotlicht-Objekte, hält sich die Kriminalität dort in Grenzen.

    MOPO24: Nach dem Verbot von Gremium Sachsen und dem Rückzug der Bandidos ist der Hells Angels MC aktuell der Platzhirsch im Freistaat. Gibt es Erkenntnisse, dass andere Großclubs demnächst nach Sachsen drängen könnten?

    Kießling: Ich denke, dass es da schon Überlegungen gibt. Wir haben in Leipzig ganz aktuell ein neues Colour am Start – die White Lions.

    Tauchten im Februar das erste Mal öffentlich auf: die White Lions – eine größtenteil aus Migranten bestehende Streetgang.

    MOPO24: …eine überwiegend aus Migranten bestehende Streetgang …

    Kießling: Richtig. Bisher ist das kein Motorradclub. Wenn man sich aber die Gestaltung ihrer Kutte mit dem dreiteiligen Colour anschaut, dann eins und eins zusammenrechnet – dann ist nicht auszuschließen, dass hier ein Großer bald an die Tür klopft.

    MOPO24: In der Politik werden Rockerclubs oft als kriminelle Banden bezeichnet: Ganz konkret gefragt – sind die Hells Angels in Leipzig oder ist irgendein anderer MC hier aus polizeilicher Sicht eine kriminelle Vereinigung?

    Keetman: Nein. Wenn dem so wäre, hätten wir längst ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet. Man muss klar trennen zwischen dem rechtlichen und dem populistischen Bandenbegriff. Nach Strafrecht ist eine Bande ein bisschen anspruchsvoller, als populistisch gesehen…

    „Nicht schuldig durch Mitgliedschaft“ – heißt es auf der Harley eines Hells Angels.
  • HELLS ANGELS MC: DIE ROT-WEISSE MACHT AUS LEIPZIG!

    HELLS ANGELS MC: DIE ROT-WEISSE MACHT AUS LEIPZIG!


    Rocker

    BENZIN, PARTY UND ROCK’N’ROLL

    Links das derzeit verbotene Colour, rechts das Ausweich-Logo der Leipziger Höllenengel.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Leipzig – Wohl kein Motorradclub der Welt ist so geheimnisumwittert wie der Hells Angels MC. Er gilt als knallhart und verschlossen. Seit 2008 gibt es einen Ableger des weltweit existierenden Clubs in Leipzig. Ein Ortstermin im Clubhaus der „Höllenengel“ im Leipziger Rotlicht-Kiez Dessauer Straße.

    Eine typische Industrie-Brache. Backstein neben DDR-Mief, ein hohes Tor, fest verschlossen. Der „Hells Angels“-Schriftzug ist abgedeckt, nur das „Leipzig“ ist noch zu sehen – eine Anordnung des Innenministeriums, das sämtliche Symbole des Clubs verboten hat!

    Der „Deathhead“, der geflügelte Totenkopf, weltweites Symbol des Clubs, darf bundesweit nicht mehr öffentlich gezeigt werden.

    Das betrifft die Kutten der Mitglieder ebenso wie Airbrushs auf Motorradtanks oder Tattoos – alles muss abgedeckt werden, sobald die Rocker sich in der Öffentlichkeit bewegen.

    Leipzigs Hells-Angels-Präsident Matze (32) vor dem Clubhaus-Kamin im Stil eines riesigen Totenkopfes.

    Anders im ansehnlichen Clubhaus: Überall hängen Geschenke von Brüdern aus aller Welt mit dem „Deathhead“. Im Erdgeschoss eine Bar im Stil einer Grotte. In den Nischen stehen alte Motorräder. Ein Jahr lang haben die Leipziger Angels, die größtenteils in Handwerksberufen arbeiten, an dieser Oase gebastelt.

    Nach oben geht’s durch eine Gittertür in den Memberbereich: Hier haben ausschließlich Mitglieder Zutritt. Ein riesiger Kamin in der Form eines Totenkopfs zieht sofort die Blicke auf sich. Es folgen Bar, Gästezimmer und in der Ecke ein Gedenkschrein, in dem der verstorbenen Brüder gedacht wird.

    In der Mitte steht eine 20 Meter lange Tafel, um die sich knapp zwei Dutzend Stühle reihen. Auf jedem steht ein Name: Mathias81, Pascha81, Ronald81. Hier werden die Meetings abgehalten.

    Ausfahrt der Leipziger Höllenengel – fast jedes Wochenende sind sie unterwegs.

    Dabei gilt das absolute Demokratie-Gebot: „One man, one vote – bei uns hat jedes Mitglied eine Stimme!“, sagt Matze (32), Präsident des Leipziger Charters. Neumitglieder würden nur aufgenommen, wenn alle dafür stimmen. Wer dagegen ist, muss es begründen. Offenheit ist wichtig.

    Ehrlichkeit, Freiheit, Respekt und Zuverlässigkeit sind die Fundamente dieser Rocker-Bruderschaft. Die Leipziger Angels leben diese Werte „Oldschool“. Sie führen noch das richtige Rockerleben mit Benzin, Party und Rock’n’Roll.

    Auf ihren Harleys heizen sie durch ganz Europa – ob zum Worldrun am Balaton, zu den russischen Brüdern nach Moskau oder an die Mittelmeerküste.

    Seit August 2008 sind die Hells Angels in Leipzig. Zur letzten großen Club-Party gab’s ein riesiges Feuerwerk.

    Dreimal im Jahr laden sie selbst zu Partys. Regelmäßig pilgern dann hunderte Rocker, Biker und „Normalos“ ins Clubhaus.

    „Wir versuchen einfach das zu tun, um was es uns geht und für das zu stehen, was uns wichtig ist: Freunde treffen, Partys feiern, eine gute Zeit haben – wir versuchen einfach, unser Rockerleben zu leben. Nicht mehr und nicht weniger“, erklärt Matze.

    Das Leipziger Charter gründete sich am 22. August 2008. Starthilfe gaben, wie bei den Hells Angels üblich, etablierte Charter – in diesem Fall Reutlingen, Hannover und Cottbus. Die Gründung fand im Club P1 am Plagwitzer Knochenplatz statt.

    Bis Mai 2009 fuhren die Leipziger als Probe-Charter, dann bekamen sie bei einer feierlichen Zeremonie in Dresden ihr Full-Colour. Im Dezember 2009 eröffnete ihr Clubhaus. Auch Leipzigs OB Burkhard Jung (SPD) war dazu eingeladen – winkte aber dankend ab.

    Das Leipziger Clubhaus vor dem Colour-Verbot.

    Heute zählen die Leipziger Hells Angels selbst zu den etablierten Chartern und standen ihrerseits schon Pate für deutsche Neugründungen etwa in Thüringen, Bayern und Niedersachsen.

    In Sachsen stehen die Höllenengel unter ständiger polizeilicher Beobachtung. Ein Grund dafür war sicher auch ihr demonstratives Auftreten im September 2008 in der Leipziger City.

    Damals hatten über 100 Rocker aus mehreren Chartern kurzerhand die Kneipenmeile Gottschedtstraße „besetzt“, dabei grimmig in ein- und ausfahrende Autos geschaut. Die Nummer galt als klare Machtdemonstration – denn just an diesem Tag feierten die Bandidos im Westen der Stadt.

    Eine wilde Hatz über den Leipziger Ring inklusive spektakulärer Verfolgungsjagd trug ebenso dazu bei, dass es dem Club bis heute nicht gestattet wird, gemeinsame Ausfahrten durch Leipzig zu unternehmen.

    Die notwendigen Genehmigungen laut StVO bleiben den Höllenengeln versagt. Und bei ihren Partys findet sich regelmäßig ein Großaufgebot Polizei vorm Clubhaus.

  • DER BERÜHMTESTE HÖLLENENGEL DER WELT – von Jens Fuge

    DER BERÜHMTESTE HÖLLENENGEL DER WELT – von Jens Fuge


    Rocker

    DER BERÜHMTESTE HÖLLENENGEL DER WELT

    imageHells Angels-Legende Sunny Barger (76, l.) im Gespräch mit Morgenpost-Autor Jens Fuge.

    Von Jens Fuge

    Die Hells Angels: Größter und härtester Rockerclub der Welt. Ihre Ikone: Sonny Barger. Die Höllenengel verehren ihn wie einen Heiligen: Mitbegründer, Anführer, lebende Legende.

    Der heute 76-Jährige war lange Präsident des Charters im kalifornischen Oakland. Er saß zehn Jahre im Knast, schrieb unter anderem das Buch „Hells Angel: Mein Leben“ und gilt weltweit als die Ikone des Clubs. Jetzt stand ich, der MOPO24-Reporter, in seinem Wohnzimmer.

    Ich war mit einem Kontaktmann aus Tucson nach Phoenix gefahren, wo sich vor den Toren der Stadt das Anwesen der Bargers befindet.

    Es hatte lange gedauert, ehe über einige Kontakte die Zustimmung kam, den berühmtesten Hells Angel der Welt besuchen zu können.

    Nun kam er auf mich zu, streckte mir die Hand entgegen. Er trug ein ärmelloses T-Shirt, ich konnte das älteste Einprozenter-Tattoo der Welt erkennen, das seinen Oberarm ziert.

    Ich konnte nicht nur das Anwesen Bargers besichtigen, sondern auch lange Interviews mit ihm führen. Wir sprachen vor allem übers Altern und die Gesundheit, denn Barger hat nicht nur einen Herzinfarkt und schwere Unfälle, sondern auch zweimal den Krebs überwunden.

    imageSonny mit seinen Hunden vor seinem Haus in Arizona.

    Und noch heute fährt der berühmte Angel über 70 000 Kilometer auf seiner Victory – pro Jahr!

    Ständig ist Barger unterwegs, entweder mit seinem Charter „Cave Creek“ (Arizona) oder auf Werbetour für seinen Film „Dead in 5 Heartbeats“, der letztes Jahr auf die Leinwand kam. Seit nunmehr 58 Jahren ist er Clubmitglied – weltweit einzigartig!

    Eiserne Disziplin hilft Barger, so fit zu bleiben. Er steht jeden Morgen um fünf Uhr auf, versorgt die Pferde, mistet den Stall aus, reitet eine Runde.

    Zudem geht er täglich in sein eigenes Fitness-Studio, bevor er mit dem Motorrad ausfährt. Gegen 21 Uhr geht er ins Bett. Ausnahme: wenn der Club ruft. Dann setzt er sich auf sein Bike und fährt ins Clubhaus.

    Mit Blick auf die jüngere Generation sagt er: „Ich weiß nicht mehr, was 30-Jährige heute denken. Ich mache keine Politik mehr.“ Die beste Entscheidung seines Lebens sei gewesen, dass er in den 50er Jahren kein Beatnik geworden sei.

    imageDie Sonny-Verehrung der Hells Angels geht zuweilen bis unter die Haut.

    Damals hatte er die Schriftsteller Kerouac, Cassidy und Ginsberg kennen gelernt und ihre Schriften studiert, sich aber lieber dem Bikerleben zugewandt: „Nun bin ich über 57 Jahre später immer noch Biker, und die Beatniks gibt es schon längst nicht mehr.

    Seine über zehn Jahre im Knast sieht er heute mit Abstand. „Das war ein wichtiger und wertvoller Teil auf dem Weg zum Erwachsenwerden“, sagt Barger.

    Seinem Ansehen in den Vereinigten Staaten hat es nicht geschadet. Im Gegenteil: Autogramme und Fotos mit dem berühmten Hells Angel stehen auch beim „Normalbürger“ hoch im Kurs. Mittlerweile wird Sonny Barger als „Amerikanische Legende“ verehrt.

    imageSonny mit blonder Sozia auf seiner Victory auf dem Weg nach Phoenix.

    WAS SIND EINPROZENTER UND OUTLAW-BIKER?

    imageDas Einprozenter-Abzeichen an der Kutte eines Hells Angels.

    Wenn die Rede von besonders gefährlichen Rockern ist, fällt oft der Begriff „Einprozenter“. Das hat einen historischen Ursprung:

    Im kalifornischen Städtchen Hollister hatte 1947 eine Gruppe wilder Biker zu heftig gefeiert, und die amerikanische Presse hatte groß darüber berichtet.

    Die Vereinigung amerikanischer Motorradfahrer (AM) soll daraufhin versichert haben, dass nur ein Prozent der Biker zu Übertreibungen dieser Art neigen solle. Daraufhin reagierten die harten Jungs mit dem 1%-Aufnäher, dass sie seither voller Stolz trugen.

    Die reine Provokation, ein Bekenntnis zum Außenseiter-Dasein.

    Die Bedeutung heute ist leicht verändert: Wer dieses Zeichen offen trägt, zählt sich zum geringen Teil derer, die ihr gesamtes Leben den Werten der Rockerszene unterordnen.

    Er lebt in einer eigenen Welt mit eigenen Regeln. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Träger kriminell ist und die deutschen Gesetze nicht anerkennt.

    In der Szene gibt man sich gern hart und autonom. Letztlich ist es wie überall: es gibt solche und solche.

    Den Begriff OMCG, „Outlaw Motorcycle Gangs“, verwenden ausschließlich die Behörden. Die Clubs beteuern, sie seien keine „Gangs“.

    Der Begriff „Outlaw“ kommt ebenfalls aus den Nachkriegszeiten in den USA. Die vielen Rennen damals wurden von der AMA organisiert. Wer außerhalb dieses Reglements die Kräfte maß, fuhr ein „Outlaw-Rennen“.

    Nun wird der Begriff für Rocker allgemein verwendet, wobei die Bezeichnung nicht richtig ist: Nur die allerwenigsten sehen sich als „Outlaw“, der außerhalb der Gesetze steht.

    Er lebt in einer eigenen Welt mit eigenen Regeln. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Träger kriminell ist und die deutschen Gesetze nicht anerkennt.

    In der Szene gibt man sich gern hart und autonom. Letztlich ist es wie überall: es gibt solche und solche.

    Den Begriff OMCG, „Outlaw Motorcycle Gangs“, verwenden ausschließlich die Behörden. Die Clubs beteuern, sie seien keine „Gangs“.

    Der Begriff „Outlaw“ kommt ebenfalls aus den Nachkriegszeiten in den USA. Die vielen Rennen damals wurden von der AMA organisiert. Wer außerhalb dieses Reglements die Kräfte maß, fuhr ein „Outlaw-Rennen“.

    Nun wird der Begriff für Rocker allgemein verwendet, wobei die Bezeichnung nicht richtig ist: Nur die allerwenigsten sehen sich als „Outlaw“, der außerhalb der Gesetze steht.

    viaRocker-Serie – MOPO24.

  • DIE STASI ÜBERWACHTE SACHSENS ERSTE ROCKER

    DIE STASI ÜBERWACHTE SACHSENS ERSTE ROCKER


    image

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    image

    DDR-ROCKER LEHNTEN SIMSON UND MZ AB!

    image

    Mit DDR-Schild am Bike – die Charon-Rocker und ihre AWO-Chopper vor 30 Jahren.

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Limbach-Oberfrohna – Zweiräder im Osten – das beschränkte sich Anfang der Achtziger auf Simson-Mopeds (S50) oder Gefährte aus Zschopau. MZ war Mainstream. Schon eine 350er Jawa hatte Exoten-Status.

    1978 hatten Motorradfreaks aus Limbach-Oberfrohna es satt, mit Zweitaktgesäge durch die Zone zu knattern. Sie wollten was Besonderes: einen Chopper mit Sound.

    So erlebte die viertaktende AWO Simson 250 aus den 50ern in der Ost-Bikerszene eine Renaissance. Schon nach einem Jahr hatte sich eine kleine Gemeinde auf ersten kleinen Treffen gefunden.

    Die AWOs kauften sie älteren Herrschaften ab, die ihre Zweirad-Karriere längst beendet hatten, die Maschinen fanden sich in Scheunen und Garagen.

    image

    Im Clubhaus der Charons ist alles selbstgebaut: Tresen, Sitzbänke und der originelle Tisch auf einer alten AWO.

    „Da war manches Schmuckstück dabei, das wir für 100 Mark bekamen“, erinnert sich Gründungsmitglied Mario (52), heute Präsident des Clubs. 1982 gründeten Bubi, Ulli, Mario und Golem den „AWO Motorrad Club Limbach“.

    Auf ihren ersten Treffen knüpften sie enge Kontakte zu anderen AWO-Clubs aus Jessen, Gera, Dresden, Berlin und Rostock.

    So wuchs eine Subkultur, für die der sozialistische Staat keinen besonderen Nerv entwickelte. Die Biker waren dem Überwachungsstaat ein Dorn im Auge, die Stasi observierte sie sogar.

    Zur 30-Jahr-Party wurde ein alter 8-mm-Film gezeigt, der von der Stasi gedreht wurde und die Jungs von Charon im damaligen Alltag zeigt.

    Wenn am 1. Mai die Arbeiterklasse zum „Tag der Arbeit“ zwangsjubelte, unternahm Charon Ausfahrten. Und zu Pfingsten rollte die Truppe in die CSSR, wo erste Kontakte zu West-Bikern entstanden.

    DIE STASI ÜBERWACHTE SACHSENS ERSTE ROCKER
    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    DDR-ROCKER LEHNTEN SIMSON UND MZ AB!

    Mit DDR-Schild am Bike – die Charon-Rocker und ihre AWO-Chopper vor 30 Jahren.
    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Limbach-Oberfrohna – Zweiräder im Osten – das beschränkte sich Anfang der Achtziger auf Simson-Mopeds (S50) oder Gefährte aus Zschopau. MZ war Mainstream. Schon eine 350er Jawa hatte Exoten-Status.

    1978 hatten Motorradfreaks aus Limbach-Oberfrohna es satt, mit Zweitaktgesäge durch die Zone zu knattern. Sie wollten was Besonderes: einen Chopper mit Sound.

    So erlebte die viertaktende AWO Simson 250 aus den 50ern in der Ost-Bikerszene eine Renaissance. Schon nach einem Jahr hatte sich eine kleine Gemeinde auf ersten kleinen Treffen gefunden.

    Die AWOs kauften sie älteren Herrschaften ab, die ihre Zweirad-Karriere längst beendet hatten, die Maschinen fanden sich in Scheunen und Garagen.

    Im Clubhaus der Charons ist alles selbstgebaut: Tresen, Sitzbänke und der originelle Tisch auf einer alten AWO.
    „Da war manches Schmuckstück dabei, das wir für 100 Mark bekamen“, erinnert sich Gründungsmitglied Mario (52), heute Präsident des Clubs. 1982 gründeten Bubi, Ulli, Mario und Golem den „AWO Motorrad Club Limbach“.

    Auf ihren ersten Treffen knüpften sie enge Kontakte zu anderen AWO-Clubs aus Jessen, Gera, Dresden, Berlin und Rostock.

    So wuchs eine Subkultur, für die der sozialistische Staat keinen besonderen Nerv entwickelte. Die Biker waren dem Überwachungsstaat ein Dorn im Auge, die Stasi observierte sie sogar.

    Zur 30-Jahr-Party wurde ein alter 8-mm-Film gezeigt, der von der Stasi gedreht wurde und die Jungs von Charon im damaligen Alltag zeigt.

    Wenn am 1. Mai die Arbeiterklasse zum „Tag der Arbeit“ zwangsjubelte, unternahm Charon Ausfahrten. Und zu Pfingsten rollte die Truppe in die CSSR, wo erste Kontakte zu West-Bikern entstanden.

    image

    Charon als (Luft-)Band bei einem Bikertreffen in den 80er Jahren.

    Der AWO Motorrad Club Limbach nahm allmählich die Form eines Rockerclubs an, was nicht alle Member mitmachten. Der Club spaltete sich, und die meisten fuhren ab 1987 unter „CHARON MC Limbach/Sachsen“.

    Ihr Namensgeber war Charon, der Fährmann der Unterwelt in der griechischen Mythologie.

    Die Philosophie des MC beschreibt Präsi Mario so: „Motorrad fahren, Partys feiern, Leute kennen lernen, Kontakte pflegen und einfach Spaß haben – wir leben das heute genau so wie damals, das ist uns auch wichtig, denn manche Werte ändern sich eben nie.“

    Nach der Wende hatten sich die Member über einige Bundesländer zerstreut, der Club organisierte sich neu. Er fährt seit dem unter „Charon 1982 Germany“.

    Die Mitglieder im Alter zwischen 25 und 55 Jahren kommen aus Limbach, Chemnitz, Hof, Leipzig, der Sächsischen Schweiz und der „richtigen“ Schweiz in der Nähe von Basel.

    Das Clubhaus, ein ehemaliges Wohnhaus, steht im Zentrum Limbach-Oberfrohnas und wurde in mühevoller Arbeit aus eigenen Kräften hergerichtet.

    Eine Bindung an Motorradmarken besteht nicht, doch Chopper fahren sie alle. Harley, Intruder, Shadow oder Drag Star. Sogar zwei alte AWOs sind noch in Gebrauch.

    Viele tausend Kilometer werden jährlich abgeschrubbt, unter anderem nach Tschechien und Kroatien. Dort wird die Freundschaft zu „Full of Energy MC Czech“ und „Miners MC Croatia“ gepflegt.

    Und die Charon-Winterparty findet jedes Jahr in der zweiten Januarwoche statt.

    image

    Mario ist der Präsident der Charons. Früher fuhr er AWO, heute donnert er auf einer Harley durch die Gegend.
    Mario ist der Präsident der Charons. Früher fuhr er AWO, heute donnert er auf einer Harley durch die Gegend.
    DAS SIND SACHSENS ROCKER-CLUBS (AUSWAHL):

    Links: Gleich um die Ecke vom Charon-Clubhaus, ebenfalls in Limbach-Oberfrohna, ist der „Delirium Germanicum MC“ angesiedelt. Diese Jungs kommen aus den verschiedensten Bikergruppierungen und fahren schon lange Motorrad, seit 2001 als MC.

    Rechts: Das Logo der „Los Locos“ aus Görlitz. „Die Verrückten“ vom Görlitzer Los Locos MC, machen seit 1994 als unabhängiger Club von sich reden. Markenzeichen: Ihre Schottenröcke, in denen sie gern durch die Gegend fahren.

    image

    Links: „Lightning Vogtland“. Dieser MC fährt vorwiegend umgebaute Japan-Chopper. Sitz in Treuen/Vogtland. Im Jahr 2000 aus einer Gruppe Freebikern gegründet.

    Rechts: „Tanks MC“. Gegründet 1993 und der MC hat drei Chapter: Schwarzenberg, Annaberg und ein Northside Chapter. Auf MZ, EMW und AWO düste man oft gemeinsam nach Brünn und Most zu Motorradrennen. Berühmt-berüchtigt waren über Jahre die „Drecksau-Partys“ im rustikalen Clubhaus des Northside Chapters in Scharfenstein.

    image

    Links: „Blood Red Section MC“ Plauen ist ein Supportclub der Hells Angels. Seit 2010 ist er eigenständiger Bestandteil in der insgesamt sieben Charter umfassenden Blood Red Section-Familie. Hervorgegangen ist er aus den ehemaligen Chopper Friends MC Plauen.

    Rechts: Die „Dark Forces Döbeln“

    image

    Links: In Freiberg hat der „German Brothers MC“ sein Clubhaus und feiert in diesem Jahr sein 25. Jubiläum.

    Rechts: Mit gleich drei Chaptern ist der „Road Eagle MC“ in Sachsen vertreten. Die Clubhäuser stehen in Glauchau, Arnsdorf (bei Dresden) und im nordsächsischen Lissa. Bekannt ist der Club vor allem durch seine jährlichen Unimoto-Rennen. Dabei durchpflügen Maschinen mit nur einem (Hinter-)Rad eine Wiesen-Rennstrecke (Foto unten)

    image

    BEI DEN HIGHWAY WOLVES GAB ES EINEN MORD

    In Döbeln residiert der örtliche Ableger des „Dark Forces MC“, der ab 1987 als „Highway Wolves“ fuhr und seit elf Jahren den neuen Namen trägt. Traurige Bekanntheit erlangten die „Wolves“, als 2000 einer ihrer Member durch einen Schuss eines Gremium-Mitgliedes zu Tode kam (hier mehr dazu). Der Club ist Organisator des jährlichen MC-Cup auf dem Erzgebirgsring, bei dem ausschließlich AWOs fahren.

    viaRocker-Serie – MOPO24.