Der Sitz des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Copyright: Dirk Goldhahn, gemeinfrei
Leipzig (Deutschland) – Nach jahrelangem Hin- und Her durch die Instanzen geht am morgigen Donnerstag Rechtsstreit um die Freigabe einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zum Thema UFOs, Außerirdische und das Interesse der Bundesregierungen an deren Erforschung, in die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und damit zugleich in die letzte mögliche Fachinstanz. Da der Inhalt der „UFO-Akte des Deutschen Bundestages“ jedoch bereits bekannt ist, geht es um weit mehr als nur um diese Ausarbeitung – es geht um eine grundlegende Frage Informationsfreiheit in Deutschland.
Da die Fachbereiche der Wissenschaftlichen Dienste „die Abgeordneten bei ihrer politischen Arbeit in Parlament und Wahlkreis durch Fachinformationen, Analysen und gutachterliche Stellungnahmen“ unterstützen, sollte man zunächst eigentlich annehmen, dass ihre Ausführungen und Expertisen auch öffentlich einsehbar sind bzw. veröffentlicht werden dürfen. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall – zumindest so lange nicht, wie sich die Verwaltung des Bundestages nicht dazu entschließt, entsprechende Ausarbeitungen auch selbst zu veröffentlichen.
Offenkundig wurde das Problem angesichts einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste zum Thema UFOs und Außerirdische 2010: Beauftragt wurde diese Ausarbeitung von einer Abgeordneten des Deutschen Bundestages, um herauszufinden, ob und wenn ja wie die UN-Resolution 33/426 UN-Resolution 33/426 aus dem Jahr 1978 in Deutschland umgesetzt wurde. In dieser Resolution wurden interessierte Mitgliedsstaaten dazu eingeladen „(…) geeignete Schritte auf nationaler Ebene zur Koordination wissenschaftlicher Forschung und Untersuchung außerirdischen Lebens, einschließlich unidentifizierter fliegender Objekte [UFOs] zu unternehmen, und den Generalsekretär [der Vereinten Nationen] über die Beobachtungen, Forschung und Evaluierung dieser Aktivitäten zu informieren.“
(Anm. d. GreWi-Red.: Zu einer Umsetzung der UN-Resolution kam es in Deutschland – zumindest laut offizieller Sprachregelung deutscher Regierungen – nie. Die Ausarbeitung weist jedoch erläuternd darauf hin, dass zu keinem Zeitpunkt Deutschland zu einem solchen Schritt verpflichtet gewesen sei, da die Resolution nur „empfehlenden“ Charakter hatte.)
Tatsächlich sind die Inhalte dieses „UFO-Dossiers“ schon seit 2010 bekannt. Eine der interessantesten Schlussfolgerungen der Ausarbeitungen ist die, dass „die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach der Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigten und dies – nach vorheriger Geheimhaltung – in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, die Vermutung nahelegt, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen“ (…GreWi berichtete).
Der Grund für den Rechtsstreit der Verwaltung des Deutschen Bundestages liegt also ganz offensichtlich nicht im Inhalt und an den – wenn auch brisanten – Schlussfolgerungen der UFO-Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste, sondern in dem Umstand, dass der Ausgang dieses Verfahrens auch auf alle anderen Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages anwendbar sein wird: Wird dem Kläger stattgegeben, so müsste schließlich auch Einsicht und Veröffentlichung aller anderen Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste gewährt werden – auch wenn deren Informationsgehalt und Schlussfolgerungen derzeitigen Sprachregelungen und Argumenten der regierenden Politiker und Parteien widersprechen sollten.
Aufgrund der Berufung der Verwaltung des Deutschen Bundestages auf das Urheberrecht seiner Wissenschaftlichen Dienste geht es in dem heutigen Verfahren also auch darum zu ermitteln, ob diese Dienste Teil der Bundestagsverwaltung sind und dann auch dem bundesdeutschen Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unterstünden, oder ob sie zum parlamentarischen Betrieb gehören und damit von diesem Gesetz ausgenommen wären.
– Die Verhandlung BVerwG 7 C 2 beginnt am 25. Juni 2015 um 10 Uhr im Sitzungssaal VI des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig
+ GreWi-Dossier+ Die bisherigen GreWi-Meldungen zur „UFO-Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages“
Die neue finnische Regierung hat als erste in Europa beschlossen, ein Experiment mit dem Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens umzusetzen. Genaue Details zu den Plänen, die im Koalitionsvertrag verankert wurden, sind noch nicht bekannt. Rund 80 Prozent der Finnen halten den Versuch dennoch für eine gute Idee. Verschiedene andere Tests eines BGE, beispielsweise in Kanada und Afrika, zeigen, dass die Idee funktionieren kann.
Auch in Deutschland werben zahlreiche Aktivisten für ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Foto: Rosalux
Die Debatte um ein Bedingungsloses Grundeinkommen wird auch in Deutschland, wo ein verkorkstes Harz IV-System derzeit noch den sozial-staatlichen Standard darstellt, lebhaft diskutiert. Befürworter der Grundeinkommens-Idee sind gut vernetzt und werben aktiv für ihre Idee. Gleichsam gilt Deutschland nicht unbedingt als experimentierfreudig in politischen Angelegenheiten. Wenig erstaunlich ist es da, dass nun zunächst in der europäischen Peripherie, nämlich in Finnland, die Idee in der Realität getestet werden soll.
Die Vorschläge der Höhe des finnischen Test-BGE reichen von 440 Euro bis 1.166 Euro. Bereits 1974 bewies die kanadische Stadt Dauphin, dass die Idee durchaus erfolgreich sein kann. Dort führte ein BGE-Experiment mit 1.000 Familien zu zahlreichen positiven Effekten. Nicht nur mussten die Teilnehmer als Folge geringeren ökonomischen Drucks seltener zum Arzt und senkten damit auch die Kosten für das Gesundheitssystem, auch erreichten die Kinder der Familien überdurchschnittlich hohe Schulabschlüsse. In einer Studie wurde Dauphin später „die Stadt ohne Armut“ genannt. Auch in Afrika gab es bereits erfolgreiche BGE-Versuche
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Konzept mit Sprengkraft, stellt es doch bisherige Dogmen der Sozialstaatsidee radikal in Frage. Die Idee klingt zunächst einfach: Jeder Mensch soll eine staatliche Grundsicherung erhalten, unabhängig von Alter, Geschlecht, Vermögen, Ausbildung oder Tätigkeit – bedingungslos eben. Befürworter verweisen nicht nur auf eine Zunahme individueller Handlungsmöglichkeiten und massive bürokratische Einsparungen im Vergleich zu gängigen Sozialstaatsmodellen, für viele Verfechter eines Grundeinkommens spielen auch ethische Fragen eine Rolle. Die Grundversorgung eines Menschen soll nicht abhängig von dessen ökonomischer Leistungskraft sein, sondern generell – als gesellschaftliche Aufgabe – gesichert werden. Für viele stellt ein Bedingungsloses Grundeinkommen auch eine Absage an die Konkurrenz- und Leistungsgesellschaft dar.
Gegner eines Bedingungslosen Grundeinkommens finden sich vor allem in zwei Lagern: Bei klassischen Marxisten und Gewerkschaftern, die oft Arbeit als das Maß aller Dinge ansehen, und ihre „Klasse“ ins Hintertreffen geraten sehen sowie bei dogmatischen, marktradikalen Libertären, für die jedwede staatliche Umverteilung (so auch Steuern) gleichbedeutend ist mit Diebstahl. Nach Abwägung aller Argumente, kann das Konzept aber als durchaus sinnvoll erachtet werden. Anstatt diese Fragen jedoch nur im theoretischen Rahmen zu behandeln, macht es durchaus Sinn sich die Ergebnisse des finnischen Experiments genauer anzuschauen sowie weitere Experimente dieser Art auf den Weg zu bringen.
Die EU ist ein völlig undemokratisches Gebilde, welches sich zu einem bürgerfernen Moloch entwickelt hat, das lediglich den Interessen der Finanzoligarchie dient.
Von Henry Paul
Das Regelwerk der Demokratie in der EU ist schnell erklärt. Die Bürger haben keinerlei Rechte. Sie dürfen alle 5 Jahre ein machtloses sogenanntes Parlament mit sehr dubiosen undemokratischen Regeln wählen. Die Staaten werden ersetzt durch Partei-Fraktionen – so entsteht eine ungefährliche, apolitische Mischung. Der EU steht eine Kommission, eine Quasi-Regierung vor. Alle Mitgliedsländer dürfen einen Kommissar stellen, also hat die EU 28 Minister plus einen Regierungschef. Dann gibt es noch die Zusammenkunft der Regierungschefs, die den Kuhhandel vorher ausbaldowern, bevor die Kommissare das teure Geld in unsinnigen Projekten unterbringen an Lobbyisten, Pressure-Groups, Investmentgesellschaften, PR-Firmen und Bildungseinrichtungen für große Theorie-Komplexe. Dann gibt es auch die staatlich-nationalen Minister-Clubs, die immer dann aktiv werden, wenn die Regierungschefs nicht mehr weiter wissen. Eine immense Betriebsamkeit, eine riesiger Bürokratie-Apparat von mehreren Tausend Leuten, die alle extrem überbezahlt sind und aus diesem Grund ein vitales Interesse haben, dass sich die EU immer weiter entwickelt und immer mehr Bürokratenstellen bekommt, weil nur die Intensivierung deren Einkommen und Wohlergehen weiter sichert. Die EU ist also ein Sicherheitsorgan für die abgehalfterte Beamtenschaft Europas.
Neben den geregelten Stellen gibt es dann auch noch Fraktionen mit Fraktions-Organisationen, Direktionen, Untersekretäre und Stellen für Kontakte zwischen den Organisationen, den diplomatischen Dienst, den Translationsdienst und Gruppen, die einen Ober-Gruppenführer erwählen und in den Gremien platzieren dürfen. Das sichert weitere immense Konferenz-Kalender, nochmalige Aufbohrung der Etats und zwischenstaatlicher Mitbestimmungskonferenzen, Abstimmungen, Neuausrichtungen, Kolloquien und EU-Regierungsamtlichen Stellungnahmen. Die EU ist illegitim, illegal und nicht demokratisch, sie ist kein Staat, aber sie regiert in ganz Europa hinterhältig und ungerechtfertigt in alle Bereiche hinein, obwohl angeblich nur Subsidiarität herrschen soll. Die Subsidiarität also, das lokale oder regionale oder national-staatlice Arbeiten, das Vorrang vor der EU nach EUV und AEUV haben soll, wird ins Gegenteil verkehrt, weil der Apparat alleine sich so wichtig nimmt, dass die Perversion EU-Raison ist.
Wenn man heute alle Völker der EU befragen würde, ob sie die EU behalten wollen oder sogar ausbauen sollten, geschätzt würden 85 Prozent gegen die EU stimmen, weil inzwischen jeder erkannt hat, dass die EU nichts bewirkt außer Chaos, verlorenes Geld, Schulden, sinkende Wirtschaftsdaten, mehr Armut, mehr Ungerechtigkeit zwischen und in den Völkern. Die EU ist nicht nur überflüssig, sie ist hochgefährlich und bewegt die Nationen in einen apolitischen antidemokratischen Feudalstaat ohne Gesetz und ohne Demokratie. Die immer wieder vorgebrachte Diktion, nachdem die EU notwendig sei, um den Frieden in Gesamteuropa zu sichern, kann nur als Feigenblatt bezeichnet werden. Denn noch nie waren sich die Regierungen in Europa uneiniger als heute und sie werden allesamt fremdbestimmt durch eine hegemoniale USA, die die EU fernsteuert in ihrem Anspruch, dass unser europäischer Kontinent alleine zu ihrer Verfügung zu stehen hat- und zwar vom Atlantik bis zum Kaspischen Meer.
Der Turbo-Boost, der die ganze EU zu einem failed state entwickelt – und das ist beobachtbar – ist die Einführung einer Gemeinschaftswährung unter desaströsen Vergemeinschaftungsbedingungen. Schon jetzt, nach ein paar Jahren kann man beobachten, dass der Gesamtverschuldungsgrad der Zone von unter 70 auf über 95 Prozent gestiegen ist – mit exponentieller Tendenz. In der EU und der Eurozone gilt das Gesetz des finanziellen ‚Perpetuum Mobile‘, dass man mit neuen Schulden alte Schulden bezahlen und damit die gesamten Schulden löschen kann. Das Mirakel hat zwar noch nicht funktioniert, aber man versucht es jeden Monat neu mit immer weiter steigender Anstrengung, weil man gewiss ist, dass es eines Tages klappen wird – so erzählt man es den Bürgern der EU über die gerichtete Lügenpresse amerikanischer Prägung.
Kürzlich veröffentlichten Wissenschaftler der amerikanischen Stanford-Universität eine neue Studie, wie die üblichen fossilen Brennstoffe vollständig durch saubere, erneuerbare Energie ersetzt werden könnten. Der Übergang soll bis zum Jahr 2050 erreicht sein. Das alles klingt recht gut, doch zeichnen sich mittlerweile ganz andere Technologien ab, die alles bislang Dagewesene in den Schatten stellen. Allerdings schweigen sich Medien und Fachwelt darüber im »stillsten Einklang« komplett aus.
Der Anreiz lautet: 100 Prozent erneuerbare Energie. Das gilt natürlich vielen Forschern auf diesem Gebiet als erklärtes Klassenziel. Sie wollen die alten, schmutzigen Energieträger abschaffen und durch saubere Quellen ersetzen, die grundsätzlich in schier unerschöpflicher Menge vorhanden sind – Solarenergie, Wind- und Wasserkraft. Die damit verbundenen Konzepte scheinen realitätsnah, bodenständig und überaus sinnvoll mit Blick auf die Zukunft der Menschheit. Daher wundert sich prinzipiell (fast) niemand, dass die Energie-Diskussion vorwiegend in diese eine Richtung geführt wird.
Technisch umsetzbar sind diese Pläne laut vielzitierter Expertenmeinung gegenwärtig allesamt, und genau das zeichnet sie zunächst einmal ganz besonders aus. Eine neue Studie unter Leitung des US-Bau- und Umweltingenieurs Professor Mark Z. Jacobson von der Stanford-Universität zeigt anhand theoretischer Erwägungen auf, wie sich der große Plan bis zum Jahr 2050 für die gesamten Vereinigten Staaten umsetzen ließe.
Genauer gesagt entwickelte die Forschergruppe hierzu 50 einzelne Pläne, jeweils maßgeschneidert auf einen spezifischen US-Staat, um den unterschiedlichen Bedingungen gerecht zu werden. In jedem Fall verlangen diese Pläne aggressive Veränderungen in der Infrastruktur sowie in der Art und Weise, wie wir heute mit der Energie umgehen. Jacobson sieht die größten Hindernisse nicht nur in Gesellschaft und Politik. Auch die Industrie müsse erst einmal bereit sein, sich auf die massiven Veränderungen einzulassen. Damit hat er gewiss sehr Recht. »Indem man zeigt, dass das alles technisch und ökonomisch machbar ist,« so hofft Jacobson, »könnte diese Studie die Barrieren auf dem Weg zu einer groß angelegten Umwandlung herabsetzen«.
In kurzen Worten ausgedrückt, arbeitete Jacobsons Gruppe zunächst einmal heraus, wie es um die Energiebedürfnisse in den einzelnen US-Staaten bestellt ist und versuchte dazu auch Prognosen für die nächsten Jahrzehnte zu stellen. Die Forscher überprüften jeweils vier große Sektoren: Privathaushalte, Handel, Industrie sowie Transport, um dazu auch die herkömmlichen Energiequellen zu analysieren. Kohle, Öl, Gas und Kernkraft sollen in dem Prozess komplett durch erneuerbare Energien ersetzt, und die Energie in Form von Elektrizität zur Verfügung gestellt werden.
Damit müssten auch sämtliche Fahrzeuge, wie sie heute auf den Straßen unterwegs sind, elektrisch gespeist werden, doch generell – ob nun im kleinen Haushalt oder in der großen Industrie – sei dies durch Integration bereits bestehender Technologie möglich, bei deutlicher Energieersparnis, die in der neuen Studie mit rund 39 Prozent beziffert wird. Wesentlich wurde für Jacobsons Gruppe dann natürlich auch die individuelle Festlegung der geeignetsten Quellen für das neue elektrische Netz. Also erstellten der Stanford-Professor und seine Kollegen für jeden US-Staat entsprechende Karten mit Informationen über die durchschnittlich eintreffende Sonnenstrahlung, über Windstärken oder auch verfügbare geothermische Energie.
Bis zum Jahr 2030 könnten laut der Studie rund 80 Prozent des Übergangs geschafft sein, zum Jahr 2050 wäre Vollständigkeit erreicht. In einigen Staaten würde die Umstellung wegen der günstigen Bedingungen relativ zügig vonstattengehen, andernorts jedoch mehr Zeit in Anspruch nehmen. So seien Iowa und South Dakota gut gerüstet, da sie bereits jetzt nahezu 30 Prozent ihrer elektrischen Energie aus Windkraft erzeugten. Jacobson betont, dass in jedem Staat nur ein halbes Prozent der Gesamtfläche mit Solarpanelen oder Windturbinen ausgestattet werden müssten, um das Ziel zu erreichen.
Der Professor verweist gerne auf die Vorteile des Wandels – angesichts der steigenden Kosten fossiler Brennstoffe sowie der Auswirkungen auf Klima und Gesundheit. Die Umstellung auf erneuerbare Energien werde hingegen die Kosten konventioneller Systeme halbieren, neue Arbeitsplätze schaffen, die Preise für Brennstoffe stabilisieren, die schädlichen Emissionen der Vereinigten Staaten eliminieren und durch Luftverschmutzung verursachte gesundheitliche Probleme reduzieren. Jedes Jahr sterben laut Jacobson rund 63 000 Menschen wegen entsprechender Atemprobleme.
Doch ganz so glatt dürfte der Umbruch kaum verlaufen, vor allem auch, weil die stets propagierten erneuerbaren Energien kaum mehr als eine Übergangslösung darstellen können. Und dies aus mehreren Gründen. So sauber und perfekt, wie oft und gerne suggeriert, sind die »Erneuerbaren« bei näherem Hinsehen leider nicht. Vielfach gibt es genau dort Probleme, wo zunächst niemand damit gerechnet hätte.
Allein, was die Windkraft angeht, tauchen schnell so manche Schwierigkeiten auf. Schon vor Jahren haben Wissenschaftler des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Rahmen einer Studie darauf hingewiesen, dass in immer größerer Zahl aufgestellte Windkraftturbinen zu Veränderungen des Klimas führten. Die Atmosphären-Forscher erklärten: Würden die Windturbinen lediglich zehn Prozent des US-Energiebedarfs abdecken, würde die Temperatur durch die fortwährende Aufnahme von Windenergie über dem Land um rund ein Grad Celsius zunehmen.
Forscher der Aberdeen-Universität brachten im Jahr 2013 noch einen ganz anderen, verblüffenden Aspekt von Windkraftnutzung zur Sprache. Sie stellten ein scheinbares Paradoxon fest: Große Windkraftwerke in Großbritannien setzen genauso viel Kohlendioxid frei wie herkömmliche Brennstoffe. Wie kann das nur (schief)gehen? Die bevorzugt für die Windkraftwerke genutzten Hochland-Torfböden Großbritanniens bilden hervorragende Kohlendioxidspeicher – von mindestens 3,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff ist da die Rede.
Durch das Anlegen von Straßen und die schweren Fundamente für die Windräder ändert sich vieles. Wenn das Land trockengelegt wird, verliert der Boden zusammen mit der Feuchtigkeit auch die Speicherfunktion, Kohlendioxid wird freigesetzt. Die vermeintlich getroffenen Vorsorgemaßnahmen, wie sie von der Industrie angesprochen werden, dürfen laut Auskunft der schottischen Wissenschaftler getrost als blanke Floskeln betrachtet werden. Das Thema ließe sich ausweiten, sowohl hinsichtlich der Windkraft als auch anderer erneuerbarer Energiequellen. Schnell aber wird klar, dass die Nachteile oft verschwiegen werden.
Verschwiegen werden aber auch andere, viel weiterreichende Lösungsansätze. Nicht, dass alle von ihnen schnell umgesetzt werden könnten. Doch sind sie potenziell von einer so gewaltigen Konsequenz, dass auf diesem Sektor bislang von Einzelnen geleistete Pionierarbeit mit aller Kraft gefördert und vorangetrieben werden müsste. Nur, in der Praxis geschieht rein gar nichts, außer, dass führende Köpfe auf dem Gebiet reinrassig revolutionärer Konzepte zu sauberen und unerschöpflichen Energiequellen in ein Kreuzfeuer der Kritik geraten und sogar in ihrer Arbeit behindert werden. Dabei geht es hier nicht um abgedrehte Fantasten, sondern vielfach um sehr fähige Wissenschaftler und Ingenieure, deren unabhängig erzielte Ergebnisse allerdings ein gewaltiger Dorn im Auge der Industrie sein müssen.
Einige utopisch anmutende Konzepte aber von vornherein nur wegen ihrer »Unglaublichkeit« und »Abstrusität« zu verwerfen, könnte ein fataler Fehler sein. So auch im Fall einer heiß umstrittenen Entdeckung des amerikanischen Arztes, Elektroingenieurs und Erfinders Randell L. Mills, für den sich bereits vor Jahren sogar die US-Raumfahrtbehörde NASA zu interessieren begann. Mills beschreibt einen besonderen Zustand des Wasserstoffatoms, in dem Elektronen sehr wesentlich unter den physikalisch definierten Grundzustand fallen, wodurch Energie frei wird – mehr als bei einer chemischen Wasserstoffverbrennung, aber weniger als bei einer Kernreaktion.
Die winzigen H-Atome, die dabei entstehen, bezeichnet Mills als »Hydrinos«. Wissenschaftler sträuben sich in aller Regel gegen diese Darstellung, da die etablierte Physik nur eine Lösung für den Grundzustand des H-Atoms liefere; insbesondere enthalte sie keine Hydrino-Lösung. Doch einige Fachleute halten das Thema durchaus für diskussionswürdig. Der belgische Physiker Jan Naudts will der Hydrino-Theorie eine Chance geben und glaubt sogar, sie ließe sich in die anerkannten Modelle einbinden. Außerdem hält er die allgemeinen Streitereien für typisch – eine solche Diskussion trete immer dann zutage, wenn eine neue Theorie sich durchsetzen muss.
Bezeichnend ist hierzulande auch die Art und Weise, wie mit den erstaunlichen Ergebnissen des Physik-Professors Claus Turtur verfahren wird. Seine Grundlagenexperimente verweisen klar auf Möglichkeiten, die (auch von der etablierten Physik geforderte) Energie des Vakuums anzuzapfen, jene überall im Universum vorhandene Raumenergie. Doch was nicht sein darf, kann auch nicht sein, und entsprechend durfte der von Professor Turtur präsentierte Raumenergie-Konverter ebenfalls nicht sein. So folgten übersteigerte Forderungen von Fachkollegen, die Versuche unter allen möglichen Extrembedingungen zu wiederholen.
Dies wohl vor allem nur deshalb, um ein unbequemes, nicht wirklich ins Bild passendes Problem vom Tisch zu bekommen. So sollte das Experiment unter Weltraumbedingungen durchgeführt werden, direkt in der Schwerelosigkeit, während gleichfalls empfohlen wurde, weitere Versuche auch in Anwesenheit sehr starker Gravitationsfelder zu wiederholen. Irgendwann einmal vielleicht beim Riesenplaneten Jupiter. Sicher, am besten in einer sehr fernen Zukunft!
Zu viel steht auf dem Spiel, etablierte Konzepte werden nicht so schnell über den Haufen geworfen. Hinzu kommt auf dem großen Parkett auch noch ein weiterer Faktor: Überall kostenfrei verfügbare Raumenergie ließe die Menschen unabhängig werden, und das dürften ganz bestimmte Kreise gewiss nicht begrüßen.
Die teils dramatischen Vorgänge rund um die Raumenergie erinnern ein wenig an die Geschichte um den unglücklichen Erfinder Johann Bessler, der ein vermeintliches Perpetuum mobile fand, dessen Energiequelle nie gefunden werden konnte. Seine Räder liefen monatelang ununterbrochen, selbst nachdem sie versiegelt und streng kontrolliert worden waren.
Die größten Gelehrten der Zeit waren fasziniert und rätselten, ohne die Lösung zu finden. Der Erfinder nahm sein Geheimnis trotz einiger kryptischer Andeutungen mit ins Grab. Bis heute bleibt der Mechanismus ein Mysterium, das niemand nachweislich aufklären konnte. Bessler, nur ein Scharlatan, alles nur ein Märchen?
Mag sein, dass auch die Experimente mit Hydrino-Energie und Raumenergie-Konvertern für manchen Zeitgenossen kaum anders als ein schönes, modernes Energiemärchen erscheinen, doch wäre dies nicht das erste vermeintliche Märchen, das nur deshalb wahr wird, weil Einzelne fest von der Richtigkeit ihrer gewagten Ideen überzeugt waren, weil kühne Visionen und entbehrungsreiche Pionierarbeit zum unerwarteten Durchbruch führten. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte hier nun ein weiteres Mal.
Die Flaschenwasser-Industrie täuscht mit ihrer Werbung wie einst die Tabakindustrie in den 1950er Jahren. Ähnlich wie die Tabakindustrie, die Millionen für „falsche“ Werbung ausgab, zahlt die Flaschenwasser-Industrie Milliarden pro Jahr, nur damit Sie denken, dass Sie das „reine“ Wasser brauchen. Doch so „rein“ wie es scheint ist es nicht – eben genauso – wie einst die Tabakindustrie uns die weite Welt mit der Werbefigur Marlboro Man vorgaugelte. Der Marlboro Mann rauchte eineinhalb Schachteln pro Tag, bevor er 1990 an Lungenkrebs verstarb.
Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, nunmehr Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, sagte einst anlässlich der Unternehmertage des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen, dass Mineralwasser einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention leiste.
Neueste Forschungsergebnisse zeigen leider, dass diese einstmals allgemeingültige Volksweisheit nicht länger uneingeschränkt zutrifft.
Leitungswasser kostet so gut wie nichts und kommt bequem aus der Leitung – trotzdem kaufen die meisten Menschen Wasser in Flaschen.
In den USA sind sogar fast die Hälfte aller Wasser in Flaschen einfaches kommunales Leitungswasser!
Das meiste Mineralwasser fließt heute aus preiswerten 1,5-Liter Flaschen von Discountern. Früher machten regionale Brunnenbetriebe mit ihren Marken das große Geschäft.
So klar das Wasser im Glas aussieht, so undurchsichtig ist oft seine Qualität. Die Stiftung Warentest fand im Juli 2014 in 10 von 30 getesteten Mineralwässern Verunreinigungen: Rückstände von einem synthetischen Süßstoff, von Pestiziden und einem Korrosionsschutzmittel und auch 2015 fanden sie erneut Rückstände im Mineralwasser – Pestizide, Pilze, Süßstoffe!
In einer Dissertation des von Prof. Dr. Jörg Oehlmann geleiteten Institutes für Ökologie, Evolution und Diversität an der Goethe Universität in Frankfurt am Main haben deutsche Forscher sogenannte „Endokrine Disruptoren“ (EDCs), die das Wachstum und die Fortpflanzung negativ beeinflussen können, in 18 getesteten Mineralwasser-Marken gefunden.
Hormonstörende Chemikalie
Dazu Autor der Studie Dr. Martin Wagner: „Ich hab gedacht, Mineralwasser ist H2O plus Mineralien, wie man das als Unvorbelasteter denkt. Als wir dann östrogene Aktivität gefunden haben, sagten wir: Mensch, da müssen wir natürlich weiter forschen!“
Von den 24.520 suspekten Chemikalien, die bereits in Flaschenwasser gefunden wurden, zeigte eine besonders konsistente antagonistische Wirkungen auf Androgen- und Östrogen-Hormonsysteme, nämlich Di(2-ethyhexyl)Furumat (DEHF).
Endokrine Disruptoren sind Chemikalien, die auf vielfache Weise mit dem Hormonsystem wechselwirken; sie können bösartige Tumore erzeugen, Geburtsdefekte, Herzkranzgefäßerkrankungen, Stoffwechselstörungen und wie zuvor erwähnt noch andere Entwicklungsstörungen, des Weiteren Diabetes Typ I und II.
INFOBOX
Endokrin aktive Substanzen
Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2015 – Die Konsultation bezieht sich auf frühere Arbeiten der EFSA zu endokrin aktiven Substanzen, insbesondere das im März 2013 veröffentlichte Wissenschaftliche Gutachten des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA über die Gefahrenbewertung von endokrinen Disruptoren!
Die Sachverständigen der EFSA kamen zu dem Schluss, dass mit den derzeit bzw. in Kürze verfügbaren international vereinbarten Prüfverfahren der Einfluss von chemischen Stoffen auf die wichtigsten endokrinen Pfade bei Säugern und Fischen, die bekanntlich auf endokrine Störungen empfindlich reagieren, identifiziert werden kann. Die hormonellen Pfade, für die die Prüfmethoden am besten geeignet sind, betreffen Östrogene, Androgene und Schilddrüsenhormone sowie die Steroidogenese (den biologischen Prozess zur Produktion von Steroiden).
Die EFSA gelangte ferner zu dem Schluss, dass ein Risikobewertungsansatz, der sowohl potenzielle Beeinträchtigungen durch endokrin aktive Substanzen als auch die jeweilige Expositionswahrscheinlichkeit berücksichtigt, die bestmögliche Nutzung der vorliegenden Informationen zur Regulierung des Einsatzes der betreffenden Stoffe darstellt.
Gefahren- vs. Risikobewertung endokrin wirksamer Substanzen
Ob eine endokrin wirksame Substanz eine Gefahr darstellt (d.h. ob sie als potenzieller endokriner Disruptor betrachtet werden kann) hängt mit ihrer inhärenten Fähigkeit zusammen, das endokrine System zu stören und infolgedessen eine Beeinträchtigung hervorzurufen.
Eine Gefahr ist eine mögliche Bedrohung in Zusammenhang mit den intrinsischen Eigenschaften eines Stoffs (wenn etwa seine Toxizität nachweislich Krebs verursacht). Das Risiko, dass der endokrine Disruptor eine schädliche Wirkung auf Mensch und Tier haben könnte, hängt von dem Grad (der Dosis), der Dauer und dem Zeitpunkt der Exposition von Menschen bzw. Tieren gegenüber dieser Gefahr ab.
Gefahren können unbedenklich sein, wenn man ihnen gar nicht ausgesetzt oder die Exposition zu gering ist, um Schaden zu verursachen. Amygdalin beispielsweise ist ein Stoff, der in Aprikosenkernen enthalten ist. Als chemischer Stoff ist er recht toxisch und stellt daher eine Gefahr dar. Da wir den Stein in der Regel aber nicht mitessen, ist der Verbraucher dem Stoff auch nicht ausgesetzt und das vom Aprikosenverzehr ausgehende Verbraucherrisiko entsprechend gering einzuschätzen. Dies gilt analog für endokrine Disruptoren.
Das Ziel der Risikobewertung besteht darin zu bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Substanz – in diesem Fall eine endokrin wirksame Substanz – bei einer gegebenen oder zu erwartenden Exposition Schaden verursacht und was eine unbedenkliche Exposition darstellen würde.
Die Wissenschaftler zeigten in ihrem Modell auch, dass die in den Proben vorhandenen Östrogene tatsächlich funktionell wie aktive Hormone wirken.
Aufgespürt werden die Hormone mit einer Schneckenart, die acht Wochen in der Plastikflasche leben „dürfen“, und deren hochsensibler Organismus bereits auf geringe Belastungen reagiert.
Die Anzahl der Embryos, die von den Schnecken produziert werden, werden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die in Glasflaschen leben darf. Anhand des Unterschiedes in der Anzahl der Embryonen lässt sich die östrogene Aktivität feststellen.
Mithilfe seiner Forschung stellte Martin Wagner fest, dass pro Mineralwasser-Marke ganz unterschiedliche Embryo-Anzahlen feststellbar waren und dass dies mit der Art der Verpackung zusammenhängt.
„Während die Schnecken in Glasflaschen ganz normale Mengen Embryonen produzieren, stellen wir bei denen in den Plastikflaschen erhöhte Zahlen fest, was uns natürlich den Hinweis gibt, dass etwas aus dem Material herausgelaugt ist. Wir haben überall das gleiche Wasser eingefüllt, das heißt die einzige Variable war die Verpackung“, so der junge Wissenschaftler.
Nun, so eine PET-Flasche ist gar nicht so dicht, wie man meinen sollte. Das Plastik ist eigentlich porös und zwar sogar so sehr, dass die in der Flasche enthaltene Kohlensäure sogar bis zu einem gewissen Grad durch den Kunststoff entweicht.
Dabei werden eben auch Chemikalien aus dem Plastik ausgewaschen und landen im Wasser.
Wie gefährlich können nun solche Stoffe sein?
Forscher haben in Tierversuchen verheerende Effekte beobachtet.
Kaulquappen werden zum Beispiel anstatt zu Fröschen zu Riesenkaulquappen.
Professor Schönfelder von der Uni Würzburg erklärt zu Bisphenol-A, dass zu den sehr zahlreichen Wirkungen der Chemikalie unter anderem folgende gehören: Veränderung der Spermien-Qualität und -Menge, die Größe der Prostata ändert sich, vergrößertes Brustwachstum sowie ebenfalls Auswirkungen auf Diabetes Typ I und II, des Weiteren ebenfalls Fett- oder andere Stoffwechselstörungen.
Deutschlands größter Mineralwasser-Hersteller, Gerolsteiner, sowie der Verband Deutscher Mineralbrunnen verweigerten dazu gemäß unseren Recherchen jede Stellungnahme.
Eine Zusammenarbeit mit Dr. Wagner wird ebenfalls verweigert, dabei wäre die besonders wichtig, um herauszufinden, welche Chemikalien überhaupt im eingesetzten Kunststoff enthalten und gefährlich sind. Laut Wagner handelt es sich dabei um Industriegeheimnisse.
„Insofern tappen wir ein bisschen im Dunkeln und suchen nach der Nadel im Heuhaufen“, so Wagner.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt dazu folgendes Statement ab:
„Auf Grundlage der Daten aus dem Schneckenmodell können keine wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen zum gesundheitlichen Risiko des Verbrauchers gezogen werden“.
Aus Sicht des Bundesinstitutes für Risikobewertung „…müssen Verbraucher […] daher nicht auf Mineralwasser aus PET-Flaschen verzichten.
Oder anders gesagt: Solange ihr den Krebs nicht in harten Zahlen nachweisen könnt, nehmen wir zwar zur Kenntnis, was Ihr geforscht habt, es juckt uns aber nicht weiter.
Die besondere Hinterhältigkeit in diesem Standpunkt liegt darin, dass es bei der Vielzahl an Umweltgiften, mit denen wir belastet werden, schwer bis unmöglich ist, festzustellen, welches nun welche Symptome hervorruft.
Auf diese Tatsache zählt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Würde man nämlich nach der Devise vorgehen, „wenn die Gefahr einer gesundheitlichen Gefährdung besteht, wird der Stoff solange aus dem Verkehr gezogen, bis der Hersteller jenseits aller begründeten Zweifel bewiesen hat, dass der Stoff tatsächlich unbedenklich ist“, sondern wir haben es hier mit einer Beweislastumkehr zu tun.
Wir als Geschädigte müssen nachweisen, dass wir vergiftet werden, nicht der Hersteller muss die Unbedenklichkeit nachweisen.
Sowohl Professor Schönfelder als auch Dr. Wagner können die lachse Haltung der Behörde ebenfalls nicht nachvollziehen.
Prof. Schönfelder hält das Thema für evident wichtig, weil es unser aller Zukunft betrifft und erklärt, dass es dabei nicht nur drum gehe, welche Auswirkungen diese Stoffe morgen oder übermorgen, sondern in den nächsten 10, 20, 150 Jahren haben. Eine Langzeitwirkung sei dringend zu erforschen, zumal diese Stoffe noch in sehr sehr langer Zeit ihre Wirkung entfalten werden.
So tauchen Chemikalien im Abwasser, bis sie durch den Schlick am Grund der Flüsse gesickert sind, etc., zum Teil überhaupt nach 12 Jahren erst wieder in den Trinkwasserbrunnen auf. 60 % des deutschen Trinkwassers entstammt übrigens genau diesem Grundwasser.
Mehr als 130 Einzelwirkstoffe wurden bislang in deutschen Binnengewässern nachgewiesen.
Aber nicht nur das: Am Abwasser von Städten lässt sich sogar u.a. der Cannabis- und Cocain-Konsum ableiten.
Ein Großteil der Stoffe gelangt nämlich über menschliche Ausscheidungen in die Gewässer. Der Rest findet den Weg dorthin, weil er einfach über die Toilette entsorgt wird.
Zahlreiche Studien haben mittlerweile ergeben: Fische wurden bereits durch Hormone aus Antibabypillen geschädigt. Auch Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide) aus importierter Kleidung gelangten beim Waschen ins Wasser.
Neben Spuren von Medikamenten kommen auch neue Stoffe hinzu. Rückstände aus Nanotechnologie oder Pflegeprodukten etwa. Selbst Süßstoffe aus der Nahrung verarbeitet der menschliche Körper nicht. Die Risiken sind bislang – aufgrund der fehlenden Zukunftsforschung – noch nicht absehbar.
Gemäß dem Lüneburger Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Kümmerer, der an der Leuphana Universität das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie leitet, haben wir auch deswegen kaum Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf Mensch und Tier, weil sich die Stoffe in Wasser und Boden chemisch verändern. Lesen Sie dazu auch: Unser Trinkwasser
Martin Wagner im Beitrag: Oestrogene in Mineralwasser
„Wir müssen vermehrt dafür sorgen, dass derartige Stoffe nicht in den Wasserkreislauf kommen“, forderte er.
Dazu auch ein Video: The Story of BottledWater (deutsche Übersetzung)
Wie kommt das Wasser in die Flasche?
Der Film zeigt uns, wie unser „normales Trinkverhalten“ die Industrie bestimmt. Oder bestimmt die Industrie unser Trinkverhalten?
GANZ AKTUELL: WORAN SIE SEHEN KÖNNEN – WIE DIE ECHA ENTSCHEIDET
ECHA will Bisphenol A in Thermopapier verbieten
Mittwoch, 24. Juni 2015
Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat den Vorschlag Frankreichs unterstützt, Thermopapier vom Markt zu nehmen, das Bisphenol A enthält. Dadurch sollen vor allem KassiererInnen gesundheitlich entlastet werden, die viel mit Thermopapier in Form von Rechnungen oder Rezepten in Kontakt kommen.
Während der RAC das Risiko für ArbeiterInnen als unzureichend kontrolliert ansieht, stellt er aber keine Gefahr für KonsumentInnen fest. Der Ausschuss für sozioökonomische Analyse wird sich im September mit dem Verbotsvorschlag beschäftigen und Ende des Jahres einen Bericht veröffentlichen.
Bisphenol A (BPA) gilt als hormonell wirksam und wird als Weichmacher in zahlreichen Plastikprodukten eingesetzt, auch in Verpackungen für Lebensmittel. Frankreich hatte deshalb im Januar 2015 BPA in allen Verpackungen, Containern und Gebrauchsgegenständen verboten. Dieses Verbot wird allerdings gerade von der französischen Industrie angefochten. QUELLE
Und zu den 18 Marken, dieses bedeutet, dass die Testergebnisse aufgrund von 18 Mineralwassermarken entstanden sind. Dieses muss immer in Studien angeben werden. Um welche Marken es sich direkt handelt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Bitte bedenken Sie, Mineralwasser- Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi beherrschen Weltmarkt. Nur weil 18 Marken geprüft wurden, bedeutet dies nicht, dass die anderen in Ordnung sind.
Interessierte Leserinnen finden die Studie/Dissertation hier und schauen Sie sich bitte die Fotos in den Studien an.
Die besten Marketingtricks unserer Zeit – der Verbraucher zahlt sogar für Luft!
Marketing ist der Lebensnerv jedes Unternehmens – ohne ihn wird das Unternehmen wie ein marodes altes Holz-Segelschiff irgendwann kentern, sofern dieser nicht richtig gepflegt wird. Aber über einen solchen Erfolg dürften sich selbst die Erfinder spezieller Marktingstrategien gewundert haben. Weiterlesen →
Claus Ferdinand Ascher für die Netzfrauen und Netzfrau Doro Schreier
Für die englischen Leser der Netzfrauen ein Beitrag den wir auf englischer Sprache gefunden haben, die sich ebenfalls mit dem Thema befassen:
Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water: Which Ones Are Harming You?
German researchers have discovered endocrine disrupting chemicals (EDCs), that could adversely affect development and reproduction, to be contained in 18 different bottled water products(1). Of the 24,520 suspect chemicals found to be present in bottled water, the one that showed consistent results and illustrated anti-androgenic and anti-estrogenic activity is di(2-ethylhexyl) fumarate (DEHF). Endocrine disruptors are chemicals that can interfere with the hormone system, they can cause cancerous tumors, birth defects, cardiovascular disorders, metabolic disorders and as mentioned earlier, other developmental disorders (1).
This study comes from Martin Wagner and Jorg Oehlmann of the Goethe University Frankfurt, Frankfurt am Main, and Michael Schlusener and Thomas Ternes of the German Federal Institute of Hydrology. They determined that bottled water could contain serious amounts of EDCs that should be a cause from concern.
Researchers used spectrometric simulation to narrow down their findings to DEHF as the only possible EDC giving rise to harmful activity. DEHF is also known as an anti-estrogenic compound, which means that another unidentified EDC must be present in the samples that showed anti-androgenic activity.
The authors employed a sensitive in vitro bioassay to characterize the total estrogenic burden leaching from plastics, including potential mixture effects and unidentified EDCs. Using a similar approach, a series of studies reported a widespread estrogenic contamination of commercially available bottled water. Here, we combine biological and chemical analysis to identify putative steroid receptor antagonists in bottled water. Most of the products were potently antiestrogenic and antiandrogenic in the bioassays. Nontarget high-resolution mass spectrometry pointed towards maleate and fumarate isomers as promising candidates and subsequently enabled the identification of di(2-ethylhexyl) fumarate. Because its concentration is too low to explain the observed activity, other compounds must contribute. However, further maleate/fumarate isomers are not only biologically active but structurally highly similar to phthalates. Hence, we speculate these compounds might represent a novel, so far overlooked group of EDCs.
An increasing number of in vitro studies reports the presence of EDCs in bottled water. With previous studies focusing on estrogenicity, the present work provides evidence for an additional contamination with steroid receptor antagonists. We detected antiestrogens and antiandrogens in the majority of analyzed bottled water products. Moreover, the antagonist activity was very potent. An equivalent of 3.75 ml bottled water inhibited estrogen and androgen receptor by up to 60 and 90 percent. Bottled water from six different countries has been found to contain estrogenic, antiestrogenic, as well as androgenic, progestagenic, and glucocorticoid-like chemicals. This demonstrates that a popular beverage is contaminated with diverse-acting EDCs(1).
What Can You Do?
The answer is simple, don’t drink bottled water! Apart from that, you can purchase water filters that take out the chlorine and fluoride from your water if you choose, they aren’t that hard to find and if you do your research you can find some fairly inexpensive ones. If you’re interested, shoot us an email and we can help you out in your search. 24,000 chemicals is a lot of chemicals to be putting into your body. I’m not saying all of them are harmful, but who would want to take that chance? It’s not uncommon for us to taste some of these chemicals within the water that come from the plastic, especially if you leave the bottle in the sun for a short period of time.
Here is a very informative video that shares a lot more of what needs to be known about bottled water:
In welchem Gesamtzusammenhang entwickelt sich die neue Geopolitik in Sachen Erdöl? Die USA als Hegemonialmacht halten China für die zurzeit einzige Macht, die mittelfristig (in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts) mit ihnen rivalisieren könnte und ihnen ihre weltweit einzigartige Führungsrolle streitig machen könnte. Deshalb hegt Washington seit dem Jahr 2000 heimlich ein „strategisches Misstrauen“ in Bezug auf Peking.
Präsident Barack Obama entschied, die nordamerikanische Außenpolitik neu auszurichten und orientierte sich an diesem Parameter. Die Vereinigten Staaten möchten sich nicht noch einmal so einer schmachvollen Lage wie dem Kalten Krieg (1948–1989) gegenübersehen, in dem sie ihre Vorherrschaft in der Welt mit einer anderen „Supermacht“, der Sowjetunion, teilen mussten. Obamas Berater formulierten die Theorie folgendermaßen: „ein einziger Planet, eine einzige Supermacht“.
Die Folge davon war, dass Washington seine Streitkräfte und Militärbasen in Asien ständig aufgestockt hat, um zu versuchen, China zu „bändigen“. Peking war eingeschränkt bei der…
(admin: Er räumt es ein?! Wie nett und großzügig!. Nun, er weiß auch, daß solange dieses System noch existiert, er niemals zur Rechenschaft gezogen wird. Denn er handelt im Auftrag der Eliten. Und so etwas nennt sich Präsident. Ein Präsident re-präsentiert doch etwas, nicht? Und sollte der Chef eines Landes nicht sein Volk repräsentieren?? Nun, bei uns in der BRiD ist es nicht anders).
Eric Zuesse
Der gegenwärtige Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, hat den Obersten Gerichtshof der Ukraine aufgefordert, zu erklären, dass sein Vorgänger, Wiktor Janukowytsch, im Rahmen einer illegalen Vorgehensweise gestürzt worden sei; das bedeutet mit anderen Worten, dass die auf Janukowytsch folgende Regierung – und damit auch Poroschenko in seiner Funktion als Präsident – durch einen Putsch und nicht im Rahmen eines demokratischen oder gar verfassungsmäßigen Prozesses an die Macht kam.
In einem bemerkenswerten Dokument, das auf der englischsprachigen Version der Internetseite des Verfassungsgerichts der Ukraine fehlt…
In den Augen von unzähligen Experten zählt Dr. Leonard Coldwell als weltgrößte Autorität für natürliche Krebs-Heilung, stress-bezogene Krankheiten und Burnout-Syndrom. Er gilt als der erfolgreichste Trainer im motivations- und selbstlehrendem System der heutigen Zeit. Er ist der Autor von 19 Bestsellerbüchern, u. a. seinen größten Bestsellern: “Die einzige Antwort auf Krebs”, “Die einzige Antwort um deine Krankheit zu überleben” und “Dein Arzt”. Über 57 Millionen Leser erfreuen sich an seinen Lehrwerken. Seine CD-Kollektion “IBMS Stress-Minimierung” ist die meist gepriesene und meist verkaufte aller Zeiten. Nachdem er seine Fähigkeiten schon in jungen Jahren entdeckte, heilte er eigenständig seine an Hepatitis C, Leber-Zirrhose und Leber-Krebs erkrankte Mutter. Sie hatte die Diagnose Krebs im Endstadium erhalten, und eine Überlebensprognose von 6 Monaten. Heute, 43 Jahre später, ist sie am Leben und gesund. Im Laufe seiner erfolgreichen Karriere heilte er bisher über 35.000 Krebspatienten mit einer Erfolgsrate von 92,3 Prozent.
Irgendwo im Pfaffenwinkel ganz in der Nähe des beschaulichen Ortes Paterzell finden wir ein einzigartiges Stück Natur: einen Wald aus Eiben. Zwischen Buchen, Fichten und Tannen, die ihre Kronen in schwindelerregende Höhen strecken, wachsen über 2000 alte Eiben – so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland.
Die Eibe ist ein seltsamer Baum und die älteste heimische Baumart. In Europa gibt es sie schon seit 600.000 Jahren und steht heute unter Naturschutz. Sie ist der einzige heimische Giftbaum und liebt es, im Schatten der anderen Bäume zu gedeihen. Sie braucht kaum Licht und wächst sehr langsam und nicht sehr hoch (15, manchmal auch bis 18 Meter), doch kann sie dafür älter werden als alle übrigen heimischen Bäume.
Sie ist ein in vieler Hinsicht besonderer und merkwürdiger Baum, denn sie ist auf der einen Seite ein Nadelgehölz, auf der anderen Seite bildet sie keine Samenzapfen wie die Fichte oder die Tanne, sondern als einzige Art rote Beeren, die in Wirklichkeit “Scheinbeeren” (Arillus) sind, bei denen das korallrote Fleisch des Fruchtbechers einen Samenkern umhüllt. Während die weiblichen Eiben im Spätsommer und Herbst diese Früchte tragen, verbreiten die männlichen Eiben aus ihren Blüten im Frühling einen nebelartigen Staub.
Auffällig auch die oft gewundene, wulstige, tief gefurchte Gestalt des Stammes, in dessen Formen wir nicht selten eigenartige Wesen und Gesichter zu erkennen glauben. Die Eibe scheint keine Symmetrie zu verfolgen in ihrem Wuchs, sondern immer wieder vereinen sich Äste mit dem Stamm, umwinden diesen, verbinden sich zu einer geschlungenen Ganzen. Ältere Bäume sind hohl und verjüngen sich, indem sich aus der Krone Äste in den Boden senken und so einen neuen Stamm bilden oder werden von jungem Holz umwallt. Die Eibe scheint sich einem ununterbrochenen Transformationsprozess zu unterwerfen, der es schwer macht ihr wahres Alter zu bestimmen. Ihr Holz hat keine Harzkanäle und eine gelbliche bis tiefrote Färbung. Besonders an feuchten, regenreichen Tagen leuchtet es unter der abgeschuppten Rinde oft blutrot hervor.
Ihr sehr haltbares und elastisches Holz wurde der Eibe schon früh zum Verhängnis. Ihr Name leitet sich von “iwa” ab, gleichzeitig das Wort für Bogen und Armbrust. Aus diesem Holz schuf man schon seit der Steinzeit besonders langlebige Waffen. Schon das Bogenholz von “Özti”, der in den Ötztaler Alpen gefundene mumifizierte Leichnam eines Menschen der frühen Steinzeit, war aus diesem begehrten Holz gefertigt. Nicht umsonst findet man sie als langsam wachsende Waffenkammern oft gehäuft rings um Burgen. So kam es, dass Eiben in Oberbayern und anderswo aufgrund der großen Nachfrage an Kriegs- und Jagdwaffen um 1600 schon weitgehend ausgerottet waren. Überlebt hat sie zumeist in Gärten, auf Friedhöfen und in Parks. Doch selten sind solche Anblicke wie hier bei Paterzell: ein ganzer Wald voller Eiben. Einige dieser Baumahnen sind wohl bis zu 1000 Jahre alt.
Andere wiederum sagen, das althochdeutsche “iwa” hänge mit dem Wort “ewa” für Ewigkeit zusammen – die Eibe, der immergrüne Baum, der den Tod überwindet – und bringt.
Die Eibe
schlägt an die Scheibe.
Ein Funkeln
Im Dunkeln
Wie Götzenzeit, wie Heidentraum
Blickt ins Fenster der Eibenbaum.
(Theodor Fontane)
Von der Giftigkeit der Eibe spricht bereits Julius Cäsar. Er berichtet, dass der Eburonenkönig Catuvolcus sich mit einem Eibentrunk das Leben nahm. Sehr wahrscheinlich hatte der Selbstmord des Keltenfürsten einen kultischen Hintergrund. Das Gift der Eibe führt zu einem schnellen Herzstillstand, heißt Taxin und ist stärker als das des Fingerhuts. Schon eine geringe Dosis der Nadeln kann auf Pferde tödlich wirken. Auch für Menschen ist die Eibe giftig, allerdings müsste er wenigstens 50 Gramm davon verspeisen. Einzig das rote Fruchtfleisch, welches den ebenfalls giftigen Samenkern umschließt, ist ungiftig und schmackhaft. Für Rehe allerdings ist die Eibe ein wahrer Leckerbissen: Taxin scheint stimulierend auf die Tiere zu wirken, ähnlich wie Tabak auf den Menschen – ein Problem vor allen Dingen für den Nachwuchs der Eiben, der in den überhegten Rehbeständen unserer Wälder durch entsprechende Maßnahmen wie Umzäunungen geschützt werden muss.
Der griechische Arzt Dioskurides (1.Jhdt. n.Chr.) behauptete, wer unter den Eiben Spaniens schliefe, müsse sterben. Es reiche manchmal schon aus, vom Schatten der Eibe getroffen zu werden um. Hieronymus Bock (1198 – 1554) warnt in seinem Kräuterbuch: „Jeder der unter einer Eibe einschläft ist des Todes.” Wegen seiner Giftigkeit galt die Eibe auch als der “verbotene Baum”.
Du starrtest damals schon
So düster treu wie heut,
Du, unsrer Liebe Thron
Und Wächter manche Zeit;
Man sagt, dass Schlaf, ein schlimmer,
Dir aus den Nadeln raucht, –
Ach, wacher war ich nimmer,
Als rings von dir umhaucht!
(Annette von Droste-Hülshoff)
Es nimmt kaum Wunder, dass dieser geheimnisvolle Baum mit seiner sonderbaren Gestalt auch ein heiliger Baum ist. Die Germanen und Kelten sahen in ihm einen Baum des Todes und der Ewigkeit, ein Begleiter in die Anderswelt. Sie tränkten ihre Pfeilspitzen im giftigen Eibensud. Die Druiden, so heißt es, bevorzugten für ihre Zauberstäbe das Holz der Eibe. Wahrscheinlich wurde es unter aufwendigen Ritalen geschnitten, vielleicht bei Mondfinsternissen, wie die Hexen in Shakespearses Macbeth dies tun. Der Zauber der Eibe hatte zudem eine bannende Wirkung gegen alles Böse, gegen Hexen und Dämonen: “Vor Eiben kann kein Zauber bleiben”. Bösartigen Gnomen konnte man beikommen, indem man Eibenzweige vor deren Höhlen streute. Der Eibe hatte im angelsächsischen Raum eine eigene Rune: “Ihwaz”. Diese Zauberrune sollte Krankheit und Unheil abwenden.
Die Eiben säumen den Scheideweg zwischen Leben und Tod:
Est via declivis funesta nubila taxo
ducit ad infernas per muta silentia sedes.
Abwärts senkt sich der Weg,
von trauernden Eiben umdüstert,
Führt er durch Schweigen stumm
zu den unterirdischen Sitzen.
(Ovid, Metamorphosen IV, 432)
Eine gewaltige Eibe soll auch an den Ufern des Unterweltflusses Kokytus, dem Fluss der Klagen, wachsen. Als Baum der Unterwelt finden wir sie auf vielen Friedhöfen. In der Bretagne heißt es, dass es auf einem Friedhof jeweils nur einen einzigen Eibenbaum geben dürfe, weil dieser seine Wurzeln in die Münder der Toten senke. Andererseits stehen Eiben nicht nur für den Tod, sondern auch für dessen Überwindung, nicht zuletzt weil sie immergrün sind. In der irischen Sage von Naoise und Deirdre wachsen aus den Pflöcken, die in die Leichen der beiden Liebenden geschlagen wurden, zwei Eiben, deren Zweige sich miteinander verbinden und so den Sieg der Liebe über den Tod symbolisieren.
An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass manche glauben, Yggdrasil, der Weltenbaum der Germanen, sei gar keine Esche, sondern eine Eibe, da diese als immergrüner Baum viel besser geeignet sei, die neun Welten zu verbinden. Bemerkenswert ist, dass Yggdrasil so viel wie “das Pferd des Schrecklichen” bedeutet, wobei der Schreckliche niemand geringerer sein wird als Odin selbst, der höchste aller Götter. Wenn damit der Baum selbst gemeint ist, dann könnte er auch als ein “Reisebaum” betrachtet werden – ein Baum, auf dessen “Rücken” wir in andere Welten reisen können. Dies könnte ein Hinweis auf die psychoaktiven Wirkstoffe der Eibe sein: Besonders an warmem Tagen dünsten Eiben Pseudoalkaloide aus, so dass viele Menschen schon nach wenigen Minuten eine Mundtrockenheit, Entspannung und Wärme empfinden, eine typische Alkaloidwirkung. Andere berichten über Beklommenheit, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen, die sich nach einem mehrstündigen Aufenthalt unter der Eibe einstellen. Auch rauschartige, euphorische Zustände bis hin zu Trance können eintreten.Hielten deshalb die Druiden unter Eiben Rat, weil sie die bewusstseinserweiternde Wirkung dieses Baumes nutzten?
Wie dem auch sei. Alles Wissen um die Mythologie der Eibe reicht nicht aus, um zu beschreiben, was wir erleben, wenn wir uns auf die Kraft des Eibenwaldes einlassen. Bei einem Besuch im Paterzeller Eibenwald, am besten früh am Morgen oder in den Abenstunden, mag jeder sich seinen eigenen Eindruck verschaffen. Die Begegnung mit diesen Baumgeistern ist in jeden Fall etwas ganz Besonderes. In ihrem Schatten herrscht eine düstere Atmosphäre, die Ehrfurcht einflößt – kein Baum, unter dessen schützenden Dach ich ein Picknick machen würde. Jeder Baum ist ein Individuum, keine Begegnung gleicht der anderen. Wie Gespenster oder Wesen aus einer anderen Welt strecken sie uns ihre Äste entgegen, manchmal einladend, öfters aber warnend. Wer sich von der Eibe berühren lässt, der muss bereit sein, ihre starke Kraft der Wandlung zuzulassen. Dann aber ist die Eibe wie ein Kanal, der uns vo Altlasten befreien kann – wenn wir bereit sind, sie wirklich loszulassen, um einen Neubeginn zu wagen. Eiben verändern uns, mehr noch, sie verwandeln uns. Wer dies nicht ertragen will, der sollte sich nicht zu lange ihrem Einfluss aussetzen …
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