Kategorie: Rocker & Bikes

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  • Ein Höhepunkt 2015 – Biker Patch Party – Leipzig Chapter

    Ein Höhepunkt 2015 – Biker Patch Party – Leipzig Chapter


    Hallo liebe Freunde der Biker und Rockerszene,

    nun ist es endlich soweit und wir können voller Stolz unser neues Patch des Leipzig Chapters gemeinsam mit euch feiern. Yes!

    Wir uns freuen, wenn wir euch auf unserer Patchparty am 15. Mai (Beginn ab 19:00 Uhr) im Hellraiser Leipzig (http://hellraiser-leipzig.de) begrüßen könnten.

    Ort: Werkstättenstraße 4, 04319 Leipzig/Engelsdorf.

    Ein paar von Euch kennt die Location vielleicht schon. Dort gibt’s regelmäßig Metall und Rockkonzerte auf die Ohren. Der „Austragungsort“ passt also wie der Arsch uff’n Eimer.

    Für geile Livemucke, lecker Fresschen und das ein oder andere Getränk ist gesorgt, lasst euch überraschen.

    Auf unserer Homepage werden die genauen Daten immer aktuell online gestellt, aber das wisst ihr ja. Bitte gebt uns kurz eine Rückmeldung ob ihr vorbeikommt, damit wir a bissi besser planen können, ok?

    Biker & Friends welcome. Wir freuen uns auf euch!
    Also, nich lang snaggen, Kopp in Naggen 😉

    ✌️ Gruss euer Harley

    Harley Dirk Bieder
    Secretary of Leipzig-Chapter-Germany.de

    1a-HD.de Unternehmergesellschaft
    Geschäftsführer: Dirk Bieder
    Handwerksmeister (HWK), Handelsfachwirt (IHK), Bachelor of Art (FH)
    Bruederstrasse 4
    06108 Halle (Saale)
    Mobil +49 175 2766616
    http://www.DirkBieder.me

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  • MYTHOS HARLEY: WOVON MÄNNER TRÄUMEN…

    MYTHOS HARLEY: WOVON MÄNNER TRÄUMEN…


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    Nachbau der „Captain America“ aus dem Kultfilm „Easy Rider“ im Harley-Museum Milwaukee.

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

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    Von Jens Fuge

    Leipzig – Warum werden Männer zum Kind, wenn sie vor einem böse vor sich hin grummelnden Zweirad stehen? Wieso verlieren beherrschte Charaktere Worte und Weitsicht, wenn sie über ihre Leidenschaft wie eine Sucht sprechen? Und warum verwandeln sich erwachsene Menschen in wandelnde Werbeflächen für Produkte einer US-Maschinenfabrik?

    Die Antwort ist ein Statement: Harley-Davidson.

    Keine andere Industriemarke der westlichen Hemisphäre ist emotional so aufgeladen wie der amerikanische Motorradhersteller. Vor 112 Jahren gegründet, dienen die Fahrzeuge den gleichgeschalteten Großstädtern von heute als kurzfristige Fluchtmöglichkeit vom immer gleichen Alltag.

    Einige wenige Rebellen, organisiert in Motorradclubs, verbringen ihr ganzes Leben auf den Kultmotorrädern. Egal wie – Harley ist zum Lebensstil, zum Lebensgefühl geworden und beeinflusst ganze Generationen. Egal, wen man fragt: Es fallen immer wieder die gleichen Begriffe: Freiheit, das Auspuffgeräusch, die klassische Form, der Name.

    Die Wirklichkeit hat wohl viel mit Marketing und der Empfänglichkeit der Menschen zu tun. Die Eroberung des Wilden Westens durch coole Cowboys lieferte die Vorlage, heute reiten die Großstadt-Teilzeitrocker auf den teuren Harleys mit Saisonkennzeichen bis zur Eisdiele und zurück.

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    Echte Rarität: Eine Electra-Glide mit tausenden Lampen und Lichtern.

    Die Oldschooler verweisen gern auf das unvergleichliche Stampfen und Vibrieren des V-Twins im Starrahmen, wie er noch vor etlichen Jahren fuhr. Seither ist viel passiert und die Amis haben viel moderne Technik in das zeitlose Design der Motorräder eingebaut: Navi und Touchscreen-Flats, ABS und Wasserkühlung. Und so ist die Harleyszene denn auch zweigeteilt in die „neureichen Yuppies“, wie es mal ein Szenekenner ausdrückte, und in die wahrhaften Motorradfahrer, denen Putzen und flimmern ebenso fremd ist wie die Eisdiele um die Ecke.

    WER SIND DIE HOGS?

    Die HOG (Harley Owners Group) ist ein Marketinginstrument der Harley-Davidson Company. Sie ist clubähnlich aufgebaut, hat auch Officer, doch letztlich entscheidet der Harleyhändler über alles. Es gibt deutliche Unterschiede innerhalb der HOG, vom ernstzunehmenden Bikerclub (mit MF gleichzusetzen) bis hin zu Gruppen mit aufgesetzter Bikerattitüde.

    Das HOG-System ist überholt. Derzeit etwa 70 „offiziellen“ Chaptern stehen in Deutschland mittlerweile über 50 inoffizielle, im Streit von der HOG geschiedene Chapter gegenüber. In Leipzig gibt es zwei „inoffizielle“: First Sachsen Chapter und Leipzig Chapter. Letztere sind mittlerweile ein MF.

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    MOPO-Autor Jens Fuge vor dem Harley-Museum in Milwaukee(l.). Von jedem jemals gebauten Modell findet sich hier ein Exemplar (r.).

    viaRocker-Serie – MOPO24.

  • SIE WACHEN ÜBER DEN ROCKERFRIEDEN

    SIE WACHEN ÜBER DEN ROCKERFRIEDEN


    Rockerfrieden

    Der Runde Tisch der Leipziger Rocker: Jeder MC und MF hat Vertreter dabei – hier ein Bild des letzten Zusammentreffens am 16. März im Clubhaus der Hells Angels.

    SIE WACHEN ÜBER DEN ROCKERFRIEDEN

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    Rocker

    REDEN, BEVOR ES KRACHT!

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Leipzig – Dass es in der Leipziger Rockerszene in den letzten Jahren äußerst friedlich zuging, liegt nicht zuletzt am Runden Tisch der Clubs. Hier werden alle Probleme behandelt, Party-Termine miteinander abgestimmt und karitative Aktionen geplant. Einmalig in Rocker-Deutschland!

    Leipzigs Motorrad-Szene ist bunt und vielfältig. Sie teilt sich im wesentlichen in drei Teile. Am bekanntesten, weil weltweit vertreten, sind die Hells Angels. Die Polizei nennt sie „Outlaw Motorcycle Gang“. Die Angels haben ihren eigenen Supportclub – die Red Devils Leipzig.

    In der Liga der MCs, also „Motorcycle Clubs“, spielen in Leipzig und Umgebung „Steelwings MC“ (seit 15 Jahren), „Road Holder MC Wurzen“ (30 Jahre) und der Metal Skulls MC aus Neukieritzsch (5 Jahre) mit. Das sind kleinere Clubs, die schon lange existieren und deren Mitglieder als Rocker leben. Der Rest teilt sich auf in MF, die sogenannten „Motorradfreunde“.

    Der Runde Tisch der Leipziger Rocker: Jeder MC und MF hat Vertreter dabei – hier ein Bild des letzten Zusammentreffens am 16. März im Clubhaus der Hells Angels.
    Diese Welt hat ihre eigenen Gesetze und Regeln. Dies betrifft Farben, Namen, Symboliken, aber auch den Umgang miteinander. Als höchster Wert unter den Bikern wird Respekt genannt, den man sich gegenseitig zu zollen hat. In der Regel wird das auch praktiziert.

    Vor sechs Jahren wurde der „Runde Tisch Leipzig und Region“ gegründet. „Eine solche selbstorganisierte Instanz hatte bis dahin gefehlt“, sagt Wanni (48), Präsident des Road Holder MC in Wurzen und seit 25 Jahren dabei. Zwar kennen sich viele Biker schon jahrelang, doch mit Gründung des Runden Tisches sei man mit allen anderen Clubs ins Gespräch gekommen.

    „Man konnte sich mal richtig kennen lernen, es wurden massiv Vorurteile abgebaut, denn wir haben hier ja komplett unterschiedliche Szenen – obwohl nach außen vieles gleich aussieht“, meint Wanni. Falls mal Probleme auftauchten, würden diese nun gleich im Vorfeld ausgeräumt – direkt miteinander.

    Auch karitative Aktionen organisiert der Runde Tisch. Hier spendeten die Rocker 2400 Euro, um Heimkindern aus dem Erzgebirge und dem Leipziger Umland einen schönen Tag im Freizeitpark Belantis zu ermöglichen.
    Auch andere Interessenslagen werden hier geklärt – vor allem der Partykalender. Überschneidungen sollen möglichst vermieden werden.

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    Auch karitative Aktionen organisiert der Runde Tisch. Hier spendeten die Rocker 2400 Euro, um Heimkindern aus dem Erzgebirge und dem Leipziger Umland einen schönen Tag im Freizeitpark Belantis zu ermöglichen.

    Die MCs vom Runden Tisch bestimmen aber auch, ob und welcher neue Motorradclub sich in der Gegend etablieren darf. Ein Widerspruch zur bunten und vielfältigen Szene, in der für jeden etwas dabei ist? „Das sind die Regeln unserer Subkultur, daran hat man sich zu halten. Einen neuen Club macht man nicht einfach so auf“, erklärt Wanni.

    Konstruktionen wie der Runde Tisch in Leipzig haben Seltenheitswert, in Deutschland war er sogar Vorreiter. So gibt es viel Anerkennung aus der Szene für die „Leipziger Verhältnisse“ – denn viel zu oft wird anderswo über- statt miteinander gesprochen.

    Der gemeinsame Auftritt auf der Leipziger Motorradmesse gehört seit fünf Jahren dazu.

    Größter öffentlicher Auftritt war die Bikerdemo im Jahr 2012, als über 600 Rocker auf dem Leipziger Marktplatz gegen die pauschale Diskriminierung von Motorradclubs demonstrierten.

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    Im Juni 2012 organisierte der Runde Tisch gemeinsam mit der Biker Union eine Großdemo vor dem Leipziger Rathaus. Rund 600 sächsische Biker demonstrierten gegen Diskriminierung und lebensgefährlichen Pfusch beim Straßenbau.

    MOTORRADCLUBS AM RUNDEN TISCH

    Bikerfreunde Ammelshain e.V.
    Bikerunion Leipzig
    Freie Gummibären
    Hells Angels MC Leipzig
    Kartoffelkäferbande Grimma
    Leipzig Chapter (Harleyclub)
    Metal Skulls MC
    Red Devils MC Leipzig
    Road Holder MC Wurzen
    Sächs. Tourenfahrer Schöna
    SoulReavers Zschorna
    Steelwings MC Leipzig
    Streetfighters Leipzig
    The Rock Beucha
    Biker UHU
    Wild Hogs Bruderschaft.

    Hier mehr:

    viaRocker-Serie – MOPO24.

  • HERR PHILOSOPH, WARUM WIRD MAN EIGENTLICH ROCKER?

    HERR PHILOSOPH, WARUM WIRD MAN EIGENTLICH ROCKER?


    Rocker

    HERR PHILOSOPH, WARUM WIRD MAN EIGENTLICH ROCKER?

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

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    Michael Ahlsdorf gab auch schon dem Leipziger Landgericht als Rocker-Sachverständiger Einblick in die Welt der Rituale (l.). Am liebsten ist er aber mit seiner Maschine unterwegs zu den Clubs.

    EIN UNIVERSUM ABGEDREHTER PERSÖNLICHKEITEN

    Rocker

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Sachsen – Das Bild der Rocker in der Öffentlichkeit ist verheerend: Kriminell, skrupellos, knallhart! Doch über mangelnden Zulauf können sich die Clubs nicht beschweren. Warum ist das so?

    MOPO24 war dazu im Gespräch mit Philosoph Dr. Michael Ahlsdorf (52), der seit mehr als 20 Jahren in der Rockerszene unterwegs und außerdem Chef des Szeneblatts „Bikers News“ ist.

    MOPO24: Wie kriminell sind Rockerclubs aus Ihrer Sicht wirklich?

    Ahlsdorf: Die Szene der Rockerclubs bildet eine eigene Subkultur. Eine Subkultur bewegt sich natürlich auch mal am Rande der Gesellschaft. Insofern sind Überschneidungen in kriminelle Milieus möglich, seien es Drogen-, Rotlicht- oder Türsteher-Milieus. Die Schlagzeilen darüber führen aber zu einer völligen Überschätzung der tatsächlichen Relationen. Auch Rocker sind in ihrer großen Mehrheit in bürgerlichen Berufen tätig und strafrechtlich völlig unbescholten.

    MOPO24: Warum ist das Bild der Clubs in der Öffentlichkeit dann so schlecht?

    Ahlsdorf: Ist das Bild wirklich so schlecht? Bedienen Rocker nicht eher alle bürgerlichen Phantasien, seien es Ängste oder auch geheime Wünsche? Es ist der Gruselfaktor, der die Rocker für Medien so interessant macht, weil die Leser sich gruseln wollen. Und das geht eben nur mit Storys, die schlechte Bilder zeichnen.

    Freiheit auf zwei Rädern, das fasziniert auch den „normalen“ Bürger, egal welchen Alters.
    MOPO24: Die Clubs vermelden starken Zulauf. Wie geht so etwas?

    Ahlsdorf: Eigentlich haben wir in unserer überalterten Szene eher ein Generationenproblem und deshalb Nachwuchsmangel. Die Schlagzeilen der letzten Jahre haben uns aber für jüngere Szenen interessant gemacht, die ich mal als „erlebnisorientiert“ bezeichnen möchte. Das sind Streetgangs, Hooligans, Migranten oder auch Neonazis. Die falschen Nachrichten bringen uns da manchmal die falschen Leute ein. Die finden es faszinierend, wenn ein Club verboten wird, die glauben auch noch, dass in der Rockerszene viel Geld verdient wird.

    MOPO24: Worin liegt die Faszination, in einem Club mitzumachen?

    Ahlsdorf: Das müssten Ihre Leser eigentlich am besten wissen, denn irgendwie geht es ja um ziemlich bürgerliche Sehnsüchte. Es geht um Freiheit, um Brüderlichkeit, auch um das Geheimnisvolle einer geschlossenen Gemeinschaft, die nicht jeden aufnimmt. Für alles das steht das Motorrad, auf dem ein Mann sich noch immer beweisen kann.

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    MOPO24: Und was fasziniert Sie an der Szene?

    Ahlsdorf: Mich persönlich fasziniert, was man auf den ersten Blick angesichts uniformierter Rocker gar nicht erwartet. Dahinter steckt ein buntes Universum voller schillernder und abgedrehter Persönlichkeiten, die alle irgendwie nicht normal sind.

    MOPO24: Worin unterscheiden sich die bekannten großen Clubs und die unzähligen kleinen Clubs, die meist in kleinen Städten angesiedelt sind?

    Ahlsdorf: So groß sind die Unterschiede gar nicht, jedenfalls nicht äußerlich. Die kleinen Clubs orientieren sich an den großen Clubs. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Patches, Logos oder Bezeichnungen von den Kleinen übernommen werden, wenn sie die bei den Großen sehen.

    Aber klar, manche Mitglieder kleinerer Clubs prägen eher das Lokalkolorit, sie sind mit ihrer Region auf vielerlei Weisen verflochten, dienen obendrein noch in der freiwilligen Feuerwehr des Ortes. Es findet in den kleinen und mittleren Clubs aber auch ein Umdenken statt, sie entwickeln eine eigene Identität.

    MOPO24: Unterscheiden sich Ost- von West-Clubs?

    Ahlsdorf: Gerade im Osten haben die mittleren Clubs sowieso eine eigene Kultur. Die faszinieren mich immer wieder mit ihren Veranstaltungen, ihren Motorradrennen und ihren selbst gebauten Motorrädern. Die Szene im Westen ist längst nicht so lebendig, die hat das verschlafen.

    WIE WIRD MAN EIGENTLICH ROCKER?

    Den Traum von Freiheit und Unabhängigkeit haben viele. Auf einer Harley über die Straßen reiten, am Lagerfeuer sitzen, mit echten Freunden durch dick und dünn – so stellt man sich das vor. In Motorradclubs wird das oft gelebt.

    Doch wie wird man ein echter Rocker?

    Zunächst sollte man sich selbst prüfen. Wie steht’s um die Teamtauglichkeit? Kann man sich unterordnen, ohne seine eigene Meinung aufzugeben? Will man das überhaupt? Und bringt man die Zeit dafür auf? Mitglieder in Motorradclubs leben im Allgemeinen nach der Regel: Familie zuerst – aber dann kommt schon der Club. Vieles muss sich unterordnen.

    Wenn man sich dessen sicher ist, ist es gar nicht so schwer. Einfach die Partys der Clubs besuchen, nicht an Herzdrücken leiden, ins Gespräch kommen, Interesse bekunden. Dann kann man bei gegenseitigem Interesse „Hänger“ (Hangaround) sein, das heißt, man hängt mit dem Club herum, schaut sich alles genauer an.

    Wenn’s gegenseitig passt, wird man in den Status der „Probe“ (Prospect) befördert. Nun beginnt eine schwere Zeit, die bis zu zwei Jahre dauern kann, denn die Proben müssen sich bewähren. Die Clubs halten das unterschiedlich.

    In manchen werden die niedrigsten Arbeiten delegiert – Proben putzen Toiletten, stehen hinterm Tresen, kümmern sich ums Feuer, stehen Wache. Andere haben ein bequemeres Leben, müssen sich „nur“ aktiv am Clubleben beteiligen.

    Am Ende geht es immer darum: Passt der „Neue“ auch zum Club und seinen Mitgliedern? Und: Meinen sie es auch ernst? „Poser brauchen wir nicht, die nur unser Patch spazieren fahren. Am Ende muss man sich für seinen Club auch gerade machen“, sagt ein Clubpräsident aus dem Erzgebirge.

    Was meint er mit „gerade machen“? „Notfalls sein Rückenpatch verteidigen“, so der Präsident. Das passiere aber nur äußerst selten. Meist geht es um Einsatz für den Club – bei Partys, Arbeitseinsätzen und Ausfahrten.

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    viaRocker-Serie – MOPO24.

  • HOCHBURG LEIPZIG! NIRGENDS GIBT’S SO VIELE ROCKER

    HOCHBURG LEIPZIG! NIRGENDS GIBT’S SO VIELE ROCKER


    Rockerszene

    Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

    Rocker

    Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

    Leipzig – Die Region Leipzig ist Sachsens unangefochtene Rockerhochburg. Nirgendwo sonst im Freistaat gibt es so viele Motorradclubs. Welcher Club für was steht, was die Biker auf ihren Kutten tragen, bei wem auch Frauen mitfahren dürfen und welche MC-Partys 2015 steigen – hier der große MOPO24-Überblick.

    Red Devils MC
    Ist der wichtigste Supporter (Unterstützerclub) der Hells Angels. Anders als bei den Höllenengeln gibt es aber keinen Harley-Zwang. In Leipzig gingen die Devils Anfang 2004 aus dem Road Lions MC hervor. Sie waren jahrelang der einzige Einprozenter-Club in der Stadt.

    MC Kuhle Wampe
    Den MC Kuhle Wampe Pleissenburg gibt’s seit 1992. Er gehört damit zu den ältesten fortbestehenden Clubs der Region. Er versteht sich als Erbe der gleichnamigen Berliner Arbeitersportbewegung aus den Anfangsjahren des 20sten Jahrhunderts. Kuhle-Wampe-Biker sind politisch aktive Links-Rocker. Der MC ist Teil des „Antifaschistischen Aktion“.

    MF Leipzig Chapter
    „Unsere Schwerpunkte liegen etwas anders“, sagt Walter, Vize-Präsident des Leipzig Chapters, einem Harley-Club. Hier wird genau so viel gefeiert und gefahren wie bei den MCs, nur die Regeln werden nicht so eng angelegt.

    Wer durch Arbeit oder Familie mal keine Zeit hat, muss nicht gleich den Rauswurf fürchten. Auch fahren hier Frauen mit – undenkbar in einem MC. Von den 13 Damen fahren drei sogar selber.

    First Sachsen Chapter
    Auch dieser MF ist ein unabhängiger Harley-Club mit Frauen als Mitgliedern. In diesem Jahr feiert die Truppe 20-jähriges Jubiläum.

    Streetfighters L.E.
    Speed, Rauchschwaden und krachende Pneus – das ist die Welt der Streetfighters L.E. Die Jungs lieben die Geschwindigkeit und die Individualität ihrer Bikes. Ihre extrem umgebauten „Reiskocher“ – so werden japanische Bikes in der Szene genannt – sind echte Hingucker.

    Jedes Jahr im Herbst laden die Streehtfighters zu den „Burning Days“ auf den Flugplatz Taucha. Bei verrücktesten „Burnouts“ (durchdrehende Räder) werden dort im Minutentakt alte Reifen zerschossen.

    Freien Gummibären
    Heißen wirklich so! Der Name entstand ganz klar mit alkoholischer Unterstützung, sagt Mitbegründer Andre. Der Zusammenschluss von Freebikern ist so bunt, wie eine Tüte Gummibären. Frauen können selbstverständlich Mitglied sein und die klassischen Hierarchien gibt es nicht.

    Road Holder MC Wurzen
    Die knöcherne Hand hält ein Stück Straße, die gesäumt ist mit Totenkreuzen – das ist das Logo der Road Holder. Sie residieren im Schloss Lossa, feierten letztes Jahr in 30-jähriges Bestehen und pflegen einen guten Umgang mit den Anwohnern im Dorf.

    Metal Skulls MC Sachsen
    Die „Metalköpfe“ können ganz schön stur sein: Letztes Jahr erhielten die Jungs rund um Presi „Big Man“ den Status als MC. Jahrelang hatten sie darum gekämpft. Legendär: Die „Schafparty“. Dann gibt’s Suppe und Burger vom Schaf im Clubhaus in Neukieritzsch.

    SoulReavers MF Zschorna
    Hier wird Markenvielfalt gelebt: Vom Enduro über Naked Bikes, Streetfighter bis Chopper ist alles dabei. Beliebt ist die Frühjahrsparty, die in diesem Jahr schon zum 17. Mal stattfindet.

    Bikerfreunde Ammelshain
    In einem schönen Clubhaus mitten im Ort Ammelshain lässt es sich die bunte Truppe (gegründet 2005) gut gehen. Die Akzeptanz bei den Anwohnern ist hoch. Kein Wunder, denn Events wie die legendäre „Frauentagsfeier“ oder die „Tanzparty“ finden riesigen Anklang.

    The Rock Beucha
    Ihr Rückenabzeichen zeigt die bekannte Bergkirche auf dem Felsen am Steinbruch, die Verwurzelung in die Stadt ist tief. Wenn sie feiern, kommen nicht nur Rocker, sondern auch viele Anwohner. Das Clubhaus nennt sich „Villa Seeblick“ und befindet sich direkt am Autobahnsee Beucha.

    Wild Hogs Bruderschaft
    An den Lübschützer Teichen haben die „Wilden Schweine“, die sich nach der TV-Komödie mit John Travolta benannt haben, ihr Domizil. Das wohl kleinste Clubhaus der gesamten Szene beherbergt jedoch einen Club, der sich engagiert und viel auf der Straße zu finden ist.

    Sächsische Tourenfahrer
    In Schöna bei Eilenburg haben die Tourenfahrer ihr kleines Clubhaus. Auf dem Gelände findet jedes Jahr zu Pfingsten die große Pfingstparty mit bis zu 1 000 Gästen statt.

    Biker UHU
    Ist ein Zusammenschluss von „betagteren“ Bikern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. UHU steht dabei tatsächlich für „Unter Hundert“. Locker bügeln Jungsenioren und -seniorinnen Seite an Seite über die Landstraßen. Markenzwang gibt es dabei genau so wenig wie strenge Hierarchien.

    DER ROCKER UND SEINE KUTTE: SO IST SIE AUFGEBAUT

    Wichtigstes Bekleidungsstück für Rocker ist die Kutte, auch Weste genannt. Meist aus Leder, manche „Oldschooler“ tragen auch Jeans-Kutten. Wichtigstes Teil auf der Kutte ist das Rücken-Patch oder Colour (Rückenaufnäher). Hier muss man unterscheiden zwischen den MC (Motorradclubs), MF (Motorradfreunde) und Freebikern (ohne Clubzugehörigkeit).

    MC: Das Rückenpatch ist dreiteilig und den MCs vorbehalten. Es besteht aus Center Crest (zentrales Logo in der Mitte), Top-Rocker (dem Schriftzug darüber, das den Namen des Clubs trägt) und Bottom Rocker (unter dem Center Crest, hier wird die Stadt, Region oder das Land des Clubs benannt). Auf der Vorderseite werden meist noch einmal der Clubname und die jeweilige Stadt gezeigt sowie bei Officern, also den Führungsmitgliedern, die Funktion im Club. Manch überregionale MCs haben vorn auf der Kutte noch so genannte Side Rocker mit dem Namen eines befreundeten Club-Chapters.

    MF: MFs haben ein- oder zweiteiliges Patches.

    Freebiker: Meist tragen sie eine Vielzahl Aufnäher auf ihren Kutten. Diese zeigen die Clubs oder Veranstaltungen, welche sie angefahren haben. Manchmal tragen sie auch einen großen Aufnäher auf dem Rücken mit Phantasiemotiven.

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    viaRocker-Serie – MOPO24.