HOCHBURG LEIPZIG! NIRGENDS GIBT’S SO VIELE ROCKER


Rockerszene

Die Rockerszene in Sachsen – sie ist bunt und vielfältig, aber auch verschlossen und voller Rätsel. In unserer neuen Serie wollen wir einen Einblick in eine faszinierende, teilweise auch verstörende Subkultur geben – unverstellt, ungeschönt und jenseits üblicher Klischees. Rockerclubs haben uns ihre Türen geöffnet, Polizisten ihre Akten, ein Philosoph seine Gedankenwelt.

Rocker

Von Alexander Bischoff und Jens Fuge

Leipzig – Die Region Leipzig ist Sachsens unangefochtene Rockerhochburg. Nirgendwo sonst im Freistaat gibt es so viele Motorradclubs. Welcher Club für was steht, was die Biker auf ihren Kutten tragen, bei wem auch Frauen mitfahren dürfen und welche MC-Partys 2015 steigen – hier der große MOPO24-Überblick.

Red Devils MC
Ist der wichtigste Supporter (Unterstützerclub) der Hells Angels. Anders als bei den Höllenengeln gibt es aber keinen Harley-Zwang. In Leipzig gingen die Devils Anfang 2004 aus dem Road Lions MC hervor. Sie waren jahrelang der einzige Einprozenter-Club in der Stadt.

MC Kuhle Wampe
Den MC Kuhle Wampe Pleissenburg gibt’s seit 1992. Er gehört damit zu den ältesten fortbestehenden Clubs der Region. Er versteht sich als Erbe der gleichnamigen Berliner Arbeitersportbewegung aus den Anfangsjahren des 20sten Jahrhunderts. Kuhle-Wampe-Biker sind politisch aktive Links-Rocker. Der MC ist Teil des „Antifaschistischen Aktion“.

MF Leipzig Chapter
„Unsere Schwerpunkte liegen etwas anders“, sagt Walter, Vize-Präsident des Leipzig Chapters, einem Harley-Club. Hier wird genau so viel gefeiert und gefahren wie bei den MCs, nur die Regeln werden nicht so eng angelegt.

Wer durch Arbeit oder Familie mal keine Zeit hat, muss nicht gleich den Rauswurf fürchten. Auch fahren hier Frauen mit – undenkbar in einem MC. Von den 13 Damen fahren drei sogar selber.

First Sachsen Chapter
Auch dieser MF ist ein unabhängiger Harley-Club mit Frauen als Mitgliedern. In diesem Jahr feiert die Truppe 20-jähriges Jubiläum.

Streetfighters L.E.
Speed, Rauchschwaden und krachende Pneus – das ist die Welt der Streetfighters L.E. Die Jungs lieben die Geschwindigkeit und die Individualität ihrer Bikes. Ihre extrem umgebauten „Reiskocher“ – so werden japanische Bikes in der Szene genannt – sind echte Hingucker.

Jedes Jahr im Herbst laden die Streehtfighters zu den „Burning Days“ auf den Flugplatz Taucha. Bei verrücktesten „Burnouts“ (durchdrehende Räder) werden dort im Minutentakt alte Reifen zerschossen.

Freien Gummibären
Heißen wirklich so! Der Name entstand ganz klar mit alkoholischer Unterstützung, sagt Mitbegründer Andre. Der Zusammenschluss von Freebikern ist so bunt, wie eine Tüte Gummibären. Frauen können selbstverständlich Mitglied sein und die klassischen Hierarchien gibt es nicht.

Road Holder MC Wurzen
Die knöcherne Hand hält ein Stück Straße, die gesäumt ist mit Totenkreuzen – das ist das Logo der Road Holder. Sie residieren im Schloss Lossa, feierten letztes Jahr in 30-jähriges Bestehen und pflegen einen guten Umgang mit den Anwohnern im Dorf.

Metal Skulls MC Sachsen
Die „Metalköpfe“ können ganz schön stur sein: Letztes Jahr erhielten die Jungs rund um Presi „Big Man“ den Status als MC. Jahrelang hatten sie darum gekämpft. Legendär: Die „Schafparty“. Dann gibt’s Suppe und Burger vom Schaf im Clubhaus in Neukieritzsch.

SoulReavers MF Zschorna
Hier wird Markenvielfalt gelebt: Vom Enduro über Naked Bikes, Streetfighter bis Chopper ist alles dabei. Beliebt ist die Frühjahrsparty, die in diesem Jahr schon zum 17. Mal stattfindet.

Bikerfreunde Ammelshain
In einem schönen Clubhaus mitten im Ort Ammelshain lässt es sich die bunte Truppe (gegründet 2005) gut gehen. Die Akzeptanz bei den Anwohnern ist hoch. Kein Wunder, denn Events wie die legendäre „Frauentagsfeier“ oder die „Tanzparty“ finden riesigen Anklang.

The Rock Beucha
Ihr Rückenabzeichen zeigt die bekannte Bergkirche auf dem Felsen am Steinbruch, die Verwurzelung in die Stadt ist tief. Wenn sie feiern, kommen nicht nur Rocker, sondern auch viele Anwohner. Das Clubhaus nennt sich „Villa Seeblick“ und befindet sich direkt am Autobahnsee Beucha.

Wild Hogs Bruderschaft
An den Lübschützer Teichen haben die „Wilden Schweine“, die sich nach der TV-Komödie mit John Travolta benannt haben, ihr Domizil. Das wohl kleinste Clubhaus der gesamten Szene beherbergt jedoch einen Club, der sich engagiert und viel auf der Straße zu finden ist.

Sächsische Tourenfahrer
In Schöna bei Eilenburg haben die Tourenfahrer ihr kleines Clubhaus. Auf dem Gelände findet jedes Jahr zu Pfingsten die große Pfingstparty mit bis zu 1 000 Gästen statt.

Biker UHU
Ist ein Zusammenschluss von „betagteren“ Bikern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. UHU steht dabei tatsächlich für „Unter Hundert“. Locker bügeln Jungsenioren und -seniorinnen Seite an Seite über die Landstraßen. Markenzwang gibt es dabei genau so wenig wie strenge Hierarchien.

DER ROCKER UND SEINE KUTTE: SO IST SIE AUFGEBAUT

Wichtigstes Bekleidungsstück für Rocker ist die Kutte, auch Weste genannt. Meist aus Leder, manche „Oldschooler“ tragen auch Jeans-Kutten. Wichtigstes Teil auf der Kutte ist das Rücken-Patch oder Colour (Rückenaufnäher). Hier muss man unterscheiden zwischen den MC (Motorradclubs), MF (Motorradfreunde) und Freebikern (ohne Clubzugehörigkeit).

MC: Das Rückenpatch ist dreiteilig und den MCs vorbehalten. Es besteht aus Center Crest (zentrales Logo in der Mitte), Top-Rocker (dem Schriftzug darüber, das den Namen des Clubs trägt) und Bottom Rocker (unter dem Center Crest, hier wird die Stadt, Region oder das Land des Clubs benannt). Auf der Vorderseite werden meist noch einmal der Clubname und die jeweilige Stadt gezeigt sowie bei Officern, also den Führungsmitgliedern, die Funktion im Club. Manch überregionale MCs haben vorn auf der Kutte noch so genannte Side Rocker mit dem Namen eines befreundeten Club-Chapters.

MF: MFs haben ein- oder zweiteiliges Patches.

Freebiker: Meist tragen sie eine Vielzahl Aufnäher auf ihren Kutten. Diese zeigen die Clubs oder Veranstaltungen, welche sie angefahren haben. Manchmal tragen sie auch einen großen Aufnäher auf dem Rücken mit Phantasiemotiven.

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viaRocker-Serie – MOPO24.

Über Harley D. Bieder

Ich (Rufname: Harley) stehe mit Feuer und Flamme für Harley Davidson, es ist mein Leben, ich könnte am allerliebsten den ganzen Tag – und das jeden Tag im Jahr – auf meiner Ultra durch die Weltgeschichte ballern, das ist so geil! Es fallen einfach alle Sorgen von mir ab, es macht frei, ist aufregend und entspannend zugleich. Der frische Wind um die Nase, die vielen Düfte, herrliche Eindrücke der Natur und unvergessliche Erlebnisse mit Freunden. Seit ich 16 bin, fahre ich Motorrad. Angefangen hat alles, wie zu DDR-Zeiten üblich, mit S50, dann S51 Enduro, (ständig war der Auspuff geklaut), 150er MZ, 250er ETZ (Mann war ich stolz), na und so zwischendurch auch mal einen SR2. Mit Kumpels ständig an den Karren rumgefummelt, egal ob Simson, MZ, AWO oder Jawa, es ging ja mit ein bissi Geschick alles selber zu machen. Und der Rest ging dann mit Beziehungen ;) Nach der Wende war mein erstes West-Mopped eine 14hunderter Intruder, von der ich mich aber recht bald wieder trennte, da ich endlich mein Traum-Mopped entdeckte: die Ultra von Harley! Schon als Stift hatte ich 2 Modelle in meinem Zimmer stehen, die mir meine Oma aus dem Westen mitgebracht hatte, vielleicht habe ich mich dort schon unterbewusst in dies dicke “Boot” verliebt? Naja so kam ich also zu meiner ersten Ultra Classic Electra Glide in schwarz, gesehen – Liebe auf den ersten Blick – gekauft! Und zwar noch in der alten Niederlassung beim alten Steuernagel. Ein cooler Typ – Gott hab ihn seelig. Seit dem fahre ich Ultra und werde es wohl immer tun, das ist mein Typ Bike, wie drauf geboren, das passt wie Arsch uffn Eimer. Meine 2. “Dicke” war das Sondermodell zum 100jährigen Jubiläum von Harley in schwarz silber. So und meine 3. Ultra ist die aktuelle “Dicke” natürlich in schwarz. Eine Harley kann bei mir halt jede Farbe haben, Hauptsache sie ist schwarz. grins Kilometerleistung im Durchschnitt so zwischen 10.000 und 12.000 km, man muss auch mal zwischendurch was anderes tun. Leider! Ich fahre sehr gern mit meiner Eike einfach nur mal so zu zweit, unserem Chapter und unseren Freunden durch die ganze Welt. So war ich schon in fremden Ländern wie USA, Mallorca, Luxemburg, Belgien, Österreich, Tschechien und in vielen Ecken unseres sehr schönen Deutschlandes. Es ist einfach herrlich und macht enorm viel Freude mit unserer duften Truppe im Chapter unterwegs zu sein. Wir haben jedes Jahr viele gemeinsame Ausfahrten zu spannenden Zielen, treffen befreundete Chapter, lernen immer wieder interessante Menschen, haben coole Partys und leben unser Ziel: Freude am Fahren. Freude bereitet mir auch neben meinen Aufgaben als Secretary, ganz besonders das Absichern und Blocken bei unseren Ausfahrten. Ich freue mich auf die kommenden Mopped-Saisons, die vielen gemeinsamen Erlebnisse mit unseren Freunden, befreundeten Chaptern und die spannende Abenteuer, das Neue, das Unentdeckte und Unbekannte. In diesem Sinne: Harleyluja!
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2 Antworten zu HOCHBURG LEIPZIG! NIRGENDS GIBT’S SO VIELE ROCKER

  1. Arkturus schreibt:

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

    Gefällt mir

  2. Harley Dirk Bieder schreibt:

    Bei Interesse am Thema Hells Angels, gibt es hier weitere Infos und Publikationen von mir: http://dirkbieder.me/?s=Hells+Angels

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