Menschen können eigene Körperbewegungen auch bei völliger Dunkelheit sehen



Testperson im Dunkelsichtigkeits-Experiment. | Copyright: rochester.edu

Rochester (USA) – Vorab ein kleiner Test: Begeben Sie sich in einem absolut dunklen Raum oder bedecken Sie ihre Augen mit einer gänzlich dichten und Schlafbrille. Nun bewegen sie langsam ihre Hand vor ihrem Gesicht hin und her. Was sehen Sie? Wenn Sie eine schattenartiges Gebilde wahrnehmen, das sich vor Ihnen hin und her beweget, so muss dies keine Einbildung sein. Mit Hilfe von Infrarotkameras und computergestützter Blick- und Bewegungserfassung (eye/motion-tracking) konnten US-Forscher in einer Studie erstmals belegen, dass mindestens 50 Prozent der untersuchten Testpersonen die Bewegung ihrer eigenen Hand auch in völliger Abwesenheit von Licht „sehen“ können.


Obwohl das Ergebnis dem derzeitigen Verständnis des Vorgangs des natürlichen menschlichen Sehens widerspricht, ist der Nachweis der Sehfähigkeit in totaler Dunkelheit genau das, was die Forscher um Professor Dr. Duje Tadin von der University of Rochester gemeinsam mit Kollegen von der Vanderbilt University in ihrer aktuell im Fachjournal „Psychological Science“ (DOI: 10.1177/0956797613497968) beschreiben.

„Anhand unserer Untersuchungen können wir zeigen, dass unsere eigenen Bewegungen sensorische Signale an unser Hirn weiterleiten können, die auch reale visuelle Wahrnehmungen im Gehirn hervorrufen – selbst dann, wenn jeglicher visuelle Reiz ausgeschlossen werden kann“, so Tadin.

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In insgesamt fünf unterschiedlichen Experimenten mit 129 Testpersonen konnten die Wissenschaftler aufzeigen, dass unser Gehirn offenbar Informationen unterschiedlicher Sinne derart kombiniert, dass daraus ein echter visueller Eindruck entsteht. Damit belegen die Forscher zugleich lange Zeit von Wissenschaftlern belächelte Berichte (etwa von Höhlenforschern), die immer wieder die Fähigkeit beschrieben hatten, im Dunklen zumindest ihre eigenen Hände sehen zu können.

Zugleich belegen die Forscher auch erneut, dass das, was wir normalerweise als Sehwahrnehmung wahrnehmen, nicht nur auf einer Funktion zwischen Augen und Gehirn basiert. Tatsächlich sei die alltägliche Erfahrung und damit einhergehende Vorhersehbarkeit unserer Handbewegungen offenbar derart stark, dass unser Gehirn gelernt hat, zur Vorhersehbarkeit unserer Handbewegungen auch ein sich bewegendes Abbild unserer Hand zu erzeugen, selbst wenn es zu dieser Bewegung keinen visuellen Reiz gibt.“

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Allerdings zeigen die Beobachtungen mit Hilfe des Blickerfassung und eine Analyse der Augenbewegung deutliche Unterschiede zwischen jenen Testpersonen, die in totaler Dunkelheit keine Wahrnehmung haben und jenen, die ihre Hände „sehen“.

Zugleich schwankte aber auch die Stärke der wahrgenommenen visuellen Bilder teilweise deutlich. Besonders sogenannte Synästhetiker, Menschen also die zu einem Sinnesreiz zwei oder mehrere Wahrnehmungen besitzen – etwa die Assoziation von Farben angesichts von Zahlen und Buchstaben – scheinen meist intensivere Seheindrücke in absoluter Dunkelheit zu haben. Eine der untersuchten Synästhetiker, die Labortechnikerin Lindsay Bronnenkant, verglich ihren visuellen Eindruck sogar damit, in eine zwar sehr schwache aber doch erkennbare Lichtquelle zu blicken.“ Sie folgte ihrer Handbewegung mit absolut fließenden Augenbewegungen und einer Übereinstimmung mit der jeweiligen Position ihrer Hand von 95 Prozent. „Mit anderen Worten: Sie konnte ihre Hand in völliger Dunkelheit ebenso gut verfolgen, wie bei hellem Licht.“

Für die Forscher legt die Verbindung zwischen Synästhesie und der Dunkelsichtigkeit eine neurale Verbindung zwischen den Sinnen nahe. „Wir wissen, dass sensorische Querverbindungen dem Phänomen der Synästhesie zugrunde liegen. Aber das Farbensehen angesichts von Zahlen ist möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs“, kommentiert der Mitautor der Studie David Knill. „Synästhesie könnte viele Formen atypischer Verarbeitungsprozesse im Gehirn betreffen.“

Auf die Frage, ob nun die meisten Menschen dafür programmiert seien, sich selbst in der Dunkelheit sehen zu können, antwortet Tadin jedoch zurückhaltend: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um eine auf Erfahrung gründete Fähigkeit handelt, die nicht angeboren ist. (…) Unser Gehirn ist erstaunlich gut darin, derart verlässliche Muster zu finden. Es ist schließlich genau dazu da, um Muster zu finden – visuelle Muster, auditive, Gedankenmuster und Bewegungsmuster. Die Bewegung unserer Hand ist eine derart vorhersehbare und logische Bewegung bzw. Handlung, dass unser Gehirn diese Erfahrung ausnutzt.“

Ob nun angeboren oder erlernt, Lindsay Bronnenkant betrachtet die Querverbindung zwischen ihren Sinnen als starke Erinnerung über die unterliegenden Querverbindungen in der Natur: „Es hat fast schon etwas Spirituelles. Manchmal denke ich bei mir, dass es sich lediglich um meine (synästhetische) Wahrnehmung angesichts eines Objekts – etwa einer Billardkugel – handelt. Dann aber denke ich, dass die Fähigkeit zu diesen Querverbindungen der Sinne tatsächlich die unterliegenden Verbindungen unser gesamte Welt widerspiegelt. Wir betrachten Mathematik, Chemie und Kunst als unterschiedliche Gebiete. In Wirklichkeit sind sie jedoch nur unterschiedliche Facetten ein und derselben Welt. Es sind nur unterschiedliche Wege dessen, wie wir unsere Welt durch unterschiedliche Linsen betrachten.“

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Über Harley D. Bieder

Ich (Rufname: Harley) stehe mit Feuer und Flamme für Harley Davidson, es ist mein Leben, ich könnte am allerliebsten den ganzen Tag – und das jeden Tag im Jahr – auf meiner Ultra durch die Weltgeschichte ballern, das ist so geil! Es fallen einfach alle Sorgen von mir ab, es macht frei, ist aufregend und entspannend zugleich. Der frische Wind um die Nase, die vielen Düfte, herrliche Eindrücke der Natur und unvergessliche Erlebnisse mit Freunden. Seit ich 16 bin, fahre ich Motorrad. Angefangen hat alles, wie zu DDR-Zeiten üblich, mit S50, dann S51 Enduro, (ständig war der Auspuff geklaut), 150er MZ, 250er ETZ (Mann war ich stolz), na und so zwischendurch auch mal einen SR2. Mit Kumpels ständig an den Karren rumgefummelt, egal ob Simson, MZ, AWO oder Jawa, es ging ja mit ein bissi Geschick alles selber zu machen. Und der Rest ging dann mit Beziehungen ;) Nach der Wende war mein erstes West-Mopped eine 14hunderter Intruder, von der ich mich aber recht bald wieder trennte, da ich endlich mein Traum-Mopped entdeckte: die Ultra von Harley! Schon als Stift hatte ich 2 Modelle in meinem Zimmer stehen, die mir meine Oma aus dem Westen mitgebracht hatte, vielleicht habe ich mich dort schon unterbewusst in dies dicke “Boot” verliebt? Naja so kam ich also zu meiner ersten Ultra Classic Electra Glide in schwarz, gesehen – Liebe auf den ersten Blick – gekauft! Und zwar noch in der alten Niederlassung beim alten Steuernagel. Ein cooler Typ – Gott hab ihn seelig. Seit dem fahre ich Ultra und werde es wohl immer tun, das ist mein Typ Bike, wie drauf geboren, das passt wie Arsch uffn Eimer. Meine 2. “Dicke” war das Sondermodell zum 100jährigen Jubiläum von Harley in schwarz silber. So und meine 3. Ultra ist die aktuelle “Dicke” natürlich in schwarz. Eine Harley kann bei mir halt jede Farbe haben, Hauptsache sie ist schwarz. grins Kilometerleistung im Durchschnitt so zwischen 10.000 und 12.000 km, man muss auch mal zwischendurch was anderes tun. Leider! Ich fahre sehr gern mit meiner Eike einfach nur mal so zu zweit, unserem Chapter und unseren Freunden durch die ganze Welt. So war ich schon in fremden Ländern wie USA, Mallorca, Luxemburg, Belgien, Österreich, Tschechien und in vielen Ecken unseres sehr schönen Deutschlandes. Es ist einfach herrlich und macht enorm viel Freude mit unserer duften Truppe im Chapter unterwegs zu sein. Wir haben jedes Jahr viele gemeinsame Ausfahrten zu spannenden Zielen, treffen befreundete Chapter, lernen immer wieder interessante Menschen, haben coole Partys und leben unser Ziel: Freude am Fahren. Freude bereitet mir auch neben meinen Aufgaben als Secretary, ganz besonders das Absichern und Blocken bei unseren Ausfahrten. Ich freue mich auf die kommenden Mopped-Saisons, die vielen gemeinsamen Erlebnisse mit unseren Freunden, befreundeten Chaptern und die spannende Abenteuer, das Neue, das Unentdeckte und Unbekannte. In diesem Sinne: Harleyluja!
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2 Antworten zu Menschen können eigene Körperbewegungen auch bei völliger Dunkelheit sehen

  1. Pete J. Probe schreibt:

    Hallo Harley,
    bin zum ersten Mal hier und auf diesen Artikel gestoßen.
    Das Sehen ist schon `ne Sache für sich. Durch das Sehen nehmen wir ja alles war, was für uns subjektiv wirklich existiert. Wenn man sich aber den Grenzbereichen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse nähert und philosophische Gedanken mit einbezieht, so ist es um diese Wirklichkeit aber schlecht bestellt.
    Salvador Dali hat mal gesagt: `Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes´.
    In dieser Hinsicht möchte ich den Traum mit einbeziehen, bei dem wir ja schließlich auch in völliger Dunkelheit Bewegungsabläufe wahrnehmen. Das heißt, dass unser Gehirn Bilder erzeugt, die man auch als Illusion bezeichnen könnte. Inwieweit sich zu meinen eher philosophischen Gedanken eine Beziehung zum Dunkelsehen herstellen lässt, kann ich nicht beurteilen.
    Schließlich ist unser Gehirn sehr lebenserfahren und auf jeden Fall schlauer als wir und damit zu mehr fähig, als wir uns je vorstellen können.
    Bis hierher meine reichlich abweichenden Gedanken zum Thema.
    Lieben Gruß
    Pete J. Probe

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  2. Harley D. Bieder schreibt:

    Hi Pete, alles richtig was du sagst. Das Bewusstsein steht über der Materie. Ist ein sehr interessantes Gebiet. Liebe Grüße ciao Harley

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