Ceres‘ mysteriöser heller Fleck


Saarbrücken (Deutschland) – Seit im Dezember 2003 das Hubble-Weltraumteleskop zum ersten Mal den Zwergstern Ceres ins Visier nahm, rätseln Astronomen über einen auffallend hellen Fleck auf der Oberfläche des größten Objekts im Asteroidengürten zwischen Mars und Jupiter. Obwohl sich die NASA-Sonde “Dawn” dem Asteroiden mittlerweile auf rund 7.000 Kilometer angenähert hat, ist noch immer unklar, um was es sich bei dieser Struktur handelt. Gespannt auf die nächste Bildertrange, die die Ceresoberfläche Anfang Juni aus einer Entfernung der Sonde von nur noch 4.400 Kilometern zeigen wird, zeigt GreWi im Folgenden, wie sich unsere Sicht auf den mysteriösen hellen Fleck seit 2003 verändert hat.

2003-2004, Entfernung: 930.000.000 Kilometer
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Das Hubble-Weltraumteleskop nimmt Ceres vom 30. Dezember 2004 bis 24. Januar 2014 ins Visier und dokumentiert erstmals den hellen Fleck. Die Aufnahmen zeigen eine zweistündige Viertelrotation des Zwergplaneten im sichtbaren und ultravioletten Lichtspektrum.

Copyright: NASA/ESA/J.Parker (SwRI)

13. Januar 2015, Entfernung: 383.000 Kilometerhttps://i1.wp.com/photojournal.jpl.nasa.gov/archive/PIA19168.gif
Die Dawn-Sonde nähert sich ihrem Ziel. Schon jetzt ist auch der helle Fleck wieder deutlich zu sehen.
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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

25. Januar 2015, Entfernung: 237.000 Kilometer
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Erstmals übertreffen die Dawn-Aufnahmen die Qualität und Auflösung der Hubble-Fotos von 2003/04. Neben dem hellen Fleck wird nun auch die von Kratern übersäte sonstige Oberfläche deutlich.
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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

4. Februar 2015, Entfernung: 145.000 Kilometer
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Neben dem großen hellen Flecken werden nun weitere kleinere helle Flecken sichtbar, die auf dem ganzen Globus verteilt sind.

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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

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19. Februar 2015, Entfernung: 46.000 Kilometer
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Mitte Februar offenbaren die Dawn-Aufnahmen, dass der “große helle Fleck” in Wirklichkeit aus zwei Teilen besteht.

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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

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Im März berichten Forscher des Max-Planck-Institut Sonnensystemforschung auf der Lunar and Planetary Science Conference, dass es den Anscheint hat, als rage der helle Fleck über die ihn umgebende Kraterwand heraus. Deutlich wird dies anhand von Aufnahmen, die den Krater selbst eigentlich schon im Schatten zeigen, während der helle Fleck immer noch “leuchtet”.

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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

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Italienische Forscher berichten Mitte April über ihre Analysen der Dawn-Aufnahmen von Ceres im infraroten Lichtspektrum. Diese offenbaren, dass unterschiedliche helle Flecken auf Ceres offenbar unterschiedlicher Natur sind. Temperaturmäßig unterscheidet sich die große helle Struktur (Spot5) nicht von ihrer kalten Umgebung.

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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/ASI/INAF

3./4. Mai 2015, Entfernung: 13.600 Kilometer
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Mit einer Auflösung von mittlerweile 1,3 Kilometern pro Bildpunkt (Pixel) zeigt sich, dass der große helle Fleck aus noch mehr Einzelteilen besteht.
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16. Mai 2015, Entfernung: 7.200 Kilometer
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Mit einer Auflösung von 700 Metren pro Pixel wird die Struktur immer deutlicher und feingliedriger.
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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Was sind die hellen Flecken?
Neben exotischen Spekulationen über künstliche Strukturen oder sogar Städte auf Ceres, vermuten Wissenschaftler bislang, dass es sich am wahrscheinlichsten um Eisablagerungen im Innern des Kraters oder bestimmte Salze handeln könnte. Ersteres könnte durch Risse in der gewaltigen Eisdecke des Asteroiden gespeist werden, die die Oberfläche mit dem unter diesem Eismantel vermuteten flüssiges Wasserozean verbindet.

Der Zwergplanet könnte nach Schätzungen der Wissenschaftler einen Wasseranteil von 15 bis 25 Prozent aufweisen. “Die große Frage ist: Gibt es tatsächlich einen Ozean im Inneren? Und wie sieht die Kruste aus? Um die Antworten zu finden, müssen wir uns die Daten ganz genau anschauen”, erläutert Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und einer der leitenden Wissenschaftler im Dawn-Missionsteam.

Einige Forscher vermuten sogar, dass es im Innern des potentiell vorhandenen Ozeans sogar Leben geben könnte (…wir berichteten).

Was kommt als nächstes?
Bis zum 6. Juni 2015 wird die Sonde sich bis auf einen Abstand von nur noch 4.400 Kilometern über der Oberfläche herabsenken und alle drei Tage den Zwergplaneten einmal umrunden. Von Juli bis November 2015 soll sich Dawn dann spiralförmig auf bis auf 375 Kilometern der Ceresoberfläche  nähern und ihre Sekundärmission dann nach Erfassung der Bodenchemie des Zwergplaneten Anfang 2016 beenden. Spätestens dann sollte wir genau wissen, um was es sich bei den heute noch rätselhaften hellen Flecken auf Ceres handelt.

…GreWi wird weiterhin aktuell berichten.

© grenzwissenschaft-aktuell.de

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viaGreWi-Dossier: Ceres‘ mysteriöser heller Fleck.

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